Zitat

    Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches (SGB XI) sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen

    Da hat die Gutachterin ihre Hausaufgaben nicht gemacht oder sich absichtlich dumm gestellt.


    Die Pflegebedürftigkeit muss voraussichtlich 6 Monate betragen, nicht schon 6 Monate vorliegen.


    Holt euch Unterstützung durch den Sozialdienst des behandelnden Krankenhauses für den Widerspruch.

    @ Rhelia

    Danke für den Paragraphen. Das kann sehr nützlich sein.


    Gerade denke ich darüber nach, vor einem Gutachten (das zieht sich auch wieder hin) Beschwerde oder Widerspruch einlegen zu können.

    @ Hatschepsut_

    Gut oder auch nicht gut zu hören, dass es anderen ähnlich wiederfahren ist. Jeder Mensch sieht, wie es seinem Gegenüber an wie es ihm geht. Wenn da kaum noch Lebensernergie ist, sieht das auch ein MDK-Gutachter. Soviel Unmenschlichkeit wegen Geld.

    @ hikleines

    Es ist eine lange Liste an Erkrankungen, der Krebs kam oben drauf. Pallativpflege google ich gleich mal. Wir haben keine Ahnung davon.


    Aber die ??nicht einfühlsame?? Gutachterin meinte, nach Chemo und Bestrahlung wäre alles wieder gut


    :|N

    Wenn du Paragraphen hilfreich findest, empfehle ich dir noch folgende Seite:


    http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxi/14.html


    Und schau nach, ob auf em Bescheid eine Widerspruchsfrist aufgeführt ist.


    Leider ist es heutzutage eigentlich nomal, dass Pflegestufe, Rehas, etc. zunächst abgelehnt werden. Als ob man in so einer Situation keine andere Sorgen hätte...

    Danke Rhelia @:)


    Es ist halt die Frage, ob vor dem Gutachten schon Widerspruch eingelegt werden kann.


    Das Vorgehen mit der standardmäßigen Ablehnung ist fürchterlich. Meines Erachtens wird da auf den Kraftlosesten der Gesellschaft gespielt :-/ Wer keine Unterstützung hat und den Mut, sich gegen diese Vorgehensweise zu wehren, hat halt Pech gehabt. Sorry, mir wird leider wieder übel.

    @ hikleines

    Über Pallativpflege habe ich mich jetzt kundig gemacht.


    Diesen Schritt möchten wir noch nicht gehen. Es steht erstmal an, dass die Schwiegermutter hier in der Stadt ankommt. Das ist schon schwierig genug. Es ist ein Abschiednehmen von ihrer gewohnten Umgebung und fällt sehr schwer.


    Wenn man ehrlich ist -das sind wir einschließlich der Schwiegermutter-, stellt es einen Abschied vom Leben dar. Das tut schon sehr weh. Wir versuchen das beste für die Mutter daraus zu machen. Pflege war da ein Punkt, dass der Alltag gut überstanden wird.


    Danke für den Hinweis. Das wusste ich bisher nicht @:)

    Also ich hatte sehr gute Erfahrungen mit dem MDK gemacht. Die Mutter war nach einem Krankenhausaufenthalt in der Kurzzeitpflege und sollte begutachtet werden. Die Prüfung dauerte ca. 1 1/2 Stunden. Der Gutachter las sorgfältig den Entlassungsbrief vom Krankenhaus, interessierte sich weiterhin für Dinge aus der Krankheitsvorgeschichte und fragte dann die Leiterin der Pflegeeinrichtung, welche Tätigkeiten bei ihr gemacht werden müssen und welche Tätigkeiten sie noch selbst kann. Es wurde über Sturzgefährdung gesprochen, über Gehfähigkeit, über Anzeichen für Demenz, über Medikamenten-Einnahme, Essgewohnheiten, soziales Verhalten usw. usw.


    Danach kontaktierte er meine Mutter selbst und überzeugte sich direkt über ihren Zustand. Nach ca. 1 Woche erhielten wir das Gutachten. Es umfasste ca. 30 Seiten wo alles aufgelistet war und für jeden Bereich Punkte vergeben wurden. Heraus kam dann anhand der Punktzahl der Pflegegrad 2. Pflegestufen gibt es ja nicht mehr. Die Pflegekasse gewährte daraufhin die vollstationäre Pflege.


    Ich hatte den Eindruck, dass der MDK-Mitarbeiter die Absicht hatte, objektiv zu begutachten und nicht für die Pflegekasse ein Gefälligkeitsgutachten zu erstellen.


    Es sei noch erwähnt, dass von einem höheren Pflegrad nur die Pflegeinrichtung profitiert, der Anteil des vom Bewohner zu entrichtenden Betrages für Unterkunft und Verpflegung ist für die Pflegegrade 2 - 5 immer gleich.


    Bei Pflegegrad 1 besteht keine Indikation für eine vollstationäre Pflege.

    @ Schlabbermaul

    Mit dieser Gutachterin war es wohl Pech.


    Sie tat z.B. die Ernährungsproblematik (sie kocht und isst nicht mehr bzw. sehr wenig, der Inhalt des Kühlschrankes sah spärlich aus) ab mit den Worten: Dann isst sie halt nicht mehr.


    Das genau die Energiezufuhr das wichtigste ist, besonders in einem Krankheitsfall, sollte ein Gutachter doch auf dem Schirm haben. Auch dass es ein Altersproblem ist.

    Nein, es war kein Missverständnis. Der Termin war gestern.


    Ich kann mich leider nicht ordentlich sortieren. Das Thema bringt mein Blut immer wieder in Wallung. Die Gutachterin war so hässlich zu meiner Schwiegermutter. Ich kann das immer noch nicht fassen. Wir erholen uns davon und werden sehen, was zu machen ist. Aber erstmal durchatmen und ein bisschen Gras drüber wachsen lassen.

    @ Sclhabbermaul

    Der Termin war gestern. Wer weiss wie lange es mit dem Gutachten dauert. Ich werde es auf jeden Fall erhalten und auch hinterher sein, was telefonisch halt geht. Aber ich weiss nicht, ob wir so lange warten sollten. Der Mutter geht es echt schlecht.


    Ich bin krankgeschrieben, die anderen arbeiten Vollzeit und Familienleben gibt es eben auch noch.


    Deswegen hab ich das in die Hand genommen.


    Erstmal soll meine Schwiegermutter (ich hab sie sehr lieb) in ihrer neuen Wohnung ankommen und bisschen Berliner Luft schnuppern. Das ist schon eine enorme Umstellung.

    @ hikleines

    ambulante Pallativbetreutung ... gibt es das über die Krankenkasse oder organisert man das privat?


    Jetzt ist leider die Zeit vorbei, sich bei den Behörden schlau zu machen. Prinzipiell ist Geld da. Aber wenn jemand in die Pflegegeldkasse eingezahlt, kann man nach Jahrzehten von einer Leistung ausgehen ???


    Erstmal schönen Abend euch, ich versuch es auch @:)

    Ach heute_hier, das ist ja blöd gelaufen. :°_ Aber ärger dich nicht zu sehr darüber, es bringt nichts und du brauchst deine Kräfte für die Zukunft. Beim 2. Mal kommt ein anderer Gutachter, das wird bestimmt besser. Gezahlt wird dann (glaube ich) sogar vom Datum der 1. Anstragsstellung. Nur bis dahin hängt ihr quasi in der Luft.