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    Ist das wirklich so schlimm wie alle sagen?

    Wer sind "alle"? Und was genau soll da schlimm dran sein?


    Ich habe lange im KH gearbeitet, aber nicht in der Pflege, kenne allerdings den Pflegealltag von 3 Pflegepraktika die ich absolvieren musste.


    Also ich sage es mal so, für mich wäre es kein Beruf, aber soooooo schlimm war's jetzt auch nicht.

    Meinst du jetzt Pflegedienst in nem Heim, Krankenhaus oder ambulante Pflege?


    Kann dir zu allen dreien berichten.. ;-)


    Altenheim: Kannte ich so: 7 Tage am Stück arbeiten, 1 Tag frei, 5 Tage arbeiten, 2 Tage frei. Jedes zweite Wochenende, Feiertage waren da eh schon keine Feiertage mehr. Musste jedes Jahr Weihnachten UND Silvester/Neujahr arbeiten. Wenn du mal frei hattest musstest du bangen, dass dich keiner anruft, damit du einspringen musst.


    Ambulante Pflege: Gefiel mir recht gut. Immer 12 Tage am Stück Dienst, dafür dann auch immer 4-5 Tage am Stück frei. Man konnte sich seine Routen teilweise selber einteilen, ebenso die Zeit, wann man beginnen und enden wollte (je nach Patienten halt, ist ja klar!).


    Krankenhaus: Bin ich momentan, gefällt mir soweit auch ganz gut. Arbeitszeiten sind mal 4 Tage am Stück, mal 10 Tage am Stück, man hat aber auch mal viele Tage am Stück frei, oder auch zwischendurch mal 1-2 Tage frei.

    Körperlich kaputt machen ist so ne Sache.. Wir haben in der Schule viel zum Kinästhetischen Arbeiten gelernt, was man eigentlich auch gut umsetzen kann. Zusätzlich gibt es – zumindest im Heim und in den meisten Krankenhäusern – Hilfsmittel, Aufstehhilfen, Lifter, etc. Und da ist man ja eigentlich auch nicht allein auf Station und kann die schweren Leute zu zweit machen. Wir machen manche teilweise sogar zu dritt! Alles ne Frage der Arbeitseinteilung..


    Psychisch.. Kommt immer auf die Person selbst an. Man darf halt nicht alles mit heim nehmen, was man so sieht/hört, sondern muss wirklich Arbeit von Privatleben unterscheiden können.. Man darf aber auch mal selber traurig sein, wenn doch mal jemand verstirbt, oder so.

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    Hallo, arbeitet hier jemand im Pfelegdienst? Was genau macht man da? Wie ist das Ist das wirklich so schlimm wie alle sagen?

    Also ambulanter Pflegedienst (denke um den gehts hier?) ist meiner Meinung nach nichts auf die Dauer, aber zur Überbrückung oder mal befristet für 1-2 Jahre absolut super. Besonders in Teilzeit. :-)


    Die Patienten sind in der Regel pflegeleichter als die im Krankenhaus. Ich hatte in der Ambulanten mal eine Route, habe um 7.00 Uhr angefangen und war um 11.00 Uhr fertig. Feierabend, ab nach Hause. ;-)


    Aber wenn es was auf die Dauer sein soll dann definitiv nur Psychiatrie, wenn möglich eine offene Station. Ist natürlich Ansichtssache, aber auf der Psychiatrie ist das Arbeitsklima definitiv das Beste meiner Meinung nach. Und körperlich kaputt arbeiten tut man sich da auch nicht. Und die Bezahlung ist meist etwas besser.


    Am schlimmsten fand ich Stationsdienst im Krankenhaus und Altenheim.

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    Und da ist man ja eigentlich auch nicht allein auf Station und kann die schweren Leute zu zweit machen. Wir machen manche teilweise sogar zu dritt! Alles ne Frage der Arbeitseinteilung..

    Das ist nach meiner Erfahrung (Altenpflege) leider nicht die Regel. Die Dienste sind so unterbesetzt, dass man in der Regel alleine zurechtkommen muss.

    Beide Arten, ob Pflegeheim oder ambul. Pflegedienst haben vor und nachteile.


    Jeder muss für sich herausfinden was für ihn am besten ist.


    Wer zu Hause versorgt werden möchte wird sich sicherlich nicht für ein Pflegeheim entscheiden, solange eine häusliche Versorgung durch Angehörige und einen ambul. PD sicher gestellt werden kann.


    Der Trend geht eindeutig zur ambulanten Versorgung von Pflegebedürftigen.


    Du hast wie im Heim verschiedene Schichten.


    Im ambul. fährst du jeden Kunden in seinem häuslichen Bereich zur Versorgung an.


    Die Tätigkeiten sind dann wie im Heim, je doch ist zu bedenken du bist Gast im Hause des Pflegebedürftigen. Auch wirst du sicherlich erheblich mehr an Wundversorgungen im PD erleben als im Heim, da im ambul. PD nicht nur Grundpflege erbracht wird, sondern auch Kunden versorgt werden bei denen "nur" Wundversorgung auf dem Plan steht.


    Was ich noch nie verstanden habe, dass von einigen die ambulante Pflege so schlecht gemacht wird. Jene haben entweder noch nie im ambulanten PD gearbeitet oder hatten tatsächlich einen schlechten PD erwischt.


    Um dir deine eigene Meinung bilden zu können, rate ich dir zu Praktika in mehreren ambul. PD's

    kann, muss aber nicht ;-)


    ich arbeit z.b. bei nem Intensiv PD, ich fahre keine Touren sondern bin 7-12 std vor Ort bei einem Patienten (bei mir jetzt Kinder)


    Ich hab nen lustigen Dienstplan mal nur 4 tage arbeiten, mal 8... dann mal 1 frei und mal 3-4.... halt ne 40 Std woche mit ca 20 überstunden

    Ich bin im ambulanten neben dem Studium. Ich hasse es wie Pest. Bei Wind und Regen raus, immer mehr Leute in der Runde, die man befahren muss, immer mehr aufwändige, ätzende Pflegefälle, die bringen ja schön viel Geld ein…


    Würde es nicht empfehlen, ich finds zum Kotzen.

    Wozu? Ich habe diesen Beruf gelernt, warum sollte ich kellnern gehen? Woanders zahlen die in Teilzeit nicht so gut, also mache ich den Mist, bis ich ausstudiert habe und überlasse es dann jemand anderem.


    Morgen muss ich wieder hin, mein Herz geht auf o:)

    Ja das tue ich, deswegen gehe ich ja studieren, aber jetzt lohnt es sich nicht mehr und wie gesagt, finanziell. 50% Stelle = 1000€, wo verdient man schon soviel?


    Hab nur noch wenige Monate vor mir, das größte ist geschafft ;-D

    verstehe! ich glaube, ich könnte es nicht – also wenn mir etwas so gar nicht gefällt u. im pflegebereich stelle ich mir das schon hart vor. aber wahrscheinlich ist das dann eine art routine für dich u. du beißt die zähne zusammen.

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    Man hört immer das man ganz schlimm die Arbeitszeiten hat (Doppeldienste, nur an wochenenden usw) und das man sich körperlich und psychisch kaputt macht

    Ja Teildienste sind in der ambulanten Pflege oft normal. Daher würde ich nie in die ambulante Pflege zurück gehen, habe ich einmal zwei Jahre gemacht, never again!


    Ich arbeite jetzt in einem Uniklinikum. Auch viel zu tun, aber 1000x besser als Altenheim oder Pflegedienst.


    Und öffentlicher Dienst hat auch seine Vorteile ;-)


    Ich habe eine 5 Tage Woche, max. mal 11 Tage am Stück, aber selten. Normalerweise nie mehr als 7 am Stück. Wir haben selten kurze Wechsel und wenn kann ich morgens 2 Stunden später kommen.


    Alles in allem nicht so übel. Ich mag meinen Job meistens sehr gerne

    PrimadonnaGirl


    diese deine Aussage ist schlichtweg falsch und zeugt davon dass dir das Hintergrundwissen fehlt:


    ......... ätzende Pflegefälle, die bringen ja schön viel Geld ein…


    Da es zur Zeit gedeckelte Honorare von den Kassen für die Versorgung gibt, egal wie lange für die Versorgung benötigt wird - es gibt den Festbtrag xxx - , sind ätzende Pflegefälle nicht die Geldbringenden, da legt der PD ehr drauf.


    Weiter schreibst du: ........ immer mehr Leute in der Runde


    Das ist genau das was ich vorher schon geschrieben habe: der Trend geht weg von der stationären, hin zur ambulanten Pflege.


    Ich wünsche dir, solltest du einmal pflegebedürftig werden und zu hause versorgt werden wollen, dass es dann kaum noch solche Leute wie mit deiner Einstellung gibt, sonst haste verloren. Übrigens, so eine Einstellung wie die deine schadet dem kompl. Berufsstand.


    Auch ich frage mich warum du 1. den beruf gelernt und 2. noch immer darin arbeitest wenn es dich so anbiedert?

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    Übrigens, so eine Einstellung wie die deine schadet dem kompl. Berufsstand.

    Wenn ich mich mal einklinken darf, so eine Einstellung ist in der Pflege leider keine Seltenheit. Wo ich noch im Stationsdienst im Krankenhaus gearbeitet habe ist mir das besonders aufgefallen. Besonders die Ü40 Generation scheint sehr frustriert zu sein, weil sie nichts anderes gelernt haben und aufgrund Familie jetzt einfach an diesen Job gebunden sind.

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    Auch ich frage mich warum du 1. den beruf gelernt und 2. noch immer darin arbeitest wenn es dich so anbiedert?

    Zu Frage 1 kann ich nichts sagen, Frage 2 hat sie beantwortet, wegen dem guten Geld.


    Ich für meinen Teil kann zu Frage Nummer 1 nur sagen, dass ich damals einfach noch sehr jung und für alles offen war. Ich habe ein FSJ gemacht und dabei irgendwie auch Freude an dieser Arbeit entwickelt, diese Euphorie ging jedoch Mitte/Ende des 2. Ausbildungsjahres flöten. Der Beruf ist einfach zu unattraktiv, undzwar nahezu in allen Bereichen. Das Personal arbeitet oft am Limit, dadurch sind die Arbeitszeiten mehr als familienunfreundlich und die Bezahlung ist teilweise einfach nur mies. Dazu kommt noch das das Pflegepersonal immer öfter frustriert ist und die Spannung im Team wächst. Und das bekommt man sofort mit, ich fand das in der Ausbildung ganz schrecklich wenn ich den ersten Tag auf so einer Station hatte. Und Du kannst dich als Pflegeperson entweder den Gegebenheiten anpassen oder gehen. Ich habe mich für letzteres entschieden. Es gibt weitaus attraktivere Berufe. Meiner Meinung nach ist die Pflege eine Einbahnstraße mit Sackgasse, wenn man nicht früh genug abbiegt kommt man da nicht mehr raus.


    Ich bin zwar sehr froh darüber diese Ausbildung zu haben und diese Erfahrungen gesammelt zu haben, aber ich würde sie trotzdem nicht nochmal machen. :|N