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    Wichtig ist festzulegen, dass die Vollmacht über den Tod hinaus gültig sein soll, da das Testament durchaus Wochen nach meinem Ableben erst eröffnet werden kann und davor schon das eine oder andere zu regeln ist.

    Interessanter Punkt.


    Leider wusste ich das nicht, dass es diese Möglichkeit gibt, deshalb wurde das betreffende Konto, für das ich eine Vollmacht hatte, nach dem Todesfall durch die Bank gesperrt und interessanterweise auch das Sparbuch, auf dem das Geld fürs Begräbnis lag.

    Ich hatte schon ewig Kontovollmacht über den Tod für die Konten meiner Mutter. Was mir nicht klar war ( entweder habe ich das überlesen oder vergessen) dass das Sparbuch in dem Falle nicht zur Erbmasse gehörte sondern sofort auf mich umgeschrieben wurde. Erbschein liegt jetzt vor und somit kann kann das restliche Geld jetzt unter den Erben aufgeteilt werden. Traurig ist, dass immer wieder von meiner Nichte gefragt wird wann es denn endlich soweit ist.

    Wer eine Patientenverfügung verfasst, braucht auch jemanden, der diese im Notfall für einen durchsetzt. Dazu benötigt man eine Vorsorgevollmacht. Was nützt die beste Patientenverfügung, wenn diese z.B. nicht auffindbar ist oder man an einen Arzt gerät, der sich nicht dran hält.


    Und wenn ich schon lese "Notar braucht man nicht" zeigt das nur, dass da große Ahnungslosigkeit gepaart mit Ignoranz im Spiel ist. Eine gute Beratung hat noch nie geschadet. Es ist alles individuell machbar, aber grundsätzlich einen Notar auszuschließen, kann sich in bestimmten Fällen später rächen. Und notarielle Vorsorgevollmachten mit Patienten- und Betreuungsvollmachten müssen auch nicht regelmäßig neu unterschrieben werden.


    Aber soll jeder so machen, wie er denkt. Wenns dann am Ende nicht passt, ist es oft zu spät. Ärgern können sich dann meist die Angehörigen, die nichts in der Hand haben, um aktiv handeln zu können.


    Ist immer wieder ein schönes Thema...

    Eine Vorsorgevollmacht sollte man als allerstes haben. Sie ist das weitaus wichtigste Formular.


    Vordrucke gibt es dafür im Internet. Hat man noch einen Ehepartner oder Lebensgefährten, dann sollte man gegenseitige Vorsorgevollmachten erstellen! Wenn das nicht der Fall ist wird es schwer jemanden in der Familie zu finden, der diese schwere Bürde - ich spreche da aus Erfahrung - übernimmt.


    Und noch etwas: Mit einer Vorsorgevollmacht entmündigt man sich selbst, wenn der Fall der Fälle eintritt.

    Ich hab gerade (wieder) erlebt, wie sehr Patientenverfügungen gebrochen werden können, wenn sie lediglich nur so Vordrucke aus dem Internet sind. Die sind nämlich so schwammig, dass sie total übergangen werden können.


    Wenn du dann Angehörige hast, die aus Angst/Verzweiflung/Unwissenheit etc. (also eben gerade nicht aus Boshaftigkeit!, sondern aus Liebe) bescheuerte Entscheidungen treffen, dann kann es passieren, dass du DOCH nicht im Hospiz stirbst, DOCH keine Medikamente bekommst, DOCH noch mal wiederbelebt wirst.


    Ganz unabhängig davon, dass solche Verfügungen auch mal irgendwo im Krankenhaus liegen bleiben und der Patient wiederbelebt wird, obwohl er es ausdrücklich ausgeschlossen hat. Einfach, weil man, nur weil irgendwer denkt, dass eine Verfügung irgendwo rumliegt, eben keine Wiederbelebung aussetzt. Lieber gegen den Willen wieder zurückholen, als gegen den Willen sterben lassen - verständlich.


    Das sind übrigens keine Sonderfälle. Menschliches Versagen in Bezug auf den Umgang mit Verfügungen ist extrem weit verbreitet, auf allen Seiten. Daher würde ich IMMER einen Notar hinzuziehen.

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    Mit einer Vorsorgevollmacht entmündigt man sich selbst, wenn der Fall der Fälle eintritt.

    Auch wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt Du aber micht mehr Entscheidungsfähig bist (stellt ein Richter fest) kann vom Gericht ein gesetzlicher Betreuer eingesetzt werden.