Insulin spritzen finde ich gar nicht einfach. Meine Freundin hat Diabetes und sie hat mir schon paarmal gezeigt, wie das geht, aber ich glaube, wenn ich ihr Insulin spritzen müsste, könnte ich das auch nicht. Es ist doch auch nicht richtig, wenn nicht ausgebildete Helfer Arbeiten machen, für die Krankenschwestern drei Jahre lang eine Ausbildung machen müssen.

    man lernt ja nicht nur das spritzen. man lernt auch über hygiene, über gefahren, wo man spritzen darf, wie die zuckerwerte sein müßen, wo gefahren sind, was das insulin macht im körper, wie man reagiert wenn zum beispiel eine unterzuckerung vorliegt, welche arten von insuinen es gibt...

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    man lernt ja nicht nur das spritzen. man lernt auch über hygiene, über gefahren, wo man spritzen darf, wie die zuckerwerte sein müßen, wo gefahren sind, was das insulin macht im körper, wie man reagiert wenn zum beispiel eine unterzuckerung vorliegt, welche arten von insuinen es gibt...

    So sieht es aus! Und ich glaube nicht, dass ungelernte Helfer das alles immer richtig einschätzen können!

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    vielleicht ist das im Rettungsdienst so, in allen Krankenhäusern, in denen ich bisher gearbeitet hab war es Sache des Pflegpersonals.

    Und das ist das Problem. Es wird vorrausgesetzt, dass die Gesundheitspfleger diese Sachen übernehmen. Dass sie sich damit auf rechtlichem Glatteis bewegen, ist kaum jemandem in dem Moment bewusst. Wenn dann was passiert, will keiner die Verantwortung übernehmen, schon gar nicht die Ärzte, die es deligiert haben. "Übernahmeverschulden" und Schwupps, sind die fein raus.


    Ihr nennt es Sache des Pflegepersonals ist nenne es Leichtfertigkeit.


    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Maßnahmen gut beherrscht werden, dennoch sind sie keine pflegerischen Maßnahmen und schon gleich gar nix für einen - wenn auch sehr hochmotivierten - FSJler.


    VG

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    Und das ist das Problem. Es wird vorrausgesetzt, dass die Gesundheitspfleger diese Sachen übernehmen. Dass sie sich damit auf rechtlichem Glatteis bewegen, ist kaum jemandem in dem Moment bewußt

    du sagst, es ist das Problem. Kannst du mir bitte zeigen, wo festgelegt ist, dass das eine ärztliche Tätigkeit ist? Es würde mich sehr interessieren. Ich habe das gelernt, in der Theorie, in der Praxis unter Anleitung viele Male geübt. Wo ist festgelegt, dass ich das nicht darf?

    Ich weiß nicht, ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne, aber in meiner Ausbildung ist mehrfach der Begriff "Heilpraktikergesetz" gefallen.


    Wenn man sich da mal die Paragraphen ansieht, findet man folgendes:

    Unter die im §1 genannten Tätigkeiten, fallen auch so "einfache" Sachen wie die BZ - Messung, diese ist allerdings genau wie jede gelegte Kanüle, jede i.m., s.c. und i.v. Injektion im juristischen Sinne eine Körperverletzung. Die Blutentnahme ist sogar Organentnahme.


    Und deswegen reite ich so darauf rum.


    Ich bezweifle keinen Augenblick, dass sehr viele Pfleger/innen sehr wohl in der Lage sind, solche Maßnahmen auszuführen, einige sogar besser als manche Ärzte, das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung, aber im rechtlichen Sinne ist es Grauzone...


    Und in erster Linie war ich empört darüber, dass ein FSJ ler diese ganzen Maßnahmen ausgeführt hat. Dass das im Bereich häusliche/stationäre Pflege bei gelernten Kräften Gang und Gäbe ist, weiß ich selbst, im Rettungsdienst ist es da ja nicht anders. Aber ich glaube nicht, dass sich ein FSJ-ler ohne die entsprechende Ausbildung über die Konsequenzen seines zwar lobenswert hochmotivierten, aber juristisch grenzwertigen Tun im Klaren ist. Und im Fall des Falles hält jeder selbst den Kopf hin.

    Ebenfalls sehr interessant ist hier auf seite 4,die Tabelle,in der dargestelltwird, wer überhaput was an ärztlicher Tätigkeit nach Delegation derer übernehmen darf:


    http://www.deutscher-krankenhaustag.de/de/vortraege/pdf/Ref_.pdf

    die Links von Biene kann ich von hier nicht öffnen. Muss ich heute Abend mal einsehen.

    @ Lerche,

    ich versteh schon, warum du darauf "rumreitest" aber ich bin nicht sicher, ob das was du über Heilpraktiker geschrieben hast, für uns in der Pflege gilt.


    Ich hab im Krankenpflegegesetz gesucht und finde nichts, deshalb wäre ich wirklich interessiert an einer Quelle, denn Tätigkeiten wie Blasenkatheter legen, Insulin und ähnliches spritzen, s.c. und i.m. , Magensonden legen, das sind Tätigkeiten, die hab ich gelernt in meiner Ausbildung und wüsste gern, ob es tatsächlich so ist.

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    aber im rechtlichen Sinne ist es Grauzone...

    Das kann ich mir nämlich nicht vorstellen, so gründlich, wie uns diese Dinge gelehrt wurden

    @ biene:

    danke, super Links!

    @ süntje:

    schau dir die Links heut abend mal an, ich denk wir haben beide Recht.


    Ich habe in meiner Ausbildung zum Rettungsassistenten auch gelernt, i.v. Zugänge zu legen, Intubationen durchzuführen, zu defibrillieren, bestimmte Medikamente zu geben. Diese ganzen, definitiv ärztlichen Maßnahmen, darf ich aber nur in Notkompetenz ausführen.

    Aber wie du siehst, trotz Ausbildung ist es rechtlich nicht wirklich abgesichert, führt man die ärztlichen Maßnahmen durch, könnte man wegen Körperverletzung strafrechtlich verfolgt werden, lässt man es bleiben, könnte man mir "unterlassene Hilfeleistung" vorwerfen.


    Und in der Krankenpflege wird es nicht viel anders sein.


    Bist du privat berufshafltpflichtversichert? Deckt deine Versicherung z.B. im Fall einer Komplikation die durch eine ärztliche Maßnahme entstanden ist (i.v. Zugang --> Entzündung) den Schaden?


    Hast du in deinem Arbeitsvertrag stehen, dass du ärztliche Maßnahmen ausüben darfst? Stellenbeschreibung, Nebenabrede? Bei mir stehts ganz klar drin, mit Hinweis auf die Empfehlung der Bundesärztekammer...


    Ist halt ziemlich kompliziert. Ich versuch mal irgendwas konkretes zu finden, wo das schwarz auf weiß steht, okay...kann aber dauern, bisher wars erfolglos.


    Ich will dich, um Gottes Willen nicht angreifen, und glaube dir gern, dass das bei euch übliche Praxis ist. Nichts für ungut, gell?! @:)


    VG

    Es ist eine absolute Grauzone und ich würde mich erkundigen wie ihr abgesichert seit, vondaher hoffe ich du kannst die links doch noch irgendwie öffnen, denn die sind wirklich gut. Und all die Tätigkeiten sind laut meinem Uni-Prof. tatsächlich ärztliche Tätigkeiten und dürfen zwar delegiert werden, aber nur wenn bestimmte vorraussetzungen da sind.

    ja, ich schau es mir heute abend an.


    Nein, in meinem Vertrag steht natürlich nichts davon, dass ich ärztliche Tätigkeiten ausführen darf.


    Deshalb bin ich ja auch so neugierig, was genau ärztliche Tätigkeiten sind.


    Katheter legen, um mal bei dem Beispiel zu bleiben hab ich immer als eine pflegerische Tätigkeit angesehen.


    Und zum Spritzen musste ich einen "Spritzenschein" machen........


    Wäre schön, wenn sie mal die jungen Gesundheits-u. Krankenpfleger melden würden, mein Unterricht ist schon viel zu lange her.

    Hier hab ich schon mal was gefunden:


    http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3225


    Kannst du wahrscheinlich auch erst später anschauen, was?


    Um nochmal auf das Heilpraktikergesetz zurück zu kommen, ich habe die Paragraphen so verstanden, dass im Grunde nur der Arzt Maßnahmen zur Heilung und Behandlung ausüben darf und alle anderen Personen nur eingeschränkt und nach Delegation und unter Aufsicht.


    "Spritzenschein" - Mist, gestern hatte ich irgendwas gefunden, wo stand, dass solche Dokumente vor Gericht nicht anerkannt sind... ich guck mal ob ichs wiederfind.


    Ah hier (ist aus Bienes erstem Link):

    Zitat

    Dem "Spritzenschein" oder "Befähigungsnachweis" kommt in der forensischen Praxis keine eigenständige haftungsrechtliche Bedeutung zu.

    Ich selbst habe schon erlebt, dass einige Ärzte ihre Maßnhmen kaum selbst beherrschen (ein Hausarzt bei Notfall vor Ort, versucht verzweifelt mit zittrigen Händen blaues Flexülchen in wunderschöne Venen zu legen, das können meine Praktikanten besser...), trotzdem sollte man bei der eigenen Durchführung immer im Kopf haben, dass man da rein vom Strafgesetzbuch her vielleicht grad den Tatbestand der Körperverletzung ausführt (s.c. / i.m. Injektionen zum Beispiel...)


    Wäre in der Tat schön, wenn sich mal noch jemand einklinkt, der da bewanderter ist (The Caver beispielsweise?!).


    VG *:)

    @ lerche82

    das hast du in bezig aufs heilpraktikergesetz schonvöllig richtig verstanden. Deshalb ist bei Deinem Link auch die schematische Darstellung in der steht, das andere Fachkräfte (Krankenpflegepersonal,etc.) oder gelerntes Personal die delegierbaren Aufgaben durchführen können ganz gut. Das mit demSpritzenschein stimmt auch, denn heute ist dieser auch kein Bestandteil mehr in der Ausbildung.

    Zitat

    also bei uns in den heimen ist das mittlerweile auch verboten, darf nur der urologe oder urologenhelferinnen die vom urologen angelernt wurden..und beim mann dürftet ihr das sowieso nicht..

    ja sicher, wasn der unterschied?

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    du sagst, es ist das Problem. Kannst du mir bitte zeigen, wo festgelegt ist, dass das eine ärztliche Tätigkeit ist? Es würde mich sehr interessieren. Ich habe das gelernt, in der Theorie, in der Praxis unter Anleitung viele Male geübt. Wo ist festgelegt, dass ich das nicht darf?

    meine rede. hatten wir alles in der schule und habe noch heute morgen nen katheter geschoben.

    Zitat

    Wäre schön, wenn sie mal die jungen Gesundheits-u. Krankenpfleger melden würden, mein Unterricht ist schon viel zu lange her

    anwesend, seit neuestem oberkurs!!! also: blasenkatheter legen ist eine pflegerische tätigkeit, fällt unter die behandlungspflege, das dürfen KPHs natürlich nicht.


    wir haben es sowoehl theoretidsch durchgenommen als auch an ner atrappe geübt, es steht in unserem tätigkeitsheft und wie gesagt, ich habs heute wieder mal getan.