Eltern erstmals ins Pflegeheim gekommen und viele Sorgen

    Momentan erdrücken mich die neu auf mich zugekommenen Probleme, nachdem meine Eltern im Krankenhaus noch fast tot, beide eine schwere Lungenentzündung bzw. Bronchitis überlebt haben und nun zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim in Hildesheim gekommen sind. Ich selbst wohne ca. 350 km entfernt und kümmere mich ab jetzt um alle finanziellen und organisatorischen Angelegenheiten.


    Die größte Sorge betrifft den bald anstehenden Übergang in die Stationäre Pflege, die Kosten in dem jetzigen Pflegeheim sind zu hoch, insbesondere, wenn irgendwann die Pflegestufe von momentan 1 erhöht werden sollte. Hat jemand Erfahrung, ob man aus den Verträgen für die Stationäre Pflege wieder herauskommt, wenn man mit zeitlicher Verzögerung etwas adäquateres gefunden hat? Wie ist das bei über 80jährigen mit einem Umzug von Heim zu Heim, ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Zu den zu hohen Kosten, bei Pflegestufe 1 könnte man das noch stemmen, aber irgendwann kommt 2 usw., kommt noch, daß meine Mutter sich in ihrem Wohnbereich total unwohl fühlt und offensichtlich nicht sehr freundlich behandelt wird. Ich würde also aus zweierlei Gründen gerne das Pflegeheim wechseln. Die Idee ist, zunächst in Ermangelung einer Alternative Vater und Mutter dort zu belassen und etwas später dann das Heim zu wechseln, wenn man etwas besseres gefunden hat. Bloß, kommt man aus dem Vertag so einfach wieder heraus?


    Die andere Sorge ist, daß seit meine Eltern im Krankenhaus waren, permanent mysteriöse Geschichten erzählen. Es sind z.T. Träume, die später in die Realität eingebaut und mir und anderen als wahre Begebenheiten erzählt werden. Es sind manchmal Luftbilder oder Halluzinationen, sie schlafen extrem viel und berichten dann von Schiffsreisen oder anderen


    nächtlichen Aktionen. Eine Demenz ist von den Ärzten im Krankenhaus und von dem Arzt, der das Pflegeheim betreut, bei beiden aber nicht diagnostiziert worden. Ich kann nur diese Wahnvorstellungen nicht einordnen, es macht mir größte Sorgen!


    Fällt jemandem etwas dazu ein? Ein wenig Austausch wäre hilfreich!

  • 23 Antworten
    Zitat

    permanent mysteriöse Geschichten erzählen.

    Es kann in diesem Alter leicht sein, dass diese "geistige Verwirrtheit" durch falsch dosierte Medikamente verursacht wird. Auch in meinem Bekanntenkreis gab es dafür mehrere Beispiele. Nach dem Absetzen der Medikamente oder nach einer Dosisänderung wurde das schnell wieder besser. Sprich mit den Ärzten, welche Medis verordnet wurden und ob es derartige Nebenwirkungen geben kann. Dann muss über eine Dosisänderung nachgedacht werden.

    Meine Mutter hat auch das Pflegehein gewechselt. 4 Wochen Kündigungsfrist. Aber da soll erst mal was frei sein in einem anderen Heim.


    Da würde ich mal schauen gehen, ob etwas in Frage kommt.


    Meine Mutter ist verstorben, im Heim. Da mußte man sogar am nächsten TAg draussen sein, weil das Zimmer benötigt wurde. Die meisten freien Angebote hängen leider genau davon ab...

    Mein Dank für die Antworten! Es gibt einem das Gefühl, nicht so ganz allein mit den Problemen dazustehen.


    Ich habe den behandelnden Arzt gebeten, zu den psychischen Veränderungen bei meinen Eltern Stellung zu nehmen. Mal sehen, ob und wie er antwortet.


    Auf die Kündigungsfrist bei den anstehenden Verträgen zur Stationären Pflege muß ich verstärkt achten. Sind denn 4 Wochen üblich bei Pflegeheim-Verträgen?

    Diese Art von Verwirrung kann auch auf Dehydration zurückzuführen sein, trinken deine Eltern genug? Wird das in dem Heim einigermaßen überwacht?


    Und natürlich können irgendwelche Medikamente daran schuld sein. Welche Medikamente sind im Krankenhaus verschrieben worden und welche haben sie vorher schon eingenommen? Da müßtest du vielleicht mal mit dem Hausarzt der beiden sprechen, um das abzuklären. Und natürlich dann auch gleich abklären, welche Medikamente inzwischen schon überflüssig sind. Schau mal in die Arztberichte aus dem Krankenhaus, da steht die Medikationsempfehlung meist drin.

    Hallo,


    die Verwirrtheit könnte ein Delirium sein. Das kommt oft bei Älteren Menschen, v.a. auch in Krankenhäusern und Heimen vor, meist in der Tat durch Flüssigkeitsmangel. Die Symptome ähneln einer Demenz, sind aber vorrübergehend, wenn die Ursache behoben wird.


    Alles Gute! @:)

    Hallo und vielen Dank für die Hinweise!


    Da ich nicht vor Ort bin, kann ich die Flüssigkeitsaufnahme momentan nicht so gut beobachten. Einige Tage lang, direkt nach der Aufnahme, konnte ich eine gute und vom Pflegepersonal gesteuerte Flüssigkeitsversorgung festellen.


    Den Arzt habe ich auf die Medikation angesprochen, er versprach eine Überprüfung auf mögliche psychogene Nebenwirkungen.


    Ich habe bei meiner Mutter den Eindruck, daß sie immens unter dem psychischen und sozialen Streß der Heimversorgung leidet. Sie lebte vorher jahrelang fast ohne Kontakt zu irgendwelchen Bekannten und hat auch immer versucht, häusliche Pflegedienste sofort zu beenden, wenn diese medizinisch nicht mehr unbedingt notwendig waren. Zur Zeit ist sie ans Bett gebunden, durch Wasseransammlungen im Körper fast bewegungsunfähig, wird aber permanent von Pflegern aufgesucht, um die Lagerung zu verändern. Möglicherweise hält sie den Streß der neuartigen Betreuung nicht aus und driftet in eine permanente Traumwelt ab?

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    Die andere Sorge ist, daß seit meine Eltern im Krankenhaus waren, permanent mysteriöse Geschichten erzählen. Es sind z.T. Träume, die später in die Realität eingebaut und mir und anderen als wahre Begebenheiten erzählt werden. Es sind manchmal Luftbilder oder Halluzinationen, sie schlafen extrem viel und berichten dann von Schiffsreisen oder anderen

    nebenwirkung von medikamenten, zu wenig trinken – da baut man schon ein wenig ab geistig. wäre jetzt meine vermutung, zumal wenn es erst auftritt seitdem sie dort sind.

    Zitat

    Einige Tage lang, direkt nach der Aufnahme, konnte ich eine gute und vom Pflegepersonal gesteuerte Flüssigkeitsversorgung festellen.

    solange ein angehöriger in er nähe ist, klappt das vielleicht – ansonsten ist das ein missstand, den man kaum vermeiden kann. denn es gibt einfach nicht die möglichkeit in einem heim jemanden so zu betreuen als wäre er zu hause, individuell und mit viel zeit. meine oma musste ich über den tag hinweg immer wieder zum trinken animieren, also ihr die schnabeltasse an den mund führen und schauen, dass sie zumindest ein paar schlucke trinkt etc. – das kann kein heim in der form leisten.


    genauso bei leuten, die gefüttert werden müssen – es gibt halt dafür dann nur 5-10minuten, und dann heißt es mund auf und rein – klar, dass sich da die alten leute auch fast verweigern. wer möchte schon so seinen lebensabend verbringen. im grunde kann man ja fast froh sein, wenn man dann senil und dement wird, dann bekommt man das alles wenigstens nicht mehr im vollen umfang mit – klingt zynisch, aber es ist doch wirklich so!

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    ansonsten ist das ein missstand, den man kaum vermeiden kann. denn es gibt einfach nicht die möglichkeit in einem heim jemanden so zu betreuen als wäre er zu hause, individuell und mit viel zeit.

    Da muss man wirklich sehen, dass es ein gutes Heim ist. In dem Heim, n dem meine Mutter war, gab es Trinkprotokolle, so konnte ich immer sehen, wann sie wieviel getrunken hat. Als sie Flüssiges nicht mehr so gut trinken konnte, bekam sie Götterspeise (mochte sie super-gerne) und angedickte Säfte, die sie löffeln konnte. Dauerte ewig, gab ihr was zu tun und über den Tag hatte sie immer genug Flüssigkeit.


    Auf´s Geld solltest du bei der Heimauswahl nicht achten, das rächt sich.


    Hast du den Antrag auf Feststellung der Pflegestufe schon gestellt? Sollten sich deine Eltern nicht mehr erholen, sondern pflegebedürftig bleiben, wäre es sinnvoll, sie in ein Heim in deine Nähe zu überführen, aber auch da ist eine Pflegestufeneingruppierung wichtig. Je nach Pflegestufe gibt es in vielen Heimen unterschiedliche Bereiche/Wohngruppen. Ein freier Platz in einer Wohneinheit der Pflegestufe 3 nützt dir ja nichts-und wäre für deine Eltern auch nicht schön.

    Leider kommt ein Umzug über mehrere 100 km nicht mehr in Frage, beide Eltern sind zu schwach dazu, obwohl es die beste Lösung wäre und auch von mir schon in Betracht gezogen war.


    Mangels direkt greifbarer Heim-Alternative werde ich meine Eltern im jetzigen Heim von der Kurzzeitpflege in die Stationäre Pflege übernehmen lassen müssen, in der Hoffnung später wieder kurzfristig aus dem Vertrag herauszukommen. Vielleicht kann man bei meiner Mutter einmal innerhalb des Heims umziehen, um einen Wechsel des Pflegepersonals zu testen, denn in dem Pflegebereich, wo mein Vater liegt, läuft es irgendwie besser und er ist sehr zufrieden.


    Dann werde ich mir nach und nach die anderen Heime am Ort ansehen und vergleichen. Trotzdem wird wohl nie eine perfekte Entscheidung zu treffen sein, das eine läuft da besser, das andere dort. Der Übergang vom Krankenhaus in die Pflege verlief extrem schnell, kurz zuvor gab es kaum eine Überlebenschance, dann unerwartet plötzliche Erholung. Eine gute Heimauswahl war in der Kürze kaum möglich, man war einfach nur froh, daß sie nicht schon im Krankenhaus gestorben sind.


    Von meiner Mutter höre ich jetzt aber immer öfter, es wäre besser, wenn für sie alles bald vorbei wäre ...

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    Leider kommt ein Umzug über mehrere 100 km nicht mehr in Frage, beide Eltern sind zu schwach dazu, obwohl es die beste Lösung wäre und auch von mir schon in Betracht gezogen war

    Das verstehe ich nicht. Du mußt sie doch nicht in ein Auto setzen und selbst rüber fahren, sie müssen auch nicht mit dem Zug o.ä. anreisen. Laß dich von der Krankenkasse deiner Eltern beraten, was da möglich ist.


    Du bist ihre Bezugsperson, solltest sie ein Stück weit in diesen neuen Lebensabschnitt begleiten (Verlust der Selbständigkeit trifft ältere Menschen sehr hart), da wäre es schon gut, wenn du zumindest wöchentlich nach dem rechten sehen kannst. Wohnst du so weit weg, solltest du übers Amtsgericht einen externen Betreuer vor Ort für manche Bereiche bestimmen-denn du kannst ja eben nicht schnell vor Ort sein.

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    Da muss man wirklich sehen, dass es ein gutes Heim ist. In dem Heim, n dem meine Mutter war, gab es Trinkprotokolle, so konnte ich immer sehen, wann sie wieviel getrunken hat.

    trinkprotokolle gibt es überall. das ändert aber nichts an der tatsache, dass niemand zeit hat, sich ewig um EINEN alten menschen zu kümmern, dahern kommt dann halt alle stunden mal einer und flößt demjenigen in 5 minuten einen becher irgendetwas ein (um es mal drastisch auszudrücken) – wenn ich das als alter mensch noch bewusst mitbekommen würde, dann wäre ich auch lieber gleich dement oder besser tot. mit lebensqualität hat dieses dasein doch nun wirklich nichts mehr zu tun, oder?


    ich spreche hier vor allem von menschen, die eben nicht mehr alleine trinken können, sondern die schnabeltasse gereicht bekomen müssen.

    ich hatte das Glück und die Möglichkeit, meine Mutter in einem sehr, sehr guten Heim unterzubringen. Mit Präsenskräften war eine Pflege/Präsenskraft ftagsüber ür 2,5 Bewohner zuständig (ab ca 19.00 Uhr natürlich deutlich weniger. Da wurde dann tatsächlich jede Stunde gefragt "Frau Kruemi, möchten Sie etwas trinken?" und nicht alle paar Stunden Tasse an den Hals, weil es ja sein muß.


    Habe mir im Vorfeld einige Heime angesehen, in manchen habe ich das kalte Grauesen bekommen, schon alleine vom Ambiente und Geruch.


    Es gibt solche Unterschiede bei Heimen, und am Schlimmsten finde ich, wenn Angehörige möglichst billig untergebracht werden, um das künftige Erbe zu schonen......das ist echt verachtenswert.

    Zitat

    also ihr die schnabeltasse an den mund führen und schauen, dass sie zumindest ein paar schlucke trinkt etc. – das kann kein heim in der form leisten.

    Das ist vorallem auch mal verboten. Nahrung und Flüssigkeit darf und muss man reichen und dabei wenn nötig helfen, aber mit Becher an den Mund halten hat das halt nichts zu tun.

    verstehe, also ist es wie ich eben sagte, in heimen gibt es dafür die vorgesehenen 5 minuten, und wenn der alte mensch dann gerade gar nicht trinken will oder ein becher viel zu viel ist in 5 minuten – muss er dennoch durch oder hat pech. du bestätigst den missstand den ich meinte!

    Zitat

    Nebenher den Becher in den Mund schieben.

    wobei ich eher anbieten meinte. also eben gerade nicht zwingen, sondern wie im normalen leben eines normal gesunden und autonomen menschen, über den tag verteilt immer wieder fragen und anbieten.


    meine oma hat nie viel auf einmal getrunken, aber sie hat meist schon ein zwei schlucke gewollt, wenn man sie gefragt hat –