Ich werd bekloppt - verkeimte Angehörige loswerden

    Ja! Der Threadtitel liest sich böse und im Prinzip ist er aber einfach nur ehrlich.


    Ich habe Morbus Crohn, bin somit chronisch krank und angeschlagen. Ich nehme KEIN Azathioprin (g.s.D) aber trotzdem habe ich ein Problem.


    Zur Sache: Ich pflege eine Angehörige in meinem Haushalt, 68 Jahre alt, beginnend dement, Niereninsuffizient, Zustand nach mehreren Herzinfarkten und ähnlichem.


    Die Dame kam vor 2 Tagen aus dem Krankenhaus mit dem tollen Befund: "MRGA, gramnegative Bakterien - Patient wurde dem Gesundheitsamt gemeldet".


    Der Fahrdienst, der sie zur Dialyse fährt, vermummt sich, an der Dialyse wird sie isoliert und ich soll das gleiche Scheißhaus mit ihr teilen? Das kann doch nicht wahr sein, ich will das nicht. Im Krankenhaus hat sie sich mehrfach eingekotet, wenn sie das hier macht, werde ich ihr nicht helfen können. Ich ekel mich vor ihr, nicht vor ihr als Mensch, aber vor ihr Keimschleuder.


    Kann das echt wahr sein, dass Krankenhäuser so akut verkeimte Patienten entlassen nach Hause? So nach dem Motto: "Scheiß mal anderen das Badezimmer voll"? Im Krankenhaus wollen sie sie nicht mehr haben. Was mach ich denn jetzt?


    Welche Hygienemaßnahmen? Derzeit hab ich ihr verboten aus dem Zimmer zu gehen. Wenn sie aufs Klo geht wird desinfiziert, Geschirr und Besteck bekommt sie nur Einweg. Sie darf keine Lebensmittel anfassen, hat die Finger von den Katzen zu lassen und ihre Zigaretten soll sie auch nicht aus meinem Päckchen nehmen.


    Das klingt alles hundsgemein, aber mir sind mein Mann und meine Tiere wichtiger als diese Person, auch wenn ich die Pflege übernommen habe.


    Ich kann sie ja aber auch nicht ins Zimmer schließen und den Schlüssel wegwerfen obwohl (ja ich Arsch) mir das im Moment am liebsten wäre. Ich komm schon gar nicht mehr damit hinterher die Türklinken zu desinfizieren :(

  • 19 Antworten

    Wäre Kurzzeitpflege in einem Heim evt eine Option für euch? Verwandte von mir habe die Mutter zu Hause gepflegt und wenn sie im Urlaub waren, lebte die Mutter in der Kurzzeitpflege im Altenheim.

    Oh ja, das klingt ziemlich gut. Wie funktioniert das ganze? Ich bin ja schon dankbar, dass ich einen hilfreichen Tipp gekriegt habe, ich hab mit nem Shitstorm gerechnet. Klingt auch wirklich zu böse was ich geschrieben habe, aber mich ärgert mehr der Umgang des Krankenhauses, die Patientin kann ja nix dafür.


    Ich find dieses "na gehn se mal - aus der Quarantäne frei nach Hause" total dumm.

    Wer ist diese "Angehörige", vor der Du Dich ekelst???

    Zitat

    Ich ekel mich vor ihr, nicht vor ihr als Mensch, aber vor ihr Keimschleuder.

    Das glaub ich nicht - wenn man zu einem Menschen einen innigen Bezug hat, dann ekelt man sich auch nicht, wenn derjenige dement oder sonst wie hilflos erkrankt ist. - Du magst diesen Menschen auch als Mensch nicht, nicht nur als sogenannte "Keimschleuder"...


    So wie Du über diese Person schreibst, kannst Du sie nicht leiden. Ich frag mich nur, wieso Du dann - freiwillig - die Pflege übernommen hast??? ":/ :-/


    Ist es Deine Schwiegermutter, die sich vielleicht in früheren Jahren als "Monster" Dir gegenüber entpuppt hatte? - Wieso machst Du das dann - und wieso übernimmst Du überhaupt eine schwerstpflegebedürftige Person, wenn Du selbst gesundheitliche Probleme hast


    Das versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz.... ":/ ":/ ?

    Hadenreich

    Die TE hat eine chronisch entzündliche krankheit des magen-darm traktes... ich glaube unter diesen Umständen...doch man kann sich dann vor der person ekeln.


    Vielleicht wär auch Pflege zuhause von einem pflegefienst 2 mal täglich oder so vorerst eine Entlastung?

    Kurzzeitpflege kannst du bei der Krankenkasse beantragen.


    https://www.pflege-durch-angehoerige.de/kurzzeitpflege/


    Ansonsten muss ich Hasenreich zustimmen, du scheinst diese Person nicht sonderlich zu mögen.

    Argh, dass ist natürlich eine ganz fiese Kombination. Ruf doch mal die Kasse an und frag da nach oder bei der Caritas die kennen sich bei sowas ja gut aus. Ist ja niemandem geholfen wenn es dich nun auch noch legt. Klar, dem Krankenhaus ist nur wichtig, dass sie so eine pflege- und zeitintensive Patientin möglichst loswerden, aber mit deiner Belastung geht das echt nicht.

    Sei doch bitte so lieb und versuch nicht mehr in meinen Text zu interpretieren als darin steht. Ich ekele mich vor Keimen, ja und entsprechend auch vor Leuten, die verkeimt sind. Ganz besonders trifft das zu, wenn es mit Fäkalien zu tun hat.


    Zu der Frage wieso: Als wir ( mein Mann und ich ) die Pflege übernommen haben, waren da längst noch nicht so viele Baustellen. Und der Crohn wurde auch erst vor etwas mehr als 1,5 Jahren diagnostiziert. Dankbarerweise habe ich ihn nicht so schlimm, wie viele Betroffene (derzeit). Die Histologie sah weit schlimmer aus als die Beschwerden.


    Meine Katze hatte als Baby Würmer. Sie hat richtig fett Spulwürmer auf meinen Boden gekotzt. Baaah hab ich mich geekelt, das glaubst Du gar nicht. Aber deswegen hatte ich das Tierchen nicht weniger lieb! Es gibt nur eine einzige Person, vor der ich mich nie ekeln würde und das ist mein Partner. Das wäre die Person von dem ich sogar den Hintern abwischen würde. Vermutlich würde der Personenkreis erweitert, wenn ich Kinder hätte.


    Es tut mir leid wenn ich solche Sachen nicht kann, aber ich finde es halt gesundheitlich echt verwerflich, egal ob das jetzt mein Haushalt ist oder ein anderer - einen hochinfektiösen Patienten einfach "heimzuschicken". Es geht ja da nicht nur um mich. Was ist wenn der Patient den Hausarzt aufsucht? Was ist wenn er draußen ist? Öffentliche Klos? So werden halt eben Pandemien generiert.


    Und bevor das Argument kommt, dass ich bestimmt nur geldgeil bin - NOPE! Ich bekomme keinen Cent für irgendwas! Wir haben nicht mal Pflegegeld beantragt, das Argument fällt also flach.

    Zitat

    Die TE hat eine chronisch entzündliche krankheit des magen-darm traktes...

    Das hab ich schon verstanden - so wie die TE au selbst schreibt - aber ds passt doch gar nicht zusammen:


    Zitat der TE

    Zitat

    Ich habe Morbus Crohn, bin somit chronisch krank und angeschlagen.

    und:

    Zitat

    Zur Sache: Ich pflege eine Angehörige in meinem Haushalt, 68 Jahre alt, beginnend dement, Niereninsuffizient, Zustand nach mehreren Herzinfarkten und ähnlichem.

    Wenn jemand beginnt, dement zu werden, dann muss man ja auch mit sowas rechnen, also auch mit Inkontinenz und - ja - fremden Keimen, wie kann ich dann, wenn ich selbst so eine schwerwiegende Erkrankung wie Morbus Crohn habe, so eine Pflege überhaupt übernehmen??? ":/


    Warum sagt man dann nicht gleich, es geht einfach nicht, ich kann das nicht machen ":/

    Zitat

    Argh, dass ist natürlich eine ganz fiese Kombination. Ruf doch mal die Kasse an und frag da nach oder bei der Caritas die kennen sich bei sowas ja gut aus

    Danke! Da ich fußläufig zur AOK wohne, werde ich da morgen früh mal antanzen. Persönlich ist irgendwie immer besser vermute ich. Sehe allerdings wenig Hoffnung, weil es ja keine Pflegestufe gibt. Laut Google braucht es die aber zwingend. Sie würde auch locker eine kriegen, ist ja zu 100 Prozent schwerbehindert mit Gehbehinderung - aber das dauert halt auch wieder.

    Abgesehen davon, dass die Situation für Dich wegen Deiner Erkrankung schwierig ist, ist es auch nicht Aufgabe eines Krankenhauses, jemanden weiter zu betreuen, wenn er "nur" einen Keim hat (Vor allem, wenn man überlegt, wie viele Leute erst mit einem Keim aus der Klinik zurück ins Pflegeheim oder nach Hause kommen :(v ). An Deiner Stelle würde mich das allerdings auch sehr belasten, ich habe jahrelang Schwiegereltern und meine Mutter im Heim besucht und hatte auch ohne eigene Erkrankung oft genug Angst, mir Keime nach Hause zu schleppen.


    Da die Dame (Deine Schwiegermutter?) ja inzwischen wieder zu Hause ist, kann es gut sein, dass der Sozialdienst in der Klinik sich nicht mehr verantwortlich fühlt bzw. tatsächlich nicht mehr verantwortlich ist. Ich würde es mal bei Eurem örtlichen Pflegestützpunkt (in der Regel bei der Stadtverwaltung angesiedelt) oder bei der Krankenkasse versuchen. Eine Kurzzeitpflege wäre sicher sinnvoll, aber keine Kurzzeitpflege ist besonders wild auf einen Patienten mit multiresistentem Keim :|N . Im Zweifel hilft vielleicht ein Attest Deines Arztes, dass Deine Gesundheit bei der Betreuung einer "verkeimten" Person gefährdet ist, und sie daher zur Zeit nicht bei Euch wohnen kann.


    Also - Pflegestützpunkt oder Krankenkasse, und ich würde mich dort zeitnah melden, denn Eure Argumente werden schwächer, je länger Ihr die Situation akzeptiert.

    Seit 2016 haben auch Menschen bzw deren Angehörige ein Recht auf Kurzzeitpflege, wenn die Person die gepflegt wird keine Pflegestufe hat https://www.pflege-durch-angehoerige.de/2015/12/13/kurzzeitpflege-auch-ohne-pflegestufe/

    https://www.pflege-durch-angehoerige.de/2015/12/13/kurzzeitpflege-auch-ohne-pflegestufe/

    An TE -


    Dein letzter und mein letzter Beitrag haben sich überschnitten - und das

    Zitat

    einen hochinfektiösen Patienten einfach "heimzuschicken". Es geht ja da nicht nur um mich. Was ist wenn der Patient den Hausarzt aufsucht? Was ist wenn er draußen ist? Öffentliche Klos? So werden halt eben Pandemien generiert.

    ja, das versteh ich natürlich - das finde ich auch nicht in Ordnung!


    Alles geklärt, was meine Fragen angeht! :)_ :)* :)* :)*


    Ich wünsch Dir auf jeden Fall, dass Du eine für alle gangbare Lösung findest und Du nichts machen musst, was über Deine Kräfte geht! :)* @:) :)_