Kurzfristige Pflege benötigt - welche Optionen habe ich?

    Hallo,


    meine Mutter (69) hatte 2009 einen Schlag und seitdem Probleme mit einem Bein, laufen ging zwar, war aber nicht ganz einfach. Sie konnte noch Autofahren und am sozialen Leben teilnehmen. In den letzten Jahren ging sie regelmäßig zum örtlichen Kaffeelatsch. Seit dem Beginn der Corona-Geschichte hat sie allerdings massiv abgebaut. Ich vermute, es lag einfach daran, dass sie nicht mehr raus konnte und das Training fehlte. Sie bewegte sich von Tag zu Tag weniger, seit einigen Wochen liegt sie die meiste Zeit des Tages mit Heizdecke im Bett.


    Mein Bruder wohnt im gleichen Haus in seiner Wohnung. Ich selbst lebe 100 km entfernt. Ich musste meine Mutter am Montag zum Arzt fahren, da sie selbst nicht mehr fahren kann. Ich war etwas erschrocken, wie stark sie seit unserem letzten Treffen abgebaut hat. Die Treppen im Treppenhaus in den 1. Stock kam sie zwar noch irgendwie hoch aber sie war schon stark außer Atem. Ich hatte mir nichts weiter dabei gedacht. Heute morgen ruft mich mein Bruder an und sagte mir, dass sie heute morgen beim Versuch aus dem Bett aufzustehen gefallen ist. Ich bin natürlich direkt gekommen und hab mir ein Bild der Lage gemacht und bin etwa schockiert. Sie kommt alleine nicht mehr auf dem Bett und auch ins Bett kommt sie nicht mehr alleine, da sie die Beine nicht hoch bekommt. Sie muss alle 2 Std. auf die Toilette und braucht dann jemanden, der ihr hilft. Hinsetzen auf der Toilette ist auch schwierig, selbst mit Sitzerhöhung. Es tut ihr wohl im Bein weh, wenn sie sich hinsetzt. In der ganzen Wohnung roch es nach Urin, da sie das Geschäft einfach nicht mehr richtig hin bekommt. Sie ist etwas inkontinent seit dem Schlaganfall... ich weiß nicht, ob es ihr einfach beim Hinsetzen raus läuft oder ob sie, weil sie sich nicht mehr sitzen kann, eine spezielle "Technik" glaubt entwickelt zu haben aber nach jedem Toilettengang kann man um die Toilette rum putzen, da immer nass. Gehen mit Rollator funktioniert, ist aber ziemlich unsicher. Auf einen Esstischstuhl kann sie sich nicht mehr setzen, da tut ihr das bein Weh sagt sie.... sie sitzt wenn dann nur noch auf dem Rollator.


    Nun haben wir bislang noch keinen Pflegegrad beantragt, bräuchten aber aufgrund der speziellen Situation (Bruder arbeitet tagsüber, ich bin 100km weit weg und arbeite) relativ kurzfristig Hilfe. Für Mittwoch habe ich einen Beratungstermin mit einem Pflegedienst, den ich aber morgen noch versuchen werde vorzuziehen. Die letzten Tage ist mein Bruder immer für sie einkaufen gefahren aber das bringt ja auch nichts, wenn sie nicht mehr zum Essen zubereiten aus dem Bett kommt. Geistig ist sie noch einigermaßen klar. Ein bisschen "langsam" war sie seit dem Schlaganfall immer aber im Gegensatz zum Körper hat ihr Geist in den letzten Wochen nicht abgebaut.


    Meine Fragen an andere Betroffene:


    1) Wie lange dauert der Einstufungsvorgang in eine Pflegegrad typischerweise?

    2) Welche Optionen habe ich in meinem Fall? Klar, ich werde als Selbstzahler bis die Einstufung durch ist zunächst mal einen ambulanten Pflegedienst beauftragen aber der kann ja auch nicht rund um die Uhr bei ihr am Bett sitzen und warten, bis sie grad mal wieder auf die Toilette muss. Trägt man in solchen Fällen als Betroffener "Windeln" und lässt es einfach laufen und der Pflegedienst wechselt das dann 2-3x täglich oder wie löst man solche Probleme?

    3) Was wären die Kosten von dauerhafter oder kurzzeitiger Pflege im Pflegeheim? Habt ihr da ungefähre Richtwerte?


    Vielen Dank für eure Hilfe!

  • 3 Antworten
    Notfallhammer schrieb:

    Heute morgen ruft mich mein Bruder an und sagte mir, dass sie heute morgen beim Versuch aus dem Bett aufzustehen gefallen ist. Ich bin natürlich direkt gekommen und hab mir ein Bild der Lage gemacht und bin etwa schockiert.

    Hier könntest Du dich mit dem Notfalldienst Tel. 116 117 beraten, bzw. nach der Dringlichkeit einer notwendigen Untersuchung befragen. Evtl. sollte spätestens morgen der HA tel. kontaktiert werden, zwecks Hausbesuch. Nicht das sie sich durch den Sturz innere Verletzungen/ Blutungen eingefangen hat oder sogar einen Oberschenkelhalsbruch.


    Ich will dir hier keine Angst machen, aber ältere Menschen verpacken das meisst nicht ohne Beschwerden oder Schmerzen.

    Notfallhammer schrieb:

    Nun haben wir bislang noch keinen Pflegegrad beantragt, bräuchten aber aufgrund der speziellen Situation (Bruder arbeitet tagsüber, ich bin 100km weit weg und arbeite) relativ kurzfristig Hilfe.

    Wenn möglich morgen bei der KK anrufen und entsprechende Unterlagen anfordern. Die Angabe der Versicherten Nr. deiner Mutter ist dabei sehr wichtig. Sie steht auch auf der Versichertenkarte.


    So genau weiss ich es nicht. Entweder wird bei Einstufung durch den med. Dienst rückwirkend das Pflegegeld gezahlt ( ab dem Tag der Antragstellung), oder erst ab Folgemonat. Darüber können die Pflegedienste genaue Auskunft geben und was für deine Mutter z. Zt. am wichtigsten ist.

    Ich habe heute mal versucht, einen Platz in einem Pflegeheim für Kurzzeitpflege zu bekommen aber alles nur mit Warteliste. Morgen kommt der Pflegedienst, dann werde ich mal schauen, was der empfiehlt. Nachdem ich letzte Nacht im Stundentakt zum Toilettengang raustelefoniert wurde hoffe ich, dass sich das Thema mit den Tena Pants etwas entspannt...

    Hier ist nur ein Nick erlaubt.

    Es wäre daher für dich besser gewesen einen neues Passwort anzufordern anstatt dir gleich einen anderen Nick zuzulegen.

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du das Passwort für den Nick Notfallhammer vergessen hast.

    Bist du Busfahrer oder Lokführer? ;-D