• Kurzzeitpflege verzweifelt gesucht - und dann?

    Wir stehen ganz akut vor der Situation, für meinen Vater einen Kurzzeitpflegeplatz zu benötigen. Er ist z.Zt. stationär, der Sozialdienst empfahl gestern dringlich, die Kurzzeitpflege in Angriff zu nehmen (Ergebnis ist offen, von dauerhafter Pflege bis hin zu nur kurzer Betreuung ist irgendwie alles drin, wobei ich eher von dauerhaft ausgehe). Der…
  • 154 Antworten
    Sunflower_73 schrieb:

    Samoa. Geil. Ich komme (seht Ihr mich schon?!). Hab' einen dicken Walfisch bestiegen, der leider etwas träge schwimmt. Wird aber.

    Hieer rüber *wild wink*


    Ich hoffe das du gerade in diesem Moment ein erhellendes Gespräch führst und schön das dein Typ dich unterstützt. :-)


    Hoffentlich gibt es einen klares Marschplan für die nächsten Wochen, damit du in ruhe sortieren und machen kannst.

    Update:

    Ich habe dann tastsächlich (mit angekündigter halber Stunde Wartezeit, aber das war ja völlig okay) die Oberärztin (!) erwischt. Sehr nett und hilfsbereit, sehr klar in ihrer Struktur. Sie hat es selber auch geschickt eingefädelt, dass erst im Beisein meines Vaster gesprochen wird und dann unter vier Augen.

    Fazit:

    Er bleibt noch einige Tage, da eh einige Dinge noch gecheckt/Untersuchungen wiederholt werden müssen. Es wird am Montag der Sozialdienst eingeschaltet und erneut Eilantrag auf Pflegestufe gestellt sowie Antrag auf geriatrische Reha. Sie schlug sogar vor, nochmals bzgl. Chancen auf gesetzliche Betreuung hinzuschauen und nochmals mit mir zu besprechen.


    Aktuell ist mein Vater phasenweise orientiert; phasenweise redet er völligen Blödsinn. Merkt es z.T. selber (erzählte, dass er beim Röntgen am Vortag nicht wusste, wo er sei und warum). Er erinnert sich nicht an den Sturz, behauptet wir reden Blödsinn. Foto der Blutlache in der Garage ließ ihn desinteressiert zurück. Er hat Wasser im Herzbeutel, Blutdruckspitzen über 250 (und das nach Anlage zweier Stents vor 8 Wochen, nach denen die Werte gut waren). Die Werte sind so besorgniserregend, dass die Frage im Raum stand, ob er seine Medikamente überhaupt einnimmt. Meine Mutter meint ja, ich bin mir nicht sicher. Da muss eine Lösung her bzgl. Medikamentenstellung (ich? Pflegedienst?).

    Bei Einlieferung zudem deutlich erhhöhte d-Dimere = Embolieverdacht, aber letztlich im CT nix gefunden.

    Es sind etliche Untersuchungen gelaufen (Schädel-Röntgen, Schädel-CT, Lungen-CT, Langzeit-Blutdruck und -EKG, Ultraschall Herz und und und). Nierenfunktion hat sich unter Infusionen gebessert, jetzt wieder verschlechtert. Er trinkt zu wenig...


    Und letztlich habe ich endlich mal die Berichte zu Gesicht bekommen aus der vorherigen Klinik, wo ja alles chaotisch lief. Deutlicher Hirnabbau, eine ganze Reihe von Diagnosen. Auch die Fremdgefährdung ist erwähnt (zum Glück, dann ist es nicht mehr nur eine Behauptung von uns ggü. MDK etc.). Die Ärztin war daher auch irritiert, dass der erste Eilantrag auf Pflegestufe abgelehnt wurde. Tja, abwarten.


    Ob ich nun Ruhe bekomme oder der Stress weiter geht: Keine Ahnung. Ich hoffe, das mit dem Eilantrag geht diesmal durch und wirklich als Eilantrag. Ich hoffe die Reha geht durch und dass wir spätestens dann bzgl. gesetzl. Betreuung entscheiden können. Ich sehe ehrlich gesagt noch keine Entlastung, aber...

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    kurz nur, Medikamente stellen ist eine medizinische Massnahme und wird über Hausarzt verordnet, zählt nicht zur Pflegestufe.



    Freu mich sehr für dich, dass es nun vorran geht

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    so noch mal ich....


    Es hört sich wirklich gut an, die Diagnosen im vorherigen Krankenhaus und nun zusätzliche Rückendeckung von der Oberärztin. Falls die Begutachtung sogar im Krankenhaus oder der geriatrie gemacht werden sollte, hast Du sehr gute Chancen auf einen hohen Pflegegrad. Aber auch zu Hause sehe ich da hohe Chancen.


    Es ist da Licht am Horizont, so sehe ich das.


    Wünsche dir endlich eine Erholungsphase

    Klingt super. Jemand kopententen und klaren vor sich zu haben ist einfach Gold wert. Hoffentlich finden sich da nun gute Wege und Plätze.

    Danke für Eure lieben Worte!


    Ich konnte gestern Abend noch mit der Hausärztin telefonieren, das war zusätzlich hilfreich. Sie ist ja auch keine Verfechterin der Maximal-Medizin, so dass man Dinge eben auch kritisch beleuchtet.

    Sie hält den erneuten Eilantrag bzgl. Pflegestufe auch für ein Muss; empfahl ggf. sogar Einschaltung Anwalt, wenn der MDK wieder nicht aus dem Quark kommt (Eilantrag-Bearbeitungsdauer letztes Mal 3 Wochen, obwohl das in 48 Stunden laufen soll... Regulärer Antrag Ende Mai gestellt, bis heute kein regulärer Termin möglich.). Und sie sieht in der geriatrischen Reha auch ein Muss.

    Den Antrag auf Betreuung empfiehlt sie aktuell nicht. Ihre Erfahrung mit dem hiesigen Gericht ist, dass nach akuten Dingen (v.a. wie jetzt Schädel angeschlagen und Krankenhaus-Ausnahmesituation) gerne mal vertröstet/abgelehnt wird. Wir warten jetzt die Reha ab, werden dafür kämpfen - und da kennt man sich mit der Materie ja aus. Entweder er fällt auf und es wird im Bericht deutlich, oder er bricht ab (dann gilt er als schlecht führbar). Hypothese aktuell: Reha-Entlassbericht wird wichtiges Puzzlesteinchen.


    Also abwarten, für Reha kämpfen, auf Reha hoffen...


    Der Patient selber zeigt stark schwankendes Befinden, gestern aggro und so desorientiert, dass er vom Café nicht auf die Station fand, sein Zimmer nicht fand. Und im Cafe den Weg zurück zum Tisch auch nicht fand. Zudem ist er auf Schonkost; den Hintergrund kenne ich nicht - aber er futtert Kuchen, Chips,... *seufz* Weil er die Beschaffung dann doch irgendwie hinkriegt, Mitpatienten bequatscht,... Ärzte sind informiert und mittlerweile sind sowohl die Kardiologen als auch die Neurologen involviert.

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    Ich drückd ie Daumen dafür, dass die Reha gut durchfluthscht, ohne allzuviel Kampf. Und dann der Entlassbericht den Rest einafcher macht.

    Danke Euch!

    Ja, der erste Druck und die erste Kopflosigkeit waren erstmal weg...


    Leider reißt es nicht ab. Wg. Antrag audf geriatrische Reha wird der Eilantrag auf Pflegestufe nicht bearbeitet. "Reha vor Pflege". Tja...

    Reha-Antrag ist raus, Einrichtung ausgesucht. Nun bockt mein Vater aber, ist uns gegenüber nur aggressiv im Krankenhaus und will sich täglich gegen ärztlichen Rat entlassen lassen. Er hat sich mit der Pflege angelegt (wohl ziemlich komplett), sein Bettnachbar hat sich bitter bei mir beschwert (aber fragt auch, wie wir das aushalten). Aggressiv-fordernd ohne Ende, dabei weiterhin ausstehende Behandlungserfolge, weiterhin Wasser im Herzbeutel (evtl. sogar mehr geworden statt weniger).

    Reha wird wohl nicht nahtlos gehen, wobei die Mitarbeiterin vom Sozialdienst auch fragte, ob und wie wir ihn zu Hause denn noch aushalten. Gewöhnung? Kurzzeitpflege zur Überbrückung ist aber raus, mangels Pflegestufe und freien Plätzen. Allg. Mangel, Urlaubszeit,... ARGH!


    Auf gut Deutsch: Er könnte täglich, erneut nicht zu Ende behandelt, zu Hause aufschlagen. Und die Reha dann verweigern und dann stehen wir wieder blöd da. Ohne hilfreichen Bericht, ohne detaillierte Einschätzung der Situation aus fachlicher Sicht.


    Ich gehe auf dem Zahnfleisch, meine Ma ist überfordert, will ihn nicht zu Hause haben, weinte gestern am Telefon aus Angst vor ihm.

    Ich jongliere wieder alles und bin auch am Limit, muss mich auch nur beschimpfen lassen. Habe ihm gestern mit Psychiatrie gedroht, was ich nicht wollte (Drohungen bringen nicht viel, wenn jemand es nicht mehr wirklich versteht). Aber da war gestern die Schmerzgrenze erreicht.


    Ich hoffe nur, dass er noch einige Tage bleibt, die Reha nahtlos klappt oder er zumindest überhaupt zustimmt, sie zu machen. Denn er ist ja fit, die machen nichts mit ihm, das Laufen ist so viel besser. Realitätsverlust pur.

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    Nimm noch mal Kontakt zur Hausärztin auf und schildere ihr die aktuelle Situation. Vielleicht wäre der Antrag auf Betreuung nun erfolgreich. Ich würde auch die Eilbetreuung anvisieren, wenn sich deine Mutter und sonst auch keiner kümmern kann, bzw. unter diesen Vorraussetzungen will.

    In welchem Bundesland lebt dein Vater? Meiner Meinung nach sollte eine Unterbringung in einer Psychiatrie möglich sein.

    Liebe Sunflower73

    Meinst Du, dass es etwas bringen würde, wenn deine Mama ein paar Tage zu dir käme? Einfach ,damit dein Vater erlebt, wie es ist, wenn er alleine wäre ein paar Tage zu Hause.


    Meine Frage ist nicht, ob Deine Mutter das mitmachen würde, auch nicht, wie Du dich fühlen würdest, sondern, was passiert wenn dein Vater mehrere Tage allein wäre.


    Denn in erster Linie brauchst du Erleichterungen und auch deineMutter.


    Wenn du also Gefühle völlig weg lassen würdest sowie Verpflichtung gegenüber dem Vater und nur Deine Bedürfnisse sehen würdest was wäre dann? Also nur mal in Gedanken durchspielen ohne die Gefühle.

    Boah, das klingt mega ätzend. Können die im Krankenhaus denn einen entsprechenden Bericht schreiben, damit ihr eine bessere Chance auf Betreuung habt? Wenn der sich so aggressiv aufführt müsste das doch drinne sein oder?

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