Den Pflegekassen ist auch egal welche Leistungen im Bereich der Grundpflege vom Pflegebedürftigen ausgesucht werden. Die Kassen leisten maximal den Betrag der festgestellten Pflegestufe.


    Auch haben die Minuten die bei einer Einstufung in eine Pflegestufe ermittelt wurden lestztendlich nichts mehr mit den durch eine Pflegeeinrichtung erbrachten Leistungen zu tun.


    Der Pflegebedürftige hat auch hier einen gedeckelten Betrag der mtl. zur Verfügung steht.


    Kommt ein PD ins Haus, so ist Kombileistung die richtige Wahl.


    In Pflegestufe 1 gibt es mtl. 450€ Komileistung


    In Pflegestufe 2 gibt es mtl. 1100€


    In Pflegestufe 3 gibt es mtl. 1550€


    Der PD kann nun mit der Pflegekasse bis zum mtl. Höchstbetrag der jeweiligen Pflegestufe abrechnen. Liegt der Betrag der Pflegekosten über dem Betrag der Pflegestufe, so ist dies privat zu bezahlen.


    Verbraucht der PD nicht den vollen Betrag, so erhält der Pflegebedürftige prozentual auf das niedrigere Pflegegeld umgerechnet den Restanteil ausbezahlt.


    Beispiel: Pflegestufe 1 = 450€ mtl. der PD verbraucht jetzt mtl. 225€.


    Das sind 50% des möglichen Betrages. Jetzt erhält der Pflegebedürftige 50 % vom Pflegegeld von der Kasse ausgezahlt. ( in Pflegestufe 1 = 235€ Pflegegeld, davon 50%. Somit erhält der Pflegebedürftige 117,50€ ausgezahlt.)


    Dass das Geld der Kombileistung meist nicht ausreicht zeigt nun das folgende Rechenbeispiel:


    In Hessen erhält ein PD pro Große Pflege im Schnitt 15,39€. Hinzu kommt noch eine Hausbesuchspauschale von 4,83€ pro Anfahrt.


    Kommt der PD jetzt mtl. 25 x zur Großen Pflege ergibt dies folgenden Betrag:


    15,39€ x 25 Einsätze = 384,75€, zuzüglich der Hausbesuchspauschale = 4,83 x 25 = 120,75€.


    Das ergibt einen ges. Betrag von: 505,50€. Somit ist der maximal mit der Kasse abrechenbare Betrag von 450€ überschritten. Hinzu kommen nun noch die so genannten Investitionskosten von ca. 11,00€ ( die Investitionskosten unterscheiden sich von PD zu PD gewaltig), die grundsätzlich unabhängig ob das Geld der Pflegestufe ausreicht oder nicht, privat zu bezahlen sind. Somit ist ein ges. Betrag von ca. 66,50€ privat zu bezahlen.


    Sollte sich der Pflegeaufwand nun wirklich deutlich erhöht haben, so wurde schon gesagt, ist ein Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse zu stellen.


    Zur Behandlungspflege gibt es noch ergänzend zu sagen: 1 x Jährlich ist ein Eigenanteil von 10% der Behandlungskosten für die ersten 28 Tage der Behandlungspflege privat zubezahlen.


    Die Rechnungen für diesen Eigenanteil, wird, genauso wie die Kosten pro Verordnung von 10€, von der Krankenkasse an den Pflegebedürftigen geschickt.


    Mit den Kosten der Behandlungspflege habt ihr bis auf die oben genannten Zahlungen nichts zu tun.


    Deshalb immer Vorsicht mit so schnellen "Betrugsverdachtsmomenten"

    Zitat

    1 x Jährlich ist ein Eigenanteil von 10% der Behandlungskosten für die ersten 28 Tage der Behandlungspflege privat zubezahlen

    Stimmt, das hab ich doch glatt unterschlagen ;-)


    Ruf doch mal bei der Pflegekasse an und schildere denen den Sachverhalt - würde mich brennend interessieren, was die dazu sagen ]:D

    @ marcel8

    du schreibst:

    Zitat

    250 Stunden hatten wir zur Verfügung.


    Der Pflegedienst hat statt z.b. 190 Stunden 220 abgrechnet.

    Nochmals: Die Pflegeleistungen nach dem SGB XI wie Grundpflege, Inkoversorgung, an/ausziehen usw. und die Behandlungspflege nach dem SGB V werden nicht nach Stunden abgerechnet !!!!


    Einzig die Betreuungsdienste nach § 45 a/b SGB XI, die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI und die Hauswirtschaft nach SGB XI werden Stundenweise und das zu meist im 5 Min. Takt abgerechnet.


    Welche 250 Stunden standen euch zur Verfügung? Das gibt es nicht!!


    Mir als PD Betreiber ist eine solche Abrechnungsbasis nicht bekannt.


    Ab 2013 soll nach dem PNG hneben den Leistungskomplexen auch eine zeitliche Abrechnung der Leistungen möglich sein. das hat aber auch nichts mit einem gedeckelten Betrag zu tun.


    Erkläre doch ein mal sehr ausführlich welche Leistungen ihr mit dem pflegedienst vereinbart hatte und welche Pflegestufe besteht.


    Ich hege für mich den Verdacht, dass du da etwas völlig missverstehst.

    Mir fällt nur ein, dass es ein Pflegedienst ist, der eben nicht die normale Pflegetouren fährt sondern z.b. intensivmedizinisch dauernd vor Ort präsent ist. Bei so einem arbeite ich und wir rechnen auch nach Stunden ab mit der KK und Plegekasse...


    Klingt mit bei 300 Std im Monat auch danach, das wären ja 10 Std pro Tag.

    @ griehsu

    Zitat

    Nochmals: Die Pflegeleistungen nach dem SGB XI wie Grundpflege, Inkoversorgung, an/ausziehen usw. und die Behandlungspflege nach dem SGB V werden nicht nach Stunden abgerechnet !!!!

    schließ mal bitte nicht von dir auf andere.


    erstens ist es je nach bundesland verschieden, zweitens können – falls es ein solcher ist – private dienste machen was sie wollen und außerdem die spitzenverbände unterschiedliche rahmenverträge haben.


    in meinem bundesland kann man nach stundensätzen abrechnen.


    ich glaube, dem fragesteller ging es um falschabrechnungen und nicht um belehrungen, was nun SGB V und/ oder SGB XI ist.


    viele grüße in deinen pflegedienst


    :-) *:)

    @ beetlejuice21

    jo, die intensivpflegedienste habe ich unterschlagen , die rechnen nach Stunden ab. ;-)


    Jedoch schreibt marcel8 nichts von intensivpflege.


    Sondern er schreibt: ........ 250 Stunden hatten wir zur Verfügung.


    Ich frage wo für, für welche Leistung?


    Weiter schreibt er:


    250 Stunden hatten wir zur Verfügung.


    Der Pflegedienst hat statt z.b. 190 Stunden 220 abgrechnet,


    dann sagt er:


    Der Pflegedienst hat 30 Euro für die Stunden mit der Kasse ausgemacht.


    marcel8 nochmals erkläre uns doch bitte genau welche Leistungen vom Pflegedienst mit diesem Stundensatz erbracht werden!!!


    Das ist mir sehr undurchsichtig das Ganze.

    Das könnte bei Absicht als Betrug gewertet werden. Man muss deswegen nicht gleich zur Polizei rennen, aber die Krankenkasse würde sich über einen entsprechenden Hinweis sicher sehr freuen.


    Die Frage ist, ob man bei solch einem Pflegedienst nicht froh sein kann, wenn das nicht weiter fortgeführt wird.

    @ Cairns

    wie kommst du auf diese Idee, dass private Pflegedienste machen können was sie wollen?


    Da unterliegst du aber einem gewaltigen Irrtum.


    Sobald ein Pflegedienst eine Kassenzulassung hat,( egal ob privater Träger, öffentl. Träger Wohlfahrtsverband, oder sonst ein gemeinnütziger Träger) ist er an die Rahmenverträge,Versorgungsverträge und an die Honorarvereinbarungen mit den Pflege u. Krankenkassen gebunden.


    Für Betreuungsdienste und Verhinderungspflege können die Pflegeeinrichtungen frei kalkulierte Stundenhonorare vereinbaren.


    Alle andern Preise für die Behandlungspflege und die Grundpflege unterliegen den Vergütungsvereinbarungen die von den Berufsverbänden (mit den Pflegeeinrichtungen) mit den Kassen vereinbart sind. Wobei die Kasse im prinzip den Preis diktiert, da eine Pflegeeinrichtung diese Preise nicht nach den tatsächlichen Betriebskosten mit den Kassen aushandeln kann.


    Klar sind die Verträge Bundeslandspezifisch. Erschwerend kommt noch hinzu, dass jeder Berufsverband in " seinem Bundesland" andere Honorare mit den Kassen aushandelt.


    Noch komplizirter wird es, da es auch noch innerhalb eines Bundeslandes verschiedene Vergütungsvereinbarungsmodelle gibt. In Hessen zum B. alleine schon 4.


    Einzig nicht zugelasse Pflegeeinrichtungen können ihre Preise frei kalkulieren, die können dann jedoch nicht mit den Pflege u. Krankenkassen abrechnen. Der Kunde muss dann alles privat bezahlen.


    Dadurch entsteht dem Pflegebedürftigen der Nachteil, dass er dann keine Kombileistung sondern nur das niedrigere Pflegegeld erhält.


    So viel dazu.


    Der PD, der beim Fragesteller aktiv ist, scheint ja eine Zulassung zu den Kassen zu haben, da wie er schreibt: mit der Kasse abgerechnet wird.


    Cairns du schreibst: ich glaube, dem fragesteller ging es um falschabrechnungen und nicht um belehrungen, was nun SGB V und/ oder SGB XI ist.


    Und genau hier liegt ja das Problem die Frage zu beantworten. Um dem Fragesteller antworten zu können ob falsch abgerechnet wurde müssten wir die Leistungsnachweise und die rechnungen vorliegen haben. Alles andere ist hier reine Spekulation.


    Auch hat der Threaderöffner bisher noch immer nicht gesagt, welche Leistungen oder was der PD für diese 30€ die Stunde erbringt.


    ER machte bisher nur sehr vage Andeutungen dazu, sagt nicht konkret was erbracht wird.


    Wie schon gesagt hege ich den Verdacht, dass er hier etwas miss versteht.


    Um ihn über die Abrechnungsmotalitäten zu informieren muss das System "kurz" erklärt werden.


    Carins: welche Leistungen ausser Betreuungsdiensten u. Verhinderungspflege rechnet ihr denn nach Stundensätzen ab?

    Unsere Kostenübernahme bezieht sich auf die Leistungen der häuslichen Krankenpflege gemäß SGB V. Die Pflegefachkräfte Ihres Pflegedienstes erbringen jedoch nicht nur Leistungen der häuslichen Krankenpflege (Behandlungspflege), sondern zeitgleich auch Leistungen, die den Bereich der Pflegeversicherung SGB XI (Grundpflege) fallen.


    Aufgrund der uns eingereichtenärztlichen Verordnung übernehmen wie für Sie die Kosten der häuslichen Krankenpflege (Behandslungspflege) für 250 Stunden als Monatsbudget für den verordneten Zeitraum. Die Stunden können im Rahmen eines Stundenbudget monatlich flexibel eingesetzt werden, dürfen aber insgesamt die Stundenzahl der Monatstage nicht übersteigen.


    Stunden aus dem Budget, welche im Verlauf des Monats nicht geleistet wurden können nicht auf den kommenden Monat übertragen werden. Die Kosten für die häusliche Krankenpflege rechnet die Pflegedienst direkt mit uns zu dem vereinbarten Stundensatz von 30 Euro ab.


    Bitte achten Sie darauf, dass auf dem Leistungsnachweis die erbrachten Leistungen durch die Mitarbeiterkürzel bestätigt sind, sowie dass sowohl Sie wie auch die Pflegedienstleitung unterschrieben haben. Ohne diese Bestätigung aller, dass die Leistungen erbracht wurden, können diese nicht abgrechnet werden.

    @ marcel8

    ist das ein Schreiben von der Kasse?


    Wenn das so ist, dann sieht das Ganze nach einer freiwilligen Kassen-Satzungsleistung nach dem SGB V aus.


    Früher nannte sich das Krankenhausvermeidungspflege.


    Diese Leistung- Krankenhausvermeidungspflege- haben jedoch nicht alle Kassen in ihrer Satzung stehen.


    Diese Möglichkeit der Versorgung gibt es, wenn jemand aus der Klink entlassen wird, keine Pflegestufe hat und nur vorübergehend Hilfe benötigt.


    Voraussetzung ist jedoch, dass neben der Grundpflege auch Behandlungspflege erbracht wird und keine im Haushalt lebende Person diese leistungen erbringen kann.


    Da dies eine freiwillige Satzungsleistung der Kassen ist, kann jede Kasse diese Leistungen nach ihrem Gutdünken in der Satzung festlegen oder auch nicht.


    Da gibt es von Kasse zu Kasse sehr gravierende Unterschiede.


    Mal ist es wie in diesem Fall, auf eine mtl. Summe gedeckelt, dann gibt es wieder zeitl. Begrenzungen, dann gibt es zeitliche und betragliche Deckelungen.


    Dem Einfallsreichtum der Kassen ist hier bei den freiwilligen Satzungsleistungen keine Grenze gesetzt, solange keine verstöße gegen das geltende SGB V u. SGB XI bestehen.


    Ob jetzt aber Betrug vorliegt kann hier im Forum nicht gesagt werden, da wir keine einsicht in Unterlagen haben, die Verträge des PD mit euch und den Kassen nicht kennen und auch nicht wissen wie oft und wann und wie lange der PD bei euch vor Ort war und welche Leistungen erbracht wurden.


    Wie schon einmal gesagt, alle Antworten ob Betrug oder nicht, sind ohne kenntniss der oben genannten Dinge alles reine spekulationen.

    @ marcel8

    wo liegt das Problem uns zu sagen welche Leistungen erbracht wurden oder werden?


    Lag ich mit meiner Vermutung der satzungsleistung richtig?


    Und ich wiederhole nochmals:


    Ob jetzt aber Betrug vorliegt kann hier im Forum nicht gesagt werden, da wir keine einsicht in Unterlagen haben, die Verträge des PD mit euch und den Kassen nicht kennen und auch nicht wissen wie oft und wann und wie lange der PD bei euch vor Ort war und welche Leistungen erbracht wurden.


    Wie schon einmal gesagt, alle Antworten ob Betrug oder nicht, sind ohne kenntniss der oben genannten Dinge alles reine spekulationen.

    darf die Pflegedokumentationsmappe von PD einzogen werden?

    Hallo darf die Pflegedokumentationsmappe vom Patient vom ambulanten Pflegedienst eingezogen werden??


    Es war nämlich so, dass der Pflegedienst einfach die Pflegedokumentationsmappe eingezogen hat und das Pflegepersonal beim Patienten nicht dokumentieren konnte!!!

    Jetzt kommen wir der Sache endlich näher. Du wirst beatmet. Somit stellt dieser Vertrag keine Satzungsleistung sondern eine sogenannte Einzelvereinbarung bei Intensivversorgung dar.


    Bei solchen Einzelvereinbarungen sind alle Leistungen und die Preise mit den Kassen frei verhandelbar.


    Im übrigen betone ich nochmals:


    Ob Betrug vorliegt oder nicht kann nicht gesagt werden, da wir keine Einsicht in die Unterlagen haben.

    Jo gut geraten, dass es doch intensiv pflege war.. und mit den 10 std pro tag wird dann wohl die nächtliche Sitzwache abgedeckt...


    Also wenn wir versorgungen nicht mehr leisten können, dann wird auch gekündigt, aber nur im schlimmsten Notfall, immerhin will man die Kunden ja eigentlich halten... aber klar kann von beiden Seiten aus gekündigt werden (wie eigentlich jeder Vertrag). Ohne Unterschrift läuft bei uns jedoch auch nichts, stichwort: Pflegevertrag.


    Die Dokumappe ist natürlich Eigentum des Pflegedienstes, wir dürfen sie nicht mal einfach so an die KK aushändigen, die darf nur der MDK einfordern und das auch nur wenn die KK den MDK dazu auffordert und die das als gerechtfertigt ansehen z.b. bei Pflegestufen ermittlung etc)


    Ob da jetzt betrug vorliegt keine ahnung, aber du unterschreibst doch im Monat die Pflegeleistung die erbracht wurde, (Leistungsnachweis der erbrachten Stunden) dann siehst du doch wieviel abgerechnet wurde... und ich sag mal flappsig, wieviele Std jetzt wirklich bezahlt werden solange die KK zahlt hast du ja keinen Verlust dadurch? Nein, im ernst, natürlich muss das richtig geführt werden bei 15 minuten schaut aber keiner drauf...