Ich weiß, im Forum darf man keine Rechtsberatung geben und das kann ich auch gar nicht, aber die Sache kommt mir reichlich gefährlich vor und ich würde euch dringend davon abraten, eigenmächtig irgendwelche Daten zu durchforsten, um an das Konto zu kommen. Das ist sicherlich nicht legal, wenn keine wirkliche Vollmacht vorliegt. Es ist auch fraglich, ob man die Vollmacht in dem Zustand jetzt überhaupt noch erteilen kann oder ob da nicht schon die Erben und nur die einspringen müssen bzw. ob er überhaupt berechtigt wäre, irgendjemandem in so einem Fall eine Vollmacht zu geben oder ob das nicht alles irgendwie gesetzlich geregelt ist.


    Das nächste ist, ob jemand auf einer Palliativstation überhaupt Anspruch auf ALG hat? Erstmal hat man das nicht, wenn man als Student immatrikuliert ist (wer hat ihn exmatrikuliert bzw. wer darf das überhaupt außer ihm selbst?) und außerdem hat man das auch nicht, wenn man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht, also es könnte sein, dass hier eher eine Rentenkasse oder das Sozialamt oder sowas zuständig ist. Dem Amt gegenüber würde ich einfach sagen, dass man nicht an das Konto rankommt, weil der Junge im Sterben liegt und fragen, was man da machen kann. Irgendeine Lösung müssen die einem ja dann nennen können.

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    wen fragt man bei sowas?

    Ich weiß nicht, ich würde da am Ehesten wohl bei den Leuten fragen, die ihn jetzt betreuen im Krankenhaus. Die werden das Problem sicherlich nicht zum ersten Mal erleben und kennen vielleicht Ansprechpartner oder grundsätzliche rechtliche Dinge. So hart wies klingt, deine Bekannte ist hier eigentlich überhaupt nicht zuständig und wenn sie überfordert ist, muss sie sich auch nicht selbst darum kümmern. Normalerweise ist das Aufgabe der Angehörigen oder es gibt dann Lösungen, wenn die Angehörigen sich auch nicht kümmern können. Das einfach als Mitbewohner alles selbst in die Hand zu nehmen ist hilfsbereit, aber eben auch nur eingeschränkt möglich.

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    Oh, bevor jemand fragt: Verwandte sind keine Option. Mutter spricht kein Deutsch und versteht sowieso die ganze Situation nicht, Vater im Ausland (kein deutscher Staatsbürger, war nie hier), nicht zu erreichen.

    Das ist kein Grund, wieso die Mutter keine Option ist. Sie ist auch wenn sie kein Deutsch spricht evtl. dafür zuständig und wenn sie das nicht regeln kann, weil sie selbst irgendwie nicht in der Lage ist, dann muss dafür irgendjemand zuständig sein, aber keine x-beliebige bekannte Person. Dafür muss es offizielle Hilfen geben, das kann man keinem einfach zumuten. Nochmal der Tipp: fragt am besten im Krankenhaus oder Hospiz, die sollten sich hoffentlich etwas auskennen.


    Deine Bekannte kann, wenn sie auch Studentin ist, mal zu einer Beratungsstelle an der Uni gehen, die haben da psychologische Beratung z.B.. Die Situation ist ja nun wirklich belastend und vielleicht können die auch Tipps geben, wie man sich da ein bisschen selbst was Gutes tun kann, um das gut zu überstehen.

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    Satt? ":/ Ich lasse sie mir auch zusenden, paar Cent, günstiger als Sprit bis zur nächsten Filiale.

    Bisschen off-topic: ich hab alles jetzt auf Onlinebanking umgestellt und krieg die Dinger jetzt gar nicht mehr als Papier, sondern einmal im Monat kostenlos per Mail. Die 60 Cent jedes Mal für den Brief haben mich auch genervt. ;-)