Was gehört in eine Pflegedokumentation im Pflegeheim???

    Ich bin mir nicht sicher, ob mein Beitrag hier richtig ist, hoffe aber, dass jemand Erfahrung mit den Dokumentationen hat und mir raten kann.


    Ich bin Angehörige eines Pflegeheimbewohners (mein Vater).


    Bei einem Gespräch mit einer Fachkraft im Pflegeheim über die gesundheitliche Situation meines Vaters (Angstzustände durch Morphinpflaster), berichtete ich über meine Angstzustände, mit denen ich in Behandlung war. Dies sollte nur ein Hinweis dafür sein, dass ich die Ängste meines Vater nachvollziehen könnte und ich dafür wäre, dass das Pflaster entfernt werden sollte/müsste, um ihn aus dieser ständigen Angstsituation herauszuholen. Er fantasierte viel, hatte fürchterlich weit und angstvoll aufgerissenen Augen, aß kaum noch, war unruhig, riss die Kleidung vom Körper und verdrehte ständig die Augen und noch einige traurige und erschreckende Dinge mehr.


    Das Personal sah noch nicht die Notwendigkeit.


    Doch der "Hammer" kam dann, als ich Einsicht in die Pflege-Protokolle verlangte. Nirgends fand sich ein Eintrag, dass die Fantasien meines Vaters Angst behaftet waren, es schon richtige Halluzinationen waren.


    Doch oh Wunder (ironisch gemeint) meine Angstzustände mit der Folge einer Behandlung stand in der Pflegedokumentation meines Vaters.


    Meine Frage nun: Ist es üblich, dass Befindlichkeiten der Angehörigen in die Pflegedokumentation der Bewohner einfließen? Was soll das bringen???? Ich bin echt sauer, da es ein vertrauliches Gespräch war und nun jeder vom Personal nachlesen kann, dass ich unter Angststörungen litt.


    Wird diese "Praxis" auch in anderen Pflegeheimen so umgesetzt? ":/

  • 48 Antworten

    Das habe ich schon gesagt, dass dieser Eintrag gelöscht werden soll. Doch dies ist nur innerhalb von 24 Std. möglich. Ich hoffe, ich kann da noch etwas ausrichten. Nun bin ich sehr vorsichtig, mit dem was ich sage. Wer weiß, was noch alles über unsere Familie in den Protokollen aufgenommen wurde.


    Ich finde es unverschämt und unprofessionell.

    Mein Mann sagte auch schon, "das ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und sollte angezeigt werden". Doch soweit will ich nicht gehen. Ich hoffe, dass ich auch so einen Anspruch darauf habe, dass der Eintrag gelöscht wird und ich einen Weg finde.


    Ich wünsche noch einen schönen Abend *:)

    Zitat

    Doch dies ist nur innerhalb von 24 Std

    Ist bei uns genauso, sogar kurz danach schon. Vermutlich kann das dann nur in der Zentralverwaltung des Bezirks von jemandem erledigt werden, der Zugriff auf das Programm hat.

    Der Arzt hatte das Pflaster auf Antrag der Pflegekraft verordnet, weil mein Vater nach einer einmaligen Morphin-Spritze in geringer Dosierung sehr gut geschlafen hatte. Doch diese dauernde Gabe durch das Pflaster haben ihn fast verrückt gemacht. Er war ständig am Kämpfen riss sich den Katheder raus, trotz starken Lähmungserscheinungen durch den Schlaganfall schafft er es sich komplett auszuziehen und war oft am Schreien vor Angst. Das Pflegepersonal meinte, es wäre ja schon vor dem Pflaster so gewesen, dass er Phantasien hatte. Diese waren meiner Meinung nach jedoch nie mit Angst behaftet. Er fragte schon mal nach seiner verstorbenen Frau, warum diese nicht mitgekommen sei oder sah Personen laufen, die ich nicht sah. Das war aber immer ruhig und er nahm Erklärungen gut an, wenn ich auf ihn einging. Der Arzt ordnete dann nach einem Gespräch mit uns an, dass das Pflaster entfernt werden sollte. Nun geht es meinem Vater psychisch wieder viel besser. Er ist wieder ansprechbar und kann richtig auf Fragen antworten. Auch das "verrückte" verdrehen der Augen hat sich normalisiert.


    Mit dem Bericht werde ich mich dann mal an die Zentralverwaltung wenden....DANKE!

    Überdosierungen von Morphinen können zu allen möglichen Reaktionen führen. Wenn der Arzt das Pflaster auf Antrag der Pflegekraft verordnet hat, würde ich mit dem Arzt mal ein ernstes Wörtchen reden und ihn darauf hinweisen, das Du die Ansprechpartnerin bist und bleibst. So gut wie kein Recht hättest Du, wenn Du dem Pflegeheim die Vollmacht über die Art und Weise der Behandlung übertragen hast. Das nur mal als Hinweis.




    Ich würde da mit der Faust auf den Tisch hauen und dein Mann unterstützt dich sogar (tun die wenigsten). Ich habe keine Unterstützung, weil ich mich um die Pflege meines Mannes kümmere innerhalb unserer Wohnung.


    Und ja, ich rege mich jedesmal auf, wenn die Rechte dieser Menschen (auch durch Gedankenlosigkeit) wenig beachtet werden. In den KH müssen sich alle mit mir in Verbindung setzen, weil mein Mann manchmal nur eingeschränkt begreift was die Ärzte von ihm wollen. Habe allerding auch alle Vollmachten, notariell beglaubigt.




    Zu dem Eintrag in der Akte über deine eigenen Befindlichkeiten fehlen mir die Worte. Für mich wäre das ein Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte. Dementsprechend würde ich... ein Orkan wäre nichts dagegen.


    Für dein weiteres Vorgehen wünsche ich dir viel Erfolg, viel Mut und Kraft.


    Bitte teile mir/uns doch - wenn Du magst - den weiteren Verlauf mit.

    Ganz so einfach ist es nicht, die Pflegekräfte ziehen natürlich einen Arzt hinzu, wenn sie Beobachtungen machen. Meine Mutter bekommt Neuroleptika, wusste ich bis vor kurzem gar nicht. Ich bin mir sicher, dass das einen guten Grund hat, obwohl ich mich auch zunächst etwas geärgert hatte, dass wir nicht mal informiert wurden.. Hast du die Betreuung? Wenn ja, kannst du das auch veranlassen und im Zweifelsfall verhindern, aber du musst dir auch klar machen, dass das Heim darauf auch reagieren kann. Aber ist ja gut, wenn er ohne Pflaster zurecht kommt. Ich finde Schmerzlosigkeit oder wenigstens Schmerzreduzierung sehr, sehr wichtig, sollte ich mal in die Lage kommen wäre mir das wichtiger als Nebenwirkungen.


    Man sollte das zusammen mit dem Arzt gut abwägen. Die Pflegekräfte sind sicher nicht daran interessiert, ihren Bewohnern zu schaden, sondern ihnen gerade bei Schmerzen zu helfen.


    Was den Eintrag anbelangt, frag zuerst bei der Heimleitung nach. Nachträgliche Änderungen bei der Doku sind nicht einfach so zu machen, weil es streng genommen Dokumentenfälschung ist.

    @ Fizzlypuzzly


    viele Dank für die Wünsche.....auch dir weiterhin viel Kraft....und ja, werde informieren, wenn es eine Veränderung gibt.


    @Monika65


    Dass das Personal bewusst schaden will glaube ich auch nicht. Nur sie sind so überfordert mit 28 Bewohnern und meistens nur 2 Kräften, dass sie froh sind, wenn die Bewohner sich ruhig verhalten.


    Die Schmerzen meines Vaters sind längst nicht so stark, wie sich die Halluzinationen im Gegenzug ausgewirkt haben. Novalgin hilft auch recht gut.


    Es gibt viele schmerzstillende Mittel, die keine Halluzinationen hervorrufen.


    Mein Vater klingelt nur sehr oft, auch unbewusst, oder weil er meint zur Toilette zu müssen, obwohl er einen Katheder hat. Das kann nervig werden. Unter Morphin-Gabe hatte er keine Klingel mehr, das war "besser/ruhiger für das Personal".


    Zum Glück haben sie nun aber selbst erkannt, dass das Morphin für meinen Vater nicht passend ist. Nur wenige Bewohner reagieren so stark darauf.


    Wir werden ihn gut im Auge behalten und auf seine Befindlichkeiten acht geben.


    Meine Mutter starb vor 2,5 Jahren im Krankenhaus........und was stand im "Sterbebericht" des Krankenhauses an 1. Stelle....."Überdosierung von Marcumar", obwohl sie in ständiger Behandlung war.


    Wir sind nun sehr vorsichtig geworden, was die Medikamentierung anbelangt. Heute werden einfach zu viel Medikamente verabreicht.


    Mein Vater schluckte 20 Tabletten am Tag.


    Nun wurden vor ein paar Wochen einige weggelassen, von denen man annahm, dass sie nicht so dringend wären.....und es klappt auch. Sein Gesundheitszustand hat sich dadurch nicht verschlechtert.


    Ich hoffe nun, dass erst einmal wieder Ruhe einkehrt und sich alles zum Guten wendet.


    *:)

    Zitat

    Nur sie sind so überfordert mit 28 Bewohnern und meistens nur 2 Kräften, dass sie froh sind, wenn die Bewohner sich ruhig verhalten.

    Ja, das ist so, kann ich bestätigen. Ganz klein nebenbei bemerkt, auch die Bewohner selber sind nicht gern "unruhig", das ist eher ein Leidenszustand, keine Lebenslust.

    Zitat

    Meine Mutter starb vor 2,5 Jahren im Krankenhaus........und was stand im "Sterbebericht" des Krankenhauses an 1. Stelle....."Überdosierung von Marcumar", obwohl sie in ständiger Behandlung war.


    Wir sind nun sehr vorsichtig geworden, was die Medikamentierung anbelangt. Heute werden einfach zu viel Medikamente verabreicht.


    Mein Vater schluckte 20 Tabletten am Tag.

    Absolut verständlich! ABER, das ist immer Sache des Arztes, wenn du da wirklich aufpassen willst und kannst, dann immer über den Arzt. Lass dir zeigen, was verordnet wurde, rede mit dem Arzt, denn aus der Pflege heraus kann man nichts an den Verordnungen ändern, nur Symptome schildern.

    Wir wollen auch nur den "Zustand" unseres Vaters beobachten und gegebenfalls ein Gespräch mit dem Arzt führen. Der direkte Weg zum Arzt ist immer schneller als über das Personal und es wird von dort aus auch anders übermittelt. Über Dritte ist nie so gut. Die Empfindungen/Einschätzungen des Personals sind oft ganz anders als unsere.....wobei wir bisher immer richtig lagen. Wir kennen unseren Vater einfach besser, seine Psyche , seine Stimmungen und Empfindungen. Wir schätzen vieles (nicht alles) anders ein.


    Zum Glück ist meine Schwester Zahnarzthelferin (hat ein wenig medizinisches Grundwissen) und ihre Praxis liegt genau neben der des Arztes der meinen Vater zurzeit betreut. Die Helferinnen dort kennen wir persönlich und so haben wir von dieser Seite einen guten "Stand", fühlen uns verstanden und gut betreut.


    Meine andere Schwester arbeitet in dem Pflegeheim, in dem mein Vater betreut wird, allerdings in einem andere Trakt. Sie vermittelt oft, das ist gut. Sie kann sich in beide Seiten (Bewohner/Angehörige und Personal) hineinversetzen.


    Mein Vater ist oft unruhig, weil er eine Tag-Nacht-Umkehr hat und das hatte er schon nach dem Einstieg in die Rente. Es nervte meine Mutter schon und nun nervt es im Heim ;-) Er selbst ist nur ärgerlich, dass er nach dem Oberschenkel-Halsbruch im Okt. 15 nicht mehr alleine aufstehen kann. Er muss immer warten bis jemand kommt. Früher ist er aufgestanden und hat sich in der Nacht rasiert oder gewaschen. Er suchte sich Beschäftigung und das geht nun nicht mehr. Ansonsten hat er mit der Unruhe kein Problem, hat es schnell vergessen. jedenfalls klagt er darüber nicht.


    Gestern und heute geht es ihm auch gut, hoffe, das dieser Zustand noch länger anhält. *:)

    Wenn deine Schwester da arbeitet, müsste sie ja rausfinden können, wie man den Eintrag über dich wieder korrigieren kann. Das ist natürlich eine gute Situation für deinen Vater, wenn Angehörige sich kümmern, wird erfahrungsgemäß auch weniger geschludert.

    Meine Schwester weiß auch nur, dass es nach 24 Std. nicht mehr zu löschen ist. Ich habe es nun der Heimleitung übergeben. Sie will sich kümmern, allerdings wären die Zuständigen zurzeit auf Fortbildung.....muss also noch abwarten.


    Weniger "schludern" ....das haben wir auch gedacht. Doch meine Schwester ist vor vielen Jahren über einen


    €-Job dort "hängen" geblieben. Ihr macht die Arbeit Freude und sie machte auch Fortbildungen, ist allerdings keine gelernte Kraft. Zu medizinischen Angelegenheiten kann sie nur minimale Auskunft geben. Sie pflegt sehr gerne und macht den Job mit Hingabe, da kommt es ihr auch nicht auf Überstunden an oder Zeiten die sie mal umsonst arbeitet....doch leider ist sie nur sehr selten im Trakt unseres Vaters. Das Personal nimmt keine Rücksicht darauf, dass ihr Vater dort liegt.


    Nun haben ich in dem von uns angeforderten Pflegebericht auch noch gelesen, dass meinem Vater Marcumar verabreicht worden sei ??? ":/ . ich war ganz erschrocken, weil wir uns gegen diese Maßnahme ausgesprochen hatten. Er bekommt einen schwachen anderen Blutverdünner. Habe sofort meine Schwester informiert. Diese hat dann in der Abteilung nachgefragt. Nun heißt es, das war ein Versehen beim Eintrag. Man wäre in der Zeile verrutscht und das Medikament hätte eine andere Bewohnerin bekommen.....das nur zum Schludern.


    Was würde ich noch alles finden, wenn ich die anderen Berichte nachlesen würde???


    Wir sind sehr verunsichert.

    Insgesamt hast du aber nicht viel Vertrauen, das wäre natürlich wichtig, sonst gehts dir nicht gut mit dem Heimaufenthalt deines Vaters. Vielleicht kann er in den anderen Trakt verlegt werden?


    Fehler passieren immer wieder mal, sowas wie in der Zeile verrutschen, vergessene Lagerungseinträge. Und manchmal werden auch die Medikamente falsch gesetzt oder verabreicht, das kommt schon vor, weil Menschen Fehler machen.


    Marcumar würde er dauerhaft ja nur bekommen, wenn der Arzt es verordnet hat, da man sich nicht darauf verlassen kann, dass man das erfährt, würde ich an der Stelle am Ball bleiben.

    In den anderen Trakt kann er nicht mehr verlegt werden. Die Beziehung zu seiner "Kleinen" ist zu eng. Er will sie nicht teilen....ist doch eifersüchtig und meint, sie wäre an 1. Stelle für ihn da ;-) finde ich aber auch "süß".


    Vertrauen haben wir verloren, das stimmt. Es ist schon zu viel vorgefallen. Dass ihm das Essen nicht gebracht wurde, wenn er nicht aufstehen konnte, weil er sich schlecht fühlte, ihm gesagt wurde er wäre nicht in einem Hotel.


    Obwohl im Vertrag steht, dass die Bewohner sich das Essen aufs Zimmer bringen lassen dürfen. Mein Vater ist ruhig und introvertiert, er meckert nicht, lässt es geschehen und hat nichts gegessen. Dann wurden ihm die Zwischenmahlzeiten genommen, weil er angeblich zu dick sei. Diese brauchte er aber wegen seinem Zucker. Dann wurde mit ihm zu unrecht gemeckert und als er mal was sagte, dass ihm der Ton nicht gefalle, da wurde ihm gesagt, er solle doch einen Beschwerde-Bogen ausfüllen. Das waren nur einige Beispiele.


    Mein Vater ist privat versichert und wir zahlen knapp 4000,00 € im Monat und dann solche Vorfälle. In dieses Heim werde ich später auf keinen Fall gehen.


    Meine Schwiegermutter lag im der Nachbarstadt 3 Jahre im Pflegeheim was wesentlich günstiger war. Dort gab es nie Probleme und alle waren sehr bemüht. Es war allerdings ein privates und kleines Heim und alle zufriedener.


    Wir kennen also einen Unterschied. :)z

    Ich bin auch gelernte ZH, ist allerdings schon 30 Jahre her. Schon damals habe ich gesagt, ein Blatt Papier kann ich auswechseln wenn ich mich vertippt habe. Wenn ich als ZH während einer OP nicht aufgepasst hätte, wäre der Pat. der, der darunter hätte leiden müssen. Nach meinem Eindruck über die vielen Jahre, wird so manche Schludrigkeit heute als normal angesehen. Ausreden wie zu wenig Personal, Ausfälle wegen Urlaub, Krankheit und fehlendes Personal wegen Mutterschaft oder Fortbildungen ..... kann ich nicht mehr hören und werde das auch niemals akzeptieren. Diese angeblichen Probleme kann ich nicht nachvollziehen und wenn es tatsächlich diese Probleme gibt, so haben diese sich nach und nach eingeschlichen. So wurde einer guten Bekannten von mir - in der Altenpflege beschäftigt - der Arbeitsvertrag nicht verlängert, weil sie über die vielen Fortbildungen und dadurch bedingter Qualifikation, zu teuer wurde.




    Wenn man bedenkt, das für einen Platz im Alters-, Pflegeheim heute mind. 4000,00 - ??? pro Person bezahlt werden müssen, frage ich mich, wie denn die Gelder verwendet werden. Es muss sich aber für die Betreiber lohnen, sonst wäre das nicht so ein heiss umkämpfter Markt. Pflegeeinrichtungen schiessen hier nur in unserem kleinen Dörflein wie Pilze aus dem Boden. Bei 4000,00 Euro monatl. würde ich in meiner Wohnung bleiben und könnte damit locker eine Rundumpflege finanzieren.

    Zitat

    Das war ein Versehen beim Eintrag. Man wäre in der Zeile verrutscht und das Medikament hätte eine andere Bewohnerin bekommen

    Ach ja, so einfach ist das. Wenn deine Schwester nicht nachgefragt hätte, wäre doch tägl. Macumar weiter verabreicht worden, oder? Entgegen deiner Anordnung. Zum Umgang mancher Pflegekräfte mit den Pat. will ich mich erst gar nicht äussern. Ist allgemein bekannt.




    Und nein, ich akzeptiere das nicht, weil Menschen Fehler machen, sie erschöpft, ausgelaugt sind, sie den Kopf voll haben mit ihren eigenen Problemen. Wer in dieser Tätigkeit nicht mehr in der Lage ist, für einen ihm anvertrauten Menschen jeglichen Schaden abzuwenden, sollte sich eine andere Arbeit suchen.




    Eure Verunsicherung kann ich gut nachvollziehen. Ich habe es nicht nur am eigenen Leib erfahren, sondern auch innerhalb meiner Familie, Verwandtschaft und Bekanntschaft, was Schludrigkeit nach sich ziehen kann.


    Wenn es dich/euch auf Dauer belasten sollte, suche für deinen Vater eine andere Bleibe. Oder mache denen die "Hölle" heiss. Es kann, darf und sollte nicht sein, das man durch die Nachlässigkeit anderer selbst noch Schaden nimmt. Fällt mir gerade so ein: Wenn deine Schwester in dieser Einrichtung schon teilweise für lau arbeitet, könnte sie nicht die Pflege deines Vaters privat übernehmen? Natürlich nicht in dieser Einrichtung. Wenn sie dann noch einen Vertrag erhält mit allen Abgaben zur versicherungspflichtigen Beschäftigung, müsste das doch zu machen sein?




    PS Wenn dich meine Zeilen belasten sollten :-X mehr. Ich kann mich jeder Zeit zurück nehmen oder ganz raus halten. Alles Liebe @:)

    Zum Thema Medikamente für alte Leute, mein Großvater bekam von seinem Hausarzt im Laufe der Jahre immer mehr Medikamente verschrieben. Zunächst hat meine Mutter ihm die auch regelmäßig gegeben.


    Aber die Nebenwirkungen waren aber zum Teil nicht auszuhalten, unter anderem ein immenser Bewegungsdrang.


    Ständig ging es Treppe rauf, Treppe runter, ab nach draußen, ab in den Keller, Tür auf, Tür zu, Rein, Raus.


    Und oft war er im Dorf unterwegs und hat sich bei irgendwelchen Leuten eingeladen.


    Dauernd musste jemand los und ihn suchen, das war kein Zustand.


    Meine Mutter hat dem Arzt klipp und klar gesagt, er bekäme keine Medikamente mehr.


    Sein immenser Bewegungsdrang hat schlagartig aufgehört und er hat noch mehrere Jahre gelebt.


    Abgesehen von einer leichten Altersdemenz ging es ihm gut.


    Man muss Menschen die am Ende ihres Lebens angelangt sind nicht um jeden Preis mit Medikamenten vollstopfen.