Unterbringung in ein Pflegeheim, Kostenübernahme

    Hallo zusammen.


    Brauche mal einen Rat.


    Meine Oma kommt jetzt aufgrund ihrer Krankheit in ein Altersheim. Sie ist mittlerweile 86 Jahre alt und leidet an starker Demenz und an anderen Sachen.


    Da die Kosten im Altersheim etwa 400-500€ über ihre Rente hinwegreichen, müssen wir wohl einen Antrag beim Sozialamt beantragen.


    Werden erst alle Ersparnisse berechnet und dann der Antrag gestellt? oder kann der Antrag trotzdem vorher gestellt werden?


    Wer kann mir da mal einen Tip geben?

  • 27 Antworten

    Kostenübernahme

    Hallo,


    das ist in den meisten Fällen so, dass die Altersrente der Heimbewohner nicht mehr reicht.


    Wie ihr es mit dem Antrag auf Kostenübernahme von der Sozialhilfe haltet ist euch überlassen.


    Fakt ist jedoch, dass erst alle Ersparnisse aufgebraucht werden müssen (eben bis zu dieser Freigrenze) und dann greift die Sozialhilfe.


    An euerer Stelle würd ich die Antragsstellung jetzt schon in Angriff nehmen, denn bis die Sozialhilfeverwaltung alles geprüft hat, können viele Wochen wenn nicht Monate ins Land gehen.


    Viel Erfolg.

    Zitat

    Fakt ist jedoch, dass erst alle Ersparnisse aufgebraucht werden müssen

    klar, Sozialhilfe ist immer nachrangig.

    Zitat

    und dann greift die Sozialhilfe.

    kann man so pauschal nicht sagen, die Einnahmen aus Pflegeversicherung + Rente + Pflegewohngeld (unter 10.000€ Vermögen) liegen in manchen Fällen über den Heimkosten, ein Sozialhilfeantrag erübrigt sich dann.

    Ablehnung der Kostenübernahme

    Hallo,


    ich finde dieses Thema sehr interessant und habe das Gefühl hier auf Leute getroffen zu sein, die sich richtig auskennen...


    Meine Mutter muss demnächst leider auch stationär betreut werden. Jetzt habe ich in meiner unmittelbaren Wohnnähe ein geniales Domizil gefunden - hat nur einen Haken: den Preis... So wie es aussieht wird ihre Rente gerade so ausreichen, aber nix mit Taschengeld für Telefon usw.


    Zuständig ist das Sozialamt ihres Wohnortes (leider ein anderes Bundesland) und das lehnt die Zahlung mit der Begründung ab, dass die Unterbringung hier zu teuer sei ... Dass ich aber anderenfalls ca 120 km unterwegs wäre und mich somit nicht so intensiv um meine Mutter kümmern könnte (wie es gerade zu Beginn einer Heimunterbringung notwendig ist, um ihr den Umzug zu erleichtern), interessiert niemanden. Das finde ich unmenschlich - Kann ich da was machen???

    Hallo schuby,


    eine Pflegeeinstufung hat deine Mutter doch bestimmt schon, da würden ihr bei Stufe I 1.023€ zustehen.


    Wie ist das denn zu verstehen:

    Zitat

    "So wie es aussieht wird ihre Rente gerade so ausreichen"

    Würde die Rente + Pflegeversicherung ausreichen, um die Heimkosten zu decken und es fehlt nur das Taschengeld?


    Wenn sie Vermögen unter 10.000€ hat (in NRW, variiert je nach Bundesland), steht ihr auch Pflegewohngeld zu.


    Hattest du denn schon die Übernahme der ungedeckten Heimkosten beantragt und das wurde schriftlich ablehnt?


    Die Sozialämter sind natürlich daran interessiert, ihre Kosten möglichst gering zu halten, aber ein Gesetz, das den Sozialämtern grundsätzlich untersagt, einen Heimplatz an deinen Wohnort nicht zu finanzieren, ist mir nicht bekannt.


    In §9 SGB XVII steht: "Der Träger der Sozialhilfesoll in der Regel Wünschen nicht entsprechen, deren Erfüllung mit unverhältmäßigen Mehrkosten verbunden wäre."


    Da steht "soll", dass heißt, es ist eine Ermessensentscheidung der Sachbearbeiter im Sozialamt.


    Aber der §9 heißt "Sozialhilfe nach der Besonderheit des Einzelfalles" und da steht auch, dass den Wünschen des Leistungsempfängers entsprochen werden soll.


    Darauf würde ich aufbauen und so argumentieren, wie du schon geschrieben hattest, Hilfestellung beim Einzug/Eingewöhungsphase, Nähe zur Familie, einziger Kontakt nach außen usw.


    Wen deine Mutter die Zeit die Heimkosten selbst tragen könnte, wäre sas Sozialamt erst mal außen vor.....


    Liebe Grüße

    @ :)

    "Wenn" natürlich;-D


    §9 SGB XVII:

    Danke!!

    Die Aussage hatte ich erst mal nur telefonisch... Bin gerade dabei einen schriftlichen Antrag auf den Weg zu bringen, um im Ablehnungsfall etwas in der Hand zu haben für den Widerspruch ... und werde Deine "Argumentationshilfen" mit reinnehmen!


    Aber Du hast mich neugierig gemacht mit dem "Pflegewohngeld" - hab ich vorher nie gehört...


    Kannst Du mir mehr dazu sagen/schreiben

    Hi,


    das Pflegewohngeld wird auch beim Sozialamt beantragt, wird aber vom Heim beantragt und das Heim bekommt diesen Betrag dann auch direkt, zieht ihn aber von der Heimkostenrechnung ab.


    Die Höhe wird individuell berechnet und ist auch von Pflegesatz des Heimes abhängig, über die Höhe könnte ich jetzt nicht spekulieren...

    Heimunterbringung

    Hallo,


    ich verfolge hier aufmerksam die Diskusion und kann mittlerweile nur noch mit dem Kopf schütteln.


    Es ist mir nichts bekannt, dass die Sozialhilfeverwaltung bzw. der dazugehörige Bezirk ein Heim zur Heimunterbringung vorschreiben darf nur weil es billiger ist. Ich selbst arbeite in einem Alten- und Pflegeheim und habe tagtäglich mit ähnlichen "Fällen" zu tun.


    An Deiner Stelle würde ich mich mal an einen Rechtsanwalt wenden, ob es überhaupt rechtens ist, dass der Bezirk ein Heim vorschreibt.


    Umsonst muss eine Bezirkverwaltung doch nicht den Pflegesätzen seiner in seinem Bezirk liegen Heimen zustimmen. Des widerspricht sich doch alles!!!


    Halt uns auf dem laufenden wie es aus geht.


    Viel Erfolg und alles alles Liebe

    Vielen Dank!!!

    Ja, das mit dem Widerspruch hab ich mir auch schon gedacht, deshalb habe ich zusätzlich zum "normalen" Sozialhifeantrag noch ne 2-seitige Erklärung der Situation verfasst. Hoffe jetzt auf Verständnis und Bewilligung.


    Leider hat dieses Amt so unfreundliche Sprechzeiten, dass ich nicht persönlich hin kann - also muss ich das Ganze am Mo per Post schicken - gefällt mir gar nicht!!! Aber noch weiter verschieben möchte ich es nicht!


    Ich denke, die Ablehnung war wieder mal ein Machtspielchen zwischen Berlin und Brandenburg... Mittlerweile habe ich auch rausbekommen, dass das Heim, das mir telefonisch von der Sachbearbeiterin angeboten wurde, monatlich nur 10 € weniger kosten würde ... Also kann es definitiv nicht an den Kosten liegen... sondern eher ein "Prinzip".


    Apropos Berlin und Pflegewohngeld... Danke für den Link!!! Habe auch noch n bisschen weiter gegoogelt - aber es sieht so aus, als ob Berlin/Brandenburg nicht mit dabei ist :-( - Aber auch das werd ich nicht so einfach aufgeben und beim Heim sowie beim Amt mal nachfragen.


    DANKE euch vielmals!!!