Ihr Konsumverhalten könnte sie das mittlerweile durchaus machen. Sie möchte kein Insulin spritzen, das ist richtig. Sie hasst Nadeln. Darum geht es aber gar nicht. Es geht um den übermäßigen Verzehr von Süßwaren als Diabetikerin und das macht sie definitiv nicht, weil ihr die gesundheitlichen Konsequenzen gleichgültig sind, sondern weil sie ihr nicht bewusst sind.


    Das Problem ist, dass wir aus den Werten nichts rauslesen können. Sie sagt, die Werte seien in Ordnung. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sie etwas vor uns verheimlicht.


    Kennt sich jemand von euch mit solchen Werten aus? Mir würde das schon sehr helfen, um meine Besorgnis einzudämmen.


    Sollten die Werte wirklich okay sein, dann wäre ein großer Streitpunkt abgearbeitet und ich würde keine Veranlassung mehr darin sehen, ihr da reinzureden. Das wäre echt hilfreich zu wissen.

    Dazu müsste man auch wissen, wie der Zucker überhaupt behandelt wird. Welche Werte meint sie? Nüchternzucker oder misst sie selber über den Tag verteilt? Langzeitzucker? Diät ist heutzutage nicht mehr Mittel der ersten Wahl bei Diabetes, aber ständig Süßigkeiten essen ist natürlich nicht ok. Habt ihr denn die Werte vom Arzt, also schwarz auf weiß, oder nur das, was sie sagt?

    Ich meine damit die Langzeitzuckerwerte. Messen tut sie selber nicht, obwohl sie ein Gerät dafür hätte.


    Laut meiner Schwester haben wir die Werte tatsächlich schriftlich hier. Wir wissen aber alle nicht genau, nach was wir dort schauen müssten, um die Aussagen meiner Mutter entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.


    Ich frage heute Abend nochmal nach, nur bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich die Werte ohne ihr Wissen irgendwo veröffentlichen dürfte. Da möchte ich mir nichts zu Schulden kommen lassen und sie damit hintergehen. Also am Besten dann bei ihr um Erlaubnis fragen oder wie sieht das aus?

    Da ist zwar hier nicht das Diabetesforum, aber da sich deine Sorgen vor allem um den Diabetes drehen, jetzt mal Klartext.

    Zitat

    Ich meine damit die Langzeitzuckerwerte. Messen tut sie selber nicht, obwohl sie ein Gerät dafür hätte.

    Wer nicht insulinpflichtig ist (die Frage, ob sie es ist hast Du ja nicht beantwortet) , bekommt von der KK auch keine Teststreifen bezahlt.


    Vielleicht liege ich ja falsch, aber Ich habe so den Eindruck, Du gerätst aufgrund der erhöhten Zuckerwerte deiner Mutter in Panik, weil ja in den Medien verbreitet wird, wie schädlich das ist und was das für schlimme Folgen das haben kann, ohne wirklich konkrete Anhaltspunkte zu haben.


    Du musst hier auch keine Werte posten. Wie es sich damit verhält, kannst Du alles selbst ergoogeln. Ich gehe mal davon aus, dass Deine Mutter Diabetiker von Typ 2 ist?


    Aber mal so als Anhaltspunkt für den Langzeitwert. 6,5 Pozent (48mmol/mol) wäre ideal, der Grenzwert liegt bei 7. Über den genauen Grenzwert sind sich die Ärzte allerdings selbst nicht so ganz einig. Wenn Ihr einen Ausdruck der Laborwerte habt, der Referenzwert steht eigentlich immer dabei.

    Zitat

    Sie möchte kein Insulin spritzen, das ist richtig. Sie hasst Nadeln.

    Ich habe es so verstanden, dass deine Mutter schon genügend Medikamente nimmt und Du ihr wegen befürchteter Nebenwirkungen weitere ersparen willst. So funktioniert das aber nicht. Man führt den Köper ohne zwingenden Grund kein Insulin zu. Davon abgesehen erfolgt die Insulingabe heutzutage selten durch klassische Spritzen (Strichwort Pen, Insulinpumpe).


    Welche Medikamente deine Mutter nehmen soll, kann nur der Arzt entscheiden.


    Ich (und da bin ich nicht allein) stehe auf dem Standpunkt, so lange wie möglich mit Tabletten auszukommen.


    Durch Metformin hat es noch niemand aus meinem Umfeld geschafft, in den Unterzucker zu gelangen. Durch Spritzen von Insulin sehr wohl.


    Stell dir das nicht so einfach vor. Die Menge des zu spritzenden Insulins wird anhand des aktuellen Wertes vor dem Spritzen (Messen!!!) und des geplanten Essens berechnet. Wenn man dann aber aus welchen Gründen auch immer gar nicht, nicht genügend oder das falsche (im Sinne der Kohlehydratverwertung) isst, hat man schnell ein Problem. Wie wollt Ihr das umsetzen? Ich vermute mal, Eure Mutter wird bei dem ganzen Procedere nicht mitspielen.

    Zitat

    Laut meiner Schwester haben wir die Werte tatsächlich schriftlich hier. Wir wissen aber alle nicht genau, nach was wir dort schauen müssten, um die Aussagen meiner Mutter entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.

    Specht auf jeden Fall mit dem Hausarzt, lasst Euch die Werte genauer erklären und die Möglichkeiten der Behandlung.


    Und fragt auch nach der Teilnahme an einer Diabetikerschulung. Auch Angehörige können daran teilnehmen. ??Da wird dann auch erklärt, wie das mit den Süßigkeiten und den verschiedenen Kohlenhydraten so ist. Fett z.B. verzögert die Aufnahme. Überspitzt ausgedrückt ist in diesem Sinne fette Sahnetorte weniger schädlich als Streuselkuchen??


    Vielleicht geht Ihr dann auch nicht mehr so verbissen mit dem Thema um.

    @ Taps

    Danke für die guten Tipps und Hinweise :)^


    Ja, das ist leider immer wieder ein sehr großes Streitthema bei uns. Daran sollten wir arbeiten und danach schauen, genau zu wissen was jetzt eigentlich Sache ist.


    Ich werde vorschlagen, sich in absehbarer Zeit mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und das zu besprechen. Es bleibt nämlich so Einiges was wichtig wäre unausgesprochen und gegenseitige Anschuldigungen und Vorwürfe helfen in dieser Situation überhaupt nicht weiter.

    Jetzt taucht tatsächlich ein weiteres Problem auf:


    Meine Mutter setzt sich wohl mittlerweile über die von ihrem Arzt verschriebene Dosierung bei ihren Tabletten hinweg und nimmt hin und wieder einfach mehr.


    Hat mich schon auch etwas schockiert.