Zitat

    lingt jetzt nach einer Kleinigkeit, aber ich beobachte oft Bewohner, die immer wieder durch die Gänge und den Eingangsbereich wandern, rauf und runter und es gibt so gar nichts zu sehen.

    Die "Wanderer" kriegst du im allgemeinen nicht mit Blickfängen. Meist sind die mindestens leicht dement oder verwirrt und tun tatsächlich den ganzen lieben langen Tag nichts anderes als die Gänge auf- und abzuwandern. Ich kenne zwei von der Sorte auf der Etage meiner Mutter im Heim. Manchmal wandern sie sogar nebeneinander her, aber irgendwie reagieren sie kaum aufeinander oder auf irgendwelche Blickfang-Angebote. Zu den Essenszeiten werden sie liebevoll "eingesammelt", und sie reagieren auch auf Ansprache. Aber sonst leider auf nicht allzuviel.

    Zitat

    Meist sind die mindestens leicht dement oder verwirrt und tun tatsächlich den ganzen lieben langen Tag nichts anderes als die Gänge auf- und abzuwandern

    Das mochte ich so am Heim meiner Mutter, es gab keine langen Gänge. Es war ein großer, runder Aufenthaltsraum, mit Wohn-und Eßbereich und offener Tresenküche, von dort ging es in den Garten. Und von diesem sehr hellen, freundlichen Raum gingen sternförmig die Bewohner-Schlafzimmer ab. Also blieben die Wanderer auch immer irgendwie "mitten drin" und niemand dümpelte ungesehen und ohne Ansprache zwischendurch durch die Gänge.

    Genau, rund ist die ideale Bauweise für Demenzstationen. Es gibt noch so viele mit mehreren Stockwerken, Treppenhäusern, Aufzügen.. das ist auch gefährlich und hat manchmal einfach zu viel vom Charakter eines Krankenhauses.

    Zitat

    Es gibt noch so viele mit mehreren Stockwerken, Treppenhäusern, Aufzügen.. das ist auch gefährlich und hat manchmal einfach zu viel vom Charakter eines Krankenhauses.

    Da hast du vollkommen Recht! ich hatte mit meinen Schwestern etliche Heime gesehen, in denen uns Angst und Bange wurde.


    Dieses Heim war einfach perfekt. Im Garten stand ein alter VW-Käfer, in denen häufig gerade die mänlichen Bewohner saßen, eine nachgestellte Bushaltestelle, im Fahrplan, der dort hing, bekannte Ziele aus der Region, die Einrichtung im Wohnbereich war zwar neu, aber auf alt getrimmt, fast nostalgisch. An den Zimmertüren der Bewohner war nicht der Name oder eine fortlaufende Nummer, sondern ihre letzte Wohnanschrift sowie ein Foto des Bewohners. Es wurde mit viel Liebe und Bedacht an Kleinigkeiten gedacht. Die Bewohner wurden in die täglichen Aufgaben eingebunden, meine Mutter z.B. faltete die Bügelwäsche gerne zusammen, was sie schon zu Hause mit Inbrunst gemacht hat.

    Hallo an alle und danke für die vielen Infos


    mittlerweile ist es so, dass mich die Schwestern da öfter ansprachen, dass meine Mami wohl nicht mehr alleine leben kann...... naja, das schlimme für mich ist, dass sie das selber ganz dolle merkt... also, sie weiß, dass sie es sehr schwierig haben würde weiter allein in der Wohnung zu bleiben. Sie selber möchte nun Probewohnen ausprobieren. Wenn s passt, will sie bleiben, wenn nicht, suchen wir was anderes...... ich bin sehr erstaunt über meine Mama, dass sie das so klar sehen kann... Platz haben wir schon für s Probewohnen...