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    meine eltern haben sich aufgegeben..am verzweifeln

    muss jetzt ein bisschen weiter ausholen..wird also ein wenig länger der text..

    meine mama ist seit 10 jahren nach einem schlaganfall halbseitig gelähmt und deshalb ein pflegefall..

    seit dem haben mein papa und ich sie gepflegt (mein papa ist gesundheitlich selber schon immer angeschlagen gewesen aber hat das mit meiner unterstützung trotzdem gemacht)

    jetzt ist er vor ein paar wochen 3 mal zusammengesackt und kam ins krankenhaus..diagnose nierenversagen prostatavergrößerung..usw

    haben den entschluss dann getroffen das meine mutter nun ein ein pflegeheim muss weil ich die betreuung nicht allein übernehmen kann (platz ist im august frei bis dahin bin ich in pflegezeit und kümmer mich um sie)..wenn mein papa einen pflegegrad bekommt würde er dann auch mit ins heim ziehen..muss aber alles noch organisiert werden..

    nun ist es aber so das er gar nicht mehr laufen kann..was jetzt nicht so dramatisch ist ..er kam mit dem rollstuhl eigentlich zurecht..nur in den letzten tagen baut er extrem ab..schläft nur noch..isst kaum was ..lässt sich regelrecht hängen..

    ich weiß gar nicht mehr was ich tun soll..und wie ich ihn noch irgendwie motivieren soll..es wird jeden tag schlimmer..

    bin schon ausgelastet mit der pflege von meiner mama..das nimmt schon den ganzen tag in anspruch..und jetzt lässt er sich so gehen..als hätte er jeden lebenswillen verloren....

    er muss im august wieder ins krankenhaus ..und muss da an der prostata operiert werden..ich weiß nicht ob ihm das so zu schaffen macht..

    aber er lässt auch nicht mit sich reden..hab wirklich angst das er in den nächsten wochen zu schwach wird und wer weiß was passiert..

    aber er entscheidet ja noch für sich selbst..eigentlich war er ja geistig noch fit..was ich aber langsam schon anzweifle..

    für meine mutter hab ich die betreuung ..da kann ich die bestmögliche versorgung organisieren..aber für ihn..ich kann ihn doch nicht einfach vor sich hinvegetieren lassen..

    mir geht es selbst schon gesundheitlich gar nicht mehr gut..war schon beim arzt..der hat auch gesagt ..lang halte ich das nicht mehr durch..weiß wirklich langsam nicht mehr weiter..2 pflegefälle zu versorgen ist einfach zu viel..

  • 22 Antworten
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    Nierenversagen ist nun auch kein Zuckerschlecken. Da geht es einem körperlich nicht gut.


    Vielleicht ist er auch des Lebens wirklich müde. Bei Nierenversagen ist man schwerst erkrankt und hast du schon mal überlegt, dass Motivation da u. U. nicht der richtige Weg ist?


    Mein Vater hatte das im letzten Abschnitt seines Lebens. Da zu sein war wichtig, nicht Motivation oder Sätze wie: das wird schon.... Die hat er sich regelrecht verbeten...


    Was die Leute immer für dummes Zeug reden, wenn man weiß, da wird nichts mehr besser, das sei Hohn für ihn....


    Bei Nierenversagen kommt man in der Regel an die Dialyse, wenn man noch recht gut drauf ist, bei meinem Vater hat man das wegen Aussichtslosigkeit aber auch nicht gemacht.


    Wird der Vater denn dialysiert?


    Ich denke mal, hier muß eben auch eine Pflegestufe beantragt werden, Kurzzeitpflege vielleicht, laß dich von sozialen Diensten beraten. Du musst entlastet werden.

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    nein an die dialyse muss er nicht..die nieren funktionieren noch zum teil..waren total überlastet weil die prostata extrem vergrößert ist und er die blase nur noch wenig leeren konnte ..jetzt hat er einen katether ..mit dem klappt das gut..

    das mit der pflegestufe läuft schon..warten auf den termin mit dem mdk..

    selbst meine mutter wundert sich über ihn (obwohl sie ja selbst wirklich schwer pflegebedürftig ist)..er kam aus dem krankenhaus und es ging ihm eigentlich relativ gut aber seit letzten sonntag hat er keinerlei antrieb..meine mutter hatte diese woche geburtstag und er hat sich nicht mal für ne viertelstunde mit ihr zusammen an den tisch gesetzt und mit ihr mal kaffee getrunken..

    ich weiß auch wirklich nicht wie ich mich verhalten soll..ob ich morgen den arzt anrufen soll..aber wenn ich meinen papa frage ob er schmerzen hat oder so..sagt er immer nur nein..

    heute war meine tante bei uns..sie war auch wirklich erschrocken wie er sich verhält..eigentlich war er froh das es mit den heimplätzen so klappt und das sie dann zusammen ein zimmer hätten und jetzt hab ich aber das gefühl das ihm alles egal ist und es ihm auch egal ist was mit meiner mutter ist..jetzt hat er sich so lange um sie gekümmert und hat alles für sie gemacht..und jetzt ist das alles vorbei..

    das kann ich gar nicht mit ansehen

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    steeli schrieb:

    .und jetzt lässt er sich so gehen..als hätte er jeden lebenswillen verloren....

    Wenn es nicht mehr geht, dann muss er in eine akut Geriatrie. Das ist eine Fachstation für ältere Patienten die aktut krank geworden sind oder wo sich eine chron. Erkr. akut verschlechtert hat.

    Dort arbeiten Geriater, da sind Fachärzte für ältere Patienten.


    Er müsste dann vom Hausarzt eingewiesen werden zur weiteren Untersuchung und Diagnostik z.B. weil sich der Allgemeinzustand plötzlich verschlechtert hat.


    Dort wird er untersucht und man kann schauen warum wird er aufmal schlechter. ist es etwas organisches oder ist er depressiv geworden.

    • Neu

    Es könnte natürlich auch eine Depression sein, weil er nicht mehr die Kraft hat, sich um sie zu kümmern. Wenn er sich so in sich zurückgezogen hat, wäre das sogar ein ziemliches Anzeichen dafür.


    Vielleicht braucht er ein Medikament, was ihn diesen Zustand besser ertragen lässt.


    Seine Stimmung würde ich dann dem Hausarzt mitteilen. Als mein Vater damals ins Heim musste, brauchte er auch Stimmungsaufheller, bis er sich dort eingelebt hatte.


    Man konnte dann später das Medikament wieder reduzieren.


    • Neu

    ja ich werde mit dem hausarzt darüber sprechen..und hoffe das wir eine lösung finden...

    die pflege meiner mutter kostet mich schon meine ganze kraft und ich war eingentlich so froh das es ihm nach dem krankenhaus relativ gut ging..dann der ganze papierkram der jetzt zu erledigen ist ..um alles zu organisieren..da hat er mir am anfang noch geholfen. hat noch unterlagen gesucht usw..und plötzlich ist alles egal..ich vermute auch ganz stark eine depression..obwohl er nie so den hang dazu hatte..

    er hatte schon viele schwere operationen und war trotzdem immer positiv..villeicht wundert es mich deshalb so..weil er immer gekämpft hat für sich und meine mutter

    • Neu

    Wie gesagt, der Hausarzt kann eine Überweisung schreiben. Dann kann er dort internistisch komplett durchuntersucht werden.

    Die Pflege kann ein Ess- und Trinkprotokoll erstellen, damit man sieht wieviel er überhaupt isst und trinkt.


    Wenn es nur eine Depression ist, dann können die Ärzte ihn mit einem Stimmungsaufheller einstellen

    • Neu

    Ich bin da bei Benita. Mein Stiefvater ist im letzten Jahr an Nierenversagen verstorben.

    Er war immer ein großer Esser. Aber als das Nierenproblem akut wurde, hatte er einfach keinen Hunger mehr. Der Palliativarzt hat gesagt, das einem bei Nierenversagen oft kotzübel ist. Auch hat er fast nur noch geschlafen. War sehr schwach, weil durch das Nierenversagen eine Anämie entstand.

    • Neu
    Zitat

    Ich bin da bei Benita. Mein Stiefvater ist im letzten Jahr an Nierenversagen verstorben.

    Er war immer ein großer Esser. Aber als das Nierenproblem akut wurde, hatte er einfach keinen Hunger mehr. Der Palliativarzt hat gesagt, das einem bei Nierenversagen oft kotzübel ist. Auch hat er fast nur noch geschlafen. War sehr schwach, weil durch das Nierenversagen eine Anämie entstand.

    Zitat

    Genau so ist es. Mein Vater hatte auch eine starke Anämie, verschlief den ganzen Tag, war geistig aber voll da und erklärte, wie er zusehen müsse, wie nichts mehr geht.


    Hier hat sich der Vater ja voll in die Pflege seiner Frau eingebracht, zu erkennen, dass man dazu keine Kraft mehr hat, ist ja eine doppelte Erkenntnis. Erstens erst selbst, der kraftlos ist und dann zweitens die Erkenntnis, dir deshalb nicht bei der Mutter helfen zu können.


    Eltern zu pflegen ist wunderbar, geht aber sehr an die Substanz. Ich habe beide (im Rückblick: zum Glück) nacheinander gepflegt . Zusammen - das wäre gar nicht gegangen.


    Hol dir bitte jede Hilfe, die du bekommen kannst. Das mit der Geriatrie ist auch eine gute Idee.


    Viel Kraft!

    • Neu

    ich denke auch..die pflege meiner mutter hat ihm immer kraft gegeben..er ist auch schon sehr lange gesundheitlich sehr angeschlagen gewesen..aber so hat er halt immer weiter gemacht..

    und hat sich natürlich selbst komplett vernachlässigt..wer weiß wie lange die niere schon geschädigt ist..

    eigentlich hat es sich die letzten jahre immer nur um meine mutter gedreht und um ihre pflegebedürftigkeit..und jetzt bricht alles zusammen..da bleibt nur noch das pflegeheim..das tut mir zwar leid..aber mein arzt hat mir eben auch schon "gedroht" mich wegen burnout ins krankenhaus einweisen zu lassen..und ich habe ja auch noch meine eigene familie die oftmals schon wegen den vielen krankheiten von oma und opa zurück stecken mussten..


    hab vorhin mit meinen papa gesprochen ob ich mal den hausarzt holen soll..aber das möchte er absolut nicht..er hat bestimmt angst wieder in krankenhaus zu müssen..weiß gerade wieder nicht was ich machen soll..ich denke ich ruf morgen einfach mal an ..das sie vielleicht zum blut abnehmen kommen oder den urin mal testen lassen..durch seinen katheter besteht ja auch immer die gefahr einer blasenentzündung..

    • Neu
    steeli schrieb:

    aber das möchte er absolut nicht..er hat bestimmt angst wieder in krankenhaus zu müssen..weiß gerade wieder nicht was ich machen soll..

    Da musst du nicht zimperlich sein.

    Anrufen, dass die kommen sollen. Nicht lange fackeln und überlegen ob Vater das denn wohl gut findet oder nicht.

    • Neu

    Kannst Du kurzfristig einen Platz in einer Tagespflege-Einrichtung bekommen? Das hat bei meinem Vater ein kleines Wunder bewirkt (wobei die körperlichen Probleme bleiben; aber auf der psychischen Ebene kam wieder Leben & Perspektive rein...).


    Ansonsten versuche, offen mit ihm zu reden. Zuzuhören, was in ihm vorgeht. Vielleicht findest Du da einen Ansatzpunkt.