Mutter weigert sich zum Arzt zu gehen (Vorsorge-Untersuchungen)

    Hallo,


    meine Eltern sind beide noch nicht mal 60 und dennoch gesundheitlich stark angeschlagen. Mein Vater hat Prostatakrebs und meine Mutter eine nicht-alkoholbedingte Fettleber.


    Mein Vater wurde vor 4 Monaten von einem renommierten Professor operiert und die OP scheint nach bisherigen Erkenntnissen erfolgreich gewesen zu sein. Aber bei Krebs weiß man das ja nie genau. Metastasen können sich auch noch nach 15 Jahren bilden bzw. sichtbar werden.


    Meine Mutter hat aufgrund von jahrelanger Medikamenteneinnahme eine Fettleber, für die es angeblich keine Therapie gibt. Immerhin achtet sie etwas auf ihre Ernährung und ihre Leberwerte habe sich in den letzten 3 Jahren deutlich verbessert.


    Da ich als Einzelkind sowieso ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern habe, bin ich sehr besorgt. Meine Eltern sprechen auch ständig und ganz ersthaft über den bald eintretenden Tod. Sie haben auch schon alles für ihren Tod geregelt und überlegen bei größeren Anschaffungen genau, ob sich das noch lohnt.


    Meine Mutter verweigert jegliche Hilfe und geht noch nicht mal zu Vorsorge-Untersuchungen. Sie geht lediglich alle 3 Monate ins Leberzentrum, aber den Hausarzt, Gynäkologen, Zahnarzt oder Augenarzt hat sie seit mindestens 5 Jahren nicht mehr gesehen.


    Alle meine Versuche sie zum Arztbesuch zu überreden sind bislang gescheitert. Selbst von mir vereinbarte Termine hält sie nicht ein.


    Was tun? Das Gesundheitssystem in Deutschland ist für gesetzlich Versicherte bestimmt nicht das beste, aber immerhin gibt es einige Vorsorge-Leistungen, die man in Anspruch nehmen kann. Außerdem kenne ich (als jemand mit leichter Hypochondrie) genug Tricks, um auch weitere Untersuchungen zu erhalten.


    Sollte ich vielleicht versuchen für meine Mutter den Status einer hilfsbedürftigen Person zu erlangen? Dann könnte ich eventuell vom Gericht zum Betreuer bestellt werden, womit ich sie ggf. zwangsweise zum Arzt bringen lassen könnte.


    Das schlimmste ist jedoch, dass ich eigentlich so viel Zeit wie möglich mit meinen Eltern verbringen möchte, solange dies eben noch möglich ist. Jedes mal wenn ich allerdings bei meinen Eltern bin, rege ich mich über die Tatsache, dass meine Mutter nicht zum Arzt geht so auf, dass entweder ein Streit entsteht oder mir die Lust vergeht und ich gehe.


    Hat jemand einen Tipp?

  • 49 Antworten

    Hm, man muss ja auch nicht zwingend zu Vorsorge-Untersuchungen beim Zahn- oder Augenarzt..


    und die Fettleber heilt auch nicht davon, dass sich jemand sie ANSCHAUT. Wenn sie auf ihre Ernährung achtet und die Leberwerte besser werden, ist doch alles ok. Ausserdem ist eine Fettleber so dramatisch nun auch nicht, solange sie besser wird und nicht zur Zirrhose.


    Und irgendwie kann sie ja auch machen was sie will.. sie mit Gewalt davon abhalten ist auch ziemlich übergriffig. Dazu kommt dass Leute immer mauern, wenn man auf Konfrontation geht. Wenn überhaupt, würde ich nach den Gründen für ihre Verweigerung suchen und da ansetzen.


    Generell erreicht man Leute NIE mit Konfrontation sondern IMMER NUR damit, erstmal Verständnis zu haben. Dann bestehen Chancen, dass sie sich öffnen und man sie erreicht.

    Außerdem bist du nicht leicht hypochondrisch sondern hhypochondrisch hoch 10.


    Da sind deine Eltern viel eher im "normalen" Spektrum.

    Ich finde das schlichtweg übergriffig.


    Die Eltern sind erwachsen und sie können handeln wie sie wollen.


    Und stell dir vor, du selbst gehst mit deinem Verhalten jemandem suf den Keks und der sagt nun:


    Och. Klasse aus der mach ich nun ne hilflose Person, damit ich bestimmen kann, dass.....


    Wie würdest du dir da vorkommen?


    Setz dich erst mal selbst mit deiner Hypochondrie auseinander.


    Deine Eltern werden sterben , wennder liebe Gott das beschließt- nicht eine Sekunde vorher und bis dahin solltest du das Leben, was ihnen gegeben ist, so akzeptieren , wie es ist.


    Statt Vorschriften erzwingen zu wollen

    Deine Eltern sind mündig und können für sich selbst entscheiden. Die Hilfe benötigst wohl eher du selbst. Ich finde es nämlich schon sehr befremdlich über eine gesetzl. Betreuung nachzudenken, nur weil deine Mutter nicht zum Arzt geht.

    Eine Person, die selber klar denken und entscheiden kann, braucht keinen gerichtlichen Betreuer, gehts noch?

    Du kannst doch nicht einfach Arzttermine ohne ihr Einverständnis ausmachen! Hör mal auf, dich so übergriffig zu verhalten, diese Dinge gehen dich nichts an!

    Suedlicht schrieb:

    Sollte ich vielleicht versuchen für meine Mutter den Status einer hilfsbedürftigen Person zu erlangen? Dann könnte ich eventuell vom Gericht zum Betreuer bestellt werden, womit ich sie ggf. zwangsweise zum Arzt bringen lassen könnte.

    Regelrecht widerlich, diese Gewaltidee.

    Im Übrigen könnte auch mit Betreuer deine Mutter nicht unbedingt zum Arzt zur Vorsorge gezwungen werden. Nur weil man einen Betreuer hat, ist man nicht unmündig. Die Gesetze haben sich dahingehend lange geändert.

    Grottig schrieb:

    Deine Eltern sind mündig und können für sich selbst entscheiden. Die Hilfe benötigst wohl eher du selbst. Ich finde es nämlich schon sehr befremdlich über eine gesetzl. Betreuung nachzudenken, nur weil deine Mutter nicht zum Arzt geht.

    :)^

    Entschuldige, aber aus Deinem Beitrag spricht der pure Egoismus.

    Sogar über die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung nachzudenken, nur weil Deine Mutter nicht so handelt wie Du es für richtig hältst?! Da fällt mir gar kein Wort dafür ein, sorry. Abgesehen davon würde das -zum Glück- kein Richter absegnen, da Deine Mutter klaren Verstandes ist und ein Nichtwahrnehmen von Arztterminen wohl kaum unter Eigengefährdung fällt.


    Deine Eltern sind Ende 50 und scheinen sehr reflektiert, zumindest so wie Du das beschreibst. Warum lässt Du sie nicht einfach ihr Leben so leben wie sie wollen und genießt die Zeit mit ihnen.

    Ja. Tief durchatmen, schlucken, jeden Tag mit den Eltern genießen und dieses Thema fallen lassen. Es gibt genug andere Dinge über die man reden kann, Sachen die man gemeinsam genießen kann.

    Du hast nicht ganz unrecht aber deine Eltern haben sich nun mal entschieden, nicht zum Arzt zu gehen. Vielleicht ändert sich die Einstellung ja noch aber BESTIMMT NICHT wenn du deine Oldies jeden Tag damit zulaberst. Und zum Thema "Betreuung" da wurde ja auch schon alles geschrieben.

    Du ruinierst mit diesem Verhalten die Zeit mit und Beziehung zu deinen Eltern. Du bist sehr fixiert auf Arzt besuche und Untersuchungen. Die sind so nicht notwendig.

    Zitat

    Außerdem kenne ich (als jemand mit leichter Hypochondrie) genug Tricks, um auch weitere Untersuchungen zu erhalten.

    Versuch es lieber mal mit einer Psychotherapie...wirklich Kranke warten auch aus diesen Gründen den oft lange auf eine Untersuchung...und die Krankenkasse muss für Untersuchungen bezahlen, die eigentlich nicht notwendig sind.. das Geld wäre in eine Psychotherapie besser investiert.

    Kein Amtsrichter dieser Welt würde her eine Betreuung verhängen.

    Mir wird richtig schlecht bei dem Gedanken dass das hier womöglich Ernst gemeint sein könnte.

    Es ist wie mit dem Sonographie Gerät welches er sich zulegen wollte. Kritische Äußerungen, generell anderslautende Kommentare werden überlesen und mit schlichter Ignoranz gestraft. Es gibt diese Härtefälle die man zum Arztbesuch zwingen MUSS ! Die Mutter vom TE gehört aber nicht dazu.