Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland ist verboten, allerdings gibt es viele Wege das Sterben zu erleichtern und schmerzlos zu handeln.


    Eine davon ist sich in eine Narkose setzen zu lassen. Allerdings ist es hier nicht klar wie die Lebenserwartung des Patients aussieht. Handelt sich um Tage oder ein paar Wochen, ist eine Vollnarkose machbar. Handelt sich potential um Monaten scheidet diese Möglichkeit aus. Auch mit ein TK ohne Sauerstoffzuführ kann man ewig leben. Da hilft Unterlassen nichts.


    Eine Patientenverfügung geht nur mit klaren Verstand. Ggf. auch ein Problem.


    Schwierige Fragestellung.

    Ich habe in Krankenhäusern selbst schon so manches erlebt. Hilflosigkeit von Ärzten und Pflegern und Überlastung sind da keine Seltenheit.


    Beispiele fallen mir zur genüge ein. Hygiene in deutschen Krankenhäusern, so wie ich sie erlebt habe, ist nicht immer das, was sie sein sollte. Damit meine ich nichts Übertriebenes, sondern Grundlegendes. Und nicht immer muss es ein Hygieneproblem sein, wein etwas einfach zu spät erkannt wird, weil im häuslichen Bereich schon vieles aus Unwissenheit einfach schiefgegangen ist.


    Menschen, die kaum Körperpflege betreiben, wollen oder können oder die entsprechende Wunden haben, werden auch von Fliegen vermehrt heimgesucht. Diese riechen das, bevor man es selbst riecht. Und zu Hause oder im Krankenhaus wird auch einmal das Fenster aufgemacht. Bei einer offenen Wunde kann etwas passieren und bis man es merkt, kann es schon zu spät sein.


    Was Sterbehilfe angeht, so halte ich Deutschland für rückgängig. Die Argumente zählen für mich nicht, dass man ein Geschäft damit machen will. Man macht aus allem ein Geschäft, wenn man Bedürfnisse nicht selbst befriedigen kann und andere, dafür etwas geben sollen oder müssen. Das ist in der Nahrungsmittelbranche so und auch im Gesundheitswesen usw. Der Gedanke dahinter, ist nicht unbedingt nur ein negativer, aber die Umsetzung dann etwas, was in letzter Konsequenz auch Schaden anrichten kann. Man macht auch ein Geschäft damit, wenn man das Leiden der Menschen, mit entsprechenden Maschinen und Medikamenten verlängert. Gesetze, die Extreme verhindern wollen, die sollte es geben, aber der Rest sollte eine freie Entscheidung jedes einzelnen Menschen sein, wenn er unheilbar krank ist, körperlich oder psychisch.


    Selbst für den Tod über Tabletten zu sorgen, ist eine heikle Sache, die sehr leidvoll sein kann, wenn man sich hier nicht richtig auskennt.


    Wenn man Glück hat, dann funktioniert eine Schmerztherapie gekoppelt mit Opiaten, wenn man Pech hat nicht. Das dumme bei hohen Morphiumgaben und Schmerzmitteln kann Übelkeit sein. Gut, die kann man mit Medikamenten ausschalten, sofern man diese verträgt. Wenn eine solche Therapie nicht gut gelingt, dann bindet einem der Staat die Hände. Jedes leidvoll gestorbenes Leben ist eines zuviel.


    Es gibt ja jetzt auch das Sterbefasten. Genauso so eine Sache mit einigen Nebenwirkungen. Verhungern und verdursten freiwillig, damit man dem Gesetz in Deutschland Rechnung tragen kann. Alleine kann man das auf keinen Fall machen, weil alleine schon die Mundhygiene zu einer Katastrophe wird in Sachen Gestank, durch die Austrocknung der Schleimhäute und der entsprechenden Fehlbesiedelung durch Bakterien.


    In deinem Fall, würde ich mit den Ärzten sprechen, Testrale und das versuchen, was die Gesetzeslage halt hergibt. Eine Bekannte von mir mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, hat an ihrem Sterbetag eine hohe Dosis von Opiaten verlangt, weil sie endlich einmal wieder hat schlafen wollen. Der Wunsch ist ihr gewährt worden. Sie ist nicht wieder aufgewacht. Sie hat auch sterben wollen, war aber zum Schluss in einem Hospiz.

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    Also, wir kümmern uns gut um den Patientin. DerPatientin möchte nicht in ein Hospiz aus folgendem Grund. Der Krebs wird früher oder Später ein großes Hallsgefäss zerstören und dann wird das Blut in die Atemkanüle und somit in die Lunge strömen. In diesem Fall können wir das Blut absaugen, so das erste/sie nicht am eigenen Blut ertrinkt. Der/die Patientin befürchtet, das ein Hospiz in solch einem Fall überfordert wäre.

    Ja, er/sie wird Palliativ bestens versorgt. Er/Sie hat Familie und Kinder. Für die Familie gelten nicht die üblichen Besuchszeiten, die Familie kann JEDERZEIT kommen , und auch mit im Zimmer übernachten.

    Testrale, in was für einer Einrichtung arbeitest du? So ein Patient gehört in ein palliativmedizinisches Umfeld oder zumindest in eine HNO-/Kieferklinik, die Erfahrung mit Tumoren hat (ich vermute mal ein Mundboden- oder Kehlkopfkarzinom?). Da du Krankenpflegerin bist, nehme ich mal an, es ist eine Klinik - gibt es ein Palliativteam oder Schmerztherapeuten?


    Die Situation mit Maden kenne ich nicht, den Geruch von infizierten Tumorgeschwüren im Kopf-Hals-Bereich allerdings nur zu gut. Ich hatte auch schon Situationen, in denen ich kurz davor war, vors Bett zu kotzen...


    Aber es gibt doch Handlungsoptionen: Antibiotikum gegen die bakterielle Besiedlung? Okklusivverband, um den Geruch "drinnen" zu halten? Mehrschichtiger Verband mit einer Zwischenlage Aktivkohle? Habt ihr Wundexperten im Haus?


    In puncto Schmerz gibt es außer Morphin auch noch weitere Möglichkeiten, zumal Morphin bei Nervenschmerzen nicht immer optimal ist - und die Wahrscheinlichkeit für Nervenschmerzen ist bei diesen Patienten hoch, irgendeinen Trigeminus-Ast erwischt's meistens. Das können auch schmerztherapeutisch sehr schwierige Situationen sein. Im Zweifelsfall gibt es natürlich *immer* die Möglichkeit der Sedierung - Palliativmediziner hilft weiter, wenn nicht vorhanden, dann der anästhesiologische Scherztherapeut oder zur Not *irgend*ein Anästhesist. Wir kriegen jeden zum Schlafen.


    Natürlich besteht immer die (eher geringe) Möglichkeit, dass der Patient an einer solchen Therapie verstirbt - oder auch, dass bei der Wundversorgung eine massive tödliche Blutung einsetzt. Das ist aber rechtich und ethisch in Ordnung: Das Ziel ist ja nicht, das Leben des Patienten zu verlängern, sondern seine Symptome zu lindern, und wenn als Nebenwirkung dabei der Tod eintritt, dann ist das eben so. Nach deutscher Nomenklatur nennt sich das dann "indirekt aktive Sterbehilfe". Also nur Mut, wenn es um Maßnahmen geht, von denen du dir eine Beserung der Situation erhoffst.


    Es ist ohnehin nicht unwahrscheinlich, dass der Patient an einer Blutung aus der Halssschlagader versterben wird, das ist häufig so. Und natürlich wird die auch mal durch irgendeine Manupulation oder Bewegung ausgelöst. Das ist dann aber nichts schlimmes - ansonsten wäre es halt 2 Stunden später durch was anderes passiert. Solche Blutungen sind für die Beteiligte manchmal ziemlich schockierend, weil es große Mengen Blut sind - für den Patienten ist es sehr wahrscheinlich nicht so schlimm_ Er wird schwach, müde. schläft ein und stirbt. Ich war selber nie direkt dabei, aber habe mir von einer sehr erfahrenen Hospizhelferin sagen lassen, dass man (abgesehen evtl. von einem beruhigungsmittel) vor allem einen großen Stapel Handtücher braucht, wenn's geht, dunkle. Und natürlich ein paar Handschellen, falls ein übereifriger Operateur auftauchen sollte (ok, letzteres ist von mir)...


    Ja, solche Situationen können sehr belastend sein. Holt euch Hilfe, wo ihr sie kriegen könnt - nicht nur für den Patienten, auch für euch selber.

    Warum sollte ein hospiz damit überfordert sein?da arbeiten die gleichen Berufsgruppen. Nur mehr Köpfe. Worst Case eine volle kh Station und 3 pk und keiner merkt wie der Patient erstickt.


    Dann lieber hospiz.

    Testrale... wenn du länger Palliativ arbeitest wirst du oft merken und wissen es gibt einfach nicht DAS deutsche Gesetz... da gibt es viele Grauzonen und übereifrige Pfleger oder Ärzte und zu viele die überfordert sind weil sie ihre Möglichkeiten gar nicht kennen.

    Die Geschichte bestätigt mich in meiner Entscheidung niemals zuzulassen in so eine Situation zu kommen.


    Ich verstehe auch nicht warum der Patientin angeblich Angst hat, Blut einzuatmen. Also entweder er hat noch nicht akzeptiert zu sterben, da kann man nichts machen... oder er will nur nicht so, aber es gibt keine Alternative... Armer Mensch.


    Falls ich eine terminale Erkrankung kriege, dann richte ich meinen Tod komfortabel ein, solange ich selbstständig handlungsfähig bin.


    Zum Thema Sterbehilfe: Keinen Hamster würde man hilflos so verenden lassen.


    [...]

    Zitat

    Der Gesetzgeber ist von der Angst getrieben etwas falsch zu machen.

    Sehe ich genauso. Dabei gibt es hier kein Entweder / Oder. Beide Seiten werden die ein oder andere Nebenwirkung haben. Es stellt sich nur die Frage, welche die unmenschlichere ist und welche an den Wünschen und der Würde des Menschen mehr vorbeigehen.

    2 Beiträge wurden gelöscht. Die Folgebeiträge wurden ebenfalls gelöscht, da ihnen der Bezug abhanden gekommen ist.


    Auch wenn es für den ein und anderen ein emotionales Thema ist, bitte keine Methodendiskussion wer wie aus dem Leben scheiden möchte oder Ratschläge wie man einen Krebskranken Patienten aus dem Leben befördert. Ärzte und Pflegepersonal als nutzlose Feiglinge hinzustellen ist ebenfalls nicht mit den Regeln vereinbar und bitte darum solche Äußerungen zu unterlassen.




    Update: Die Beiträge wurden z. T. editiert wiederhergestellt.

    Ich hatte nicht den Eindruck dass hier wer zu verbotenen Dingen rät. Nur über die Erlaubten muss eine medizinisch ethische Diskussion in einem medizinforum doch möglich sein?


    Gerade wenn hier einige fachleute schreiben.