Also, der/die Patientin hat eine schwere Krebserkrankungen im Halsbereich, es wurde bereits der Larynx entfernt. Der/Die Patientin hat ein Trachostoma mit Kanüle. Der Krebs wuchert im gesamten Hals/Nackenbereich, der Krebs Wächst nach Innen und Außen. Die Wunde lässt sich nicht so einfach abkleben, wie einige hier denken. Das Stone muss immer frei sein, zum Atmen und um Schleim U d Blut abzusagen. Die Wunde blutet ständig aus unterschiedlichen Stellen, Mal mehr Mal weniger, Kompressen sind innerhalb von 30 Minuten komplett durchgeblutet.Verbandwechsel verursacht dem/der Patienten Schmerzen. Die Wunde hat sich infiziert, das ist bei diesem Krankheitsbild unvermeidlich, leider hat der/die Patientin keine peripheren Gefäße, in welche wir einen Infusion legen könnten. Die Venen sind so empfindlich, das wir keinen Zugang legen können. Einen Zentralen Zugang lehnt der/die Patientin ab! Wir geben Morphium subkutan, so oft er / sie danach fragt. Adäquate Analgesie ist unsere Priorität!

    Falls bei dem Patienten "endlich" eine arterielle Blutung auftritt (oft passiert es zB im Zuge eines nötigen Kanülenwechsels ) (und ja, viele Patienten sehen das irgendwie als Erlösung, obwohl sie sich natürlich trotzdem fürchten) ist ein zweischneidiges Schwert) dauert es vielleicht noch 30 Sekunden, oft geht es zu schnell um überhaupt noch eine Ampulle aufzuziehen und dann merkt derjenige nichts mehr.


    Schlimmer sind venöse Blutungen , aber auch da ist es (meiner Erfahrung nach, betrifft Österreich) üblich sofort einen Bolus Vendal (Morphin) auf der Palliativ auch tw. Dormicum (Midazolam) ( was ich persönlich besser finde da die Wirkung von Morphin allein oft nicht ausreicht bzw zu wenig verabreicht wird um eine wirkungsvolle Sedierung zu gewährleisten) gegeben, damit der Patient eben so wenig wie möglich davon mitbekommt.


    Leider war auf der HNO die Einstellung bezüglich Morphin im Bolus insgesamt doch meist sehr zögerlich, auch wenn es nur noch eine Frage von wenigen Tagen bis Stunden war, allein dass Morphin eben doch ein atemdepresives Potential hat, lässt die meisten Ätzte ihre Stifte direkt wieder einstecken....

    Ok, das mit dem fehlenden Zugang ist natürlich blöd, das hatte ich überlesen. Bei unseren Tumorpatienten wurde öfter mal ein ZVK in die Femoralis gelegt, da bei den meisten Tumorpatienten die Subclavia schon bei Vor-Ops im Zuge einer Tumorresektion gekappt wurde und die anderen Halsgefäße ja meist direkt im Wundgebiet liegen, wenn die peripheren Gefäße so schlecht waren, eben um im terminalen Stadium zB einen Hydal oder Vendalperfusor zu starten und da eine optimale Analgesie und letztlich auch Sedierung zu gewährleisten.

    <Gegen den Geruch hilft tw Aromaöl auf Tüchern auf die Heizkörper und Lüftungsschlitze zu hängen, falls es keine Allergien gibt. Minze, Zitrone oder ähnliche erfrischende Sachen , tun auch den Patienten gut, die merken ja genau, wie die Umwelt auf die Geruchsbelästigung reagiert, auch wenn viele selbst durch die Tracheotomie nicht mehr riechen können.

    Ich bin gerade dankbar, dass meine Schwester im künstlichen Koma an ihrem Krebs verstarb bevor sie solch schlimme Schmerzen bekam.


    Wäre ein künstliches Koma nicht eine Option? Wie ist denn der jetzt noch erwartete Lebenszeitraum?

    Also, die/der Patientin ist endlich von den Qualen erlöst. Ich hatte Frühdienst und er/Sie hatte seit 4h ununterbrochen venös geblutet, es war eine Sickerblutung, also sozusagen Tröpchenweise. Ich bin froh das wir, und der/die Pateintin/ keine Carotis-Blutung erleben mussten. Eine Carotis Blutung ist grauenhaft! Der/.Die Pateintin hatte zum Glück einen "sanften" Tod. Durch den steten, aber relativ langsamen Blutverlusst wurde der Patient langsam immer müder, bis er /sie den letzten Atemzug tat.

    Wir können nur hoffen, dass uns einmal dieser Leidensweg erspart bleibt.


    Ich bin schon lange für Sterbehilfe. Keiner der gegen Sterbehilfe ist, hat offenbar schon einmal so ein unmenschliches Sterben erlebt. Tiere können wir erlösen, aber bei den Menschen ist es verboten. Ein Unding.

    Die Gegner denken einseitig in eine bestimmte Richtung. Menschen haben die Fähigkeit, das, was sie nicht hören oder sehen wollen, zu ignorieren. Sie wollen ihr einseitiges Bedürfnis aber gestillt sehen. Was andere als Gegenargument vorbringen, ist dann so gut wie nicht existent, angeblich die Ausnahme ect. Ich sehe im Krankenhaus einige Ausnahmen und großes Leid, was nicht immer mit heutigen Mitteln zu beheben ist. Eine Gesetzgebung kann für mich nicht einseitig funktionieren und ich hoffe auch, dass hier noch einmal neu entschieden wird mit entsprechenden Absicherungen, so dass nicht leichtfertig etwas möglich ist.

    Aber schön -soweit man da von schön sprechen kann- also nicht falsch verstehen bitte- dass derjenige dann wenigstens die letzten Schritte doch einigermaßen schnell und "leicht" gehen konnte. Und nicht irgendjemand auf die Iddee kam doch noch irgendwo einen Zugang rein zu dremeln und auf Teufel komm raus Konserven zu ordern....


    Tja, sterben ist im Krankenhaus oft verboten, wo kämen wir dahin, wenn die Leute einfah eines natürlichen Todes sterben würden....("natürlich" meint in meinem Sinn im Rahmen bzw. an den Folgeneiner schweren Erkrankung eingeschlossen)