Patientenverfügung erstellen

    Hallo,


    ich habe festgestellt, dass ich mich langsam um Vorsorge fürs Alter kümmern muss und möchte nun gerne eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht erstellen. Da ich so etwas noch nie gemacht habe, hoffe ich, dass ihr mir sagen könnt wie man genau solche Dokumente erstellen kann oder ob es da am besten auch schon Vorlagen gibt? Muss man da auch zu einem Notar? Ich entschuldige mich schon mal im Voraus für meine Unwissenheit. 


    Viele Grüße!

  • 44 Antworten

    Es gibt für Beides Vorlagen im


    Internet. Einfach mal googlen. In den entsprechenden Vorlagen muss man nur noch ankreuzen, was man will und was nicht. Außerdem ist dort genau aufgeführt, was wo von wem unterschrieben werden muss.


    Man kann natürlich auch selbst etwas schreiben oder die Vorlage abwandeln. Da finde ich es aber sehr schwierig, vor allem als medizinischer Laie, auf alle Eventualitäten einzugehen und einzuschätzen, wie realisierbar diese Wünsche sind.


    Es gibt aber auch in vielen Städten Betreuungsvereine, die Beratungen anbieten und die Verfügung mit einem erarbeiten. Da vielleicht auch mal Googlen.

    Jeder sollte eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht ausfertigen und Leute seines Vertrauens darüber informieren. Wichtig ist auch eine Betreuungsvollmacht.


    http://www.bundesaerztekammer.de/patienten/patientenverfuegung/muster-formulare/


    Man braucht dazu keinen Rechtsanwalt oder Notar.

    Hallo RiMo,


    finde ich erst mal sehr gut, dass du dich nun, um eine Absicherung kümmern möchtest. Ich persönlich habe mir damals eine Vorlage im Internet gesucht, wie es auch schon vorgeschlagen wurde und fand diese sehr hilfreich. Es war gut, dass ich sie dann ganz in Ruhe zu Hause für mich zusammenstellen konnte. Zu einem Notar bin ich nicht, aber habe meinen Entwurf dann noch einmal mit meinem Arzt besprochen, der mich dann beraten hat. Würde das auch wieder auf diese Art machen.

    Wir hatten unsere Vorlagen auch von der Ärztekammer runtergeladen und dann modifiziert.


    Wir haben aber auch mit unserem Hausarzt darüber gesprochen und uns beraten lassen. Er war sogar bei der Erstellung dieser Vorlagen beteiligt und hat sehr ausführlich die Konsequenzen verschiedener Wortwahlen erklärt. 45 Minuten hat er sich dafür Zeit genommen.


    Am Schluss nahm er so Holzstäbchen und steckte sie meiner Frau und mir in den Mund. "Strecken Sie die Zunge raus und sagen sie 'Aaaaaa'". Wir ganz perplex. Er dann: "Hab kurz den Rachenraum kontrolliert - alles in Ordnung. Aber so kann ich wenigstens 2x15 Euro aufschreiben, denn für die Beratung bezüglich Patientenverfügung gibt es keine GOÄ-Ziffer - die war gratis.". :-D


    Super Kerl, leider mittlerweile im verdienten Ruhestand.

    Zitat

    Was macht dich da so sicher?

    Also weder ich noch meine Eltern noch meine Frau haben einen Anwalt oder Notar gebraucht.


    Und bei meiner Mutter musste die Patientenverfügung leider letztes Jahr schon berücksichtigt werden.

    Comran,

    für einige Tätigkeiten ist die notarielle Vollmacht aber sinnvoll, z.B. beim Kauf und Verkauf von Wohneigentum - manchmal muss auch das Wohneigentum eines Vollmachtgebers mit Grundpfandrechten belastet werden, weil evtl. Heimkosten zu bezahlen sind oder die Wohnung etc. umgebaut werden muss oder überhaupt Kredite aufgenommen werden müssen. Eine Beurkundung muss nicht unbedingt sein, aber eine Vollmacht mit einer beglaubigten Unterschrift des Vollmachtgebers ist schon mal mehr wert als eine privatschriftliche Vollmacht. Ohne notarielle Vollmacht kommt man bei Grundeigentum nicht weit.


    Bei der Patientenverfügung gebe ich dir recht: da braucht man keinen Notar.


    Ich störe mich daran, wenn es schlicht heißt: einen Notar braucht man nicht. Das kann man nicht einfach sagen, ohne die speziellen Umstände zu kennen.


    Grundsätzlich sind diese Vollmachten sehr sinnvoll. Das merken die Leute - leider - immer dann, wenn in ihrem Umfeld irgendetwas passiert und die Vollmacht nicht da ist.


    Schön sind auch immer die Aussagen von Leuten "das brauchen wir nicht, uns gehts noch gut". Ja, wenn es ihnen schlecht geht oder die Demenz schon um die Ecke guckt, dann ist es zu spät für solche Vollmachten - zumindest dann, wenn ein Notar daran beteiligt sein sollte ;-) .

    Zitat

    für einige Tätigkeiten ist die notarielle Vollmacht aber sinnvoll, z.B. beim Kauf und Verkauf von Wohneigentum - manchmal muss auch das Wohneigentum eines Vollmachtgebers mit Grundpfandrechten belastet werden, weil evtl. Heimkosten zu bezahlen sind oder die Wohnung etc. umgebaut werden muss oder überhaupt Kredite aufgenommen werden müssen. Eine Beurkundung muss nicht unbedingt sein, aber eine Vollmacht mit einer beglaubigten Unterschrift des Vollmachtgebers ist schon mal mehr wert als eine privatschriftliche Vollmacht. Ohne notarielle Vollmacht kommt man bei Grundeigentum nicht weit.

    Die Überschrift hast du aber gelesen oder?

    Man braucht definitiv weder Rechtsanwalt und Notar, habe das Ganze gerade mit und für meinen Bruder gemacht. Allerdings sind die Vordrucke alle etwas schwammig und man sollte für sich selber noch dazu schreiben was einem wichtig ist.


    Hatte beides heute noch in der Hand weil noch Anhänge dazu kamen, ganz akut hier weil Krankheit im Endstadium und nächste Woche Hospiz.

    Zitat

    ganz akut hier weil Krankheit im Endstadium und nächste Woche Hospiz.

    :°_ Viel Kraft für diese Zeit. :)*


    Man wünscht sich immer, dass man sie nicht braucht. Ich habe aber selbst eine und diverse andere vorbereitete Dinge für den "Fall der Fälle". Ich fühle mich besser, wenn ich weiß, dass manches auch im plötzlichen Notfall geregelt ist.

    Letztes Jahr hätte mein papa eine gebraucht, aber wie das dann so ist... er hatte natürlich keine....


    Aber die ärzte haben zum Glück voll auf meine Mutter gehört die immer gesagt hat "Wir wollten eine schreiben". Sie hat es auch direkt nach dem Tod meines Vaters getan.


    Ich hab die jetzt als Zeuge unterschrieben und weiß wo sie ist. Ich bin aber immer noch unsicher ob das dann im Zweifel reicht.

    Hallo RiMo,


    ich habe für mich seit 5 bis 6 Jahren eine


    Patientenverfügung


    Vorsorgevollmacht,


    Betreuungsverfügung und ein


    Testament ("Berliner Testament") gemacht.


    Ebenso dann meine Ehefrau, die Kinder und einige Bekannte und Verwandte.


    Nach meiner gesamten Lebenserfahrung muß ich heute sagen, ideal wäre es, diese Festlegungen so etwa mit 30, spätestens mit 35 Jahren zu machen. Man kann ja jeden Punkt zu jeder Zeit wieder ändern, wenn es erforderlich erscheint.


    Muster ? Da ist ja das Internet voll davon. Ich habe mir damals jeweils das für mich passendste aus ca. jeweils 3 bis 4 Mustern aus dem Internet geholt.


    Wenn Du echt willst, könnten wir auch per PN Fragen beantworten.


    Herzliche Grüße!


    :-) :)z :)^

    Man muss das nicht beim Notar machen, aber man sollte. Wir haben bei uns im Notariat ständig mit Leuten zu tun, die jammern, weil Behörde/Bank/Krankenhaus XY die Vollmacht nicht akzeptiert oder das Betreuungsgericht zickt.


    Von daher: Das Geld kann man sich natürlich sparen, aber man sollte nicht überrascht sein, wenn die Angehörigen dann den Ärger haben und man irgendwann selber wie Gemüse vor sich hinvegetiert, weil das Krankenhaus nicht verpflichtet ist sich an die 0815 Internet-Vollmacht zu halten. @:)

    Schneehexe, das ist nicht richtig. In jede Vollmacht gehört der Satz, dass man zur Kenntnis genommen hat, dass man die Vollmacht in regelmäßigen Abständen erneuern sollte, aber dass kein geänderter Wille aus einer nicht erneuerten Vollmacht abgeleitet werden darf!

    Zu Meinem Beitrag vom 25.05.15, 18.48 Uhr:


    Hallo RiMo!


    Ich wollte Dir ja auch nur meine Gesamtsicht über dieses Thema aufzeigen. Details eher weniger vorerst.


    Da jetzt jemand explizit auf die intervall-mäßige Bestätigung hingewiesen hat, muß ich dem natürlich zustimmen. Klar.


    --- Meine Patientenverfügung,


    --- Vorsorgevollmacht,


    --- Betreuungsverfügung und sogar das


    --- Testament ("Berliner Testament")


    habe ich


    a) vor mindestens einem Zeugen in Anwesenheit unterschrieben lassen UND der hat seine Zeugschaft auch in dem Dokument gleich anschließend niedergeschrieben und unterschrieben. Und


    b) bestätige ich jedes dieser Dokumente grundsätzlich 1 x jährlich mit Ort, Datum und meiner Unterschrift neu. (Auch wenn man es halt schon mal so 1/4 oder 1/2 Jahr vergessen / übersehen hat).


    Es ist bei uns in der BRD geltendes Recht, daß all diese Dokumente eben keine notarielle Bestätigung brauchen. Wer will und diese trotzdem einholt, macht natürlich damit auch keinen Fehler. Gut.


    Ein Testament braucht gar nicht in gewissen Zeit-Rythmen erneut bestätigt zu werden. Definitiv ! Das jüngste von evtl. mehreren Tastamenten gilt als einziges !


    Aber: Wer will - der darf. Und deshalb mache ich das auch. (Diese Arbeit meiner jährlichen Testamentsbestätigung von 1 Minute im Jahr ist mir nicht zu viel - Lach !).


    Herzliche Grüße und gutes Gelingen!


    :-) :)z :)^