Einstufung in die Pflegestufe erst zuhause möglich?

    Hallo,


    vielleicht kann mir jemand helfen? meine Mutter, fast 85 Jahre alt, hat vor knapp 3 Wochen eine Hüftprothese bekommen. Da sie auserdem noch Herzinsuffizient ist, Arthrose in den Knien hat und verschobene Wirbelkörper, sie hatte schon einen leichten Schlaganfall (wovon sie zum Glück keine Ausfälle zurück behalten hat).


    Sie wurde vor knapp einer Woche in die Geriatrie verlegt da sie laut Operateur nicht Rehafähig war. Mittlerweile kann sie wenigstens wieder am Rollator in Begleitung gehen.


    Bis zur Op hat sie alleine in ihrer Wohnung gewohnt. Wurde allerdings von meiner Schwägerin mit warmen Essen versorgt. Die Wohnung wurde von mir und meinen Geschwistern größenteils geputzt.


    Jedenfalls wurde vor gut 2 Wochen einen Antrag zur Einstufung in die Pflegestufe gestellt. Die Krankenkasse und der Gutachter beharren darauf das die Einstufung erst zuhause erfolgen würde. Aber nach hause kann sie ja höchst wahrscheinlich nicht mehr.Jednfalls nicht schon am 12.4. Sie wird wahrscheinlich erstmal in die Kurzzeitpflege kommen. Aber solange die Einstufung nicht erfolgt ist, ist somit auch die finanzierung nicht geklärt. Die Rente alleine, wird dafür bei weitem nicht ausreichen.


    Warten die Altenheime solange auf das Geld bis das geklärt ist? Aber zur Zeit wissen wir auch noch nicht wo meine Muttter dann wohnen soll. Wahrscheinlich muß sie in ein Altenheim ziehen. Jedenfalls wird sie nicht mehr alleine wohnen können. Die Wohnung liegt außerdem im ersten Stock und es gibt kein Aufzug im Haus.


    An wen kann ich mich wenden? Es muß doch eine Einstufung außerhalb der eigenen Wohnung möglich sein?


    Für Tipps und Ratschläge wäre ich sehr dankbar. Die Zeit läuft uns leider etwas davon.

  • 16 Antworten

    Deine Mutter wird, sofern die Pflegestufe bewilligt wird, die Leistungen rückwirkend ab dem Ersten des Monats des Antragseinganges erhalten. Soweit geht da also nichts verloren. Allerdings besteht ja, wie du auch geschrieben hast, das Problem der anfänglichen Finanzierung.


    Die Krankenkasse hat sich vermutlich darauf berufen, daß Versicherte "in ihrem Wohnbereich" (§ 18 Abs. 2 SGB XI) zu begutachten sind, in dem sie später auch leben müssen. Es gibt jedoch Ausnahmevorschriften. Befindet sich jemand im Krankenhaus, muß unter bestimmten Umständen sogar eine Begutachtung im beschleunigten Verfahren (innerhalb einer Woche) durchgeführt werden, die sich auf die wesentlichen Umstände beschränkt.

    Bestehe also auf einer vorläufigen Begutachtung noch im Krankenhaus im beschleunigten Verfahren. Wenn die Voraussetzungen vorliegen, muß die Begutachtung dort innerhalb einer Woche, also praktisch sofort, erledigt werden.


    Hat das Krankenhaus einen Sozialdienst? Der kann eventuell bei der Antragstellung helfen.


    Ein Altenheim wird sicherlich nicht auf die Bewilligung der Pflegestufe warten, sondern dann zunächst die gesamte Rechnung vom Bewohner bezahlt haben wollen. Manchmal wird es auch schwierig, überhaupt ohne Pflegestufe ein Altenheim zu finden.


    Überlegt euch auch Alternativen zum Altenheim. Beispielsweise eine kleine altengerechte Wohnung (ebenerdig oder mit Fahrstuhl usw.), vielleicht sogenanntes "betreutes Wohnen", sofern die Mutter nicht ständiger Aufsicht bedarf. Das ist eigentlich die naheliegendste Lösung, wenn jemand in seiner bisherigen Wohnung aufgrund der räumlichen Verhältnisse nicht mehr zurechtkommt. Ein Altenheim ist schließlich auch nicht billig. Das kommt aber alles auf die Umstände des Einzelfalls an.

    Vielen Dank für die Infos. Das Krankenhaus hat einen Sozialdienst. Leider hat die Dame das Eilverfahren nicht angemeldet, sondern nur mit uns den Antrag zur Begutachtung ausgefüllt. Die so genannte "Beratung" war eher unzureichend. Von der Möglichkeit der Einstufung anhand der Aktenlage hat sie uns zwar informiert, aber leider nicht das nötige dazu veranlasst, sondern uns eher in den Glauben versetzt das jetzt alles nötige damit erledigt wäre! - Ist schon traurig und für die Betroffenen erschreckend das wichtige Informationen vorenthalten werden. Ich dachte bisher das die Sozialarbeiter die Interessen der Patienten vertreten sollten. Von den Krankenkassen weiß man ja das einfach nur einsparen wollen. Die SozialarbeiterInnen stehen sie ja meines Wissens nicht in der Abhängigkeit einzelner Krankenkassen. Welchen Nutzen hat die Besagte wohl davon?? ]:D (Sorry) Ich hoffe es gibt auch andere gibt die Ihrern Job ernst nehmen, so das andere Betroffene vielleicht mehr Glück haben als wir. :)*


    Ob ein "Betreutes Wohnen" für meine Mutter in Frage kommt, müßen wir jetzt erstmal abwarten ob sich noch weitere Fortschritte macht. Wir haben jetzt erstmal einen Platz für die Übergangspflege gefunden. Das Altenheim macht einen sehr guten Eindruck, "kostet natürlich auch einiges". Mal sehen wie sich das eventuell auf Dauer finanzieren lässt. Ist schön das man hier auch kompetente Hilfe bekommt. @:)

    Wir haben momentan fast das Gleiche Problem und bin mal gespannt was bei uns raus kommt. Aber ist gut, dass ich diesen Faden schon mal gefunden hab. :)z


    Mir nimmt gott sei dank das Sozialdienst bzw. diese Seelsorgemenschen diesen Teil ab. :)z

    Der Tipp aufgrund meiner Erfahrungen, nachfragen ob auch das nötigste eingeleitet wurde. Beim MDK anrufen ob Anträge eingegangen sind!


    Wenn man als Anghöriger oder Patient noch nie was damit zutun hatte, ist es ganz schön viel was man bedenken muß und mühsam die wichtigen Infos zu bekommen. Gute Beratung und Pflege scheint Glücksache! %:|


    Alles Gute!

    Bei meiner Mutter geht es darum, dass sie von Pflegestufe 1 auf 2 kommt.Ich weiß noch diesen Heck-Meck wo wir damals das MDK im Haus hatten.Davor gings ja schon los.Dadurch, dass ich jetzt ab 01.05. Vollzeit arbeiten gehe, bin ich froh, dass ich nicht soooo viel Stress hab. Ich werd die Sache trotzdem immer nachverfolgen. Was mich auch noch sehr froh macht, dass wie eine sehr nette und kompetente Sachbearbeiterin bei unserer KK haben. Sie hilft einem auch wo sie nur kann und darf. Kenn ich von der alten KK gar nicht.


    Ich wünsche euch alles alles gute und das alles einen guten Weg nimmt @:)

    Hi Allwine, dein Tipp anruf beim MDK hilft nicht weiter.


    Der Antrag muss bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse reicht den Auftrag zur Begutachtung an den MDK weiter. Hat der MDK den Begutachtungsauftrag, so bekommt ihr einen Termin vom MDK. Erst dann kannst du beim MDK anrufen zwecks Terminabsprache. Solange ihr nichts vom MDK hört ist und bleibt die Pflegekasse euer Ansprechpartner.


    Zwischen Antragstellung und den Bescheid über die neue Pflegestufe durch die Pflegekasse sollten maximal 6 Wochen liegen.


    Bevor der Auftrag nicht beim MDK gelandet ist, erfolgt keine Begutachtung und es können auch keine Infos durch den MDK erfolgen wenn noch kein Auftrag vorlieg.


    Logisch oder?

    Hi Moonnight, was nehmen dir diese Seelsorgermenschen ? und das Sozialdienst ab?


    Mit sozialdienst meist du evtl. den ambulanten Pflegedienst? Mit den Seelsorgermenschen evtl. das Palliativteam oder meinst du etwa eine Hospitzgruppe?


    Nur ein Problem besteht, all die von dir genannten Einrichtungen dürfen keine Anträge im Namen des Pflegebedürftigen stellen und oder gar unterschreiben. Das ist Aufgabe des Pflegebedürftigen oder dessen Angehörigen. Sie können euch beraten und Hilfe beim ausfüllen der Anträge geben, mehr aber auch nicht.

    @ Grieshu

    Meine Mutter konnte noch selber unterschreiben. Ich kenn mich mit meinen 23 damit gar nicht aus und bin froh, wenn ich mal bisschen Ruhe hab.Diese Seelsorgemenschen da im Krankenhaus haben gemeint, die leiten alles weiter.


    Hatte schon ein ziemliches Heck-Meck als ich den Rentenantrag für meine Mutter stellen musste. Da sollte man echt hellsehen können was die alles wissen wollen :-o :-o Mal sehn ob das jetzt endlich mal genehmigt wird. {:(

    Hi, ich denke einmal mit " diesen Seelsorgermenschen" meinst du den Sozialdienst der Klinik.


    ( Seelsorge wäre z. B. ein Pfarrer oder eine Hospitzgruppe, die einen präfinalen Patienten betreut).


    Patientenverfügung:


    Ist ganz einfach ausgedrückt, der schriftliche Wunsch eines Menschen wer im Falle des Verlustes seiner Geschäftsfähigkeit für ihn Entscheidungen treffen soll. darin wird schriftlich festgelegt wer für welche Bereiche die Verfügung erhält.


    Am besten und am rechts sichersten kann ein Notar dir auskünfte darüber geben. Auch die Seniorenbüros in den Städten u. Gemeinden können beraten.


    Aber ich empfehle immer den Notar, da bist du auf der rechtlich sicheren Seite.


    LG

    Bei einer Betreuung, wenn die auf Deinen Namen ausgeschrieben ist, bestellt Dich ein Richter und zwar für verschiedene Bereiche. Du musst z.B. über finanzielle Dingen dem dann auch Rechenschaft ablegen, wirst vom Gericht kontrolliert.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtliche_Betreuung


    Bei einer Vorsorgevollmacht handelt der Bevollmächtigte im Namen des zu Betreuenden. Eine Aufsicht vom Gericht ist nicht vorgesehen. Ist immer ein sehr großer Vertrauensbeweis!


    http://de.wikipedia.org/wiki/Vorsorgevollmacht


    Eine Patientenverfügung


    http://de.wikipedia.org/wiki/Patientenverfügung


    ist ebenfalls sehr sinnvoll.


    Vorsorgevollmacht bzw. Betreuung und auch die Patienverfügung sollte eigentlich jeder haben, auch junge Leute. Handlungsunfähig kann man jederzeit werden.


    Buch über Ausgaben und Einnahmen ist empfehlenswert. Es könnten ja aus der Verwandtschaft Nachfragen über den Verbleib von Geld erfolgen.

    Danke Rut!


    Ich denke, dass die Vollmacht und die Patientenverfügung ausreicht. Rechtliche Betreuung fällt weg da ich bald in eine andere Stadt ziehe (berufsbedingt).


    Wenn ich irgendwann mal Kinder hab, werd ich auch eine Patientenverfügung machen. :)z


    Danke dir nochmals für deine ganze Mühe @:)

    Noch als ergänzende Hinweise:


    1) Der Notar kommt auf Wunsch auch innerhalb seines Amtsbezirks ins Haus.


    2) Bei der Vollmacht richtet sich die Geschäftsgebühr nach dem Wert des per Vollmacht zu verwaltenden Vermögens bzw. dem Einkommen - je mehr, desto teurer. Im Grunde ist also die Gebühr gesetzlich normiert. In der Praxis ist die Gebühr (in vernüftigen Grenzen) allerdings oftmals über die Festsetzung des Geschäftswerts "verhandelbar". Der Notar lebt schließlich von den Aufträgen, die er tatsächlich bekommt, und nicht denen, die er ablehnen muß. Nur mal so am Rande bemerkt. ;-)


    3) Die Existenz der Vollmacht kann man gegen eine kleine Gebühr beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. Dadurch können alle Amtsgerichte etc. im Bedarfsfall erkennen, daß bereits eine Vollmacht existiert (z.B. wenn der Bevollmächtigte kurzfristig nicht erreichbar ist). Einzelheiten: http://www.vorsorgeregister.de