Großvater am Leben erhalten lassen? (Stiefmutter mischt sich ein)

    Abend zusammen, hoffe bin hier richtig gelandent mit meinem Anliegen.


    Bevor ich zum eigentlichen Thema komme muss ich etwas ausschweifen, dennoch versuche ich mich kurz zu halten.


    Meine Eltern leben seit knapp 2 Jahrzehnten geschieden, Vater wollte nie wieder heiraten und lernte vor einigen Jahren eine ganz unangenehme Dame kennen die Ihn seit Anfang an extrem um den Finger gewickelt hat. Was Sie sagt ist Gesetzt, er hat schon lange keine eigene Meinung mehr und macht den Mund auch nicht auf wenn Ihm was nicht passt weil er keine Lust auf Diskussionen hat.


    Mein Großvater baute damals ein Haus mit 2 Parteien und schenkte eine davon meinem Vater in der er bis heute also inzwischen auch mit seiner Frau



    Ihr hinterhältiges Verhalten machte sich sehr früh bemerkbar, auf vieles gehe ich nun nicht ein, nur eben auf eines. Undzwar verstarb damals der Onkel meines Vaters und es standen einige Häuser als Erbe auf dem Spiel die hier auf der Straße stehen wo auch das Haus meines Großvaters steht.



    Mein Vater und sein Onkel hassten sich schon seit klein auf, sodass mein Vater als letzter Verwandter (Onkel hatte noch eine Ex-Frau) wusste er würde etwas erben, wollte dies aber laut eigener Aussage nie annehmen Zitat "Von einem Arschloch" Und auf den Papierkram hätte er sowieso keine Lust. Als es soweit war kümmerte sich natürlich meine Stiefmutter liebendgerne darum, bewegte Berge damit die beiden alles bekommen und die Ex-Frau des Onkels eben nichts. So kam es dann auch und seitdem arbeitet meine Stiefmutter auch nicht mehr, hat ihren Putzjob mit den Worten "Mein Mann hat nun geerbt" gekündigt. Seitdem wohne ich auch hier in einem der Häuser zur Miete weil mein Vater mir dies damals anbot. War aber ein großer Fehler, es gibt nur Krieg mit Ihr dasselbe Problem haben auch die anderen Mieter.


    Nun zum eigentlichen Thema. Meine Stiefmutter wollte damals schon meinen Großvater und seine Lebensgefährtin aus dem selbst erbauten Haus vertreiben. Sprüche wie "Wenn du mal auf dem Boden liegst, gehe ich hin fühle ob du noch warm bist, und rufe erst jemanden oder den Krankenwagen wenn du kalt bist" Standen an der Tagesordnung. Dabei war mein Großvater immer der einzige der für mich und meinen Bruder wirklich etwas getan hat, und mehr in die Vaterrolle geschlüpft ist als mein eigener. Und auch so eben ein Herzensguter Mensch war.



    Vor einigen Jahren verunfallte mein Großvater im Garten, er stürzte auf den Kopf, bis heute weiß keiner wie dies genau passiert ist. Inzwischen ist er Mitte 80, liegt seit 2 Jahren im Altersheim und starrt die Decke an. Zwischenzeitlich hatte er dazu mehrere Schlaganfälle. Seine Partei des Hauses wurde inzwischen an fremde verkauft.



    Egal wann ich bei meinem Vater und meiner Stiefmutter anrufe oder klingel es geht keiner ran und macht keiner auf. Das Sie anruft passiert selten bis nie, heute rief Sie mich dann aber an und erzählte mir das der Betreuer/Anwalt meines Großvaters den Kontakt zu ihr gesucht hätte, dieser hätte erzählt das Großvater seit 2 Tagen im Krankenhaus liegt da es ihm immer schlechter geht und er nicht mehr isst.


    Natürlich nahm Sie auch direkt wieder das Wort Testament in den Mund, mein Opa hätte es wohl mal geändert (von meinem Vater auf meinen Bruder und mich / davon weiß ich) und sie würde ja so sehr wollen das die ehemalige Lebensgefährtin meines Opas keinen Cent davon sieht (was auch Unsinn ist diese haben zusammen gelebt waren aber nie verheiratet) Sie betohnte noch das mein Bruder und ich eine hälfte des Geldes und die andere mein Vater bekommen würde. Ihr geht es also Augenscheinlich nur wieder um das gute Geld..



    Nun da keine Patientenverfügung besteht, liegt es laut Betreuer wohl an der Verwandschaft (Also meinem Vater, meinem Bruder und mir) ob mein Großvater per Magensonde am Leben erhalten werden soll oder eben nicht.


    Meinem Vater ist das ganze schnuppe, er war seinen Vater seit dieser im Heim liegt nicht einmal besuchen da meine Stiefmutter der Meinung ist das dies nichts bringen würde und Zeitverschwendung wäre.


    Mein Bruder und ich hatten heute schon gesprochen, er sprach daraufhin auch kurzfristig mit dem Betreuer bzw. Anwalt selbst noch einmal um zu schauen ob stimmt was Stiefmutter da von sich gibt.



    Daraufhin sprach mein Bruder wohl mit meiner Stiefmutter die mich dann wieder anrief und mir davon erzählte weil sie ja nichts von dem austausch zwischen mir und meinem Bruder wusste.


    Sie war wieder mal von in Ihrem Element, wiederholte sich ständig. Sagte der gute arme Großvater solle ja nicht mehr leiden, Sie hätte für meinen Vater schon ein Schreiben fertig gemacht. Nun solle ich mich doch kümmern und eben schriftlich oder per E-Mail meine Meinung dazu abgeben (natürlich gegen die Magensonde) Sie sprach immer wieder davon mir bei der Formulierung des schreibens helfen zu wollen, wobei das quatsch ist, dass kann ich sehr gut und sonst mache ich auch immer alles selbstständig. Daraufhin sagte sie plötzlich das dies sehr gut von mir wäre wenn ich dies selber tue aber ich eben auch betonen muss das ich dies auf keinen Fall will mit der Magensonde. Und das eben durchgehend in einem superfreundlichen Ton und voller Elan. Weiterhin betonte Sie das auch wenn ich mit meinem Großvater niemals über so eine Situation gesprochen hätte hier einmal lügen müsse für das wohl von ihm, und eben sagen das er mir Zb. Zur früherer Zeit klar und deutlich gesagt hatte das er sowas nicht wolle, also von "Maschinen" Am Leben gehalten werden.


    Natürlich will ich auch nicht das mein Großvater von Maschinen am Leben erhalten wird und vor sich hin vegitiert. Allerdings verstehe ich nicht wieso Sie bezogen auf meinen Vater wieder Enscheidungen trifft und das ganze formunelle als Botschafterin klärt. Müsste ich mich nicht normal mit meinem Vater sowie Bruder zusammen setzen und wir sprechen gemeinsam darüber? Ja eigentlich schon, dazu kommt es aber nicht. Mein Vater ist eben nicht so der Gespächstyp, und schon garnicht mit Ihr im Nacken. Ich weiß einfach nicht was im Kopf der Frau wieder vorgeht, ob ich und mein Bruder was vom Kuchen abgekommen ist uns eigentlich relativ egal. Nur geht es Ihr wie man unschwer erkennen kann nur darum meinen Großvater schnellstmöglich unter die Erde zu bringen und abzukassieren. Übrigens, mein Großvater legte mir und meinem Bruder damals einige tausend Euro zur Seite via Sparbuch, dass gab sein Cousin bekannt als Großvater im Heim landete. Nachdem Vater und seine Trulla die Wohnung durchforsteten tauchten die Sparbücher einfach nicht auf. Ich finde diese dreißtigkeit einfach widerlich.


    Was sagt ihr dazu? Sollte man sich die gute Frau nun mal endlich zur Brust nehmen und ihr den Wind aus den Segeln nehmen? Wie kann ein Mensch so sehr fixiert auf die Früchte anderer sein?

    Was das beste für meinen Großvater ist können wir, also ich und mein Bruder nur selbst entscheiden. Da sprechen wir nochmal drüber wobei das eine sehr schwere Entscheidung ist..

  • 74 Antworten

    Ich habe nur das Opa relevante gelesen, und nicht die ganze sehr emotional geschrieben story drum rum. Sorry.



    Aber warum möchtest DU, dass dein Opa weiterleben muss? Und was sagen die behandelten Ärzte zur gesundheitlichen Situation? Das sollte alles viel wichtiger sein, als ärger über geldgeile Verwandte.

    YaHbb schrieb:

    Ich habe nur das Opa relevante gelesen, und nicht die ganze sehr emotional geschrieben story drum rum. Sorry.


    Aber warum möchtest DU, dass dein Opa weiterleben muss? Und was sagen die behandelten Ärzte zur gesundheitlichen Situation? Das sollte alles viel wichtiger sein, als ärger über geldgeile Verwandte.

    Kein Problem, kann es ja nachvollziehen das du nicht alles gelesen hast aber musste mal raus.


    Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, ich selbst frage mich nur was für ihn am besten ist. Da er anscheinend nicht mehr viel mitbekommt würde es ihm logischerweise ja auch nichts ausmachen weiterzuleben, dies wäre aber auch wieder blöd da er ja nichts mehr vom Leben hat. Es ist eine Zwickmühle.


    Ja wichtiger ist es, es regt mich aber verständlicherweise wahsinnig auf das hier jemand im sterben liegt und man dazu seine Meinung äußern soll was auswirkungen haben wird, und Sie ihre völlig unberechtigt dazu gibt und ganz andere Dinge im Sinn hat als das eigentliche Wohl dieses Menschen.

    Neu123 schrieb:

    Als es soweit war kümmerte sich natürlich meine Stiefmutter liebendgerne darum, bewegte Berge damit die beiden alles bekommen und die Ex-Frau des Onkels eben nichts.

    Hm, bist du denn sicher, dass da wirklich Berge bewegt werden mussten? Wenn dein Vater der letzte lebende Verwandte ist und sofern kein Testament vorliegt, ist es eigentlich naheliegend, dass den Vater als Erbe 2. Ordnung in dem Fall geerbt hat. Ex-Gatten bekommen, sofern die Trennungsphase vorbei ist und kein Testament vorliegt, im Normalfall nichts.

    Neu123 schrieb:

    Seitdem wohne ich auch hier in einem der Häuser zur Miete weil mein Vater mir dies damals anbot. War aber ein großer Fehler, es gibt nur Krieg mit Ihr dasselbe Problem haben auch die anderen Mieter.

    Das kann ich verstehen. Aber den Fehler kannst du doch wieder ausbügeln, indem du dir anderswo ein Haus oder eine Wohnung mit einem anderen Vermieter suchst?


    Neu123 schrieb:

    Weiterhin betonte Sie das auch wenn ich mit meinem Großvater niemals über so eine Situation gesprochen hätte hier einmal lügen müsse für das wohl von ihm, und eben sagen das er mir Zb. Zur früherer Zeit klar und deutlich gesagt hatte das er sowas nicht wolle, also von "Maschinen" Am Leben gehalten werden.


    Natürlich will ich auch nicht das mein Großvater von Maschinen am Leben erhalten wird und vor sich hin vegitiert.

    Ich finde sie, so, wie du sie beschreibst, auch sehr unangenehm und übergriffig. Lügen würde ich, wäre ich du, keinesfalls. Hat dein Opa denn früher mal über solche Situationen gesprochen? Von einer meiner Omas weiß ich zum Beispiel sicher, dass sie keinesfalls von Maschinen am Leben erhalten werden wollen würde. Ich glaube, sie hat aber auch eine Patientenverfügung..

    Wenn du angehört wirst bei der Frage, ob dein Opa eine Magensonde bekommen soll, würde ich bei dem bleiben, was DU weißt und was du glaubst, dass es sich dein Opa wünschen würde.

    Den ganzen Kram rund ums Erbe und ein mögliches Testament würde ich komplett ausklammern. Das wäre mir, ginge es um meine Großeltern, herzlich egal.

    Neu123 schrieb:

    Was sagt ihr dazu? Sollte man sich die gute Frau nun mal endlich zur Brust nehmen und ihr den Wind aus den Segeln nehmen? Wie kann ein Mensch so sehr fixiert auf die Früchte anderer sein?

    Mich würde die Frau auch nerven. Und ich würde mich innerlich abgrenzen und den Kontakt zu ihr meiden. Ja, sie scheint auf eine unangenehme Art und Weise auf's Materielle fixiert zu sein. Aber das ist ja nicht eure Angelegenheit, sondern etwas zwischen deinem Vater und ihr.

    Darüber, wie es mit dem Großvater weitergeht, entscheidet ja offensichtlich nicht sie. Und auch nicht ihr! Sondern der Anwalt / Betreuer gemeinsam mit Ärzten. So, wie ich es verstanden habe, werden die Einschätzungen verschiedener Verwandter eingeholt. Wie die einzelnen Meinungen gewichtet werden, entscheiden dann aber die Entscheidungsträger. Und die können das mit Sicherheit einordnen.

    Wenn du entscheidest, deinen Großvater an Maschinen anschließen zu lassen, selbst wenn er das nicht wollen würde, würdest du übrigens auch nicht in seinem Sinne handeln, sondern in deinem. Eben um zu verhindern beziehungsweise zu verzögern, dass dein Vater und seine Neue demnächst erben könnten.

    Wie gesagt: Ich würde bei den Überlegungen bezüglich der Magensonde das Thema Erbe nach Möglichkeit komplett ausklammern und mich auf das Besinnen, was der Großvater selbst wollen würde, wenn er noch in der Lage wäre seine Meinung äußern zu können.

    Was mir beim Lesen absolut hängen geblieben ist: Der Großvater starrt die Decke an und der Sohn besucht ihn nicht.

    Sein Körper verweigert die Nahrungsaufnahme.

    Das ist in dem Zustand ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Tod sich anmeldet.

    Körper haben es leichter in die andere Welt zu gehen, wenn sie nicht durch Nahrung und bald auch Flüssigkeit belastet sind.

    Denk darüber nach, ob du ihm das wirklich antun willst.


    Ob die Stiefmutter jetzt geifert oder in einem Jahr - aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Denk an den Großvater. Denk dran, dass es manchmal wichtig ist loszulassen und nicht einem Machbarkeitswahn zu erliegen.


    Viel Kraft.

    Natürl


    Des Weiteren würde ich sämtlichen Kontakt zu so einer Giftspritze beenden. Egal worum es geht. Es muss kaum bis gar nichts über sie laufen und wenn sie bzgl. der Mietwohnung was will,

    Neu123 schrieb:

    Müsste ich mich nicht normal mit meinem Vater sowie Bruder zusammen setzen und wir sprechen gemeinsam darüber?

    Ja, das wäre sicher besser. Aber dein Vater macht ja nicht mit und überlässt der Giftspritze das Ruder. Das ist für dich übel mit anzusehen, aber im Grunde ist nicht nur sie schuld daran - dazu gehören immer zwei. Dein Vater eben mit seiner Passivität.

    Neu123 schrieb:

    Sollte man sich die gute Frau nun mal endlich zur Brust nehmen und ihr den Wind aus den Segeln nehmen? Wie kann ein Mensch so sehr fixiert auf die Früchte anderer sein?

    Wie das sein kann, weiß ich nicht. Aber ich kenne auch genau so ein Exemplar und das ist eben so. Will ich nicht mehr verstehen.

    Wie willst du sie dir zu Brust nehmen? Du wirst sie nicht heilen von ihrer Widerwärtigkeit. Die wird durch Worte wenig zu beeindrucken sein.

    Handle jetzt im Sinne deines Großvaters, nimm in Ruhe Abschied und sprich mit der Ollen kein Wort mehr als nötig. Also kaum was.

    Danach kannst du dann überlegen, ob du ihr noch ein bisschen das Leben schwer machst, denn dummdreist vorgehen kannst du genauso, wie sie.... Und wenn mans drauf anlegt, kann man eine Erbauseinandersetzung schööön in die Länge ziehen.

    PS: Die Rechtslage und evtl. vorhandene Testamente sind letztlich auch eben so. Sie kann sich nur "unter den Nagel reißen", was eben auch vorher oder gesetzlich so geregelt wird, dass sie bzw. dein Vater es bekommen soll.

    Klar ist es eklig, wenn sie so erpicht drauf ist, da auch schnell dranzukommen. Doch es wäre an den jeweiligen Erblassern gewesen, ihr Erbe anders zu regeln, wenn sie gewisse Szenarien vermeiden hätten wollen.

    Ich finde jetzt einfach mal ehrliche und vielleicht harte Worte, aber sie sind meine Meinung und ich denke, an dem Punkt sollte es eine sehr klare Entscheidung für oder gegen die Magensonde geben.


    Meine Entscheidung wäre definitiv gegen die Magensonde. Er liegt seit 2 Jahren im Heim und starrt die Decke an. Sein Körper verweigert jetzt die Nahrungsaufnahme, was aus meiner Sicht ein eindeutiges Zeichen ist, dass das Lebensende bevor steht. Ich würde hier nur, und zwar wirklich nur im Sinne des Opas denken und mich fragen, welchen Mehrwert er von einer Magensonde hätte. Hat er noch irgendwas vom Leben? Nimmt er noch irgendwie am Leben teil?

    Du schreibst, wenn er eh nichts mehr mitbekommt, ist es ihm wahrscheinlich egal, wenn er weiterlebt. Das glaube ich erstens nicht und zweitens ist das aus meiner Sicht sehr egoistisch gedacht. Denn dann hält man ihn nur am Leben, weil man nicht loslassen will / kann.

    Wäre er grundsätzlich noch fit und gerade akut erkrankt mit Aussicht auf deutliche Besserung - wäre ich definitiv für die Magensonde. Aber in dem Fall würde ich ihn in Würde und in Frieden gehen lassen. Auch wenn es schwer ist und auch wenn die Stiefmutter dann "ihren Willen" bekommt. In dem Fall hat sie leider Recht, auch wenn ihre Beweggründe für die Magensonde leider das Allerletzte sind.


    Übrigens.. den Kontakt zu dieser Frau würde ich ehrlich gesagt meiden wie der Teufel das Weihwasser...

    Hallo zusammen und danke für eure Antworten.

    Ich würde gerne auf einzelne Zitate eingehen nur weiß ich nicht genau wie dies funktioniert, seit mir daher nicht böse wenn ich auf eure Antworten komplett in einem antworte. Danke übrigens dafür.



    Es gibt übrigens Neuigkeiten, mit meinem Bruder war ich heute Großvater im KH besuchen. Er war am schlafen zeigte auf Worte undBerührungen keine Reaktion. Allgemein hat er extrem abgenommen, war sehr blass und seine Hände waren sehr kühl.


    Irgendwann jedoch wachte er auf. Er starrte die Decke an und reagierte auf keine von unseren Worten oder auch Bewegungen vor seinen Augen. Dies gab es in der Vergangenheit immer mal wieder aber nie so extrem. Es ist schon schwer daneben zu stehen und nichts machen zu können.


    Wir fragten die Schwester die dort anwesend war wieso er überhaupt im KH gelandet ist da wir ja nichts konkretes wissen. Sie erzählte uns nur das Sie den Grund weiß aber eben nichts dazu sagen will weil es nicht Ihr Aufgabengebiet sei, wir könnten uns ja an unsere Verwandschaft wenden. (Das wäre dann unser Vater den aber wie erwähnt nichts interessiert). Im nachhinein sagte die Schwester auch noch das unser Großvater wohl bald den Weg ins Heim zurück antreten würde (Unsinn).



    Mein Bruder erzählte mir allerdings heute noch, was genau bei dem Gespräch zwischen Ihm, meinem Vater und seiner Frau genau gesagt worden ist.


    Das Schreiben was Sie für meinen Vater erstellt hatte, sollte er ja unbedingt heute noch bei dem Betreuer einwerfen. Mein Vater fragte Sie dann allerdings wie das möglich sein solle, er müsse ja früh anfangen zu Arbeiten? Da wurde Sie wieder laut und erwähnte das er dann doch gefälligst eine Stunde früher los fahren solle um das Schreiben frühstmöglich einwerfen zu können.


    Mein Bruder sprach weiterhin diverse Themen in dem gestrigen Gespräch an, irgendwann kam von Ihr aus natürlich wieder das Thema "Erbe & Testament" meines Großvaters. So stellte sich nun also heraus das die gute Stiefmutter nicht wie unser Vater einst erwähnte lebenslanges Wohnrecht in der Immobilie meines Großvaters hätte, sondern sogar Nießbrauchrecht auf alle Immobilien die meinem Vater gehören.. Den Begriff hatte ich zuvor noch nie gehört aber mich inzwischen informiert.


    Zudem sprach mein Bruder an wenn es denn so kommen sollte, es mit Großvaters Beerdigung aussieht? Er hat viele Verwandte in Frankreich und sehr viele Freunde/Bekannte hier im Umkreis, doch Vater will nur das wir 3 dabei sind. Von der Beerdigung soll aber wohl sonst keiner mitbekommen.. Außerdem will Vater natürlich wieder kosten sparen, Großvater einäschern lassen und in auf irgendeiner Wiese "verstreuen" so seine Wortwahl zumindest.. Das finde ich wirklich respekt,-und Ehrenlos.. Gerade weil mein Vater ohne Ihn rein garnichts wäre, mit seinem mikrigen Gehalt hätte er niemals eine handelsübliche Wohnung unterhalten können.


    Übrigens meckert mein Vater ständig rum, und begründet Mieterhöhungen für mich damit das sich die Immobilien ja nicht rentieren würden, er immer drauf zahlen müsse etc. Dann verstehe ich nicht wieso er seiner Frau Nießbrauchrecht erteilt wenn sich das ganze doch garnicht lohnt? Außerdem gönnen die beide sich seit dem Erbe regelmäßig teure Spielzeuge wie einen Whirlpool, eine Sauna, einen Neuwagen, renovierungen im Eigenheim etc.


    Ich will aber nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abschweifen, dass ist eben das was ich nun noch mitbekommen habe seit gestern..

    Danke für deine Antwort, ich versuche zu deinen geschriebenen Absätzen mit passenden zu Antworten.



    Ja, da wurden wohl Berge bewegt das hatte Sie selbst schon betont. Im Bezug darauf hatte ich vergessen zu erwähnen, dass der Onkel meines Vaters damals irgend etwas geregelt hatte mit einem Tierschutzverein (er lebte auf einem Bauernhof und liebte Tiere, dass war eben seine leidenschaft) sprich sein Vermögen und die Immobilien sollten ursprünglich an diesen gehen.

    Da mischte sich eben meine Stiefmutter ein als dieser starb und sorgte dafür das alles an Erbe in Ihre und die Hände meines Vaters geht.
    Natürlich steht auf meiner Prioritätenliste schon sehr lange, mir eine andere bleibe bzw. Wohnung zu suchen. Dies ist allerdings nicht ganz so leicht hier in der Umgebung. Außerdem stehe ich gerade in einer beruflichen umorientierung und weiß selbst noch nicht genau wo die Reise hingeht. Ein Umzug würde mir gerade jetzt sehr unpassend kommen weil ich dazu auch noch ungewollt Vater werde.


    Mit meinem Großvater hatte ich und auch mein Bruder noch nie über solch eine Situation gesprochen. Er war bis Dato ja sehr fit, den Unfall konnte ja keiner erahnen, so kam es eben nie zu solchen Gesprächen. Stiefmutter behauptet natürlich das er sowas mal erwähnt hatte, dabei haben die beiden sich nicht gemocht und daher auch nicht wirklich miteinander gesprochen. Der Aussage schenke ich also wenig glauben.


    So wie du es beschreibst werde ich es auch machen, ich weiß natürlich nicht wie er es haben wollen würde. Nur denke ich das es für keinen Menschen sehr angenehm ist ohne etwas mitzubekommen einfach weiter am Leben gehalten zu werden und die Decke anzustarren ohne auf äußere Einflüsse zu reagieren oder reagieren zu können.


    Das stimmt wohl, es ist eine Angelegenheit zwischen meinem Vater und Ihr.

    Im Allgemeinen, gerade weil die beiden ja nebenan wohnen, versuche ich den Kontakt zu Ihr zu meiden. Dies fällt logischerweise oft schwer da Sie immer um meinem Vater herum schwirrt auch wenn ich mit diesem alleine sein möchte. Ungestört sind wir meistens im Garten bis Sie mitbekommt das ich oder mein Bruder da sind dann stürmt Sie dazu, öfters habe ich Sie auch schon am Fenster lauschen gesehen wenn ich oder mein Bruder mit unserem Vater sprachen. Dadurch das mein Vater mein Vermieter ist oder eben Sie sich in dieser Rolle sieht, ist das ganze natürlich leichter gesagt als getan.


    Richtig, genau so und nicht anders. Sprich es werden Einschätzungen verschiedener Verwandter eingeholt. Wie die einzelnen Meinungen gewichtet werden, entscheiden eben dann aber letzten endes die Entscheidungsträger.


    Ich weiß ja selbst das ich mich sehr wahrscheinlich gegen eine Magensonde oder auch Lebensverlängernde Maßnahme entscheiden werde, gerade deswegen weil ich Ihn so heute sehen musste. Ich denke das solch eine Sonde nicht im Interesse meines Großvaters stehen würde. Nur ist es eben wirklich ein sehr schwerer Schritt eine Meinung zu einem Menschenleben zu äußern, dessen Leben einem so am Herzen liegt.

    Ehrliche und denkanstößige Worte. Danke dafür.

    Sobald ich eine neue Wohnung gefunden habe, und in diesem Sinne unabhängig bin, werde ich den Kontakt sofort abbrechen. Wohl leider dann auch zu meinem Vater da es die beiden ja leider nur im Doppelpack gibt. Ich bin übrigens egal wann man sich sieht immer Neutral zu Ihr. Sie kommt ständig mit unvorstellbaren Gründen um die Ecke um mir die Miete zu erhöhren.

    Vor kurzem war es sogar der Fall, dass ich den Flur des Mehrparteienhauses in dem ich derzeit lebe laut Ihr doch streichen solle. Ich wusste nicht wie mir geschah reagierte aber dennoch gelassen und freundlich. Natürlich schaukelte sich das ganze während der Diskussion hoch. Ihre Begründung für das streichen war das ich ja der Sohn des Vermieters sei, und da ich das ganze irgendwann Erbe (witzig) und daher ja auch was dazu beitragen solle.. Dabei geht Sie wie gesagt nicht arbeiten, ich schon und habe deutlich weniger Freizeit als Sie. Geholfen habe ich Ihr und meinem Vater schon oft genug. Daraufhin war sie wütend, wusste das ich derzeit finanziell nicht gut da stehe, am nächsten Morgen lag in meinem Briefkasten ein nettes Schreiben, welches eine kleine Mieterhöhung sowie eine Nebenkostenerhöhung und auch Nebenkostennachzahlung enthielt. Zuvor bekam ich von Ihr allerdings noch eine saftige beleidigende Nachricht über das Handy meines Vaters.


    Richtig, auch das stimmt. Wie ich es beschrieben habe hat mein Vater keine eigene Meinung mehr, und das schon lange. Er lässt sich komplett von ihr steuern und das eben laut eigener Aussage nur weil er keine Lust auf Ärger hat. Man sollte sich meiner Meinung nach NIEMALS von einem Menschen abhängig machen.


    Das wichtige ist wohl derzeit wie du geschrieben hast der Großvater. Ich kümmere mich nun erst einmal darum. Mittendrin wird der Jobwechsel sowie das Vater werden kommen. Wenn ich das alles im Griff haben sollte kann ich mich immernoch um weiteres kümmern. Ich denke das dies ja auch noch Zeit hat. Wer weiß was noch passiert, positives jedenfalls nicht. Soviel steht fest.

    mnef schrieb:

    PS: Die Rechtslage und evtl. vorhandene Testamente sind letztlich auch eben so. Sie kann sich nur "unter den Nagel reißen", was eben auch vorher oder gesetzlich so geregelt wird, dass sie bzw. dein Vater es bekommen soll.

    Klar ist es eklig, wenn sie so erpicht drauf ist, da auch schnell dranzukommen. Doch es wäre an den jeweiligen Erblassern gewesen, ihr Erbe anders zu regeln, wenn sie gewisse Szenarien vermeiden hätten wollen.


    Ganz genau, es wäre Aufgabe des Erblasser gewesen. In diesem Fall mein Großvater und der Onkel meines Vaters.


    Dabei ist vielleicht auch noch erwähnenswert, dass unser Vater uns seit klein auf davon abgeraten hat seinen Onkel eigenständig zu besuchen, dieser würde Kinder ja verabscheuen und wir würden uns nur einen gefallen tun dort nicht aufzutauchen.

    Wir hatten Ihn mal in ganz jungen Jahren besucht, von da an hatten mein Bruder und ich den Onkel sehr gutherzig und freundlich in Erinnerung aber eben keinen Kontakt.


    So kam es eben als ich 18 Jahre alt wurde, mein erstes Fahrzeug besaß, der Onkel laut bekannten schwer krank war und eben Geburtstag hatte, mein Bruder und ich Ihn ohne Vorankündigung besuchten. Das Treffen verlief genau anders als mein Vater es beschrieben hatte, der Onkel freute sich extrem das wir dort hin kamen den er würde bald sterben, es gab Kaffee und Kuchen, er schenkte uns beiden einiges an Bargeld und übergab uns sogar seine Hausschlüssel mit den Worten "Holt euch was Ihr braucht wenn ich den Löffel abgebe" am nächsten Tag noch wollte er den Nothar aufsuchen und seine Immobilien auf uns überschreiben lassen, dabei sprach er noch sehr abwertend über unseren Vater. Mein Bruder und ich waren natürlich komplett überfordert mit der Situation und konnten den Onkel nichts davon ausreden. Am nächsten Tag ist er aber auch ganz plötzlich gestorben. Wir sind froh Ihn noch einmal gesehen zu haben, vorallem das geschenkte Geld hat uns bei unserer ersten Wohnungseinrichtung sehr weitergeholfen.


    Auch mein Großvater hatte vor dem Unfall noch ein Testament erstellen lassen, in dem beschrieben war das seine Enkel sein erbautes Haus erben sollen. Dies ist aber nunmal inzwischen verkauft durch den Betreuer also um die Kosten des Heimplatzes zu decken. Dadurch ist das Testament natürlich nun unwirksam. Aber lieber haben nun Fremde sein Haus anstatt es mein Vater und seine alte bekommen. Nur schade drum das es nicht in der Familie bleibt.

    Da stimme ich dir zu, einen Mehrwert hätte er durch die Magensonde sicherlich nicht.

    Er hat viel gearbeitet, viel erreicht im Leben. Schade das es so enden muss aber es würd wohl das beste sein. So wie ich Ihn heute im Krankenhaus gesehen habe bin ich der Meinung das sein gesundheitlicher Zustand nur noch rapide absinken wird.. Ich sehe da keine Chancen auf Verbesserung. Die Vergangenheit hat gezeigt das dies allerdings nicht der Fall sein muss, er war öfters nicht ansprechbar oder lag einfach nur da ohne eine Reaktion auf irgendwas. Einige Tage später sprach er wieder, lächelte war ganz gut drauf. Aber so wie er heute da lag, sah ich Ihn noch nie..


    Sobald meine äußeren Umstände sich etwas gelegt haben (Job/Familie etc.) werde ich mich nach einer neuen bleibe umschauen damit ich in diesem Sinne nicht mehr abhänging von meinem Vater bzw. Stiefmutter bin also deren Immobilie. Derzeit ist ein Umzug leider schwer umsetzbar, ich stecke mitten im beruflichen Wandel und werde sogar noch ungewollt Vater, meine 7 jährige Beziehung ist vor kurzem auch zerbrochen, finanziell könnte es auch besser aussehen. Als hätte ich nicht schon genug Probleme kommt nun das mit meinem Großvater hinzu. An Tagen wie heute wird mir das echt zuviel, man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, fühlt sich als würde man bald einfach umkippen. Man denkt oft schlimmer geht es nicht mehr, aber dann wartet schon das nächste Problem auf einen.