Beim Haaewaschen alle 2 Wochen sehe ich auch noch kein Problem.

    Zitat

    und wenn man sich täglich wäscht stinkt man auch ohne Duschen nach jahren noch nicht.

    Da hast du natürlich recht. Im Allgemeinen geht man ja auf die Vorlieben der Bewohner ein: Duschen, Baden, Waschen. Ich bin jetzt vom "schlimmsten" Fall also dem weder noch ausgegangen, wie das bei meiner Mutter der Fall ist. Sie kann man ja nicht mal zum Händewaschen überreden. Da hilft irgendwann wirklich nur ein Machtwort.

    Erfahrungsbericht

    Wenn ich mich auch mal zu Wort melden darf, kann ich aus meiner Erfahrung als Pfleger erzählen.


    Ich war vor meiner Umschulung zum Altenpflegehelfer bereits fast 1 1/2 Jahre ich der Pflege in einer Integrationsmaßnahme (1-€ Job), diese habe ich stationär in einem "Geronto-Heim" speziallisiert auf Demenz gearbeitet. Das Haus hat 88 Bewohner auf 4 Stationen mit je 22 Bewohnern verteilt.


    Hier hatten wir 3 Bewohner/innen die wollten auch Wochen/Monate lang nicht duschen und die Haare durften wir auch nicht machen. Es ist den Betreuern bekannt gewesen, die können da auch nichts machen wenn die Bewohner sagen NEIN, dann müssen wir uns daran richten. Es MUSS dann nur in der Dokumentation jedesmal eintragen.


    Gruß aus Solingen


    AltenpflegehelferSG

    Auf keinen Fall sollte sie gezwungen werden, ich würde es jedenfalls niemals tun. Überreden und vielleicht mal ein bisschen mit Nachdruck dazu auffordern, aber mehr auch nicht. Ich habe das Gegenteil in der Behindertenbetreuung erlebt, das war einer der Gründe, warum ich da nicht mehr arbeiten wollte.

    Was ist, wenn die Heimbewohner durch mangelnde Hygiene Ekzeme bekommen oder stuhlinkontinent sind, sich aber nicht die Windel wechseln lassen wollen? Da ist man doch dann ziemlich in der Zwickmühle.

    Das passiert gar nicht so häufig wie beim Duschen und Haarewaschen. Kommt aber auch vor, in dem Punkt kann man dann nicht nachgeben. Dann macht man halt so schnell wie man kann und nicht ganz so gründlich. Meistens ist sowas von der Tagesform abhängig, ich kenne keinen, der sich da ständig verweigert. Kann aber schon mal in kritischen Situation vorkommen und dann muss man auch mal zu zweit arbeiten.


    Aber es gab durchaus schon Bewohner, die aggressiv wurden und sich nicht waschen ließen. Die sind dann auch etwas verkommen, das ist die Frage, welche Art von "Politik" in einem Heim gelebt wird, hängt auch von der Pflegedienstleitung ab. Das Recht auf Verwahrlosung hat übrigens jeder von uns, auch Leute, die allein und nicht in Heimen leben. Außerdem gibt es auch Grenzen für Pflegekräfte, nicht nur die Würde der Bewohner, auch ihre sollte gewahrt bleiben.

    Meine Erfahrung (vor allem mit dementen Personen) ist, dass viele eben Angst haben und natürlich auch Schamgefühl. Eh klar, ich will auch nicht, dass mich jemand andres zwischen den Beinen wäscht.


    Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, einfach klein anzufangen. Also erstmal die Füße waschen, oder die Arme... Und sich langsam rantasten. Das funktioniert oft.

    Zitat

    Hier hatten wir 3 Bewohner/innen die wollten auch Wochen/Monate lang nicht duschen und die Haare durften wir auch nicht machen. Es ist den Betreuern bekannt gewesen, die können da auch nichts machen wenn die Bewohner sagen NEIN, dann müssen wir uns daran richten

    Aber es muss doch eingeschritten werden, wenn gesundheitliche Probleme dadurch entstehen? Und nach montagelangem Verweigern von Waschen/Duschen entstehen die doch zwangsläufig? ":/


    Ich kenn es selbst aus dem Hospiz, in dem absehbar ist, dass es sich u.U. sogar nur noch um Tage handelt, dass die Pfleger immer mal wieder nachfragen, versuchen zu überreden, wenigstens eine Katzenwäsche zu machen, spielerisch dran gehen oder sich zum Reden hinsetzen und dann nebenher wenn der Patient Vertrauen gefunden hat, waschen.

    Man sollte mal nicht vergessen, dass gerade Menschen in diesem hohen Alter es gar nicht gewöhnt sind zu duschen. Die Badewanne und Katzenwäsche mit dem Waschlappen kennen die meisten dagegen schon seit ihrer Kindheit. Gerade demente Menschen leben in ihrer frühesten Vergangenheit. Warum sollten sie dann zum duschen gezwungen werden? Man verliert doch mit der Demenz nicht sein Recht auf Selbstbestimmung.


    Viele Angehörige machen sich über das psychische Wohl des Bewohners viel zu wenig Gedanken. Dass der sich wohl und sicher fühlt, finde ich viel wichtiger, als gewaschene Haare. Das hat nichts mit Bequemlichkeit der Pfleger zu tun, sondern mit Respekt.

    LokaLen, es war doch auch die Rede von Duschverweigerung, nicht von genereller Ablehnung einer Katzenwäsche. Niemand wird krank, nur weil er sich lieber mit dem Lappen wäscht, anstatt duschen zu gehen. Und von fettigen Haaren ist wohl auch noch keiner gestorben...

    Ich glaube es ging nur um das direkte Duschen. Ich wäre auch nicht scharf drauf, dass mir jemand die Haare wäscht oder mich abduscht. Da ist so ein Lappen doch weitaus angenehmer. Das können ja schon Kinder nicht leiden. Man fühlt sich einfach ausgelieferter.

    Und dann womöglich morgens.. Ich hasse das wie die Pest, außer vielleicht im Hochsommer. Ich dusche und bade nur abends, in den Heimen wird das aber sehr häufig morgens gemacht, oft noch vor dem Frühstück. Schauderhaft wäre das für mich..