Honey91_mit_Mini13

    Zitat

    Aber dann kann es wenigstens eine Windel geben damit die Frau nicht in ihren nassem bett rumliegen muss,

    Wo bitte steht denn dass die Frau im nassen Bett gelegen ist?


    Es war hiervon die Rede

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    dass die Vorlage ihrer Mutter nass ist

    Eine Vorlage ist soetwas wie eine übergroße Damenbinde die in die Unterhose eingelegt wird und hat somit die selbe Funktion wie eine Windel.


    Und sorry, die gnädige Tochter hätte diese Vorlage ja auch mal wechseln können, wenn das Pflegepersonal zeitlich einfach nicht dazu kommt.


    Ein stündlicher Toilettengang ist halt einfach nicht drin.


    Und ja, es stimmt. Die Angehörigen werden zunehmend fordernder und unverschämter.

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    Und ja, es stimmt. Die Angehörigen werden zunehmend fordernder und unverschämter.


    devil_w

    Könnte auch daran liegen, daß die Angehörigen da einen guten Batzen Kohle dafür hinlegen, daß da jemand im Pflegeheim betreut wird.


    Ich meine - ich verstehe schon, daß bei Pflegenotstand nicht jeder Patient ne deLuxe-Versorgung bekommen kann. Aber: ich muß trotzdem als Angehörige monatlich den vollen Betrag hinlegen und ein "hey, ich habe gerade diesen Monat Geld-Notstand, zahl ich eben was weniger" zieht da auch nicht.


    Ja, die Pflege ist unterbesetzt, hat teilweise scheiß Arbeitsbedingungen uswusf. Aber die Pfleger arbeiten weder ehrenamtlich, noch sind die Pflegebetten kostenlos. Und solange ich den vollen Betrag löhnen muß, verlange ich auch volle Leistung.

    Blöde nicht-vorhandene Editierfunktion


    Ich redete natürlich vom Pflegeheim, im KKH sieht das etwas anders aus. Aber prinzipiell - so lange die Betten voll abgerechnet werden, sollte auch die volle Betreuung gewährleistet sein. Und da kann ich die Angehörigen verstehen, die da umentspannt werden.


    Aber auch die Pfleger, die schon machen, wie sie können, es aber trotzdem nicht ausreicht.


    Es bringt aber nichts, daauf den jeweils anderen zu schimpfen. Die Probleme wurden ja anderswo verursacht.

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    Und solange ich den vollen Betrag löhnen muß, verlange ich auch volle Leistung.

    solange diese Leistung nur den allgemeinen Pflegaufwand betrifft, kannst Du sie auch verlangen.


    Es geht hier aber um alle möglichen Extras, die so manch Angehörige verlangen. Ich arbeite nicht im Pflegeheim, sondern war jahrelang in der Intensivpflege tätig. Würde, wenn ichs gesundheitlich noch könnte, auch nie im Pflegeheim arbeiten wollen.


    Aber da ich öfters mal im Pflegeheim zu Besuch bin, bekomme ich da Vieles mit und manche Angehörige sind wirklich unverschämt.

    Naja, ganz so viele Selbstzahler gibt es nicht mehr :-/ . Kurios ist da auch, dass die Angehörigen die nichts bezahlen oft am meisten meckern...


    Theoretisch bekomme ich von den Krankenkassen eine bestimmte Pflegezeit bezahlt...die natürlich hinten und vorne nicht reicht!


    Ich musste mich schon mit Gutachtern des MDK darüber streiten, dass ein Wechsel des Inkontinenzmaterial neun Mal täglich stattfindet. Fand er vollkommen übertrieben...so ne Vorlage hat ja ein enormes Fassungsvermögen und reicht den ganzen Tag :-(


    Da bleibts dann bei PS I. Und wir wechseln trotzdem 9 mal

    Hallo Süntje *:)


    Ich War auch vor kurzem in der Situation eine Beschwerde angedroht zu bekommen.


    Ich arbeite auch in der Geriatrie mit 30 Patienten und dank der Grippewelle mit einer Kollegin der Pflege und einer hauswirtschafterin im dienst.


    Es war Abendbrotzeit und ich stand mit zwei essenstabletts im Gang als neben mir die Tür auf flog und die Ehefrau des Patienten mir in den rücken brüllte, das ihr Mann nun schon seit einer halben Stunde mit essen fertig sei und sich kein schw... um den Joghurt Fleck auf seinem Pullover gekümmert hat.


    Mir ist zum Glück nur die kinnlade runtergefallen und nicht die Tabletts. Ich habe mich mit den Worten verabschiedet, das noch nicht mal jeder mensch hier zu essen bekommen hat und das nun erstmal Priorität hat.


    Somit flog mir die Drohung einer Beschwerde um die ohren.


    Also, ich verstehe dich :)*

    Wer noch nie so richtig in der Pflege gearbeitet hat, darf hier gar nicht mitdiskutieren...


    Ich habe lange Zeit nebenbei in einem städtischen Pflegeheim gearbeitet. Da werden dann die Leute untergebracht, bei denen kein Geld für ein "besseres Heim" zur Verfügung steht oder die Angehörigen nicht gewillt sind, etwas mehr auszugeben.


    Neun mal am Tag das Inkontinenzmaterial wechseln? :-o :-o Ich bin an guten Tagen auf 6 mal, an schlechten auch leider mal nur auf 4-5 Mal gekommen.


    Ich musste eine Station mit 15 Bewohnern morgens oder eben auch abends allein versorgen. Und ja, wir hatten dort auch eine Tochter einer Bewohnerin, die eine Mordswelle geschlagen hat, wenn Muttis Tagesdecke nicht absolut perfekt über das Bett gelegt wurde. Dass andere Bewohner gefüttert oder dringendst "trockengelegt" werden mussten, war ihr da völlig egal.


    Die Heimleitung ist der richtige Ansprechpartner.


    Die Zeiten, in denen man es sich rauchend im Aufenthaltsraum gemütlich gemacht hat, kenne ich auch noch, die sind aber schon seit über 20 Jahren vorbei.


    Ich habe diesen Nebenjob aufgegeben, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, diese Leute nicht anständig versorgen zu können- das ist einfach nicht zu schaffen. Wir hatten gemischte Stationen, mit halbwegs fitten Bewohnern, mit absolut bettlägerigen und Dementen mit starkem Bewegungsdrang. Und während man noch einen Bettlägerigen umlagert, steht die 90jährige nackt und heulend im Flur und schreit nach ihren Eltern und zerfetzt ihre nasse Vorlage...


    Und ohne eine gewisse Abgebrühtheit kann man diesen Job nicht ausüben.


    Natürlich ist es für die Angehörigen ganz schlimm, solche Zustände mit anschauen zu müssen aber da muss ich die Pflege eben selbst übernehmen, oder nen Tausender mehr locker machen für ein Pflegeheim mit einem besseren Personalschlüssel. Das Pflegepersonal muss da leider immer als Blitzableiter herhalten.

    Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen? Wird bei den Patienten dann eher drauf geachtet, dass das Mindeste erledigt wurde? Das ist immer so mein Verdacht und ich würde wahrscheinlich täglich hingehen und ein bisschen Gesellschaft beim Essen spenden oder spazieren gehen, wenn das möglich ist. Ich bin zwar glücklicherweise (noch) nicht in der Situation, dass ich pflegebedürftige Angehörige habe, aber es wäre für mich auch schlicht unmöglich, die Pflege zu stemmen. Andererseits graut es mir vor den Zuständen in den Heimen – es ist ja auch herausgekommen, dass es ziemlich egal ist, wie viel man zahlt und gerade die teuren Anbieter möglichst viel Gewinn abschöpfen, statt das Geld in die Pflege zu investieren. :(v


    Den Pflegern würde ich da keinen Vorwurf machen, es sei denn sie verhalten sich aggressiv gegenüber den alten Menschen oder ähnliches, weil sie dem Stress nicht gewachsen sind.

    Meine Mutter lebt auch im Heim, sie ist übrigens Selbstzahlerin, wir Angehörigen müssen nichts zuschießen, weil sie genug Einkünfte (und auch Vermögen) hat. In der Anfangszeit dort war sie mit PS 3 eingestuft, dann berappelte sie sich langsam, zu unser aller Erstaunen und Begeisterung, und dann haben wir sie nochmal vom MDK begutachten lassen, mit dem Ziel, eine Eingruppierung in PS 2 zu bekommen, einfach auch, weil PS 3 bei den Heimkosten sehr teuer kommt und sie die Leistungen auch gar nicht mehr bekam, ihres guten Zustands wegen. Ergebnis war dann allerdings eine Runterstufung in PS 1. Das hat uns als Angehörigen erstmal Ärger mit der Heimleitung eingebracht, und es gab auch ein paar blöde Kommentare der Pflegekräfte gegenüber meiner Mutter, wenn sie mal etwas mehr Hilfe brauchte (gibt halt gute und schlechte Tage bzw. Nächte). Das haben wir mittlerweile mit einem klärenden Gespräch abstellen können. Übrigens fühlt sich unsere Mutter dort wohl und betrachtet das Heim mittlerweile als ihr Zuhause.


    Als sie dann vor kurzem krank wurde (Grippewelle), war sie erstmal wieder PS 3, also voll bettlägrig, und da haben die Pfleger auch ohne Gemecker genau diese Pflegeleistungen erbracht. Zu dem Zeitpunkt waren wir, ihre Kinder, allerdings auch täglich da (normal sind wir an 4-5 Tagen der Woche da und nehmen den Pflegern da auch Arbeit ab) und haben sie mehr oder weniger gefüttert, denn sie hat fast nichts gegessen in der Zeit.


    Ich sehe, wie die Pfleger schuften, und daß sie die ganzen Tag nur am rennen sind. Und dieses Heim ist eins der guten, das noch mit ausreichend Personal ausgestattet ist. Trotzdem wissen die Pfleger manchmal nicht, wo ihnen der Kopf steht, einer klingelt immer, sie können doch nicht überall gleichzeitig sein. Wenn dann noch irgendwelche doofen Angehörigen Terror machen wegen einem Joghurtfleck oder was auch immer... da kann ich mir nur an den Kopf fassen!

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    wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen? Wird bei den Patienten dann eher drauf geachtet, dass das Mindeste erledigt wurde?

    es gibt natürlich Kollegen, die sich bei der Arbeit völlig verzetteln und nicht sehen, was wichtig ist und was eher nicht.


    Für mich macht es keinen Unterschied in der Pflege, ob ich weiß, da kommt immer jemand zu Besuch. Deshalb pflege ich nicht sorgfältiger oder besser.


    Natürlich kann ich versuchen, auf die befindlichkeiten der Angehörigen einzugehen.


    Mir ist ein Beispile im Kopf, da musste der Mutter immer alles farblich ganz passend angezogen werden. Das grüne Shirt unter die grüne Jacke und dazu die helle Hose, das rote Twinset zur blauen Hose usw. Klar, wenn ich das weiß, kein Problem.


    Es geht mir um die in meinen Augen, (und aus den Antworten hier lese ich, dass Pflegeleute genau wissen was ich meine) völlig überzogenen Ansprüche.


    Was Pia schreibt kenne ich genau

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    Es war Abendbrotzeit und ich stand mit zwei essenstabletts im Gang als neben mir die Tür auf flog und die Ehefrau des Patienten mir in den rücken brüllte, das ihr Mann nun schon seit einer halben Stunde mit essen fertig sei und sich kein schw... um den Joghurt Fleck auf seinem Pullover gekümmert hat.

    da motzen die ersten man müsse nun aber dringend ihre Angehörige ins Bett bringen während wir noch nicht mal überall das Essen verteilt haben.


    Mich würde interessieren, was tatsächlich von Pflege erwartet wird und wenn mir jemand sagt: "ich erwarte, dass wenn meine Mutter klingelt weil sie auf das WC muss, in etwa 60 sec jemand kommt und das erledigt", ob das dann in der heutigen Zeit noch ernst gemeint ist.

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    Ich frage mal hier in die Runde, macht ihr bei euren Angehörigen auch die Augen vor der Realität zu und erwartet 24 Stunden rundum Betreuung?

    Jein! Ich verlange keine Wunder. Aber mir fehlt da BEI KRANKENHAUSAUFENTHALTEN absolut die Empathie des Pflegepersonals für demenzkranke Patienten.


    Dass man meiner Mutter einen Katheter verpasst, weil man nicht ständig die Vorlagen wechseln will (obwohl die Gründe angeblich medizinische sind), rege ich mich schon längst nicht mehr auf. Sie könnte theoretisch zur Toilette, aber wenn sie es merkt, muss es sofort sein und im Krankenhaus geht das nun mal nicht. Sehe ich ein, kein Problem. Aber ich rege mich auf, wenn die Schwestern nicht ihr Gehirn einschalten. Wenn man ihr den Rufknopf (in Form einer größeren Fernbedienung) am Galgen 10 cm über das Gesicht baumelt. So könne doch klingeln, wenn sie was braucht. Wie würde man sich denn selbst beim Wachwerden fühlen, wenn so ein Kasten direkt über dem Kopf hängt. Und nein sie würde den Knopf nicht drücken, weil sie mit dem Teil überhaupt nichts anzufangen weiß (sie ist nun mal dement) und zudem panische Angst hat, das komische Etwas auf den Kopf zu kriegen. Ich rege mich auf, wenn ich komme und irgendwelches Essen/ Trinken steht auf dem Tisch. Meine Mutter kann alleine essen (wenn nicht dann ist sie sowieso zu schwach und mag sowieso nichts essen), aber sie würde das, was irgendwo steht nicht anrühren, weil sie es nicht mit sich in Verbindung bringt. Man muss es ihr quasi unter die Nase halten. Das sind so zwei der Dinge, die keine zusätzliche Zeit, aber einfach ein wenig Mitdenken erfordern. Ich lasse bei der Aufnahme auf der Station immer alles in der Akte vermerken, was erforderlich ist. Das ist nicht viel. Und meine Mutter ist ein geduldiger Patient. Aber so nach vier fünf Tagen geht mein Verständnis für die Schwestern dann auch gegen Null.


    Süntje ich verstehe zwar deine spontane Reaktion, aber für einen Angehörigen ist so ein Lachen einfach ein Schlag ins Gesicht.


    Ich hatte so eine vergleichbare Situation neulich erst. Da hat mich ein Arzt angebrüllt, als ich Auskunft über den Gesundheitszustand meiner Mutter wollte. Welche infame Forderung von mir. Aber ich bin nun mal die vom Gericht eingesetzte Betreuung und muss in diverse Untersuchungen einwilligen. Erst als von mir gar keine Reaktion kam (ich war absolut sprachlos) wurde er stutzig. Aber so im Nachhinein hätte ich ihm am liebsten eine in die …

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    Bei uns im Krankenhaus sind sehr oft Patienten aus Südlichen Ländern und bei denen ist es fast selbstverständlich, das FAST IMMER eine Familienmitglied, meist die Schwester oder Tochter, oder die Mutter) als Begleitperson mit aufgenommen wird.

    Hier ist es aber nun mal so, dass die Angehörigen größtenteils alle berufstätig sind. Meine Mutter war im letzten Jahr fünf Mal im Krankenhaus – an ihrem, nicht an meinem Wohnort. Ich kann weder so viele Wochen Urlaub nehmen, noch täglich mittags Feierabend machen. Und dann brauch ich mit Zug (und Umsteigen) immer noch mindestens eine Stunde pro Weg.

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    Viel zu oft herrscht auch die Einstellung " Mutti ist jetzt im Heim/ Geriatrie...Jetzt hab ich mit nichts mehr zu tun. Müssen die sich drum kümmern"! Wie oft kommt es vor, dass die Menschen keine Kleidung mehr haben...aber

    Naja HEIM ist nochmal eine ganz andere Situation als Krankenhaus. Da kann ich mich als Angehörige nicht beklagen. Man kennt im Laufe der Jahre auch ihre unausgesprochenen Bedürfnisse. Meine Mutter ist (obwohl Pflegestufe 3) eigentlich pflegeleicht und geduldig. Ob das Bett gemacht ist (Hauptsache es ist sauber), oder die Sachen ordentlich in den Kleiderschrank eingeräumt wurden (wenn nicht mache ich das), ist mir sowas von egal. Was die Kleidung betrifft, da achte ich schon drauf, dass sie genügend hat. Aber ich ziehe sie nicht an und kann auch keine Anproben mit ihr veranstalten und sie selbst äußert sich zu gar nichts mehr. Da erwarte ich einfach eine direkte Ansprache des Pflegepersonals.


    Es gibt schon einiges an dem Drumherum, was mir nicht passt, aber da meine Mutter in guten Händen ist, sehe ich über diese Missstände hinweg. Sonst hätte ich auch längst ein Heim in meiner Nähe gesucht.

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    Aber da ich öfters mal im Pflegeheim zu Besuch bin, bekomme ich da Vieles mit und manche Angehörige sind wirklich unverschämt.

    Ja? Wenn ich meine Mutter besuche bin ich (wenn ich von einem älteren Herrn absehe, der täglich seine Frau besucht) meistens die einzige anwesende Angehörige.

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    Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen?

    Naja nichts leichter als das, besonders, wenn man nicht gleich mal so um die Ecke wohnt. Außer mir besucht niemand meine Mutter, da ist nichts mit abwechseln.

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    Wer noch nie so richtig in der Pflege gearbeitet hat, darf hier gar nicht mitdiskutieren...

    Halte mal den Ball flach, ja!


    Du weißt überhaupt nicht, was die Angehörigen vielleicht schon vor der Aufnahme der Eltern oder des Partners ins Heim/ Krankenhaus geleistet haben. Kannst Du dir vielleicht vorstellen, dass man eine geliebte Person nicht leiden lassen will? Wenn mein Mann in so einer Situation wäre, würde ich auch ausrasten.


    Und dass es überall Leute gibt, die nur meckern können ist ja nun nicht neu.

    Taps,


    ich sagte, mein Lachen war unprofessionell. Hätte ich nicht gelacht, hätte ich geweint, verstehst du, das war so eine Art hysterische Reaktion, weil wir besonders im Moment absolut über dem Limit arbeiten.


    Ich gebe dir recht, dass nicht alle in der Pflege für demente Patienten geeignet sind, das weiß ich. Das ist besonders anstrengend und da muss man ein gutes Händchen für haben.


    Ich kann das und ich habe das.


    Die Klingel muss in Griffnähe sein, egal ob sie benutzt werden kann oder nicht, Getränke stehen natürlich auf dem Nachttisch, damit jedesmal wenn man ans Bett geht, dem Patienten etwas zu trinken anbietet, wenn dieser es nicht selbst kann, ähnlich ist es mit Joghurts oder ähnlichem.


    Und du hast Auskunft haben wollen. Das ist für mich etwas ganz anderes, eine völlig normale und logische Anfrage, für dich man sich natürlich Zeit nimmt. Aber wenn deine Schwester und dein Bruder und vielleicht auch nocht deine Kinder einzeln ankommen und Auskunft haben wollen, dann geht das Verständnis schon wieder flöten.


    Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft. Und reagiert pikiert, wenn man dann darum bittet doch XY zu fragen, die nämlich morgens ein ausführliches Arztgespräch hatte

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    Mich würde interessieren, was tatsächlich von Pflege erwartet wird und wenn mir jemand sagt: "ich erwarte, dass wenn meine Mutter klingelt weil sie auf das WC muss, in etwa 60 sec jemand kommt und das erledigt", ob das dann in der heutigen Zeit noch ernst gemeint ist.

    Nein, nicht 60 Sekunden. Aber meine Mutter wird irgendwann mal sauer, wenn sie nachts klingelt, weil sie aufs WC muß (sie soll nachts ausdrücklich nicht alleine aufstehen), und dann nach 15-20 Minuten immer noch keiner kommt. Als damals der Ärger wegen der Rückstufung auf PS 1 war, hatte sie teilweise zu dünne Vorlagen bekommen und lag dann tatsächlich im Nassen... das geht mal gar nicht! Und da haben wir dann auch mal gemeckert, dann wurde das Problem aber auch abgestellt.

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    Naja HEIM ist nochmal eine ganz andere Situation als Krankenhaus. Da kann ich mich als Angehörige nicht beklagen. Man kennt im Laufe der Jahre auch ihre unausgesprochenen Bedürfnisse. Meine Mutter ist (obwohl Pflegestufe 3) eigentlich pflegeleicht und geduldig. Ob das Bett gemacht ist (Hauptsache es ist sauber), oder die Sachen ordentlich in den Kleiderschrank eingeräumt wurden (wenn nicht mache ich das), ist mir sowas von egal. Was die Kleidung betrifft, da achte ich schon drauf, dass sie genügend hat

    Genau. So machen wir es auch, und unsere Mutter ist zum Glück auch nicht so etepetete, daß sie sich über Dinge wie eine Tischdecke, einen Fleck auf dem Pulli oder sowas aufregen würde. Worüber sie sich aufregt, das sind meistens irgendwelche blöden Sprüche von den Pflegern, wenn die meinen, sie hätte wegen nichts geklingelt, was sich aus ihrer Sicht deutlich anders darstellt.

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    Hätte ich nicht gelacht, hätte ich geweint, verstehst du, das war so eine Art hysterische Reaktion,

    Ist mir schon klar. Und ein Angehöriger der was von Beschwerde sagt, hat meist überreagiert und wird das bei näherem Nachdenken dann doch nicht tun.

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    Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft.

    Ich kämpfe jedes Mal darum, trotz Betreuerausweis überhaut Auskunft zu kriegen. Und ich bin wohl inzwischen so darauf fixiert, dass ich die Einzige bin, die die Belange meiner Mutter vertritt, dass mir weitere möglich Angehörige gar nicht erst in den Sinn kommen.

    Liebe Süntje, es gibt immer zwei Perspektiven. Und man muss versuchen, sich auf einen ruhigen Dialog einzulassen, damit man sich gegenseitig versteht. Denn erst, wenn man miteinander redet, lernt man, was beim Gegenüber angekommen ist. Vorhaltungen, Belehrungen oder Lachen ist da fehl am Platz. Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.


    Auf Seiten der Angehörigen ist die emotionale Belastung. Auf Seiten der Pflegekräfte die Stress-Belastung. Beide Belange sind aber begründet.


    Die Wut von Angehörigen kann ich aus eigener Erfahrung durchaus verstehen. Man sieht auf den ersten Blick die enormen Kosten, die für Pflege berechnet werden. Natürlich weiß man (nicht nur von RTL-Empörungs-TV), dass Personal knapp und nicht besonders gut bezahlt ist. Aber das ist gerade der Grund für diese Wut. Man zahlt dieses Geld und versteht nicht (und ich bin nicht dumm), wohin es verschwindet. Das Personal deswegen anzukacken ist natürlich genauso falsch. Da warst du Blitzableiter. Aber wenn man sieht, dass man im Monat zwischen 2000 und 4000 Euro zahlt, dann lässt sich das mit dem Zimmerunterhalt und max. 2 Stunden individuelle Betreuung nicht mehr erklären. Man bekommt das Gefühl, in einer Zwangslage abgezockt zu werden und dass ganze Gewerbezweige hier eine Gewinnmaximierung betreiben. Beispiel gefällig? Meine Mutter wurde zwei Wochen zuhause gepflegt, bevor sie starb. Das Pflegebett kostete für diese Zeit 1700 Euro. Miete. Kein Witz. Mein Vater meinte noch, er wolle das nicht kaufen ... >:(


    Und das treibt natürlich in einer emotionalen Situation den Zorn schnell hoch. Diese Gewinnmitnahmen ziehen sich durch die ganze Branche, und leidtragende sind die Pflegekräfte, die daran nicht teilhaben und sich durch den direkten Kontakt die Klagen der Angehörigen anhören müssen.


    Das wird noch schlimmer durch die Verschiebung in unserer Gesellschaftsstruktur. Pflege wird die nächsten 30 Jahre boomen, und auf boomende Konjunkturen werden sich noch viel mehr Rendite-Jäger stürzen. Wenn man da nicht dringend dem Wucher gesetzlich Einhalt gebietet, dann wird das noch sehr schlimm. Dann wäre es mir lieber, wenn das Geld wirklich bei Kräften landet, die sich wirklich mit ihrer Zeit um die individuellen Belange der Pflegebedürftigen kümmern können.

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    Es ist längst nicht immer ein Ansprechpartner da, sondern jedes Familienmitglied erwartet Auskunft.

    Dafür empfehle ich, was meine Geschwister und ich uns in der schlimmsten Zeit - 5 Wochen künstliches Koma auf der Intensivstation - angewöhnt haben. Damit wir nicht dauernd rumtelefonieren mußten, und dann doch einer was falsch verstanden hatte oder noch die vierte von uns die Ärzte nervt, haben wir einen E-Mail-Verteiler gemacht. Wenn einer von uns da war, hat er die anderen per Mail informiert und alles Notwendige weitergegeben. Das könnte auch in solchen Fällen eine gute Option sein!

    Comran

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    Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.

    Und dann fehlt noch mehr Zeit...


    Ich finde Süntjes Frage für Angehörige recht interessant:


    Was ist volle Leistung?


    Die ist natürlich auch für Pflegekräfte sehr wichtig, aber ich denke als Angehöriger setzt man sich da nicht so wirklich bewusst mit auseinander.

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    Hmm, wie ist das denn, wenn ein Angehöriger wenigstens einmal täglich kurz vorbeischaut, meinetwegen zum Abendessen?

    Wenn man bei der Gelegenheit gleich beim Abendessen füttert/hilft und den Angehörigen vorher und nachher zur Toilette begleitet: super Idee!

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    Natürlich gelten die Regeln für beide Seiten. Aber du stehst auf der professionellen Seite dieses Miteinanders, insofern müsstest du eigentlich eine führende Rolle einnehmen, das Gespräch genau auf dieses Verständnisniveau zu bringen.

    Und dann fehlt noch mehr Zeit...

    Nicht wirklich, wenn es Eskalation vermeiden kann. Eskalation belastet und zieht dann einen Rattenschwanz sonstiger Arbeiten und Erklärungen oder langer Streitgespräche nach sich. Außerdem erwarte ich schon, dass man sich im Bedarfsfall die Zeit nehmen kann, sein Handeln zu erklären. Das heißt nicht, dass man sich mit uneinsichtigen Menschen 20 Minuten im Kreis drehen muss.


    Wenn du dich falsch behandelt fühlst - von einer Behörde oder einem Dienstleister - und dein direkter Ansprechpartner sagt: "Das erkläre ich ihnen jetzt nicht ausführlich, denn sonst habe ich weniger Zeit für meine Arbeit", wie würdest du dich dann fühlen? Das ist ein Bestandteil der Arbeit.