Minusstunden erlaubt?

    Hallöchen!


    Habe durch Zufall dieses Forum entdeckt und mich sofort registriert *:). Vielleicht hat ja auch jemand eine Antwort auf meine Frage: Ich habe eine neue PDL, welche seit Januar auch unseren Dienstplan schreibt und uns immer weiter in die Minusstunden treibt.Ich selbst habe mittlerweile 26 Minusstunden und habe sie darauf angesprochen. Sie meinte nur, daß bis 40 Minusstunden in der Dienstplanung erlaubt sind. Ich arbeite in einem privaten Pflegeheim und konnte zu diesem Thema leider nichts in meinem Vertrag o.ä. finden. Vielen Dank schonmal!

  • 21 Antworten

    Ich..

    ...mein zu minus stunden kann es immer kommen was auch normal ist aber, ich hab noch nie gehört das bis 40std erlaubt sind!Ich arbeite auch in der pflege und hatte da noch nie damit ein problem.

    Überhaupt ist es ungewöhnlich das ihr es Euch erlauben könnt Minusstunden zu machen. Ich wäre froh, wenn ich mal einige meine 110 Überstunden abbauen könnte...


    Mit welcher Begründung tut sie das? Gibt es keine Arbeit???

    Hallo Doris!

    Ich hatte auch schon einmal vor längerer Zeit zu diesem Thema hier gepostet.


    Bei uns ist es das gleiche Spiel, allerdings sagte man uns, das wir keine Angst haben müssten, die Minusstunden wieder reinzuarbeiten, die Erfahrung hat aber gezeigt, das es durchaus immer wieder vorkommt, das wir 1-2 Tage mehr im Monat arbeiten.


    Zudem versuchen die Stationsleitungen auch immer wieder einen zum Einspringen zu erpressen ("du hast ja soviele Minusstunden!"), das funktioniert natürlich immer bei einigen Kollegen, inzwischen lässt sich die Mehrzahl aber nicht mehr davon beeinflussen.


    Ändern kann man nichts und es ist wohl auch zulässig.

    @ Eiche:

    Minusstunden kommen durch sogenannte "kurze" Dienste zustande, also z. B. 5-Stunden Dienst, die auch eine Vollzeitkraft bis zu einem gewissen Maß arbeiten darf. Oder bei uns auch dadurch, das wir am Wochenende nur 7 Stunden statt 8 Stunden arbeiten.

    Re: Minusstunden

    Arbeit haben wir mehr als genug, wie ich finde. Es ist zur Zeit so, daß wir 3 Azubis bei uns haben und die werden wie Vollkräfte eingesetzt. Das finde ich allerdings bedenklich, weil 2 von ihnen sich im ersten Semester ihrer Ausbildung befinden. Aber sie werden wie PHK's eingesetzt und so kann man schon mal sparen. Bei uns Fachkräften ist das so, daß die PDL uns täglich mindestens eine Stunde streicht. Weil von 13 -15 Uhr müßte keine Fachkraft außer ihr da sein. Wenn sie dann auch präsent wäre, hätte ich ja gar kein Problem abermeist huschen die PHK's und Azubis allein über die Station. Naja, wie auch immer, demnächst gibt es zu diesem Thema eine Teamsitzung (wie ich gestern erfuhr) und ich hoffe, daß ich nicht die Einzige bin die sich die Schnutte verbrennt. Übrigens vielen Dank für die Reaktionen!!!! @:)

    @ doris

    Normalerweise steht im Arbeitsvertrag sowas wie: monatliche oder wöchentliche Arbeitszeit... uns sonstige Zeiten, in denen Stunden ausgeglichen werden sollten.


    Wenn es keine mit dem Betriebsrat festgelegten Sonderregelungen gibt oder gar im Vertrag keine flexible Arbeitszeitgestaltung von Seiten des Arbeitgebers gibt (Stichwort: Arbeitszeitkonten), geht es zu Lasten des Arbeitgebers, wenn er Deine bereitgestellte Arbeitskraft nicht benötigt.


    Guck doch mal bei


    http://www.recht.de/phpbb/view…ee128079ee0b5df289b064d6f


    vorbei und nutze die Suchfunktion.


    Da findest Du sicherlich was, was auf Dich zutrifft. Ansonsten kannst auch selber fragen ;-)


    LG


    reX

    Unsere PDL sieht es auch lieber wenn wir Minusstunden haben,so können sie uns im Notfall dann immer mit dieses Begründung aus dem Frei holen.


    Ausserdem arbeite ich nur 30 Stunden in der Woche und wenn ich dann mal krank bin oder Urlaub haben sollte komm ich meist automatisch ins Minus (liegt daran das wir in ner 30 Stunden-Woche einen 7 Stunden Tag haben,etwas kompliziert zu rechen,aber schon ok.)

    Zitat

    so können sie uns im Notfall dann immer mit dieses Begründung aus dem Frei holen.

    Naja, wenn Ihr das mit Euch machen lasst. Es gibt sowas wie einen Dienstplan und den Grund für ein "Muss" beim Einspringen, gibt es seltener als man glaubt.


    In unserem Beruf ist man eh sehr kooperativ und flexibel, was Arbeitszeiten und Extra-Dienste angeht. Wenn mir mein Arbeitgeber aber auf die Tour kommt... dann spring ich schon aus Prinzip nicht ein.


    Ich erwarte ein "bitte", ein "danke" und, dass es akzeptiert wird, dass auch mal ein "nein" kommen kann, weil man hat schließlich noch ein Leben nebenher.


    LG


    reX

    @Internex

    Das stimmt schon aber wir sind auch ein relativ kleiner Pflegedienst und so ist das Polster an flexibelen Kräften nicht sehr dick.Ausserdem kann ich mich über meine Dienstzeiten ansonsten nicht beklagen.Höchstens 6 oder 7 Dienste am Stück,keine Nachtdienste,sehr sehr selten kurzer Wechsel und man muss bedenken das wir alle in Demenz-WG´s arbeiten wo ein Personalwechsel auch für kurze Zeit problematisch ist,so das wir Krankheitsausfälle dann mit Kollegen aus der eigenen WG abdecken.


    Wir haben ein wirklich gutes Klima und da kann man soetwas auch machen.

    Ach noch etwas ...ein Muss gibt es nicht,Wunschfrei wird vorranging akzeptiert und ansonsten wägt man das schon ab,auch persönlich...denn jeder kann mal krank werden und ist dann froh wenn Ersatz aus den "eigenen"Reihen gefunden wird der sich freiwillig bereit erklärt Dienste zu übernehmen.

    @ frida

    Ich schrieb ja: wir sind in diesem Beruf meist bereit, flexibel und kooperativ bei den Arbeitszeiten zu sein. Wenn das so kollegial bei Euch abläuft, dann find ich das auch akzeptabel.


    Bei Doris klingt das nicht so.


    Und wenn man dann noch mit diesen "juristisch unkorrekten" Minusstunden "erpresst" wird (ist ja nix anderes), dann hört es bei mir auf - aus Prinzip.


    LG


    reX

    @ IntereX

    Unter den Kollegen hab ich überhaupt kein Problem, nur die neue Chefin versucht mit aller Kraft 'ihr Ding'durchzusetzen. Mittlerweile hat sie teilweise eingelenkt und versucht mit uns zu reden, was sie vorher nicht gemacht hat. Da hat sie nämlich nur ihre neuen Dienstanweisungen und geistigen Ergüsse auf den Tisch gelegt kurz bevor sie Feierabend hatte, damit sie auch ja niemand darauf ansprechen kann.


    Allgemein:


    Übrigens vielen Dank für die Diskusion, es ist wirklich mal interressant wie es in anderen Einrichtungen so ist.

    @ Doris

    Also, ich hab nochmal ein Schreiben unseres Personalrats zu dem Thema durchgelesen.


    Da wir nach BAT arbeiten und keine interne Regelung haben, sind Minusstunden nur in beiderseitigem Einvernehmen erlaubt; genauso hat der Mitarbeiter dann Mitsprache, in welchem Zeitraum er das wieder einarbeiten will.


    Androhung von Dienstanweisungen (sind ja steht´s nur Androhungen) oder sonstigen Konsequenzen, wenn man nicht kurzfristig einen festgeschriebenen Dienst ändern möchte, erfüllen im Juristischen den Tatbestand der Nötigung.


    Muss sich mancher Arbeitgeber mal genau vor Augen führen.


    Wie gesagt, ich bin meist ja auch gerne bereit und hab alleine im Januar 4 mal den Dienst gewechselt (immer seeehr kurzfristig)... aber so selbstverständlich ausnützen lassen, find´ ich ein bisschen ein einseitiges Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis.


    Und in erster Linie haben sich alle erstmal an die Regeln zu halten. Was man dann unter sich freiwillig vereinbart, bleibt jedem selbst überlassen.


    LG


    reX

    minusstunden gewollt

    Ich arbeite als Krankenpfleger in einem privaten Pflegeheim mit 73 Bewohnern. Das Thema Minusstunden gibt es bei uns erst, nachdem die Woche bei uns auf 6 Arbeitstage und 40 Stunden aufgeteilt wurde. Rein rechnerisch ist es kaum möglich, die volle monatliche Stundenzahl bei Dienstzeiten im Früh, von 6.00 Uhr - 13.00 Uhr und im Spät von 12.45 Uhr - 20.00 Uhr zu erreichen. Der Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass er offiziel mit weniger Personal auskommt, wir aber dafür regelmässig Überstunden machen müssen. Durch die Minusstundenplanung im Voraus verschwinden diese aber immer im Nirvana. Es ist keine Seltenheit, dass unser examiniertes Personal mal 21 Tage am Stück durchziehen muss, um die Pflege aufrecht zu erhalten. Laut Aussage der Heimaufsicht und des MDK - Schleswig Holstein ist diese Form der Dienstplanung nicht Rechtmässig. Dafür gibt es ja auch zur Berechnung der notwendigen Kräfte den Pflegeschlüssel. Lasst Euch also nicht mit diversen Ausreden der Arbeitgeber abspeisen, Ihr seit im Recht. Falls es nicht funktioniert, steht es Euch schliesslich immer noch frei, den Arbeitsplatz zu wechseln. Jeder verkauft seine Arbeitskraft ja so teuer wie möglich....

    Minusstunden und die soziale Ader

    Ok, also, es ist ein leidiges Thema. Die eine Seite sagt das bei uns und die andere das. Der Arbeitgeber sagt natürlich, kommen Sie sie müssen flexibel sein, und ist es nicht schön und nett von mir, daß ich Ihnen heute etwas frei gebe?


    Gut, unser Personalrat sagt, und das klingt eindeutig, daß Du durch Deinen Arbeitsvertrag Deine Arbeitskraft für soundso viel Stunden anbietest und zur Verfügung stellst. Dafür kriegst Du dann Geld. Wenn der Arbeitgeber, obwohl Du Zeit hättest, Deine Arbeitszeit im Monat nicht will, ist er selber schuld und es ist sein Problem. Er hat einen Vertrag ausgestellt, und es ist nicht Dein Problem, ob er ihn nutzt. Du warst bereit, diese Zeit für ihn zu opfern, und er hat sie nicht gewollt. Pech. Eigentlich ist er sogar verpflichtet, Dir Arbeit zu geben! Im nächsten Monat dann allerdings angetrabt zu kommen und zu sagen, Sie schulden mir noch soundso viel Stunden, geht nicht. Er hatte seine Chance. Wenn er die verstreichen läßt, Pech. Die neue kriegt er zum Ersten eines jeden Monats. Aus, fertig.


    Dann eine Warnung: die Kollegialität wird vielerorts eingespannt und mißbraucht - von höheren Positionen. Es fängt an damit, daß man die Kollegen doch nicht im Stich lassen kann, und der Höhepunkt ist dann irgendwann, daß man die Patienten doch nicht im Stich lassen kann. Die Pflege ist sicher seit bereits sehr Langem mittels ihrem sozialen Bewußtsein erpresst worden. Es ist DER wunde Punkt eines jeden Pflegers und einer jeden Schwester, darüber hat man Verzicht auf bessere Arbeitsbedinungen, -verträge und -vergütung jedes Mal aufs Wirksamste erreicht... Also, es ist gut, wenn ein Team so funktioniert. Aber der Schuß kann eines Tages auch nach hinten los gehen.

    @IntereX

    ja, so ist es doch... ich habe die Erfahrungen jetzt wieder hier während des Streikes gemacht. OK, mein Vertrag ist inzwischen ausgelaufen, seit Freitag, und wurde nicht mehr verlängert - nach 5 Jahren seit dem Examen 2001. Ich habe also nur die ersten beiden Wochen des Streikes erlebt. Doch was hier abgezogen wird... Im Moment spielen sie beides aus. Da wird versucht, die Teams zu spalten, da wird der Vorwurf gemacht, daß die Patienten im Stich gelassen werden. Die, die arbeitswillig sind, versorgen "selbstlos" die Patienten - Zitat des medizinischen Direktors der Unikliniken zur Presse - während die anderen einen unsinnigen Streik betreiben, der die Patienten gefährdet und die Kollegen zusätzlich belastet. Daß in der HNO aber z.B. kurz mal eben im Rahmen der Notfallversorgung abstehende Ohren angelegt wurde, verschweigt man natürlich wohlweislich.

    Fehlende Lobby

    Ich war selbst Krankenpfleger und kann nur sagen, dass es traurig ist, wie in Deutschland über diesen Beruf gedacht und geredet wird. Der Pflege fehlt einfach die Lobby, die die Metallberufe z.B. haben. Was wird denn in der Pflege "produziert"? - Nichts (also keine Wirtschaftsgüter). Wie stolz sind denn die ganzen Daimler-Arbeiter (ok mittlerweile vielleicht nicht mehr so)? Und was haben die frei und Urlaub? Der Job ist sicher nicht schwerer.


    Wie kann es sein, dass eine Krankenschwester in Chicago City (hat sie mir während meines Auslandaufenthalts erzählt) 6000.- Dollar (netto)verdient und in Deutschland gerade mal um die 2200 Brutto locker gemacht werden? Und in den USA gib es keine gesetzliche Krankenversicherung. Also woran liegts?


    Der Streik ist gerechtfertigt, finde ich. Die Privatpatienten werden auch von den Pflegekräften versorgt, aber Prosche fahren und Golf spielen darf dann der Chefarzt. Das kanns nicht sein.

    Bei uns würde ja nicht mal gestreikt, weil eh jeder Angst um seinen Job hab.


    Mit dieser Angst kann man im Moment ganz gut spielen. Beim letzten Streik herrschte "wenigstens" noch Pflegenotstand und man musste keine Sorge wegen dem Job haben.


    Solidarität vom ärztlichen Dienst hätte man vielleicht wünschen können - aber immer wieder leider feststellbar - kann man nicht erwarten. Schon ein Hohn, wo gerade erst die Ärzte für mehr Geld auf die Straßen gingen. (manche sicherlich auch begründet)


    Aber das größte Problem sehe ich auch in der Pflege selbst. Dort herrscht wirklich auch zu wenig Solidarität.


    Die hohe Bezahlung in den USA kommt durch die "höhere" Ausbildung und auch höherem Kompetenzbereich.


    Allerdings bewegen wir uns hier GENAU dort hin (von der Arbeit her). Es gibt wieder mehr und mehr Hilfskräfte und oft nur eine oder zwei examinierte Kraft (ich rede von Akutkliniken) für bis zu 40 Patienten.


    Aber wir bekommen dafür nicht mehr Geld...


    Ich den letzten Jahren wurden zuerst die 2 Extraurlaubstage (§15a) gestrichen, danach der Faschingsdienstag...


    Mehrarbeit gibt es bei uns nicht! Weil es kommt ja immer eine Schicht nach. *ironie*


    LG


    reX