• Kurzzeitpflege verzweifelt gesucht - und dann?

    Wir stehen ganz akut vor der Situation, für meinen Vater einen Kurzzeitpflegeplatz zu benötigen. Er ist z.Zt. stationär, der Sozialdienst empfahl gestern dringlich, die Kurzzeitpflege in Angriff zu nehmen (Ergebnis ist offen, von dauerhafter Pflege bis hin zu nur kurzer Betreuung ist irgendwie alles drin, wobei ich eher von dauerhaft ausgehe). Der…
  • 154 Antworten

    Auch wenn es lange gedauert hat: auf Anhieb eine Pflegestufe zu bekommen (ohne dafür mit Widerspruch kämpfen zu müssen) ist großartig.

    Man kann sich von verschiedenen Pflegediensten beraten lassen, welche Leistungen wie erbracht werden können, was den Zustand deines Vaters betrifft. Da würde ich mehrere ruhig mal im Beratungsgespräch testen.


    Alles Gute für die Genesung deines Vaters!

    Kurzes Update:

    Die Situation ist und bleibt schwierig. Die bewilligte Pflegestufe bringt gerade gefühlt gar nichts. Die Hilfsmittel wurden geliefert; bis auf den Haltegriff in der Dusche wird nichts benutzt. Inkontinzenz-Pants, Rollator: Fehlanzeige. Steht im Weg rum. Braucht man ja nicht.


    Die Reha startet ENDLICH nächste Woche. Der Erstantrag erging ja nur im April und der MDK hat Ende August die Notwendigkeit betont. Diese ständigen Verzögerungen nerven und ich unterstelle der KK bald Verschleppungstaktik.


    Meine Ma ist mit den Nerven am Ende, zumal der Alltag immer schwieriger wird. Keine Einsicht, Weigerung Hilfsmittel zu benutzen. Er fährt Auto trotz lfd. Untersuchung/Verfahren beim Straßenverkehrsamt. Er ignoriert alles und jeden - und wird leider zunehmend aggressiv. Ich wohne im Nachbartort, aber egal wo ich im Wohnort meiner Eltern hinkomme, ich werde mittlerweile auf sein Verhalten angesprochen. Diese Woche war's dann die Autowerkstatt, wo er so ausfallend geworden ist, dass man ihn rausgebeten hat und meine Mutter nur weinend dastand. Es zerreißt mir das Herz (zumal sie solche Dinge zu meinem Schutz z.T. gar nicht erzählt).


    Und ich bin halt auch ständig hin- und hergerissen. Es kotzt mich (sorry) an, sinnlose Diskussionen zu führen. ich kann ihn ja nicht ans Bett fesseln und wickeln. Also darf meine Mutter ständig den Dreck beseitigen und die Peinlichkeiten aushalten. Sie erreicht nichts (doch, Drohungen und Beleidigungen). Ich erreiche nichts.


    Seitens der Pflegeberatung der KK wurde uns Tagespflege empfohlen. Er weigert sich. Geht nicht mal die Einrichtung anschauen. Der Platz ist mittlerweile auch weg (neueröffnete Einrichtung, die im Gegensatz zu allen anderen vorübergehend Kapazitäten hatte). Aber man kann es doch nicht veranlassen und ihn täglich gegen seinen Willen abholen lassen.


    Ich muss auch gestehen, dass ich eher selten zu Hause anrufe. Ich kümmere mich, aber habe abends oft den Impuls, anrufen zu "müssen" - und lasse es dann, weil ich die immer selben Geschichten auch nicht mehr hören kann. Dann kommt die Angst um meine Ma, das Mitleid, dass sie da so alleine hängt und zunehmend abbaut und leidet. Dann höre ich es mir an - und sitze nachher mit dem ganzen Gedankenmist da.

    Mein Partner hört es sich an, aber hat mittlerweile ziemliche Wut auf meinen Vater. Einerseits zurecht, andererseits ist komplettes Fallenlassen auch keine Option. Also kann ich die z.T. drastischen Kommentare auch noch anhören.


    Bei mir steigt der Stress- und Belastungspegel somit, obwohl oder weil sich nichts ändert.


    Kurzum:

    Was bringen alle Optionen, wenn der Betroffene alles boykottiert und es wohl immer noch nicht für eine komplette gesetzliche Betreuung reicht?


    Und was mache ich mit der ständigen Zerrissenheit zwischen Pflichtgefühl, Mitleid und "mir reicht's"???

    Sunflower_73 schrieb:

    Was bringen alle Optionen, wenn der Betroffene alles boykottiert und es wohl immer noch nicht für eine komplette gesetzliche Betreuung reicht?


    Und was mache ich mit der ständigen Zerrissenheit zwischen Pflichtgefühl, Mitleid und "mir reicht's"???

    Liebe Sunflower,


    ich war bisher stille Mitleserin, nun hattest du mich mit diesem Absatz oben. Leider kann ich dir keine Antwort darauf geben, befinde ich mich doch derzeit selbst in diesem Strudel. Ich wollte dir auch eigentlich nur mitteilen, dass ich mit dir mitfühlen kann und dir viel Kraft wünsche!

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    uff, ich dachte, nun geht es bergauf, nun bekommst du Entlassung.


    Es ist da ganz schwer, sich abzugrenzen, aber das müsste Deine Mutter tun, damit Du dich auch besser abgrenzen könntest. Dass Du dich zerrissen fühlst, ist klar.


    Ich sehe da die einzige Möglichkeit, dass deine Mutter mal für 2 Wochen Auszeit nimmt, damit Dein Vater merkt, dass er Hilfe braucht und mehr zulässt.


    Dass Dein Vater wieder Auto fährt, das nimm mal bitte raus aus den Gedanken. Du trägst nicht die Verantwortung, auch wenn Nachbarn und andere Menschen dich auf das Verhalten deines Vaters ansprechen, es ist nicht deins.


    Was kann man Dir wünschen?