Pflegestufe aber er will es nicht

    Der Vater meines Mannes lebt allein und kann sich eigentlich nicht mehr versorgen.


    Mein Mann teilt sich mit seiner Schwester die Einkäufe rein und die Arztbesuche wenn er gefahren werden muss.


    Der ältere Mann ist also nicht mehr mobil.


    Eine Pflegestufe lehnt er bisher demonstrativ ab, obwohl er mit Sicherheit mindestens den neuen Pflegegrad 0 bekommen würde.


    Kann man wenn er es ablehnt wirklich gar nichts machen? Er kann noch selbst kochen, aber einkaufen und längere Wege kann er nicht mehr verrichten.

  • 37 Antworten

    Ihr könntet seinem Vater ja kommunizieren, dass ihr anhand der vielfältigen Herausforderungen des Alltages - siehe deine etlichen anderen Fäden (da kommen ja gleich sicher noch ein paar dazu) - nicht mehr in der Lage seid ihn so zu unterstützen wie bisher.

    Ihr wollt rechtlich etwas unternehmen, weil er nicht mehr mobil ist, um einkaufen zu gehen und zum Arzt zu kommen? ":/


    Ähm...nee, da könnt ihr rechtlich nichts machen. Wenn die Kinder sich die Unterstützung aufteilen könne, ist es doch gut so.

    Bei meiner Mutter war es ähnlich. Als sie dann zusammenbrach und im Krankenhaus ihr erklärt wurde, dass sie Hilfe benötigt, sonst könnte es passieren, dass sie in ein Heim kommt, da hat sie zugestimmt.


    Es ist so: Die alten Herrschaften haben viel in ihrem Leben erreicht. Sie haben es immer irgendwie geschafft. Und das ist auch großartig. Dass sie von Euch Hilfe annehmen ist schon sehr viel, auch wenn die Senioren (egal ob Dein Papa oder meine Mama, ich spreche da im Allgemeinen) das nicht zugeben können, es ist für sie belastend. Eine fremde Hilfe, das ist für sie noch schlimmer. Dann müssten sie, die in ihrem Leben so viel konnten, zugeben, dass sie auf Hilfe angewiesen sind. So ist es immernoch so, dass sie "alleine" klar kommen. Die Familie unterstützt sie ein wenig.


    Nun müssen sie verstehen lernen, dass es für die Familie, ob Tochter oder Schwiegertochter oder Sohn, auf Dauer eine ganz schöne Belastung wird. Es geht nicht darum, dass der Vater Hilfe bekommt, es geht hier um die Entlastung der helfenden Familie. Und auf diesem Wege könnte es für den Vater einfacher sein, zuzustimmen. Ihr müsst offen sagen, wenn es Euch zu viel wird, auch wenn es Euch schmerzt. Denn aus welchem anderen Grund wollt ihr die Pflegestufe für den Vater?? Ihr macht Euch Sorgen, und das muss er verstehen.


    GLG

    was versprichst du dir von einer offiziellen Pflegestufe


    letztlich stehen Dir zwar dann gewisse Hilfeleistungen zu, wenn der Vater diese jedoch jetzt auch schon ablehnt bist du genau so weit wie vorher


    so wie ich Dich verstehe verweigert er sich ja Aufgrund fehlender Einsicht einer Notwendigkeit von weiterer Unterstützung


    er wäre nicht der Erste der den mobilen sozialen Dienst nicht ins Haus lässt...

    Zitat

    Deine Worte beschreiben unsere Situation ziemlich gut.

    Darum ist es wichtig, dass ihr offen mit ihm redet. Alles andere hat keinen Sinn. Denn sonst kommt der MDK und er erzählt dem Arzt, dass es noch alles alleine hinkriegt. Man glaubt gar nicht, was die älteren Herren dann noch so alles meinen zu können. Das ist aber nicht böse gemeint. Ich meine damit, erst muss die Einsicht kommen, dann muss die Akzeptanz kommen und dann muss der Wille kommen, sich von anderen Menschen helfen zu lassen. Und da hilft nur reden. Rechtlich würde auch nicht helfen, wenn es das so gäbe. Dann würde er sich immer noch nicht von Fremden helfen lassen. Er muss auch wollen. Das ist nun mal so.

    Zitat

    Wenn die Kinder sich die Unterstützung aufteilen könne, ist es doch gut so.

    Es nagt aber auch an unseren Kräften. Immer dann wenn wir arbeiten oder den größten Stress haben, muss er zum Arzt oder die Tabletten sind alle oder er will einkaufen. Das alles sofort. Er ist ja schon nicht mehr mobil

    @ elma29

    Wenn er sich weigert, seinen Pflegegrad feststellen zu lassen und Pflegegeld zu beantragen, dann stellst du ihm den entsprechenden Pflegegeldbetrag für eure Dienstleistungen eben in Rechnung. Vielleicht fällt ihm dann mal plastisch auf, dass er die Belastungen nur auf euch abwälzt, damit seinem persönlichen Ehrgefühl Genüge getan wird.


    Ansonsten könnte man noch gerichtlich einen Betreuer bestellen lassen.

    Nein. Der Vater ist nicht Unmündig.


    Aber wenn du die finanzielle Möglichkeit hast dann könntest du privat jemanden finanzieren, der den Vater fährt und ihm hilft. Das wäre für den Vater auch der Einstieg sich helfen zu lassen.