Antrag Pflegestufe: MDK-Begutachtung per Telefoninterview?!

    Kurz und knapp: Hat hier jemand Erfahrungen mit einer MDK-Begutachtung bzgl. Pflegestufe per "strukturiertem Telefoninterview"?


    Ich schäume gerade ehrlich gesagt vor Wut, dass die Herrschaften sich fein verschanzen, aber weiter über das Leben anderer urteilen wollen.


    Mein Vater ist 2x begutachtet worden. Sehr nett, sehr angenehm, es fielen viele Dinge im Kontakt auf, die bei dem abzuarbeitenden Fragenkatalog nicht so ins Auge fielen. Demenz plus Parkinson.


    Jetzt habe ich für meine Mutter auf Anraten der Hausärztin einen Antrag gestellt; es geht aber nur um Demenz und sie ist eher aggressiv und null einsichtig. Und soll jetzt per Telefoninterview begutachtet werden. Wo niemand sieht, dass "ich schaffe den Haushalt" nicht zum Zustand des Hauses passt. Dass sie ungepflegt aussieht. Und und und. Sie kan völlig überzeugt am Telefon behaupten, das Auto sei in der Werkstatt - und dann steht es in der Garage.


    Ich halte die Begutachtung per Telefon für einen schlechten Scherz. Bei wirklich körperlichen Einschränkungen mag es durchaus gehen, aber bei Demenz?


    Ich versuche gerade, beim MDK durchzukommen und den Termin erstmal zu verschieben. Aber wäre über Feedback echt dankbar...

  • 13 Antworten

    Rede erst einmal mit der Krankenkasse Deiner Mutter. Wenn man freundlich daran geht, erfährt man manches. Falls Du bevollmächtigt bist, findet Deine Einschätzung u.U. auch Beachtung.

    Generell muss man leider sagen, dass Menschen im Pflegeheim eher eine höhere Pflegestufe bekommen, weil offensichtlich auch das Heim befragt wird.

    Die Krankenkasse sagt damit haben wir nichts zu tun, dass müssen Sie mit dem MDK klären". Mein Vater hat problemlos Pflegestufe 2 bekommen und die Begutachtung war richtig nett, freundlich, aufmerksam,...

    Menschen im Heim haben ja schon eine Pflegestufe, weil ohne keinen Heimplatz. Dass dann der Pflegeaufwand abgefragt wird, macht Sinn. Aber jetzt, als Ersteinstufung, bei Demenz ohne jeglicher Einsicht?

    Ich würde den Vorschlag machen aus dem Telefonat ein Video Telefonat zu machen, einen Laptop oder ein Tablet kann man sich notfalls leihen. Dann ist der Gutachter geschützt, aber er kann so bestimmt auch besser deine Mutter einschätzen.

    Kann oder hat sich ihr HA zu der Demenz schon (begleitend) geäussert?


    Nimm den Termin erst mal so wie angesagt und ärgere dich nicht weiter. Ich weiss, leichter gesagt als getan. Nur Du selbst leidest dann.


    Der MDK muss dir ja nach der Begutachtung einen Bescheid schicken. Ist der ablehnend, gehst Du in den Widerspruch. Spätestens dann müssen sie entweder persönlich auftauchen oder die Pflegestufe direkt anerkennen.

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Der MDK muss dir ja nach der Begutachtung einen Bescheid schicken. Ist der ablehnend, gehst Du in den Widerspruch. Spätestens dann müssen sie entweder persönlich auftauchen oder die Pflegestufe direkt anerkennen.

    :)^

    Ich habe das gerade mit meinen Schwiegereltern durch Begutachtung per Telefon.

    Wegen Corona läuft die Begutachtung beim MDK lange schon per Telefon.

    Könntest du das Telefongespräch führen?

    Bei meinen Schwiegereltern habe ich auch das Gespräch geführt. Bei ihm ging es um Höherstufung und bei ihr um Erstantrag.

    Sie haben beide körperliche und auch Einschränkungen die in Richtung Demenz gehen.

    Meine Schwiegereltern wurde am Ende des Gesprächs kurz mit 2 Sätzen selber befragt.

    Zu Adresse und KK. Mein Schwiegervater kennt inzwischen nicht mal mehr die Postleitzahl geschweige denn wo er versichert ist.

    Bei beiden gingen die Anträge problemlos durch.

    Ja, die HÄ hat meine Ma in den letzten 18 Monaten 3x getestet (die einfacheren Demenz-Tests halt) und auch diverse Auffälligkeiten in der Akte. Ist eine richtig gute Praxis.


    Video-Telefonat wurde gerade auch abgelehnt, bin durchgekommen beim MDK und habe gefragt. Da meine Ma aber eh einen Arzttermin hat und ich so knapp auch nicht frei machen kann, ist der Termin jetzt erstmal verschoben.


    Fizzlypuzzly

    Denkst du, dass der MDK bei einem Widerspruch dann doch persönlich käme? Im Schreiben klang es so, als ob das aktuell generell ausgesetzt sei...

    Noch vergessen Terminverschiebung ist möglich auch auf Wunschtermin zur Begutachtung.

    Zumindest beim MDK Nordrhein.

    Moosglöckchen

    Das würde meine Ma noch hinbekommen. Wochentage klappen manchmal, nicht immer. Es sind eher die alltäglichen Dinge: Wo steht das Auto, für 1x Kochen 3x einkaufen fahren, ständige Dinge verlieren/suchen und panisch werden. Tägliche Anrufe, wo ich denn sei (weil ihr Kopf irgendeinen Mist produziert). Nächtliche SMS, ob ich angerufen hätte, das Telefon hätte geklingelt ("oder habe ich das geträumt?"). Ständig Haushaltsdinge, die "nicht funktionieren": Telefon,... Wenn man hinfährt und es checkt, ist immer alles okay.

    Die Begutachtungen sind ja auch zum Schutz der älteren Menschen ausgesetzt, ich denke nicht, dass das kurzfristig wieder geändert werden wird. Es gibt da gute Tipps im Internet. U.a. von verbraucherzentralen.

    Sunflower_73 schrieb:

    Denkst du, dass der MDK bei einem Widerspruch dann doch persönlich käme? Im Schreiben klang es so, als ob das aktuell generell ausgesetzt sei...

    Auf jeden Fall müssen die Zeitnah reagieren. Wegen Corona können die ja jetzt nicht einfach mal eben alles aussitzen, wenn Hilfe/ Unterstützung angefordert wird.

    Ich würde erst mal den Termin wahr nehmen und abwarten bis zur Bescheiderteilung.


    Danach kannst Du denen bei einer evtl. Ablehnung die Hölle]:Dheiss machen. Mich haben die nur einmal abgewimmelt. Danach war ich als Igel schneller als der Hase;-D

    Sunflower_73

    Die Begutachtungen erfolgen in der Regel gemeinsam mit den betreuenden Angehörigen.

    Mit deiner Mutter wird besprochen, wer anruft und warum. Es werden ihr Fragen gestellt zur Orientierung, also welches Jahr, welcher Monat, welcher Tag, ihr Geburtsdatum etc.

    Die Fragen zu den pflegerischen Tätigkeiten und den Umständen beantworten die Angehörigen.

    Mach dir am besten Notizen, damit du in der Aufregung nichts vergisst.

    Der Gutachter wird seinen Fragenkatalog mit dir durchgehen und sich von deiner Mutter im Anschluß verabschieden.

    Also eigentlich kein Grund, sich aufzuregen ;-)

    Warte also erstmal ab, wie das Gutachten ausfällt. Wenn es nicht passig ist, legst du Widerspruch ein.


    Auch wenn ihr den Termin verschieben musstet, wird die Begutachtung telefonisch erfolgen aufgrund der hohen Infektionszahlen.

    Naja, den Fragenkatalog kenne ich von meinem Vater ja schon. Und den Ablauf. Aber das ist eben auch vor Ort begutachtet worden. Da hat mir bei der 2. Begutachtung die Gutachterin selber gesagt, dass meine Ma (die kaum was sagte) völlig belastet und "durch den Wind sei". Also unendlich viel Beobachtung... Und ich sehe halt kaum, wie das jetzt gesehen werden soll. Zumal sie alles leugnet und abstreitet und mir im Alltag das Leben damit schwer macht. Aktuell ist sie eh stinksauer, dass der Antrag überhaupt gestellt wurde... "Wozu, ich bin fit!".


    Aber ich lasse mich jetzt drauf ein, auch wenn der Termin verschoben werden musste. Wird ja nicht ewig dauern und ich habe den Tipp bekommen, vorab einen Bericht einzusenden, was im Alltag auffällt.