Einsame Senioren - überfordertes Pflegepersonal?

    Mich beschäftigt seit der mit der Krise um COVID-19, wie es unseren hilfsbedürftigen Senioren in den ganzen Senioren- und Pflegeheimen geht.

    Die Türen sind geschlossen, Angehörige dürfen nicht mehr zu Besuch kommen.

    Ist das rechtens? Wir waren vor ca. zwei Jahren einmal live dabei, als eine Kontrolle verboten hatte, eine Pflanze so vor den Aufzug im Stockwerk mit Demenzerkrankten zu platzieren, damit diese den Knopf nicht direkt sehen konnten. Man hat lieber in Kauf genommen, dass die Senioren mit Weglauftendenz abgängig waren und aufwändig gesucht werden mussten.

    Und wie bewältigt das Pflegepersonal mit viel zu dünner Personaldecke ihre tägliche Arbeit? Sie versorgen die Bewohner derzeit ohne die Unterstützung der Angehörigen.

    Wie kann das funktionieren? Wie geht es den Bewohnern ohne Besuch ihrer Angehörigen, ohne Ansprache, ohne Zuwendung?

    Ich kann aus erster Hand, bzw. eigener Erfahrung berichten, wieviel Unterstützung seitens der Angehörigen Tag für Tag geleistet wurde, vor allem zu den Mahlzeiten.. Und ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es den Bewohnern derzeit geht. Bei jedem dritten Bewohner saß ein Angehöriger, der sich kümmerte, dass gegessen und vor allem getrunken wurde. Das Personal reicht niemals aus, um das aufzufangen! Und wie geht es den Angehörigen, die nicht mehr zu ihren Partnern, Eltern etc. in den Einrichtungen dürfen, wohlwissend, wie sehr diese auf intensivere Betreuung angewiesen sind?

    Es heißt, dies sei zum Schutz der Senioren! Aber ist das wirklich ein Schutz? Meine Eltern sagen, lieber an COVID-19 sterben als an Vereinsamung. Sie wünschen sich ausdrücklich, dass ich sie besuchen komme. Wir bleiben auf Abstand, ganz klar. Aber ich stelle nicht einfach die Einkäufe vor die Türe, ich nehme mir viel Zeit, um mit ihnen zu sprechen, zu lachen, zu diskutieren.


    Wie geht es anderen Betroffenen mit dem Gedanken? Ich würde mich über einen regen Gedankenaustausch freuen.

  • 17 Antworten

    https://www.owl24.de/owl/paderborn-ort29245/c

    https://www1.wdr.de/nachrichte…lippe/kliniken-owl-corona


    Ich habe mal zwei Links eingestellt, weil ich hier in meinem Umfeld die Auswirkungen schon ziemlich nah mitbekomme. Vom Abstand her sind das 20 und 35 km.


    Ja es ist sehr hart, nur wer kann garantieren, dass es durch Besuche von Angehörigen nicht zur Infektion kommt? Warum das in den Häusern solche Ausmaße angenommen hat, kann ich nicht sagen, höchstens vermuten. Würde aber nichts an der Anzahl der Erkrankten und bereits Verstorbenen ändern.


    Und Pflegehelfer*innen fehlen bei dir in der CH wohl genauso wie hier in D. Und wenn jetzt noch mehr ausfallen durch Ansteckung, wird es noch dramatischer. Wo sollen die denn alle hin? Das man sonst ausgeholfen hat beim Essen usw. ist eine Sache. Nur wenn die dann nach Hause geschickt werden sollten, ist es meistens nicht nur mit der Nahrungsaufnahme getan. Wenn dann evtl. die Angehörigen gezwungen sein könnten, die zu Pflegenden adäquat zu versorgen, dann bricht mit Sicherheit das Chaos, die Angst aus.


    So gesehen betrachte ich die Kontaktsperre als das kleinere Übel, in der Hoffnung, dass alles erdenkliche getan wird. Tragisch, dass es trotzdem zu der Übertragung gekommen ist und deshalb sollten alle nicht erforderlichen Kontakte unterbleiben.


    Auch wenn es im Herzen weh tut.

    Pfleger sind vorwiegend für die Pflege da. In einigen Häusern gibt es Hausgemeinschaften mit einer Präsenzkraft die sich um alles kümmert, Tisch decken, sich darum kümmern das die Leute zum Essen kommen, Bettlägerige bekommen das Essen auf`s Zimmer gebracht und glaub mir, auch wenn wenig Zeit ist, man wechselt immer ein paar Worte miteinander, wenn etwas gebraucht wird, wird es geholt oder man wendet sich an einen Pfleger, oder schreibt auf das es für den nächste Schicht ersichtlich ist.

    Nach Möglichkeit setzt man sich mit den Bewohnern an den Tisch, unterhält sich und manchen muß das Essen angereicht werden, wenn es viele Bewohner sind die Essen angereicht bekommen helfen die Pfleger. Je nachdem wie die Bewohner drauf sind kann es sehr lustig werden am Tisch.


    Es wird fast jeden Nachmittag etwas anderes geboten, malen, Spiele, singen, vorlesen, manche machen auch eine Theatergruppe.

    In normalen Zeiten macht man Ausflüge, kleinere Gruppe regelmäßig zum Markt, andere fahren auch groß weg, Gruga oder so.

    Besuche bekommen nur einige Bewohner, manche niemals.

    Im Moment wird es nicht möglich sein, aber wenn man Interesse hat kann man Ehrenamtlich in Heimen helfen. Helfer sind immer willkommen.

    Hatte ich Anfangs auch ein paar Monate gemacht.

    Fizzlypuzzly

    Beide Links von Dir funktionieren nicht.


    Jetzt zum Text: Bei mir in der Schweiz ist es in der Pflege wohl noch etwas besser als in Deutschland. Auch ist die Bezahlung hier etwas angemessener und die Arbeitsanforderungen nicht ganz so hoch.

    Aber meine Eltern leben in Deutschland und ich bin derzeit bei ihnen, um sie adäquat zu versorgen. Soll man ja eigentlich nicht, ich mach es trotzdem. Ich möchte nicht, dass meine Eltern einsam sind, denn Einsamkeit macht auch krank. Der Partner meiner Tante ist in der Demenzabteilung eines Seniorenheims und sie darf nicht zu ihm. Das macht sie total krank. Sie weiß, woran es Tag für Tag mangelte trotz ihrer mehrstündigen Unterstützung jeden Tag, sie mag sich gar nicht ausmalen, wie es ihrem Partner geht. Wir überlegten, ihn für die Zeit samt Tante zu meinen Eltern zu holen, aber das Bundesland lässt das nicht zu für den Moment. Wenn, müsste sie den Platz dort komplett kündigen, was natürlich auch nicht geht.

    Und wo ich hinhöre, höre ich sehr ähnliche Geschichten. Selbst habe ich sie auch schon erlebt, bei mehreren nahen Verwandten. Und ich höre von sehr vielen Senioren, dass sie lieber jetzt an COVID-19 sterben und keinesfalls beatmet werden möchten, als dass sie sich ihren letzten Rest Lebensqualität nehmen lassen möchten.

    dolorous schrieb:

    Beide Links von Dir funktionieren nicht.

    Stimmt, deshalb mal ein Überblick.


    Bei einem Link handelt es sich um Paderborn, ca. 30km von mir entfernt. Die Zahl der Infizierten unter der Bevölkerung ist im Vergleich zu anderen Städten, Ortschaften hier enorm hoch. Hier sind Pflege- und Altenheime betroffen, wobei man in Erwägung zieht zu evakuieren.

    Der andere Link bezieht sich auf Corona in OWL, Horn Bad Meinberg, 20km entfernt.

    Hier sind in einer Reha-Klinik 100 Personen incl. Personal erkrankt, von insgesamt 157 Pers.

    Innerhalb von 24 Std. wurden alle Personen durch 150 Einsatzkräfte, Feuerwehren, Rettunsdiensten und Klinikleitung evakuiert.

    Einige wurden nach Hause transportiert, wo sie unter häuslicher Quaratäne stehen. Andere kamen in Kliniken nach Bonn, Essen, Minden, wobei einige auch auf der Intensivstation liegen.

    Krass, nicht wahr?

    dolorous schrieb:

    Und ich höre von sehr vielen Senioren, dass sie lieber jetzt an COVID-19 sterben und keinesfalls beatmet werden möchten, als dass sie sich ihren letzten Rest Lebensqualität nehmen lassen möchten.

    Dafür gibt es ja Verfügungen, denen die Ärzte auch nachkommen müssen und sollten.

    Aber selbst wenn einige diesen Weg bevorzugen oder sich wünschen, kann man nicht darüber hinweg handeln. Denn es gibt ja auch noch die Anderen, die noch relativ fit sind und noch gerne eine weile auf Erden wandeln wollen. Und man sollte auch nicht vergessen, das so manche Familie als Angehörige, mit einer laschen Handhabung nicht einverstanden sind.


    Und es sind ja nicht nur die Bewohner, sondern auch die Pfleger*innen, Ärzt*innen zu schützen. Wie schnell sich das ändern kann, kann man ja meinem Bericht einen Beitrag vorher entnehmen.


    Deshalb bin ich auch dafür, dass die z.Zt bestehenden Verordnungen, Anweisungen befolgt werden sollten. Da kann und sollte man mMn, auf einzelne Bedürfnisse keine Rücksicht nehmen.

    Bei uns hier in Sachsen - wo es bislang eigentlich wenig Fälle gibt > hat es jetzt auch gleich mal ein paar Heime "erwischt". Bislang nur Erkrankungen und soweit ich weiß - nur 1 Todesfall.

    Und da geht man eben davon aus, dass es wohl durch Angehörigenkontakt zu den Infektionen kam und die Mitarbeiter als "Verursacher" weitestgehend ausgeschlossen sind.

    dolorous schrieb:

    Es heißt, dies sei zum Schutz der Senioren! Aber ist das wirklich ein Schutz?

    Willst du die alle mit Corona anstecken?


    Die Besuchsverbote haben schon ihren Sinn und Zweck und wie schon gesagt wurde, wäre das ein Supergau wenn Altenheime komplett mit Corna durchinfiziert werden.

    Du kannst dir ja vorstellen was passiert. Schau dir Italien und Spanien an.

    Das möchte ja nun wirklich keiner.



    Sicher ist das hart für ältere und ja es ist eine Belastung, ABER das ist nicht für immer und irgendwann sind die Maßnahmen auch wieder vorbei, Besuch darf dann irgendwann wieder kommen.


    Auch wenn es nun hart klingt, aber die älteren ( dement oder nicht dement) werden es schon überleben wenn jetzt mal für eine gewisse Zeit kein Besuch kommt.

    Wie gesagt, ist ja nicht für immer so.:-)

    nur weil deine Eltern lieber an Covid sterben gilt das nicht für den Rest.


    wenn ein Angehöriger Corona einschleppt kann man das ganze Heim dicht machen!


    nur weil manche sich einsam fühlen sollen andere Bewohner gefährdet werden?

    Madame Charenton schrieb:

    nur weil deine Eltern lieber an Covid sterben gilt das nicht für den Rest.

    Es gilt sicher nicht für den Rest, ich kenne aber ein paar mehr als meine Eltern und höre von allen Seiten das Gleiche. Zudem gibt es für die Senioren gar keine Wahl. Sie werden isoliert und können teils schwer kontaktiert werden.

    Zitat

    nur weil manche sich einsam fühlen sollen andere Bewohner gefährdet werden?

    Mancher? Kennst Du die Situation in Heimen? :|N

    Mich würde interessieren, wer von Euch schon einmal einen demenzerkrankten Angehörigen oder Freund im Pflegeheim betreut hat. Ich kenne keinen einzigen, wo das ohne Mithilfe von Angehörigen einigermaßen zufriedenstellend ablief. Und nein, ich kenne nicht nur ein Heim oder eine Person, ich bin in dem Bereich aktiv und habe vielfältige Einblicke erhalten von verschiedenen Menschen in verschiedenen Heimen quer durch Deutschland.

    dolorous schrieb:

    Ich kenne keinen einzigen, wo das ohne Mithilfe von Angehörigen einigermaßen zufriedenstellend ablief.

    Ich habe meinen Mann zu Beginn und zum Schluss über insgesamt 5 Jahre von 13 Jahren zu Hause intensiv gepflegt, rund um die Uhr. Seine Pflege hätte niemals im Pflegeheim stattfinden dürfen, weil damit das Personal überfordert gewesen wäre. Das haben die zwischenzeitlich angeforderten Pflegekräfte schon nicht gerafft und geschafft, die ich während kurzzeitiger Abwesenheit brauchte.


    Und iwie ist es ja traurig, dass die Pflege in den entsprechenden Heimen ohne Mithilfe von Angehörigen nicht adäquat zu bewerkstelligen ist. Und an Demenz erkrankte kann ein Angehöriger auf Dauer nicht pflegen, auch das habe ich durch eine Hauskrankenpflege in den 80ern schon erfahren dürfen.

    dolorous schrieb:

    Und nein, ich kenne nicht nur ein Heim oder eine Person, ich bin in dem Bereich aktiv und habe vielfältige Einblicke erhalten von verschiedenen Menschen in verschiedenen Heimen quer durch Deutschland.

    Nur woran liegt es denn, dass die Pflege in den Heimen so eingeschränkt läuft? Mir ist schon klar das es seit Jahrzehnten zuwenig ausgebildete Kräfte gibt, die dann auch noch miserabel bezahlt werden. Und da diese Heime fast alle privatisiert sind, ist man iwann dazu übergegangen, Minijobber einzustellen.


    Es wird also gespart um Gewinne zu maximieren, was auch auf Kosten der zu Pflegenden geht. Und hier auf med1 gibt es mehrere Threads, in denen darüber schon diskutiert wurde. Mir ist nichts fremd oder iwas, was ich nicht kenne.

    Das betrifft auch die KK, Reha-Kliniken usw.


    Und wenn die Insassen sich durch die Pflegekräfte wirklich betreut fühlen würden, dürften Aussagen wie - ich will lieber an Corona sterben - im Grunde nicht auftauchen. Denn Angehörige wohnen auch nicht immer um die Ecke rum, sind selbst erkrankt oder müssen ihrer Arbeit nachgehen.


    Ich hoffe das mein Beitrag hier richtig verstanden wird. Hier sollen keine Pflegekräfte oder Angehörige an den Pranger gestellt werden. Mir geht es hier um das Gesundheits - System, was seit Jahren den Bach runter geht.


    Und die gear...ten sind die Schwächsten, an denen sich dumm und dämlich verdient wird.

    Sorry, aber das musste ich jetzt mal so sagen.

    dolorous schrieb:

    Es heißt, dies sei zum Schutz der Senioren! Aber ist das wirklich ein Schutz? Meine Eltern sagen, lieber an COVID-19 sterben als an Vereinsamung. Sie wünschen sich ausdrücklich, dass ich sie besuchen komme. Wir bleiben auf Abstand, ganz klar. Aber ich stelle nicht einfach die Einkäufe vor die Türe, ich nehme mir viel Zeit, um mit ihnen zu sprechen, zu lachen, zu diskutieren.

    Ich denke, dass Menschen, die so denken wie du, ihre Eltern auch rechtzeitig aus den Pflegeheimen geholt haben. Keine Ahnung, ob es noch geht, aber einen Weg wird es da geben, sie zu sich zu holen und dann ist der Kontakt ja auch nicht verboten, wenn man in einem Haushalt wohnt.

    Sonst nützt es nicht, dass jemand sagt, mir ist es egal, wenn ich Covid-19 bekomme, denn es geht nicht nur um ihn, sondern einer potenziellen Verbreitung. Ansonsten gibt es ja auch genug Menschen, die selbst nicht genug Vernunft haben und auch die Regelungen einfach ignorieren. Da kann man nur hoffen, dass man nicht in ihre Nähe kommt. Dass der Virus gerade an diesen Orten wuchert, liegt auf der Hand. Im sicheren zu Hause, hat er keine Chance. Wenn es dann mal ein Krankenhaus oder ein Heim erwischt und getestet wird, dann haben es ja schon auch die meisten und die müssen dann durch und jene, die Vorerkrankungen haben, die erwischt es. Die anderen sind dann immun und haben das Bauernopfer überlebt.


    Dass es in der Pflege Probleme gibt, ist ja nichts Neues, genau wie es viele andere Probleme gibt, die durch die jetzige Situation explodieren.

    dolorous schrieb:

    Wie geht es anderen Betroffenen mit dem Gedanken? Ich würde mich über einen regen Gedankenaustausch freuen.

    Es geht darum, welche Einstellung ich habe und wenn ich Schwierigkeiten habe mich an Regelungen zu halten, obwohl ich sie als vernünftig ansehe, dann arbeite ich daran und ändere meine Einstellung. Ich bin nicht freigestellt oder ähnliches, sonst würde ich mich freiwillig beteiligen, egal, ob es sich um Pflege oder Lebensmittelhandel dreht, denn systemrelevanter Bereich bedeutet nichts anderes, als dass diese Leute einfach mal die Baueropfer dem Virus zum Fraß vorgeworfen werden, damit sich der Rest schön fernhält und sich dann aufregt, dass es ja nicht so funktioniert, wie es "soll", was dieses soll auch immer bedeuten mag. Es ist klar, dass der Pflege und medizinische Bereich ohne Freiwilligkeit gar nicht funktionieren würde - also in Zeiten ohne Corona. Dass er jetzt schon gar nicht so funktionieren kann, ist also die logische Folge. Zu Hause sitzen und sich aufregen - daran ändert sich nichts. Selbst rausgehen und tun, dann ändert sich auch etwas. Studenten bieten Einkauf für andere an, helfen bei Lebensmittelvergaben, Nachbarn helfen Nachbarn, Freiwillige melden sich, um zu helfen - es gibt genug zu tun.

    D.oris L. schrieb:

    Im Moment wird es nicht möglich sein, aber wenn man Interesse hat kann man Ehrenamtlich in Heimen helfen. Helfer sind immer willkommen.

    Hängt wahrscheinlich davon ab wo, aber hier ist es möglich und wir haben Freiwillige. z. B. die Tafel besteht ja fast nur aus Freiwilligen und auch noch meistens 60+ und trotzdem gibt es einen Weg. Man muss nur wollen. Jeder, der die Krankheit überstanden hat, kann sich genauso ohne Probleme freiwillig melden, anstatt Geschichten im Internet zu schreiben oder Homevideos auf facebook zu stellen, wie der Verlauf ihrer Krankheit war oder wie sie zu Hause aus Gemüse berühte Gemälde nachstellen. Der Rest muss sich einfach daran halten zu Hause zu bleiben, so wenig wie möglich aus dem Haus zu gehen und sich und damit andere zu schützen. Es gehen ja auch viele arbeiten und das geht ja genauso, wenn sie Masken tragen und den Sicherheitsabstand wahren.

    dolorous schrieb:

    Wenn, müsste sie den Platz dort komplett kündigen, was natürlich auch nicht geht.

    Aber darum geht es doch. Entweder man macht es oder lässt es, dann ist die Pflege so, wie es geht und es gibt keinen Kontakt. Wäre meine Mutter vorher im Heim gewesen, hätte ich sie zu mir geholt. Hätte ich 6 Verwandte im Heim, wäre ich an meine Grenzen gestoßen und sie wären dort, wo sie wären, aber ich kann nicht von einem Staat, also von anderen erwarten, sie würden sich um meine Familienangelegenheiten kümmern. Wir leben in keinem Sozialstaat.

    dolorous schrieb:

    Es gilt sicher nicht für den Rest, ich kenne aber ein paar mehr als meine Eltern und höre von allen Seiten das Gleiche. Zudem gibt es für die Senioren gar keine Wahl. Sie werden isoliert und können teils schwer kontaktiert werden.

    Ja, hat meine Mutter auch gesagt bzw. sieht sie es auch so, allerdings habe ich ihr klar gemacht, dass sie dann andere, unter anderem mich ansteckt und das will sie auf keinen Fall und sie will auch andere nicht anstecken, also gibt es kein Schwätzchen mit Nachbar und bei Begegnungen im Treppenhaus gibt es einen abstand von 3-4 m und das kurz und auf Wiedersehen. Es gibt ein Telefon, es gibt Skype oder ähnliches, es gibt whats-app, wenn man sich unbedingt sehen will. Dass demenzkranke schon oft ein verständnisproblem haben, ist klar, haben alle Gruppen, die es geistig nicht begreifen, warum sie nun Abstand halten sollen. Dann muss man sie in Gruppen vom Rest fernhalten. Es geht einfach nicht um die persönlichen Befindlichkeiten. Selbstschutz bedeutet in diesem Fall Schutz von anderen.

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Nur woran liegt es denn, dass die Pflege in den Heimen so eingeschränkt läuft? Mir ist schon klar das es seit Jahrzehnten zuwenig ausgebildete Kräfte gibt, die dann auch noch miserabel bezahlt werden. Und da diese Heime fast alle privatisiert sind, ist man iwann dazu übergegangen, Minijobber einzustellen.

    Das sollte doch hinlänglich bekannt sein. Da hat sich ja in 5-6 Wochen nichts geändert. Vielleicht überlegt sich der eine oder andere das nächste Mal doch, wen er wählt.