hikleines,


    ich als Krankenschwester würde für meine Eltern immer eine 24Stunden-Kraft vorziehen, immerhin kommt das Geld dann bei den Pflegenden an. Dabei kann ich deinen Gedanken absolut verstehen. Und theoretisch bin ich ganz bei dir.

    Zitat

    Eine Pflegepartei braucht es nicht, die Pflegekammer würde schon reichen.

    Ich bin Zwangsmitglied in 2 Kammern, in der Industrie und Handelskammer, sowie in der spezifischen und standeseigenen.


    Ich kann dir sagen, die erste ist harmlos, die möchten nur jährlich einen knapp 3stelligen Obolus für nichts .


    Aber die Standeseigene, die kostet richtig Geld und hat zwei definierte Aufgaben:


    1. mich zu überwachen, kontrollieren und abzustrafen


    2. eine ungeheure aufwändige Selbstverwaltung zu betreiben. Auf Kosten der Mitglieder natürlich.


    Und deshalb wäre ich seeeehr skeptisch, ob eine Pflegekammer die Basis unterstützen würde..


    Die Politik schaut an dem Problem vorsichtshalber vorbei, die Gewerkschaften haben das Betätigungsfeld noch nicht entdeckt und die zumeist beschäftigten Frauen akzeptieren die gängige Praxis, dass Frauen ausgebeutet werden dürfen.


    Sorry für diesen schweren Vorwurf, ich möchte einfach zum fälligen Arbeitskampf aufrufen oder zu einer Selbstorganisation. Und da fällt mir z.Z. nur die Gründung einer Partei an, wie andere Interessengruppen das längst getan haben.

    Mir wäre Kontrolle piepegal. Ich denke schon, dass ich gute Arbeit leiste. Sollte es nicht so sein, lasse ich mich gerne korrigieren und werde meine Kenntnisse erweitern. Ausserdem kontrollieren uns sowieso schon alle mögliche Stellen, wie z.B. MDK, Qualitätsmanagement, Angehörige, Heimaufsicht,,etc. Darauf kommt es echt nicht mehr an.


    Kammern überwachen ebenfalls die Aus-, Fort- und Weiterbildung, erkennen diese an, was unterm Strich die Pflegequalität nur verbessern kann. Und dem Beruf noch ein Stück Aufwertung gibt.


    Aber damit wäre auch Schluss mit solchen Sprüchen, wie "Pflegen kann jeder, sogar dressierte Affen" und Pflege gäbe es auch nicht mehr auf dem Basar. Es wird dann nicht jeder Arbeitslose in die Pflege gesteckt, zumal die meisten da eh nicht für motiviert sind. Also keine billigen und unzureichend qualifizierte Hilfskräfte mehr, die meine Ressourcen noch zusätzlich verbrauchen.


    Eine "Pflegepartei" hätte, wie die Pflege, keine Lobby. Wer würde die denn wählen?

    Vielleicht einige der Millionen, die in der Pflege beschäftigt sind ?


    Ob eine Kammer die Qualität einer Arbeit verbessern kann, darüber könnte man streiten.


    Aber es gibt keine Kammer, egal in welcher Branche, die sich für Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder kümmert. Das ist Sache der Politik und der Gewerkschaften.

    Zitat

    Warum schaffen wir es hier nicht? Viel kleine Aktionen finden statt, beklagen die schlechten Bedingungen und dann wird weiter unter den gleichen Bedingungen gearbeitet und auch gejammert. Da nehme ich mich allerdings auch nicht aus. Es gibt aber aktuell keine entsprechende Gewerkschaft oder Organisation, die hier so etwas durchziehen würde. Da muss sich jeder Pflegende, mich eingeschlossen, an der Nase packen.

    Weile Deutsche niemandem etwas gönnen?


    Schau hier ins Forum: Wenn jemand davon erzählt, dass es ihm schwer fällt einen Job zu finden gibt's Gepöbel.


    Wenn jemand von Schwierigkeiten auf der Arbeit erzählt, gibt es Gepöbel und die immer gleichen Geschichten, dass man es noch vieeeeeeeel schwerer hat.


    Wenn man gar das Konzept der Erwerbsarbeit in Frage stellt, gibt's manchmal sogar Drohungen.


    Ich erinnere mich noch an einen Faden zu Beamten: Zwei Drittel waren geschlossen dafür, deren Gehälter in Grund- und Boden zu stutzen. Auf die Idee lieber selber eine Gehaltserhöhung einzufordern kommt kaum einer. Lieber soll es allen schlecht gehen.

    Zitat

    Scheinen irgendwie vergessen worden zu sein von Politik und Gewerkschaften...

    Wir sind eben auch selbst schuld. Wo liegen die Quoten von Gewerkschaftsmitgliedern in der Pflege? Bei 10, 11%?


    Darüber können die Angehörigen der metallverarbeitenden Berufe nur hämisch lachen. Und wer hat nochmal eine 35h-Woche?


    Ah, Ich glaub die Pflege war es nicht...


    Ich bin das Gejammer meiner Kolleginnen leid - zu verdi geht trotzdem keiner.

    Zitat

    Ich bin das Gejammer meiner Kolleginnen leid - zu verdi geht trotzdem keiner.

    Gut gebrüllt Löwe !


    Das wäre jetzt wirklich mal interessant zu hören, was die Kolleginnen eigentlich davon abhält.


    Die Erzieherinnen haben es doch vorgemacht, dass nicht nur ( männliche ) Lokführer die Republik lahmlegen könnten ]:D ...

    Zitat

    Das wäre jetzt wirklich mal interessant zu hören, was die Kolleginnen eigentlich davon abhält.

    "Von dem geringen Gehalt soll ich auch noch für die Gewerkschaft zahlen?" ??dabei erzielen sie bei jedem Tarifabschluss Sonderzahlungen für Mitglieder, welche die Beiträge nahezu aufheben??


    "Als ob ICH daran was ändern könnte!"


    "Wir können/dürfen doch eh nicht streiken!"


    "Das ändert doch auch nix."


    "Dann hat mich mein AG erst Recht auf dem Kieker."


    "Es reicht doch, wenn die anderen zu ver.di gehen."


    "Und wer soll sich dann um die armen alten Leute kümmern? Die können doch auch nichts dafür!" ??Als ob dann keiner mehr arbeiten würde...??


    Und so weiter und so fort...


    Du siehst, ich habe diese Unterhaltungen nicht erst einmal geführt. :=o

    Diese Aussagen kann ich nur unterschreiben.


    Übrigens spiegelt diese Faden auch ein klein bisschen das öffentliche Interesse wider.


    Wer schreibt hier? Der TE und ein paar Pflegekräfte. Das Interesse der Allgemeinheit ist kaum vorhanden. Es wird erst aktuell, wenn man selbst oder die nächsten Angehörigen Pflege benötigen. Oder wenn die Beiträge der Kranken- und Pflegekassen steigen.

    Dass Kassenpatienten , die 18 mal im Jahr wegen Kleinigkeiten zum Arzt rennen, daran schuld


    sein sollen, dass Pflegebufe schlecht bezahl werden , ist Unsinn.


    Die Ärzte bekommen für einen Patienten im Quartal eine bestimmte Summe, egal wie oft der


    Patient in die Sprechstunde kommt.


    Selbst wenn Menschen seltener einen Arzt aufsuchen würden, wäre die Bezahlung in den Pflegeberufen


    trotzdem schlecht. Meiner Ansicht nach müsste dieser Beruf ganz besonders gut bezahlt werden.


    Denn die Arbeit ist anstrengend, körperlich wie psychisch. Und habe sehr viel Achtung vor


    Menschen, die diesen harten Beruf gewählt haben.


    Aber ich kann an der Misere nichts ändern.

    Zitat

    Übrigens spiegelt diese Faden auch ein klein bisschen das öffentliche Interesse wider.


    Wer schreibt hier? Der TE und ein paar Pflegekräfte.

    stimmt :)^


    und ich wäre bei einem Streik sofort dabei. Von einer neuen Partei halte ich allerdings auch nichts, ich glaube, um eine Partei zu gründen muss schon etwas mehr Inhalt da sein, als das Thema Pflege ;-)

    Also, das Interesse an der besseren Bezahlung der Pflegeberufe und die allgemeine Zukunft dieses


    Berufszweigs müsste eigentlich bei allen Menschen vorhanden sein. Jeder Mensch muss damit rechnen,


    durch Unfall, Krankheit oder Alter mal zum Pflegefall zu werden. Zumindest hat fast jeder irgendwann


    einen Angehörigen, der auf Pflege angewiesen ist. Insofern ist es eine Angelegenheit der Gemeinschaft.


    Ich würde auch sofort bei einer Demo mitmachen, obwohl ich mich schon vor längerer Zeit dafür


    entschieden habe, mein Leben freiwillig zu beenden, falls ich zum Pflegefall werde.


    Aber das ist eben meine ganz persönliche Entscheidung.


    Ich könnte niemals in einem Pflegeberuf arbeiten, da ich körperliche Nähe nur schwer ertragen kann.


    Und so freue ich mich, dass es Menschen gibt, die damit kein Problem haben und sich für diesen


    Beruf entscheiden.


    Aber ich befürchte, dass sich ohne einen hartnäckigen "Aufstand" der Pfeger-/innen nichts ändern wird.


    Die Bezahlung müsste über Steuergelder erfolgen. Das wäre doch eine Option, oder ?

    Zitat

    Aber ich befürchte, dass sich ohne einen hartnäckigen "Aufstand" der Pfeger-/innen nichts ändern wird.


    Die Bezahlung müsste über Steuergelder erfolgen. Das wäre doch eine Option, oder ?

    Ja , ein Aufstand ( andere Branchen nennen das Arbeitskampf, oder Streik ) müsste kommen..


    Und die Mittel, die zu angemessenen Arbeitsbedingungen benötigt werden, müssten wahrscheinlich über eine Erhöhung der Beiträge zur Pflege/ Krankenkasse beschafft werden, oder tatsächlich durch Steuergelder bezuschusst werden.


    Auf jeden Fall wird das auch den Rest der arbeitenden Bevölkerung treffen und das wird dann einen Aufschrei geben...


    Und da sollte man einfach die Ohren auf Durchzug stellen.


    So machen das jedenfalls andere !

    Vielleicht gehe ich ja zu sehr von mir aus, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die arbeitende


    Bevölkerung durchaus Verständnis hätte für eine Erhöhung der Beiträge zur Pflege / Krankenversicherung oder


    zu einer Steuererhöhung, wenn die Leute sicher wären, dass das Geld dann auch wirklich für die


    bessere Bezahlung der Pflegeberufe verwendet wird.


    Aus Erfahrung wissen die Menschen, dass diverse Steuern irgendwann in ganz andere Bereiche fliessen,


    als ursprünglich geplant. Ich habe ja noch nie verstanden, dass die Politiker so einfach über das Geld


    der Bürger verfügen können. Und ich werde es auch nie verstehen.


    Und es ist auch eine Tatsache, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der KV-Beiträge in die Verwaltung


    der KV fliesst. Das ist eine Sauerei, mal leger ausgedrückt.

    Zitat

    dass die arbeitende


    Bevölkerung durchaus Verständnis hätte für eine Erhöhung der Beiträge zur Pflege /

    Beiträge zur Pflegeversicherung zahlt nicht nur die arbeitende Bevölkerung, sondern auch alle Rentner. Diese werden auch dann angerechnet, wenn der Rentner längst in der Pflege ist. Und jede Erhöhung trifft die Rentner genauso wie alle anderen auch. Nur mal als Info.


    Ich habe diesen Faden bis jetzt verfolgt. In einem ähnlichen habe ich mich bereits zur Situation der Pflegekräfte geäussert ??ich bin keine Pflegekraft, und nehme trotzdem teil ??. Die Situation für die Pflegekräfte bedarf dringend einer besseren finanziellen Aufwertung, sowie vernünftige Arbeitszeiten usw. Ich stimme hier der Meinung zu, dass die Pflegekräfte sich organisieren sollten/müssen, um evtl irgendwann auch mal politisch gehört zu werden. Denn es ist ein Politikum, mMn. Aber..... wenn sich die Pflegekräfte selbst nicht trauen - verschiedene Gründe wurden hier schon angegeben - wer soll sich denn darum kümmern? Die Alten und Kranken haben keine Kraft. Die Angehörigen haben oft keine Ahnung, sind selbst überfordert oder kümmern sich nicht um den Angehörigen in der Pflegeeinrichtung. Gründe gibt es auch hier viele.


    In dem anderen Faden habe ich mitgeteilt, dass hier vor Ort die Einrichtungen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es scheint sich wohl für die Betreiber immer (schon) um eine gute Einnahmequelle zu handeln. Die, die auf der Strecke bleiben sind die Pflegebedürftigen. Und die Pflegekräfte, von denen immer zu wenig da sind. Ergo bleiben alle irgendwann auf der Strecke. Ich denke ich muss hier nicht auf die oft haarsträubenden Zustände eingehen. Und bitte nicht den Eindruck bekommen, dass ich generell alle Einrichtungen und Abläufe verdamme. Nur die "Guten" sind nach meinem Empfinden rar gesät.


    Wenn sich etwas ändern soll, müssen die Kräfte an der Basis anfangen. Dann können und kommen sicher mehr Menschen zur Unterstützung dazu. Außerdem könnten so auch die "Unbeteiligten, Unwissenden, Ignoranten" ins Boot geholt werden. Aber das ist nur meine Meinung.

    Ich bin jetzt seit 1 1/2 Jahren Gesundheits und Krankenpflegerin.


    Und mir richtig es ich will raus aus der Pflege.


    Werde mich jetzt in naher Zukunft was suchen und Umorientiern.


    Es passt alles hinten und vorne nicht.


    Nicht nur das man dauernd unter Stress steht nein Patienten und Angehörigen werden immer frecher.


    :-(


    Man ist nicht mehr im KH sondern Hotel.


    Tu mal, Mach mal aber bloß nich sagen

    Ich denke alle möglichen Berufe im Bereich der Pflege haben eine gute Zukunft. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr alte als Junge Menschen. So steigt der Bedarf an Pflegekräften in Seniorenheimen ungemein an. Der Job ist zwar Verantwortungsvoll und mit allen Wassern gewaschen, aber er ist lukrativ, hat Zukunft und wird in gut 10-20 jahren an Ansehen nur so gewinnen und man hat (meistens) nette Menschen um sich herum, die schon viel erlebt haben.


    Mir persönlich gefällt der Job sehr... Ich kann mit Menschen reden, etwas lernen, etwas "mitnehmen" und trozdem sozial sein und anderen helfen. Der Job ist jedoch sehr anstrengen da er Körperliche und Seelischebalstung voraussetzt und man (in der Tat) blöde Schichtzeiten hat, wo man gerne mal Springer spielen darf...

    Ich bin 31 und ebenfalls examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin. :[] Seit 2008 ausgelernt, und war in diversen Krankenhäusern, OP und selbst auch ambulanter Pflegedienst: In allen drei hat sich bestätigt, wie schon damals der Personalmangel 2008 ausgeprägt war. Aber stetig zunehmend bis dato 2017!! Arbeite auf einer Internistischen Station in einen Privat-KH, teils auch Kardiologie dabei. Ich merke, das ich meinen Beruf wirklich sehr liebe. Es ist ein schöner Beruf, soviel Dankbarkeit zu bekommen für Kleinigkeiten, was in dieser Gesellschaft doch schon ausgestorben ist. Kranke Menschen sind sehr sehr dankbar!!!! x:) x:) Der Beruf erfüllt mich!!! Selbst auch der Lohn ist sehr zufriedenstellend für mich!!!! :)^


    Leider schlimmstes Thema ist Mobbing. :-/ Immer und immer wieder musste ich es erleben. Nicht in jeder Abteilung/Krankenhaus, aber in vielen. Ich kompensiere das, weil mir meine Patienten so viel geben und mich stärken, mich nicht schlechtreden, als wie die Kollegen, sondern mir viel Lob und Anerkennung schenken. Auch ganz klar hätte ich gerne auch an manchen Wochenenden frei oder feiertags, dann merke ich wie eingeschränkt mein Leben doch ist, durch diesen Schichtdienst. Soziale Kontakte leider kaum vorhanden. :(v Man fühlt sich öfter mal einsam und verlassen.


    Die Arbeit ist körperlich zwar schwer - auch psychisch!!! geht einen das ein oder andere doch sehr zu Herzen, doch das ist nicht das was mich persönlich fertig macht (Psyche). Auch ich bin oft nach nur 1!! Tag erschöpft und am Ende. Es ist der Umgang einiger Kollegen, wie sie mit kranken, älteren Patienten reden oder auch handeln. Unverschämt, ohne jegliches Einfühlungsvermögen reden sie mit Patienten, sagen Dinge wie "Die Klingel ist nur für absolute Notfälle da" usw... ??? Ich wundere mich nur warum diese Menschen einen sozialen Beruf gewählt haben, das Geld kann es nicht sein, da man dadurch kein Millionär werden kann.


    Und traurig auch, durch Personal - und damit der verbundene Zeitmangel, wie Patienten abgefertigt werden (müssen).

    Halli Hallo


    Jetzt muss ich auch mal was schreiben ...


    Ich bin selber ausgebildete Gesundheits und Krankenpflegerin :)


    Und ich wusste auch schon vorher worauf ich mich eingelassen habe. Ja ich Liebe meinen Beruf und ja ich habe trotzdem noch Familie und Freunde (nicht nur aus dem Kollegenkreis) .


    Seit meiner Ausbildung bin ich in dem gleichen KH angestellt und kann nur immer wieder sagen ....


    Es ist durchaus (zumindest für mich) machbar alles unter einen Hut zubringen. (Dreischichtsystem und Feiertags und Wochenende )....


    Und ich kann mich auch nicht über mein Gehalt beschweren (zum Glück)....das einzige was mich nervt ist der stetige Personalmangel . Ich wäre sogar bereit auf Lohnerhöhungen zu verzichten ,wenn wir dafür mehr Kollegen auf Station bekämen ;-)


    Mit lieben Grüßen


    Sunny 80