Glaubt ihr die Lage am Pflegesector wird sich demnächst mal ändern?

    Hallo Community!

    Mich würde interessieren ob jemand der Ansicht ist dass sich die angespannte Lage am Pflegesector in den nächsten Jahren ändern könnte. Man liesst ja leider immer wieder dass sich viele Leute eine [...] Altenpflege [aus dem Ausland] kommen lassen anstatt sich nach einer aus Deutschland zu bemühen.

    Mich würde daher sehr interessieren wie ihr über diese Lage denkt?

  • 21 Antworten

    Das muss ich nicht lesen, das ist so. Hier (Österreich) kommt man, seit der Pflegeregress abgeschafft wurde, nur noch mit wirklich hoher Pflegestufe und Pflegeheim.

    Altersheim/Wohngruppen,... Gibt es entweder nicht genug oder die Leute wollen nicht umziehen.

    Österreichische Pflegekräfte für mehr als eine Stunde bei gibt es entweder nicht oder sind nicht leistbar.

    Wenn 100.000 neue Pflege Kräfte ausgebildet werden.


    Wenn die bestens bezahlt werden.


    Und die polnischen Hausfrauen mit mal Pflege kurz angelesen....


    Das Wort Pflege trifft es da nicht wirklich.

    Es ist schwierig. Jobs mit Menschen werden ja eh immer schlechter bezahlt als andere Bereiche und dennoch ist Pflege schon recht teuer. Und die Job aufgr. Belastung, Bezahlung etc. nicht sonderlich attraktiv. DARAN müsste sich etwas ändern - wird es aber so schnell wohl nicht.


    Bzfl. der polnischen/osteuropäischen Pflegekräfte:

    Tja... das sind nicht immer qualifizierte und motivierte Menschen. Ich kenne aber aus dem privaten Umfeld zwei Fälle, wo ein dementer Elternteil dank guter Kräfte (Mehrzahl, da sich da 2-3 Kräfte abgewechselt haben; Wechsel alle paar Wochen) noch lange zu Hause bleiben konnte. Besser betreut war als im Pflegeheim. 1:1 ist halt immer besser, gerade bei desorientierten Menschen mit Weglaufdrang. Bei dieser Art Pflege stand aber das Menschliche (Zuwendung, Dasein, Geduld,...) im Vordergrund und es fielen nur wenige konkrete medizinisch-pflegerische Aufgaben an. Sprachbarrieren gab es zum Glück auch keine. So gesehen eine gute Lösung. Ich weiß aber auch, dass es anders laufen kann.

    Hallo.

    Ich habe praktische Erfahrung aus drei Altenheimen, zwei Kurzzeitpflegen und einem ambulanten Pflegedienst.


    Wir haben in einem Umkreis von 15 km 7 Altenheime, zwei weitere sind in Planung.

    Eine Altenpflege Schule hier im Ort wurde nach Bremen verlegt, das Gebäude wird ein Altenheim.

    Ach ja, die nicht gerade kleine Aller-Weser-Klinik ist auch noch da.


    Wo soll das Personal herkommen, Demente Senioren brauchen extra ausgebildetes Personal.


    Die neue Ausbildungsregelung zur Pflegefachkraft tut auch nicht dazu, dass es mal besser wird.


    Die polnischen Altenpflegerinnen ziehen heute gerne ein Land weiter.

    Hier wird zu wenig gezahlt.

    Die Pflegehelferinnen kommen heute aus Litauen und von den Philippinen.


    Gerne zeige ich Dir in Kurzform den Ausbildungsweg eine Altenpflegerin auf.


    Gast.

    Ich habe meine Mutter im Altenheim gepflegt, weil das Heim anständige Pflege nicht leisten konnte.


    Da gleiche fand mit meinem Vater statt. Viele ausländische Menschen mit so gut wie keinen Kenntnissen, worauf es ankommt, dazu nicht sonderlich deutsch sprechend.


    Mein Vater, dazu noch schwerhörig, selbst mit Hörgeräten, konnte auch wegen anderer Mentalität nie ein Gespräch führen, ein alter Mensch ist überfordert, mit halben oder nicht verstehenden Sätzen umzugehen. Selbst wenn diese Kräfte sehr nett sind und sich Mühe geben.


    Ein Trauerspiel....

    mir mir wird bange, wenn ich an die Zukunft denke


    Meine Mutter hatte Glück und ich damit auch, dass sie die letzten 3 Jahre in einem guten Seniorenheim verbracht hatte. Sie hatte auch Einzelzimmer, was nicht selbstverständlich ist.


    Ich hoffe, dass ich nie soweit komme, wenn ich alt bin.

    Mir wird auch Angst und Bange... Bei meinem Vater zeichnet sich ab, dass es nicht mehr ewig zu Hause funktionieren wird. Hier gibt es nette Heime, aber auch die haben ihre Probleme. Und wir haben im gesamten Landkreis zu wenig Plätze, d.h. wir stehen jetzt schon auf Wartelisten. Betreutes Wohnen, was sich für meine Ma abzeichnet: Auch Fehlanzeige. Eine Handvoll Wohnungen und die selbst ohne jegliche Pflege völlig überteuert. Und wenn man bei freundlichen Anfragen am Telefon schon angeschnauzt wird: Prost Mahlzeit.

    Puh also die Probleme in dem Sector sind so groß, dass viele Lösungen Anlaufzeit benötigen. Wenn jemand die finanziellen Möglichkeiten hat sich eine 24h Betreuung aus Osteuropa zu leisten ist das ja seine persönlich Entscheidung.

    Zitat

    Man liesst ja leider immer wieder dass sich viele Leute eine [...] Altenpflege [aus dem Ausland] kommen lassen anstatt sich nach einer aus Deutschland zu bemühen.

    Wer kann sich denn die knapp 4.000 Euro im Monat für die Unterbringung im Pflegeheim leisten? Abzüglich Pflegegeld in der höchsten Stufe sind das immerhin noch um 2.000 Euro im Monat. Stellt man eine ausländische Fachkraft ein, kann man sich einiges sparen. Viele Leute können aus finanziellen Gründen auch gar nicht anders. Abgesehen davon gibt es in vielen Pflegeheimen keine angemessene Betreuung. Ich habe 20 Jahre lang damit zu tun gehabt und weiß, dass Personal fehlt, gesetzlich vorgeschriebene Hilfen zum Duschen oder Baden aus zeitlichen Gründen gar nicht erst eingesetzt werden und oft kein Programm für die Pflöegebedürftigen angeboten werden kann. Ohne Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland ist diese Mammutaufgabe gar nicht zu schaffen. Die Bundesregierung hat vergangenen Sommer immerhin ein Almosenversprechen gegeben, 12.000 Plätze im Pflegebereich zu schaffen. Es fehlen aber mehr als 100.000, mit zunehmender Tendenz, denn es werden ja dauernd neue Pflegeheime gebaut.


    Man sollte auch an die Ansprüche der Pflegebedürftigen denken, die ihr Leben lang gearbeitet haben und nun ihren Lebensabend in Würde verbringen wollen.

    Ich habe bei den Fällen in meinem Umfeld auch nur erlebt, dass die Kraft aus Osteuropa durchaus nicht teurer war...

    Wenn ich die Situation bei mir anschaue: Meine Eltern haben nicht die Rücklagen oder Rente, dass sie eine Heimunterbringung selber finanzieren können. Mein Vater war leider zu stur, das Haus frühzeitig auf mich zu überschreiben. Das wird somit draufgehen (auch wenn er behauptet, mir damit ja eine tolle Grundlage mit auf den Weg zu geben. Mir wird nix bleiben von dem hart erarbeitetren Häuschen!). Und ersten vagen Berechnungen zu Folge werde ich auch noch einige Hundert Euro beisteuern dürfen; der Rest kommt dann vom Sozialamt.

    Wenn man den Eigenanteil in Form von Hypothek aufs Haus und meinen voraussichtlichen Betrag zusammenrechnet, kann man davon die Kraft aus Osteuropa durchaus zahlen.


    Generell macht es mich sehr traurig, wie trostlos das Leben am Lebenssende sein kann, wenn man nicht mehr wirklich fit ist...

    Hätte Dein Vater das Haus auf Dich überschrieben, müsstest Du trotzdem die Heimunterbringung zahlen, wenn Dein Vater pleite ist. Und da kann auch das Haus draufgehen! Das Sozialamt springt erst dann ein, wenn bei den Kindern nichts mehr zu holen ist!

    Andifreak,

    ein kleines selbst genutztes Eigenheim muss nicht verwertet werden.

    Aber dafür hätte Sunflower_73 wohl mit einziehen müssen in das Haus und die Schenkung müsste mindestens 10 Jahre zurückliegen.