Als erste Maßnahme würde ich ein Notfallsystem vom Roten Kreuz zum Beispiel besorgen, so dass dein Schwiegervater jederzeit in der Lage ist per Knopfdruck Hilfe zu holen. Wie lange dauern denn diese Schübe? Im akuten Fall wäre so auch mal eine stationäre Unterbringung möglich, sie sollte medikamentös eingestellt werden. Womöglich ist der Spuk dann vorbei.

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    geht dein Schwiegervater zu verschiedenen Ärzten? Ein solches Verhalten könnte nämlich auch durch Wechselwirkungen bei Medikamenten entstehen, das wäre mein aller erster Gedanke da mal einen Pharmazeuten zu fragen ob er sich nicht mal die Medikamente und die Dosierung anschauen könnte.

    und was haben die Medikamente des Schwiegervaters mit den "Psychosen" der Schwiegermutter zu tun?

    @ gregoria

    wie kommt ihr auf Psychosen? Kann es auch eine Anfallskrankheit, z.B. Epilepsie sein?

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    Die TE hat es als solches bezeichnet.

    es war nicht die TE, sondern gregoria, die die Lage ihrer Schwiegereltern geschildert hat, haher habe ich die Frage an sie gerichtet, gut zu erkennen daran, dass ich ihren Namen über die Frage gesetzt habe %-|

    Hallo, Schwiegervater fast 90 Jahre alt, hat feuchte Makular und ist daher zu 80 % blind, meine Schwiegermutter 85 Jahre alt, Demenz (Pflegestufe 2) und sehr klapperig auf den Beinen und mit Augenproblemen (2x kommt der Pflegedienst zum Tropfen), lehnen sämtliche Versuche sie im Haushalt etc. zu entlasten ab.Einkaufen, zu Arztbesuchen fahren ist ok, alles andere wird kategorisch abgewiesen.Gut, Eigenbestimmung, ein großes Wort,- nur, ich bin als Pflegerin eingetragen, und muss mir vom Pflegedienst anhören, das es mit der Hygiene der Beiden nicht zum besten steht.Tut es auch nicht.Baden, Haarewaschen, Selbstverständlichkeiten wie Händewaschen, Wäsche wechseln, waschen werden nicht gemacht.Will ich Betten beziehen, werde ich abgewiesen,soll das Bad geputzt werden, nö.So, was soll ich machen?Es macht einen fertig, wenn man helfen will, helfen müsste, aber nicht zu Ihnen durchdringt.

    Beim Betreuungsgericht (früher Vormundschaftsgericht genannt) kann ein Antrag gestellt werden, dann bekommen sie eine Vorladung (der sie nicht folgen müssen) und dann eine Begutachtung.


    Aber das ist wohl der Weg, den du mit Vorsorgevollmacht meinst.

    oh ja, das hatten wir schon.Da standen wir Beide im Bad und haben uns um die Klobürste gestritten, oder ich habe heimlich die Betten neu bezogen, sie hat sie dann wieder abgezogen usw., usw.Schlimm finde ich nur, das sie so völlig blockieren wenn es um die tägl. Pflege geht.Und wie soll ich sie in die Wanne bekommen wenn sie nicht wollen?

    ja das geht natürlich nicht, die in die wanne zu zwingen.


    und für den pflegedienst ist das ne zumutung. was machen die denn da? nur diese pflegegespräche?


    zeigen sie wenigstens insofern verständnis, daß sie sehen, daß es nicht an dir liegt?

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    Grundvoraussetzung dafür, jemandem helfen zu können, ist jedoch, daß der Betreffende sich auch helfen lassen will. Das ist ein ganz einfacher, aber universell gültiger Grundsatz.


    -- daniflex

    Ein Grundsatz, den man für Menschen annehmen kann, die einen "gesunden" Willen haben, ja.


    Aber der Vater ist nicht gesund und die Mutter vermutet auch nicht - Demenz. Beide wollen aber nicht zum Arzt, der diese Gesundheit/Krankheit grob einschätzen könnte.


    Stell dir einfach mal Messies vor (Wohnung total vermüllt und zwar kubikmeterweise), oder Menschen, die in erheblicher Zahl Maden und Ungeziefer in ihren Betten oder in ihrer Wohnung haben. Und dann auch Krankheiten an sich. Und Gründe wie Alkoholabhängigkeit - dann ist der Wille an sich auch krank. Und schon ist das oben nicht mehr so einfach. In psychiatrischen Krankenhäusern, sicherlich auch in Pflegeheimen braucht es bisweilen auch gerechtfertigten Zwang - aber natürlich auf einer sauberen rechtlichen Basis.

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    Aber das ist wohl der Weg, den du mit Vorsorgevollmacht meinst.

    Oh nein, da habe ich mich geirrt, es ist der zwingendere Weg der Prüfung einer gesetzlichen Betreuung. Wobei dieser gesetzliche Betreuer dann auch nur gewisse organisatorisch rechtliche Rechte hat (Finanzen, Verträge), die wirklichen Tätigkeiten (in die Wohnung lassen, Putzen, Waschen) sind ja nochmal getrennt und hängen immer am konkreten Menschen. Aber dann regeln sich schon ein paar Sachen: z.B. vom Vermieter (wenn gemietet) kannst du einen Schlüssel für die Wohnung fordern, usw. Und du kannst auch gegen den (erkrankten) Willen der Eltern Verträge abschließen oder verändern. Aber immer im Sinne eines gesunden Willens, der es wirklich gut mit diesen 2 alten Menschen meint. Diese Verantwortung hätte dann also einer von euch beiden (du oder Schwester) als gesetzlicher Betreuer.

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    Die meisten Leute haben uns zu einer Vorsorgevollmacht geraten aber diesen Schritt möchten wir eigentlich nicht gehen. Aber so wie es ist kann es auch nicht bleiben und es wird sicherlich in einer Katastrophe enden ... Sind alle alten Menschen so stur und uneinsichtig? Kann mir jemand etwas raten? ???

    Wenn dir so viele Menschen dazu geraten haben, warum lehnst du, Siridonis (und deine Schwester?), es trotzdem ab? Und warum willst du hier weitere Beratung, wenn du oben den Rat (von Ärzten und Sozialarbeitern? an sich hast du doch gute Anlaufstellen gefunden gehabt) ja auch ausgeschlagen hast?

    Hallo, der Faden ist von 2011. Seit dem hat sich auch die TE nicht mehr gemeldet! Das Problem scheint gelöst und sei es auch nur durch den Tod. Dann wurde der Faden 2014 wiederbelebt und jetzt 2018 wieder...

    Oh, danke für deinen Hinweis, onodisep. :)^ Da habe ich gar nicht drauf geachtet gehabt.


    Erst isia (2011), dann gregoria (2014), und jetzt Siridonis (2018).

    @ Siridonis:

    es lohnt sich, dann keine alten Fäden wieder fortzuschreiben, sondern deinen eigenen Themenfaden zu eröffnen, unabhängig von den anderen. Sonst ist das - zumindest für mich - verwirrend, was nun zusammengehört.