Was ist mit meiner Mutter los?

    Hallo med1-Gemeinde *:)


    Meine Mutter verhält sich zunehmend seltsam und unvernünftig.


    Sie hat Diabetes, nascht aber ständig heimlich Süßkram; und dass, ohne irgendwelche Gewissensbisse zu haben, so scheint mir. Reden hilft nicht, Warnungen vom Arzt helfen nicht.


    Sie wirkt sehr zerstreut und vergesslich. Eine Bekannte meint, das könnte durchaus mit ihrem Blutzucker zusammenhängen. Ich befürchte dabei aber eher Anzeichen einer Demenz.


    Dafür spräche auch noch ihre Tendenz, verdorbene Lebensmittel zum Kochen zu benutzen oder irgendwo zu bunkern. Klar, sie ist damals im Krieg aufgewachsen und wurde anders erzogen, nicht wie in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft (so zumindest ihre Erklärung). Es lässt sich aber rational nicht mehr wirklich erklären. Die Ausmaße sind fast schon verheerend.


    Sie hat einen Spleen entwickelt, Kartons aus dem Papiermüll in kleine Schnipsel zu zerschneiden. Dazu sollte man wissen, dass sie bereits Arthrose in den Fingern hat und durch das "Schnipseln" mittlerweile auch lauter kleine Knubbel. Neuerdings benutzt sie dazu einen Handschuh. Ich und meine Schwestern sind ständig dabei, alle Scheren im Haus zu verstecken, aber meine Mutter sucht täglich ausgiebig danach und wird irgendwann fündig. Natürlich verheimlicht sie auch das und fühlt sich dann ertappt, wenn man sie dabei erwischt. In meinen Augen hat das schon Auswüchse wie bei einer Sucht, ihre Rechtfertigung dagegen ist, dass sie den Müll dann ja noch wegbringen müsste und nicht anders in die Tonne passt.


    Ich weiß nicht, wie oft wir ihr bereits ins Gewissen geredet haben, teilweise kommt es schon zu einem Streit, sie fühlt sich dabei bevormundet. Nur wenn wir sie nach ihrem Gusto machen lassen würden, ginge ihre Gesundheit früher oder später komplett flöten.


    Was ist denn nur mit ihr los? Ist das wirklich eine beginnende Demenz? Was könnte man tun?


    PS: Bin mir nicht sicher, ob ich hier im richtigen Unterforum bin ":/

  • 87 Antworten

    Als Informationsfrage: wie alt ist deine Mutter?


    Diabetes und Süßigkeiten - da gibt es die volle Bandbreite von jenen, die sich konsequent und streng daran halten bis zu jenen, die darauf keine Rücksicht nehmen, ihre Insulinspritze brauchen und danach munter drauflos futtern. Insofern befindet sie sich in bester Gesellschaft.


    Was sind verdorbene Lebensmittel? Kommt es bei ihr überhaupt soweit dass etwas verdirbt?


    Wer ist für die Papiertonne verantwortlich? Wer steckt da etwas hinein? Die Fingerarthrose kommt sicher nicht vom Scherengebrauch. Und die Scheren verstecken - fällt euch Kinder nichts besseres ein? Ich schreibe das alles mal aus der Sicht des etwas älteren Semesters. Wir zerlegen Kartons auch in passend kleine Stücke, ich schaffe das noch mit meinen Händen und dem Messer.


    Lebensmittel verderben nicht, weil sie knapp gekauft werden. Süßigkeiten - sollen die letzten Lebensjahre nur aus Versagen bestehen?

    Wenn sie noch im Krieg aufgewachsen ist, müßte sie doch mehr als 80 Jahre alt sein. Da werden Eigenarten auch schrulliger. Und eigentlich ist Papier zerreißen gut für knubbelige Finger. Das kommt ausschließlich von der Arthrose. Je mehr Bewegung, desto besser.


    Und man könnte die Dame ja mal in einem Geriatriezentrum untersuchen lassen.

    Zitat

    ch weiß nicht, wie oft wir ihr bereits ins Gewissen geredet haben, teilweise kommt es schon zu einem Streit, sie fühlt sich dabei bevormundet. Nur wenn wir sie nach ihrem Gusto machen lassen würden, ginge ihre Gesundheit früher oder später komplett flöten.

    auch von mir die Frage: wie alt ist denn Deine Mutter?


    Und was spricht dagegen, dass sie sich den Tag mit Papierschnipselschneiden versüsst? Lass sie doch schneiden, wenn es ihr Spass macht. Tut niemandem weh, ausser ihren Händen.


    Was den Rest angeht: Du sprichst von Kriegsgeneration, demnach dürfte Deine Mutter wohl irgendwo so um die 80 sein. Was erwartest Du davon, wenn sie keine Süssigkeiten mehr isst? Sie hat Diabetes, das habe ich sehr wohl gesehen. Aber ich sehe das pragmatisch: Wenn ich ALT bin und eh schon krank... dann lasst mich persönlich doch um himmels Willen wenigstens essen, was ich noch möchte und was mir Freude macht. Sie wird, realistisch gesehen, sowieso keine x Jahre mehr zu leben haben. Wozu soll sie sich die letzte Zeit noch kasteien? Welcher Gesundheit zuliebe? Ist der Verzicht auf geliebte Genussmittel im Alter etwa nötig, nur, damit man vielleicht ein Jahr länger sein olles, klappriges und dann auch noch genussfreies Leben leben kann? Aus meiner Sicht nicht.

    @ aug233

    Zitat

    wie alt ist deine Mutter?

    Sie wird im November 73.

    Zitat

    Diabetes und Süßigkeiten - da gibt es die volle Bandbreite von jenen, die sich konsequent und streng daran halten bis zu jenen, die darauf keine Rücksicht nehmen, ihre Insulinspritze brauchen und danach munter drauflos futtern. Insofern befindet sie sich in bester Gesellschaft.

    Tut sie eben nicht. Sie futtert munter drauf los und besitzt keine Insulinspritze. Für sie existiert ihr Diabetes genau genommen überhaupt nicht.

    Zitat

    Kommt es bei ihr überhaupt soweit dass etwas verdirbt?

    Lebensmittel werden bei ihr eben nicht knapp gekauft und da kommt es schon vor, dass das ein oder andere dran glauben muss.

    Zitat

    Die Fingerarthrose kommt sicher nicht vom Scherengebrauch.

    Habe ich auch nicht behauptet; die war vorher bereits da. Macht die Sache nur umso unverständlicher.

    Zitat

    Und die Scheren verstecken - fällt euch Kinder nichts besseres ein?

    Aufgrund ihrer Beratungsresistenz - nein, uns ist noch nichts Besseres eingefallen.

    Zitat

    Wir zerlegen Kartons auch in passend kleine Stücke, ich schaffe das noch mit meinen Händen und dem Messer.

    Das sehe ich auch absolut ein. Meine Mutter zerschneidet diese aber in hunderte kleine Schnipsel. Da liegt ein gewaltiger Unterschied dazwischen.

    Zitat

    Süßigkeiten - sollen die letzten Lebensjahre nur aus Versagen bestehen?

    Man muss Diabetes-Kranken ja nicht gleich alles verbieten. Aber man sollte mit dieser Krankheit zumindest verantwortlich umgehen und das tut sie leider nicht. Das besorgt uns schon enorm.

    @ BenitaB.

    Zitat

    Wenn sie noch im Krieg aufgewachsen ist, müßte sie doch mehr als 80 Jahre alt sein.

    Bald 73. Naja, eher reingeboren. Aufgewachsen ist sie dann doch mehr in der Nachkriegszeit. Die war aber wohl nicht viel einfacher.

    Zitat

    Und eigentlich ist Papier zerreißen gut für knubbelige Finger. Das kommt ausschließlich von der Arthrose.

    Sie sitzt eben stundenlang dran und zerschneidet den Papiermüll mit der Schere in kleine Schnipsel. Das ist kein normales Verhalten mehr und macht mir Sorge. Dabei geht es ja nicht ausschließlich um den physischen Schaden.

    Zitat

    Und man könnte die Dame ja mal in einem Geriatriezentrum untersuchen lassen.

    Da hätten wir das nächste Problem. Sie hat in den vergangenen Jahren Vieles mitgemacht - lange Krankenhausaufenthalte, große Eingriffe (Gebärmutterentfernung, künstliches Hüftgelenk), eine anstrenge Kur etc. - sodass sie doch recht empfindlich auf solche Dinge reagiert und im Gegensatz zu meinen Schwestern bin ich der Meinung, wir dürfen das nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden und sie dort einfach hinschleifen; selbst wenn sie ihre Probleme und Beschwerden ständig herunterspielt, um diese Dinge zu vermeiden. Es tut weh, aber da kann man dann leider nichts machen.

    wisst ihr, was ich nicht verstehe?


    weshalb man menschen nicht einfach alt werden lässt. deine mutter ist 73. sie hat einen eigenen willen. und wenn sie um himmels willen papier zerschneiden will... wo ist das problem? und wenn sie nicht mehr untersucht werden WILL - dann hat niemand sie dazu zu zwingen. ausser, es besteht akute gefahr oder es gibt andere probleme, die eine fürsorge nicht mehr möglich machen oder ein zusammenleben absolut behindern.


    wenn das nicht der fall ist - und das ist nur meine meinung - lasst die alten menschen alt werden. in ruhe. und in würde. und ohne zwang.

    Ich würde meinen Kindern gewaltig auf die Finger klopfen, wenn sie sich wegen dieser Dinge in mein Leben einmischen. Natürlich widersprechen sich Süßigkeiten und Diabetes; aber es ist ihre Entscheidung so zu handeln. Und eine Stunde Papier zerschnipseln ist wesentlich produktiver als eine Stunde auf ein Smartphon zu starren und dort Spiele zu betreiben.


    Lebensgefährliche Macken wie Verzehr verdorbener Lebensmittel ist nicht zu verhindern, auch nicht mit gut gemeinter Kontrolle des Kühlschranks, der Verfallsdaten und was dazu gehört. Nach ihrer ersten ernsthaften Panne mit verdorbenen Lebensmitteln ist sie entweder vorsichtiger oder das Leben ist schneller zu Ende. Das verhindert ihr aber nicht mit gut gemeinten Empfehlungen.

    Zitat

    Und was spricht dagegen, dass sie sich den Tag mit Papierschnipselschneiden versüsst? Lass sie doch schneiden, wenn es ihr Spass macht. Tut niemandem weh, ausser ihren Händen.

    Meine Schwestern gehen da auch wesentlich vehementer vor als ich. Ich finde es eben seltsam.


    Zum Rest: der kann nun wirklich nicht dein Ernst sein.


    Wir sollen also tatenlos zusehen, wie sich unsere Mutter gesundheitlich langsam kaputt macht, weil sie sowieso in absehbarer Zeit ableben wird? Willst du das damit aussagen?


    Das finde ich schon relativ unverschämt.

    Klingt wie bei meiner Oma damals. Diabetes und Demenz.


    Meine Meinung im Nachhinein: Lasst ihr die Süßigkeiten, lasst ihr das Schnippeln, aber nehmt sie notfalls gegen ihren Willen mit zum Arzt. Das, was sie hat, muss abgeklärt werden und zwar so schnell, dass sie euch oder sich nicht in Gefahr bringen kann. Wenn es Demenz ist, kommt irgendwann die Verzweiflung und die Wut. In dem Stadium stand meine Oma plötzlich mit dem großen Küchenmesser im Wohnzimmer und wollte sich was antun.


    Im Nachhinein hat die ganze Familie ihr bei wichtigen Dingen wie ärztlichen Untersuchungen zu viel durchgehen lassen, sie aber bei Kleinigkeiten wie Süßogkeiten bevormundet. Albern und dumm.

    Zitat

    Lebensgefährliche Macken wie Verzehr verdorbener Lebensmittel ist nicht zu verhindern, auch nicht mit gut gemeinter Kontrolle des Kühlschranks, der Verfallsdaten und was dazu gehört.

    Das passiert also überall und ist normal, verstehe.

    Zitat

    Nach ihrer ersten ernsthaften Panne mit verdorbenen Lebensmitteln ist sie entweder vorsichtiger oder das Leben ist schneller zu Ende. Das verhindert ihr aber nicht mit gut gemeinten Empfehlungen.

    Wenn es deine eigene Mutter wäre, würdest du auch nicht so eiskalt handeln, da wette ich mit dir. Welches Kind würde denn dabei zusehen, wie sich die Mutter mit verdorbenen Lebensmitteln vergiftet und nichts unternehmen? Also ganz ehrlich.

    Zitat

    Das, was sie hat, muss abgeklärt werden und zwar so schnell, dass sie euch oder sich nicht in Gefahr bringen kann.

    So weit ist es durch die verdorbenen Lebensmittel aber schon. Ich halte es auch nicht für ungefährlich, wenn ein Diabetiker wahllos Süßes in sich reinstopft. Da hört für mich das Verständnis auf.


    Sie macht das ja nicht, weil sie den Rest ihres Lebens jetzt noch genießen möchte, sondern weil sie ihre Krankheit nicht ernst nimmt. Der Rest des Lebens könnte dadurch kürzer ausfallen als sie sich das vorstellt. Sie ist sich der Gefahr einfach nicht bewusst. Albern und dumm finde ich diese Bevormundung auch gar nicht; denn das, was sie da treibt, ist lebensgefährlich.

    Zitat

    In dem Stadium stand meine Oma plötzlich mit dem großen Küchenmesser im Wohnzimmer und wollte sich was antun.

    Das ist heftig.


    Meine Mutter verabscheut die großen Küchenmesser. Da müsste das Stadium also schon sehr fortgeschritten sein.

    BigBlueWolf


    also ich kann deine Bedenken verstehen, auf jeden Fall abklären lassen.


    Bei meiner Mutter hat es auch so angefangen und ich hab es noch lange rausgeschoben bis es einfach nicht mehr anders ging - da hatte sie dann schon Alzheimer mittleres Stadium.


    Ich bin zuerst zum Hausarzt und hab ihm die Sitation geschildert ohne sie mit dem Verdacht zu konfrontieren.


    Dann gab es eine Überweisung zum MRT- nach diesem Befund mussten wir zum Neurologen.


    Es gibt einen Unterschied zwischen Papierschneiden und Papierschneiden , Lebensmittel verderben lassen - Lebensmittel verderben lassen -- klingt jetzt blöd - aber das Gefühl, dass da was nicht stimmt , weil das Verhalten anders ist, nicht mehr stimmig - auf das solltet ihr achten. Und wenn es Nichts ist , ist es ja auch gut und man kann natürlich gewisse Macken, die wir alle in der einen oder anderen Art haben , lassen.


    Die Abklärung ist wichtig für den richtigen Umgang mit ihr und um rechtzeitig Hilfe zu organisieren (ich hab da einiges falsch gemacht )


    Und laß dir hier für deine Sorge nicht auch noch ein schlechtes Gewissen einreden !

    BigBlueWolf

    Zitat

    Sie sitzt eben stundenlang dran und zerschneidet den Papiermüll mit der Schere in kleine Schnipsel.

    Das ist schon Verhaltensauffällig.


    Wohnt sie alleine?

    Zitat

    Ich befürchte dabei aber eher Anzeichen einer Demenz.

    Das könnte durchaus sein das eine beginnende Demez vorliegt. Störungen in der Aufmerksamkeit, Verhaltensauffälligkeiten.


    Das müsste man man mit verschiedenen Demez-Testungen wie z.b. Mini-Mental-Test, Uhrentest oder einem ausführlichen SKT


    Vielleicht führt der Hausarzt diese Testungen durch oder alternativ ein Neurologe. Aber sinnvoller wäre der Aufenthalt in einer Geriatrie


    Die Untersuschungsmöglichkeiten sind dort besser und vielfältiger.

    Zitat

    Sie hat Diabetes, nascht aber ständig heimlich Süßkram; und dass, ohne irgendwelche Gewissensbisse zu haben, so scheint mir. Reden hilft nicht, Warnungen vom Arzt helfen nicht.

    Das ist schon sehr auffällig wenn Mutter den Diabetes ignoriert und anscheinend nicht mehr in der Lage ist die Folgen und die Gefahr einer Überzuckerung zu verstehen und zu begreifen.


    Es scheint als wäre sie kognitiv nicht mehr in der Lage sich bzgl der Medikamenteneinnahme/Insulingabe selber zu kümmern.


    Das kann so nicht unbehandelt bleiben, die Gefahr das sie in eine Stoffwechselentgleisung gerät ist sehr hoch.


    Hyperglykämie

    Zitat

    Was könnte man tun?

    Der Diabetes muss unbedingt behandelt und eingestellt werden. Die Insulingabe sollte dann durch eine andere Person erfolgen z.B. Angehörige, Pflegedienst.


    Zur Demenzabklärung wäre es sinnvoll wenn der Hausarzt Mutter in eine Geriatrie einweist zur weiteren Diagnostik.


    Dann sollten auch Gespräche mit dem Sozialdienst geführt werden bzgl Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung und ob Mutter auch alleine in der Wohnung bleiben kann ( Abhängig von den Testergebnissen)


    Der Diabetes muss unbedingt behandelt bzw eingestellt werden, ansonsten geht das nicht mehr lange gut und Mutter kommt mit einer akuten Stoffwechselentgleisung ins Krankenhaus.


    Gruss

    BigBlueWolf, es kann alles richtig sein was hier angeraten wird; es kann ebenso unzutreffend sein. Einzelbeispiele helfen wenig. Keine verschimmelten Lebensmittel essen!!! Schimmel wurde weggeschnitten, abgekratzt... - das Leben meiner Mutter endete nach 83 Jahren an Herzversagen, nicht an Krebs, durch Schimmel hervorgerufen. Welche Ernährungsdummheiten sie in den letzten 10 Lebensjahren getrieben hat ist mir nicht bekannt, sie lebte allein, von Familie nicht kontrolliert. Ein Einzelbeispiel, das niemandem hilft.


    Holt euch fachliche Hilfe die alles wahrnimmt, beurteilt und dann Empfehlungen abgibt. Wir erfahren hier nur das, was wir erfragen oder was du selbst aufschreibst - aber da ist noch wesentlich mehr.

    Die Mutter einer Bekannten hatte Demenz und hat in ihrer Wohnung Unmengen an Äpfel verteilt.


    Der Sohn hat die ständig für Nachschub gesorgt, weil er dachte Mama isst da so viele von.


    Die Äpfel wurden an den unmöglichsten Stellen versteckt und deshalb nicht sofort entdeckt.


    Das Papier schneiden kenne ich von meinem dementen Opa.


    Die Userin D.oris.L näht für ältere Leute die dement sind so genannte Nesteldecken.


    Vielleicht würde so eine Decke deine Mutter vom Papier schneiden abhalten?

    Ja, meine Oma hatte damals 7 Jahre Demenz, aber das ist eigentlich schon sehr lange. Solche Stadien wie mit dem Küchenmesser können auch weitaus eher auftreten. Das Problem ist, dass die Demenzkranken zwar tüddelig und vergesslich werden, aber es oft selbst bemerken. Häufig kommt dann auch eine Frustration auf. Meine Oma wurde irgendwann aggressiv wenn man sie zum Arzt bringen wollte. Soweit solltet ihr es nicht kommen lassen.


    Ich verstehe auch eure Sorge, nur kann man einen Menschen nicht völlig abschirmen. Dazu müsste man ihn festbinden. Wenn sie also schnippelt, dann würde ich sie schnippeln lassen. Auch wenn Ihre Arthrose schlimmer wird. Meine Oma hat zuletzt irgendwann Familienfotos zerschnitten und Hassbotschaften auf die Schnippel geschrieben.


    Und im Nachhinein würde ich meiner Oma auch den Süßkram lassen. Sie hat allerdings Insulin gespritzt. Auch wenn es ihr Leben verkürzt hätte: Alles ist besser als das, was ihr infolge der Demenz passiert ist.


    Mir hat es im Nachhinein die Augen geöffnet, was im Umgang mit ihr wichtig war und was nicht. Ich würde danach bei weiteren Demenzerkrankten in meiner Familie handeln, wenn einem die Emotionen die Sinne vernebeln.


    Räume verschimmelt Ware weg, sortiert die Schränke aus, versteck die Scheren. Irgendwann wirst du daran kaputtgehen und dich verrückt machen, wenn sich die Erkrankung bestätigt und über Jahre hinzieht. Es werden andere Macken dazukommen und die Familie wird 24/7 damit beschäftigt sein, einem erwachsenen Menschen dümmere Flausen auszutreiben, als sich Kinder je einfallen lassen könnten. Holt euch rechtzeitig Hilfe ins Boot und gönnt eich Urlaub: Caritas, Medikamentenversorgung, Kurzzeitpflege, Heim oder Betreuung daheim. Sonst geht ihr mit kaputt. Ich habs in meiner Familie erlebt.


    Ich drücke aber alle Daumen, dass sich Demenz nicht bestätigt!! @:)

    Mein Opa hatte wohl keinen Geschmackssinn mehr und wusste gar nicht mehr was essbar ist oder nicht.


    Er hat zum Beispiel mal runde Badepralinen für essbar gehalten und eine davon gegessen.


    Ich befürchte, dass deine Mutter vom Diabetes gar nichts mehr weiß, und auch keinen Blutzucker mehr misst und Medikamente einnimmt.

    Zitat

    Die Userin D.oris.L näht für ältere Leute die dement sind so genannte Nesteldecken.


    Vielleicht würde so eine Decke deine Mutter vom Papier schneiden abhalten?

    Ich konnte mir darunter jetzt mal gar nichts vorstellen und habe es mal gegooglet. Legt man die einfach nur über die Beine oder was für eine Funktion üben die genau aus?


    Alles ist gut und interessant, was helfen könnte; ich bin dankbar für jeden Tipp. @:)