Sind das normale Arbeitszeiten in einer Altenpflegeausbildung?

    Ich habe mich für kurzem für eine Ausbildung in diesem Bereich entschieden, da deutlich Personalmangel herrscht und man gute Chancen für die Zukunft hat. Nun stelle ich mir aber die Frage, ob die Arbeitszeiten in der Ausbildung so wirklich rechtens sind...


    Ich arbeite 7,5h / Tag im Altenheim (Arbeitszeit sind 7,5h sowohl bei Frühdienst als auch Spätdienst) und das 12 Tage am Stück und habe dann lediglich die 2 Mindesttage (1 Wochenende) frei. Es schlaucht schon ziemlich und ich frage mich, ob das wirklich rechtens ist, weil ich auch noch an den Schulwochenenden arbeiten muss. Das heißt, dass ich in den Blöcken auch jedes 2. Wochenende im Altenheim arbeiten muss.


    Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann. :) Vielen Dank für eure Antworten!

  • 37 Antworten

    Hallo,


    das ist NICHT normal. Lass mich raten: Du arbeitest entweder in einer privaten Einrichtung oder bei der


    Caritas??


    Ich selber bin Praxisanleiter und bei uns arbeitet man 7,7 Std. pro Tag, und maximal 6 bis 7 Tage am


    Stück, meistens weniger. Das ist nur Dienstplaneinteilungssache!!


    Müsst nur ihr Lehrlinge bei euch so lange durcharbeiten, oder alle anderen auch?


    Kann natürlich auch sein, dass der Arbeitgeber einfach nur am Personal sparen will...


    ...das gibts öfter! :(v


    Der Pflegeschlüssel würde mich mal interessieren! D.h. wieviele Bewohner sind in deinem Bereich?


    Welche Pflegestufen haben sie? Wieviele Mitarbeiter gibts auf der Station? Wer arbeitet wieviele


    Prozent? Welchen Pflegeschlüssel hat der Betreiber verhandelt?

    Scheint so relativ normal zu sein wenn man Google befragt. Allerdings kann ich dir versichern das sich die Überstunden nach und nach mit einschleichen werden. Und die bekommt man in der Altenpflege in der Regel niemals bezahlt, bist dann quasi eine schöne billige Arbeitskraft.


    Ich würde heute keinem mehr raten sich zum Altenpfleger ausbilden zu lassen.

    Also es ist ein privates Heim mit 2 Stationen. Pro Station haben wir 25 Bewohner und noch einen kleinen Bereich mit betreutem Wohnen wo nochmal 12 Bewohner zu finden sind.


    Sowohl im Frühdienst als auch Spätdienst ist es 1 Vollzeitkraft und 1 Teilzeitkraft und 2 Auszubildende pro Station. Im Nachtdienst ist es immer 1 Person und ab und an noch ein Azubi.


    Habe gesehen, das alle Lehrlinge bei uns so arbeiten müssen.

    Zitat

    Die haben ihre normale 40 Stunden Woche und wenn die mal 7 Tage am Stück gearbeitet haben, haben sie dann auch entweder 1 oder meistens 2 Tage frei

    Das heißt ihr Azubis seid die Dummen oder wie? Habt ihr eine Gewerkschaft an die ihr euch wenden könnt? Das Azubis länger durch arbeiten müssen als die Fachkräfte ist das Letzte. Aber ihr Azubis seit eben billiger.

    Also bei dem Heim ist es so, dass 2 Azubis von denen bezahlt werden und 2 (so wie ich) werden vom Arbeitsamt gefördert und bekommen vom Altenheim selbst gar kein Gehalt. Dementsprechend werden Überstunden (wenn welche anfallen) auch nicht vergütet.


    Von einer Gewerkschaft wissen wir bisher noch nichts.. Aber da kann man sich ja dann nochmal schlau machen. Finde es schon ziemlich ausbeutend... :(

    Hm, wie das in der Lehre ist weiss ich nicht. Aber ich habe auch mal in einem Pflegeheim gejobbt. Da mussten auch "alle" 12 Tage am Stück arbeiten und hatten nur jedes 2te We frei. Für mich war es allerdings nur ein Job, wo ein Ende (Gott, sei Dank) absehbar war.


    Befrage doch mal deine Lehrer, die sollten doch darüber Auskunft geben können, dank ihrer Erfahrungen.

    Meine Stiefmama arbeitet such so ;-)


    Jedes 2. WE hat sie frei, dazwischen gar nicht, sie arbeitet aber nicht so lange, 6 Stunden glaube ich, sie fährt z.B. um 2 Uhr nachmittags zur Arbeit (sind 3km) und ist so gegen 9 wieder da ":/

    Willkommen in der Realität. Es ist eigentlich egal, wo man arbeitet. Da wird immer geschuftet, da werden nicht vergütete Überstunden geschoben.


    Weil meine Mutter nacheinander in 3 Heimen war, konnte ich beobachten, dass das deutsche Personal diese Arbeitsbedingungen schnell satt hatte. Und im letzten Heim war zu beobachten, dass man keinen Bock mehr auf dieses Ausbeuten zu diesen miesen Bezahlungen hatte – und das Personal bestand hauptsächlich aus osteuropäischen Pflegerinnen, für die sich das finanziell offensichtlich zu lohnen schien, dort zu arbeiten.


    Pflegerisch war das Arbeiten dieser Personen zwar nicht zu bemängeln, im Gegenteil, sehr freundlich – aber wenn die Bedingungen so gestaltet werden, dass Einheimische lieber schnell wieder gehen – dann ist das doch oberfaul. Ich würde diesen Beruf für mich nicht wählen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Bayern durchaus diese 12 Tage-am-Stück-Regelung usus ist ... ich habe dort in verschiedenen Heimen von versch. Trägern gearbeitet und es war halt immer so.


    Im Norden, wo ich seit ein paar Jahren lebe, ist es anders ... da kennt man dieses 12 Tage-am-Stück-arbeiten so nicht, sondern es sind tatsächlich nur 5 oder 6 Tage am Stück und dann frei.


    Obs überall in BY und überall im Norden so ist, kann ich natürlich nicht sagen, aber in den Regionen, in denen ich Einblick in die Altenheime hatte, war es immer so. Und ja ... die 12 Tage am Stück schlauchen heftig ... ich kann Dich verstehen – habe selber so gearbeitet als examinierte Kraft.

    Hallo,


    bei uns war es auch normal 12 Tage am Stück zu arbeiten, danach gab es 2 freie Tage, wir arbeiteten aber auch in einer 5,5 Tage Woche. Bei uns kamen aber auch noch Wochenendienste von 6:30 -20:00 Uhr dazu (Pause von 12:00-16:00).


    25 Bewohner mit 2 Kräften ist ja Luxus,


    ich habe als ex. Vollzeitkraft (nebenbei noch WBL und stellv. PDL) mit einem Plegehelfer und einer Servicekraft (hat Frühstück geschmiert oder Abendbrot zubereitet) bis zu 40 Bewohner betreut. Davon waren 8 Bewohner in PS 3, machbar ist alles, ob es Menschenwürdigend ist, sei mal dahin gestellt, habe das 5 Jahre gemacht, heute bekommt mich niemand mehr in ein Altenheim...


    Achso 200 Überstunden sin während meines Beschäftigungsverbotes und Krankheit auf 30 geschrumpft :-o , leider Realität in der Altenpflege, besonders in privaten Einrichtungen...

    Das ist voll hart.


    Echt, ich bewundere all jene, die das überhaupt aushalten, und dann noch in so einem Beruf. Ganz ehrlich, Respekt, wer das schafft ohne dabei zu verbittern oder abzudrehen. Ich könnte nur jemanden pflegen, den ich liebhabe.


    Es sind ja im Prinzip wildfremde Leute, die man da versorgt, nicht etwa Menschen, zu denen man jahre- oder jahrzehntelang einen (idealerweise liebevollen) Bezug hat. Wildfremde Leute, die unzufrieden sind (wer ist schon glücklich in einem Pflegeheim), die teilweise auch ungerecht sind aufgrund ihrer Unzufriedenheit, aggressiv aufgrund von Demenz und Traumata aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, dann wenn möglich noch besserwisserische Angehörige im Nacken, die, vom eigenen schlechten Gewissen getrieben das wieder wettmachen wollen, indem sie dafür "sorgen" wollen, dass das doofe Personal auch alles noch besser macht, als sie es selbst je gekonnt hätten...


    Ich frage mich eh, wie das später mal werden soll, es gibt ja immer mehr alte Menschen, die zwar länger leben, aber nicht unbedingt gesünder sind.


    Habe mal eine zeitlang ehrenamtlich in so einer Einrichtung gearbeitet, und allein der muffige Geruch, wenn man da Gebäude betreten hat. Das Personal völlig überfordert, ausgelaugt und teilweise unfreundlich.


    Kein Wunder, dass u.a. auch gerade in den Pflegeberufen mit die höchsten Mobbing-Raten zu verzeichnen sind.


    Meinen Respekt an alle, die das noch mit Enthusiasmus leisten können. :)^

    Ich habe mal 8 Wochen Praktikum in einem Altenheim gemacht, während meiner Ausbildung. Mir hat das super viel Spaß gemacht und das Personal, also alle Kollegen waren ausnahmlos total nett und aufgeschlossen. Und die Arbeitszeiten waren auch super. Der Dienstplan war auch total okay und so gestaltet das ich als Praktikantin nicht all zu oft am Wochenende ran musste. Hatte zwischendurch mal 1-2 Tage frei und wenn ich einige Tage mehr hintereinander gearbeitet habe, hatte ich 4 Tage frei. :)^


    Also ich konnte mich nicht beklagen, auch waren es mit mir zusammen auf der Dementenstation außer am frühen Morgen 6 Fachkräfte bzw. Praktikanten. Wir hatte glaube ich gut 20 Leute auf Station.


    Also es gibt noch Altenheime wo das Arbeiten sehr angenehm ist. :)z Ich würde diesen Beruf gern ausüben, aber die gesundheitlichen Risiken und die schlechte Bezahlung halten mich davon ab. Und auch die Gefahr an einen ausbeuterischen Arbeitgeber zu geraten schreckt mich ab.

    hallo, Grundsätzlich steht dir jedes 2. Wochenende Dienstfrei zu. Hast du an einem dienstfreien Wochendende Dienst,( da du evtl. eingesprungen bist) so ist zeitnah der Freizeitausgleich zu gewähren.


    Im Schulblock ist es nicht üblich an den Wochenenden zu arbeiten, und wenn doch, so ist diese Zeit zusätzlich zur Ausbildungsvergütung zu bezahlen.


    Das solltest du einmal mit euerer PDL /HL und der Schulleitung klären.

    @ Schrantsz

    was hast du gegen Private und die Caritas?


    Das ist wieder einmal das typische verallgemeinern.


    Es gibt in jeder Organisation und bei jedem Träger ob öffentlich, gemeinnützig oder privat immer solche und solche.


    Ich finde es furchtbar, wenn alles immer über einen Kamm gezogen wird.


    Übrigens: Ich betreibe als privatträger einen ambul. PD.