Kündigung durch ambulanten Pflegedienst

    Hallo Leute, ich hab mal eine Frage, darf ein ambulanter Pflegedienst einfach einen Vertrag kündigen obwohl die Pflege nicht weiterhin sicher gestellt ist? Danke LG Marcel

  • 139 Antworten
    Zitat

    das Problem ist der ampulanter Pflegedienst hat mit uns nie einen Vertrag abgeschlossen

    Dann hast Du jetzt ein Problem - wobei ich mir nicht sicher bin, ob dieses Vorgehen seitens des PD überhaupt rechtens ist.


    Es wird Dir in dieser Situation, die schnelles Handeln erfordert wohl nichts anderes übrig bleiben, als noch heute Ausschau nach einem neuen PD zu halten. Diese sind meistens sehr flexibel was die kurzfristige Versorgung betrifft, wenn es um einen potentiellen Neukunden geht.

    @ marcel8

    grundsätzlich kann ein PD den Pflegevertrag kündigen, sofern eindeutige Gründe vorliegen.


    Nach neuer Rechtsprechung und Gesetzeslage muss der PD eine Kündigungsfrist von 4 Wochen einhalten, der Kunde kann jederzeit ohne Fristen den Vertrag kündigen.


    Grundsätzlich ist zu sagen, dass zwischen PD und Kunde IMMER ein Pflegevertrag abgeschlossen werden muss. Zusätzlich ist ein Kostenvoranschlag, neben anderen diversen Informationen und Beratungen, Bestandteil dieses Pflegevertrages.


    Vor der Pflegeaufnahme hat ein Verantwortlicher des PD's ein Erstgespräch zu führen, in dem die pflegerischen und vom PD zuerbringenden Leistungen besprochen und vereinbart werden. darauf baut sich dann der Kostenvoranschlag auf, auch der zu zahlende Eigenanteil ( Investitionskosten genannt) sind zu benennen.


    Soviel zum organisatorischen.


    Jetzt stellt sich für mich die Frage: Warum hat der PD gekündigt?


    Du schreibst: Darf er kündigen........... obwohl die Pflege nicht weiterhin sicher gestellt ist.


    Wie ist das zu verstehen


    Wurde oder wird der Pflegebedürftige ausserhalb der Besuche und Versorgung des PD's nicht von Angehörigen oder anderen Personen versorgt und Betreut?


    War der Pflegebedürftige zwischen den Besuchen des PD's alleine zu Hause?


    Oder liegen andere schwerwiegende Gründe wie Messisyndrom, kontraprotuktives Verhalten von Angehörigen oder gar des Pflegebedürftigen vor? Oder gibt es einen bissigen Hund? Oder ist die Wohnung verwahrlost, so dass gesundheitliche Gefahren für das Pflegepersonal vorhanden sind? Oder wurden Rechnungen nicht bezahlt? Oder besteht auf Grund nicht ausreichender Versorgung des Pflegebedürftigen zwischen den Besuchen des PD eine Verwahrlosungstendenz? Du siehst es gibt viele Gründe warum der PD gekündigt haben könnte.


    Der PD hat sicherlich festgestellt, dass die bestellten und von Ihm geleisteten Versorgungen nicht ausreichend sind, da von wem auch immer die restliche Versorgung nicht gesichert wird, oder gesichert werden kann. Ein PD wird per Gesetz in die Verantwortung genommen.


    Ändert sich an den häuslichen verhältnissen bei der Versorgung nichts und der PD stellt fest, dass die bestellte Versorgung unzureichend ist, so darf der PD den Vertrag kündigen.


    Hat die PDL mit euch über die pflegerischen Zustände gesprochen? Wurde was verändert oder wurde erst recht von ihrgend einer Seite dagegen interveniert?


    So einfach ist diese Frage des warum Kündigung nicht zu beantworten, da uns die wahren Gründe und die häuslichen Verhältnisse nicht bekannt sind.


    Fakt ist: Kunde und Pflegedienst können den Pflegevertrag kündigen.

    es geht dabei um häusliche Krankenpflege (Behandlungspflege) + Grundpflege.


    Uns steht ein Monatsbudget zu Verfügung


    In der Kündigung steht nur:


    fristgerecht kündigen wir zum .......


    Es tut uns leid unter den gegebenen Umständen nicht weitermöglich die Versorgung aufrechzuhalten!!!!


    Das Problem ist der Pflegedienst hat zu viele Patienten und zu wenig Mitarbeiter. In dem pflegedienst herrschen chaotische Zustände.

    Abrechnungsbetrug bei ambulantem Pflegedienst

    [Dieser Beitrag war ursprünglich der Beginn eines eigenständigen Fadens]


    Wie kann das sein, dass ein Pflegedienst einfach mehr abrechnet wie er eigentlich da war? Sprich die Anwesenheitsliste unterscheidet sich von der Abrechnung?

    Welche "Mehr Stunden" sollen das denn sein?


    Ein PD rechnet nach Leistungskomplexen ab. Für diese Leistungskomplexe erhält der PD von den Kassen gedeckelte Beträge. Der Kasse ist es egal, wie lange der PD zur Erbringung der Leistung benötigt.


    Einzig bei der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Verhinderungspflege wird nach Min, meist im 5 Min. Takt, abgerechnet.


    Jetzt kann es möglich sein, dass bei euerer Pflegebedürftigen durch die Honorardecklung


    ( entspricht gleich einer Zeitvorgabe) die maximale Zeit zur Versorgung nicht ausreicht.


    Jetzt kann der PD in Absprache mit den Angerhörigen/Pflegebedürftigen nach einer Möglichkeit suchen, diesen "Verlust" auszugleichen. Meist wird dies dann über Hauswirtschaft ( kostet im Schnitt pro 5 Min = 1,31€) ausgeglichen.


    Mit so einer generellen Unterstellung des Betruges wäre ich sehr vorsichtig, denn der Schuß kann schnell nach hinten los gehen.

    Zitat

    Sprich die Anwesenheitsliste unterscheidet sich von der Abrechnung?

    wenn ich das so richtig rauslese, geht es nicht um Mehrstunden während der Anwesenheit, sondern um ganze Tage.


    Also statt 5 Tage wirklich anwesend, werden beispielsweise 6 Tage abgerechnet.

    Hi in der ambulanten Pflege werden keine Tage abgerechnet.


    Es wird per Leistungskomplex abgerechnet.


    Was evtl. sein kann, dass mehr Leistungskomplexe abgerechnet wurden als tatsächlich erbracht werden.


    Wurde z.B. 12 x große Pflege abgerechnet, jedoch wurde evtl. tatsächlich nur 10 x Großepflege erbracht, das wäre eine Möglichkeit.


    Zu beachten ist auch, dass mehrere Leistungskomplexe innerhalb eines Einsatzes und auch abgerechnet werden können.


    Die Anzahl der Leistungskomplexe hat ursächlich nichts mit der Anzahl der Tage zu tun.

    Die Behandlungspflege gehört in den Bereich SGB-5 und wird von den gesetzlichen Kassen bezahlt - damit habt ihr also (bis auf die 10,-€ pro Verordung des Arztes) nichts zu tun.


    Die Grundpflege gehört zum SGB-11 und wird - wie @Gisuh bereits ganz richtig schrieb - über sogn. Leistungskomplexe den Pflegekassen gegenüber in Rechnung gestellt.


    Je nachdem welche Pflegestufe vorliegt, besteht ein gewisses Kontingent an Geld - meist reicht dieses jedoch nicht, die erforderliche Pflege komplett zu bezahlen.


    Das ist dann Sache der Angehörigen - entweder, sie zählen drauf oder aber, sie übernehmen selbst die Pflege um nicht über den Satz des zur Verfügung stehenden Geldes zu kommen.


    Und nochmals - es erfolgt keine Abrechnung nach Stunden - sondern nach Leistungskomplexen.


    Braucht der Pflegedienst z.B. für die "grosse Körperpflege" länger als die gesetzlich vorgegebenen Minuten, so ist es deren Verlust.


    Wenn sich der Pflegeaufwand erhöht hat, so ist über eine Beantragung einer höheren Pflegestufe nachzudenken.