Personalmangel im Altenheim

    Ich arbeite zur Zeit in einem Altenheim. Im Frühdienst ist man immer zu zweit plus Küchenhilfe, im Spätdienst auch zu zweit. Die Bewohnerzahl schwankt zwischen 25 - 30 auf den Wohnbereichen. Es herrscht absoluter Personalmangel, es werden keine Leute zusätzlich eingestellt, da der Personalschlüssel eingehalten werden soll laut Geschäftsleitung. Die Krankheitsquote ist im Moment hoch, die Mitarbeiter springen aus dem Frei ein oder machen Doppeldienst. Die meisten fühlen sich total überlastet. Es gibt bei uns im Haus keine Wohnbereichsleitungen und auch keine stellvertretende PDL. (Natürlich eine Heim- und Pflegedienstleitung.) Es wird aber auch nicht nach diesen Kräften gesucht, und die fehlen einfach. Die PDL kann die einzelnen WBL´s nicht ersetzen. (Bei drei Wohnbereichen) Da ich keinerlei Vergleiche habe zu anderen Heimen, würde mich interessieren, wie es anderswo abläuft. Seid Ihr besser besetzt? Habt Ihr WBL´s? Bei uns sagt die Heimleitung, sie hätte schlechte Erfahrungen mit WBL´s gemacht und es gäbe kaum qualifizierte Kräfte. Die Wohnbereiche kämen auch ohne Leitungen gut zurecht. Ich finde das unverantwortlich.

  • 23 Antworten

    RE.........

    Hallo,


    so läuft es in den meisten Häusern ab.


    Ich würde mir Priotitäten setzen und zum eigenen Schutz eien Überlastungsanzeige schreiben.


    Ihr werdet nie was erreichen , wenn Ihr weiterhin Doppeldienste schiebt und ständig einspringt.


    Es liegt in Eurer Hand.


    Gemeinsam könnt Ihr was erreichen, wenn Ihr euch einig seit.


    LG

    Si ist das nicht überall

    Hallo Mond,


    ich nehme mal an, dass du in einem privaten Heim arbeitest. Wenn nicht würde es mich sehr wundern. Ich arbeite in einem kirchlichen Altenheim. Wir haben 32 Bew. auf der Station, die von drei Pflegehilfskräfte und einer ex. Altenpflegekraft gepflegt werden. Zudem haben wir von Mo - Fr eine Stationsküchenhilfe. Wir haben seit gut einem Jahr eine super Wohnbereichsleitung, dadurch sind auch die Ausfälle durch Krankheit zurück gegangen. Das Team ist wieder ein Team und hält zusammen. Davor war eine ganze schlappe Leitung, wodurch auch die Krankheitsausfälle hoch waren. Deine Situation ist wirklich nicht normal und für euch als Pflegekräfte und die Bewohner unzumutbar. Aber ich weiß, etwas zu ändern ist nicht leicht.


    Liebe Grüße

    Hallo!


    Ich arbeite zwar nicht im Altenheim sondern im Krankenhaus, dürfte heute eine spätdienst komplett alleine machen weil meine Kollegin sich um 11.30 krank gemeldet hat!


    Unser Chef meinte wir sollen Kollegen anrufen aus dem frei, doch niemand konnte einspringen!


    So konnte ich alles alleine machen!


    Ich finde es unverantwortlich nur eine Schwester im Dienst!


    Es muß sich was ändern so kann das nicht mehr weitergehen!


    Was schlagt ihr vor???!!!! Wo können wir uns hinwenden?!

    Kollegen

    Hallo Prinzessin,


    was sind das für Kollegen die dich so im Stich lassen?


    Der Leitung ist es doch egal ob du dich krumm legst, Hauptsache es läuft alles ohne Komplikationen. Entweder du schaffst dein Pensum alleine nicht und bringst das deutlich zum Ausdruck, oder es wird immer wieder vorkommen. Wer aber bis zum Umfallen schufftet und dann alles säuberlich dem Nachtdienst übergeben kann, ist hinther selbst der Dumme. Leider werden wir in sozialen Berufen immer ausgenutzt. Wir müssen selbst den Schlußstrich ziehen und sagen bis hier hin und nicht weiter. Wie gerne hätten wir mehr Zeit für Kranke und Bewohner. Ich will einfach meinen Optimismus nicht aufgeben und hoffe weiterhin auf Änderungen!!!


    Liebe Grüße

    Das Blöde daran

    Wer seinen Heimplatz teuer bezahlen soll, will dafür Leistung sehen. (Nicht anders im Krankenhaus bei der heutigen Krankenversicherung.) Warum die dann nicht gebracht werden kann, sieht er nicht.


    Da verdienen irgendwo Leute viel zuviel und entstehen viel zuviel Kosten. In der DDR war das wirklich anders und wir hatten dabei keine desolaten Zustände wie in Rumänien oder Rußland.


    Ich empfehle statt Krankenhaus Kräuterweiblein und statt Altenheim, beizeiten zu sterben. Was bleibt denn anderes übrig?

    RE.@ ricca

    so wie du es beschreibst ist es sehr selten !!!!!!!!


    ein plegeschlüssel existiert nicht mehr in den altenheimen.

    @prinzesschen

    gut das niemand eingesprungen ist.


    hoffe auch das du einiges hast stehen lassen müssen, denn nur so wird sixch was ändern.


    es ist nicht unkollegial , das keiner eingesprungen ist!!!!!


    Sie rechnen damit das ihr euch gegenseitig unterstützt und einspringt, allesrdings sollte es nicht der fall sein, werden sie irgendwann mal gezwungen sein personal einzustellen.

    @ ricca

    das sind kollegen die sich gedanken machen, für die zukunft!


    wenn alle so denken wie du, dann werden stellen on mass abgebaut!


    Prioritäten setzen und nicht einspringen dann gibt es bald wieder neue kollegen!


    Grundsätzlich zum eigenen schutz eine überlastungsanzeige schreiben, somit trägt die verantwortung die PDL.


    LG

    @hexlein

    seit wann gibt es keinen Pflegeschlüssel mehr in Altenheimen?


    Für mich ist es unkollegial wenn ich alleine gelassen werde. Ich würde meine Kollegen bestimmt nicht für ihre Fernbleiben loben und denken juhu dann bekomme ich ja bald ne neue Kollegin. Wenn es so wäre wärs ja toll, dann würde ich auch zu Hause bleiben und denken soll doch die "Prinzessin" sehen wie sie fertig wird. Aber darauf können wir wohl lange warten.


    Gibt es bei euch keine monatlichen Teamsitzungen? Dort können wir alles auf den Tisch bringen. Auch die Heimleitung ist meistens anwesend. Es hat sich bei uns wirklich viel verbessert auch wenn wir keine Kollegin alleine gelassen haben.


    Natürlich habe ich genug Überstunden. Die bummel ich aber momentan ab.


    Liebe Grüße

    Hallo...

    auch ich melde mich mal hier zu wort....!


    haben in unserem heim bisher auch personalmangel gehabt, unser träger dachte nicht im traum daran, weitere kräfte einzustellen...unsere überstunden bzw. mehrarbeitsstunden liegen zwischen 130 und 250 stunden, ehrlich, auch wenn man es nicht glauben möchte, aber es ist war....!


    also lag es auch in unserer hand über die mitarbeitervertretung ( bin ich selber mit tätig) eine überlastungsanzeige zu schreiben, erst wurde nur ewig diskutiert, und es kam nie etwas positives von unserem träger rüber, nach etlichen versuchen schalteten wir ( die mitarbeitervetretung) die gesamtmitarbeitervertreterin ein und siehe da...


    im neuen 2004 wurden prompt in jedem WB je 2 fach- sowie 2 hilfkräfte eingestellt...wir sind mit den neuen kräften in der einarbeitungszeit und hoffen das alles sich zum positiven entwickelt und unsere überstunden bzw. mehrstunden endlich abgebaut werden können...!


    also kopf hoch und ran an den speck...HEXLEIN hat RECHT ohne eigeninitiative wird sich nie etwas ändern, wenn ihr immer JA sagt, dann passiert nichts, ehrlich


    LG


    iris

    Req ricca

    Hallo Ricca,


    Du hast denn Sinn nicht verstanden!


    Natürlich sollst Du Deine Kollegin nicht im Stich lassen, jedoch mit dem Einspringen und Überstunden, Teildienste etc.ist es nicht getan und auch keine Hilfe in dem Sinne wenn Personalmangel herrscht.


    So sehen die Obersten es funktioniert auch so!


    Wenn Ihr euch aber gemeinsam dagegen wehrt und nicht einspringt, dann sind sie dazu gezwungen neues Personal einzustellen.


    Ich hoffe Du verstehst was ich meine.


    Auch ich springe ein, aber nicht wenn die Oberen der Schöpfung sind an Personal zu sparen.


    Es geht ja schließlich auch um uns, irgendwann bist du ausgebrannt und bei chronischen Personalmangel get das schneller als du denkst, da zieht ein Krankenschein den anderen nach.


    Lies mal was Iri geschrieben hat, sie haben sich durchgesetzt und es läuft wieder.


    Im übrigen wirst Du dem Bewohner auch nicht gerecht indem Du ständig einspringst und so dem Hause an Personalkosten einsparst!


    Denk mal drüber nach.


    LG

    Hallo Hexilein

    ich gebe dir ja vollkommen Recht, wenn du sagst man soll sich wehren. Ich war auch bei der Heimleitung und habe mich beschwert und zusätzlich bin ich der MAV auf die Nerven gegangen. Wir sind im Prinzip der gleichen Meinung! Auch ich hatte 230 Mehrarbeitsstunden. Aber als Teilzeitkraft wirst du auch mehr herangezogen. Vollzeitkräfte mit 12 Tage am Stück kann und will ich einfach nicht hängen lassen. Sonst gehen die wirklich bald am Stock. Wie oben schon erwähnt, es sind Verbesserungen eingetreten und ich bummel dank neuer Mitarbeiter fleißig ab. ;-D

    RE..... @Ricca

    dann freu Dich, leider gibt es noch genügend Häuser wo man noch drum kämpfen muß.


    Wünsche Dir erholsames Frei, damit Du tatkräftig Deinen Kollegen weiter unter die Arme greifen kannst. ;-) :-)


    LG

    "Mein Frei gehört mir"

    hallo Ihr Lieben,


    wie Ihr ja bestimmt wisst, muss der Arbeitgeber einen Dienstplan erstellen, der ist dann für BEIDE Seiten bindend.


    Das heisst, wenn ich frei habe, hat mein Arbeitgeber mir nichts zu sagen, auch nicht, das ich zum Dienst erscheinen muss, dieses ist nur im Falle einer Katastrophe der Fall.


    Ich würde es immer ablehnen zum Dienst zu kommen, wenn mein Arbeitgeber mich an meinem freien Tag zu Hause anruft, weil er dazu nicht berechtigt ist.


    Laut Gesetz kann man so ein Verhalten sogar als Nötigung betrachten und zur Anzeige bringen.


    Aber solange es solche "Schlaffis" (entschuldigt bitte den Ausdruck) gibt, die soetwas einfach hinnehmen und sich bei Ihrem schlechten Gewissen "packen" lassen, wird sich im System nie etwas ändern.


    Ich hoffe, das es in Zukunft mehr Zivilcourage auch bei den Pflegenden gibt, und sie endlich mal den Arbeitgebern zeigen, das sie auf Granit beissen.


    Also, lasst euch nicht einschüchtern oder sogar erpressen, nur gemeinsam kann man etwas erreichen.


    schönen Abend noch


    peter

    @Peterbin

    Wenn du Zuhause bist kann dich niemand ausser im Katastrophenfall heran ziehen, da hast du vollkommen Recht. Bist du aber auf deiner Dienststelle und dir wird gesagt du hast Morgen zu kommen, dann kannst du dienstverpflichtet werden. Solltest du dann an diesem Tag z.B. Theater- oder Kinokarten, Ausflüge schon bezahlt haben, so ist der Träger dazu verpflichtet deine dir entstandenen Unkosten zu tragen.


    Wer bislang immer noch kein Telefon mit Rufnummeranzeige hat ist selbst Schuld.


    LG

    @hexlein

    Ich weiß ganz genau was auf meiner Station abgeht, dank Freunden auf anderen Stationen. Wenn bei uns von vier Kollegen eine fehlt, dann ist es immer noch zu schaffen. Dann werde auch ich nicht so blöd sein und zum Telefon greifen. Bei zwei Fehlenden sieht die Sache schon ganz anders aus. Dann gehe ich auch ans Telefon und zur Arbeit. Aber jeder ist ja für sich und sein Gewissen selbst verantwortlich.


    LG

    ricca

    hallo ricca,


    auch wenn ich im Dienst bin und am nächsten Tag laut Dienstplan frei habe, kann mich mein Arbeitgeber nicht dienstverpflichten.


    Der Dienstplan ist bindend und zwar für beide Seiten.


    Die Zeiten der Leibeigenschaft sind Gott sei Dank vorbei.


    Ich weiss, das es in der Realität anders aussieht und das unter anderem auch weil viele nicht wissen was der Arbeitgeber darf und was nicht.


    Ich war drei Jahre in einem Krankenhaus im Betriebsrat tätig und habe mich ziemlich viel mit dieser Materie beschäftigt.


    Man kann nur jemand "dienstverpflichten" im Kriegsfall aber nicht weil teilweise Stationsleitungen oder Pflegedienstleitungen unfähig sind ordentliche Dienstpläne zu schreiben oder der Arbeitgeber die Personaldecke so dünn hält, das soetwas nicht anders aufgefangen werden kann.


    Nocheinmal: MEINE FREIZEIT GEHÖRT MIR!!!!


    Und niemand kann über meine Freizeit bestimmen.


    Es ist beschämend, das gerade im Pflegebereich so mit Mitarbeitern umgegangen wird und sie derartig unter Druck gesetzt werden.


    schönen Abend noch


    peter

    @peterbin

    Sorry, ich muß dir widersprechen. Als ex. Altenpflegerin kannst du sehr wohl diestverpflichtet werden. Pflegehelferinnen allerdings nicht. Sonst gilt das was ich oben schon angeführt habe. Auch ich bin gewerkschaftlich tätig.


    LG

    Maßstäbe und Grundsätze für eine wirtschaftliche und


    leistungsbezogene, am Versorgungsauftrag orientierte


    personelle Ausstattung der Pflegeeinrichtungen


    nach § 75 Abs. 2 Nr. 3 SGB XI § 17


    Sicherstellung der Leistungen, Qualifikation des Personals


    (1) Die personelle Ausstattung der Pflegeheime muss unbeschadet aufsichtsrechtlicher Regelungen


    eine bedarfsgerechte, gleichmäßige sowie fachlich qualifizierte, dem allgemein anerkannten Stand der medizinisch-pflegerischen Erkenntnisse entsprechende Pflege der Pflegebedürftigen auf der Grundlage der Grundsätze und Maßstäbe für die Qualität und


    Qualitätssicherung sowie die Entwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements


    nach § 80 SGB XI und der Leistungs- und Qualitätsvereinbarung nach § 80a SGB XI unter


    Berücksichtigung des § 84 SGB XI gewährleisten.


    (2) Gemäß § 75 Abs. 3 SGB XI werden ab dem 01.01.2003 folgende Personalrichtwerte für


    Pflege und Betreuung in Form folgender Bandbreiten vereinbart; dabei haben die Einrichtungen das Recht, bis zur Obergrenze der Bandbreiten ohne besondere Begründung einrichtungsindividuell einen personalschlüssel zu vereinbaren:


    Pflegestufe I: 1:3,96 bis 1:3,13


    Pflegestufe II: 1:2,83 bis 1:2,23


    Pflegestufe III: 1:2,08 bis 1:1,65


    (3) Für die Betreuung von schwer Demenzkranken im Sinne der Anlage 1 finden die dort


    genannten Regelungen Anwendung. Dabei gelten ab dem 01.01.2003 folgende Personalrichtwerte/


    Personalanhaltszahlen:


    Pflegestufe I: 1:2,38


    Pflegestufe II: 1:1,70


    Pflegestufe III: 1:1,25


    (4) Für weitere Personengruppen mit besonderem Pflege- und Betreuungsbedarf im Sinne


    des § 75 Abs. 3 Satz 2 SGB XI, die in Spezialeinrichtungen mit einem gesonderten Versorgungsvertrag betreut werden, werden in der LQV höhere bedarfsgerechte Personalrichtwerte


    als die in Abs. 2 und 3 genannten vereinbart.


    (5) Mindestens 50 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung müssen


    Fachkräfte im Sinne der Heimpersonalverordnung sein. Ein höherer Fachkräfteanteil ist


    einrichtungsindividuell zu vereinbaren. Die Heimpersonalverordnung bleibt in allen Fällen


    unberührt.


    (6) Für Hauswirtschaft und Technik wird folgender Personalrichtwert festgelegt:


    Bis zu 1:5,9 unabhängig von den Pflegestufen.


    Die Einrichtungen haben das Recht, den Personalrichtwert bis zu 1:5,9 ohne besondere


    Begründung einrichtungsindividuell als personalschlüssel zu vereinbaren.


    Bei fremdvergebenen Leistungen oder der Leistungserbringung durch zentrale Dienste des


    Trägers sind entsprechende Personalmengenanteile anzurechnen.


    (7) Für Leitung und Verwaltung wird folgender Personalrichtwert festgelegt:


    Bis zu 1:30 unabhängig von den Pflegestufen


    Die Einrichtungen haben das Recht, den Personalrichtwert bis zu 1:30 ohne besondere Begründung einrichtungsindividuell als personalschlüssel zu vereinbaren.


    Bei fremdvergebenen Leistungen oder der Leistungserbringung durch zentrale Dienste des


    Trägers sind die entsprechenden Personalmengenanteile


    Daran sieht man ja, dass der Pflegeschlüssel geschoben werden kann wie jeder ihn gerade benötigt.


    Jetzt kommt es noch darauf an, welche Pflegestufen das Heim bei den Pflegesatzverhandlungen ausgehandelt hat.


    Wer die Berechnungsformel für den Pflegeschlüssel braucht, kann sich ja melden.


    LG