@ hatschipu

    Das finde ich super Klasse, und auch unheimlich wichtig für beide Seiten.


    Ich könnte das nicht, habe teilweise schon schwer schlucken müssen, wenn eine Mitbewohnerin meiner Mutter gestorben ist. Man gewöhnt sich schon sehr an die Leutchen in den Heimen.


    Glaube auch nicht, das sich hier jemand angegriffen fühlt. Jeder kommt irgendwann mal in die Situation, das man vor der Wahl steht die Eltern in ein Heim zugeben, oder halt selber zu Pflegen, und diese TV beiträge machen nun mal Angst.

    Ich stell mir das schon sehr interessant vor so eine Sterbebegleitung. Ich habe mich auch schon mal fast angemeldet für eine Ausbildung zur Trauerbegleitung. Habe mich dann aber doch nicht getraut. Ich weiß nicht ob ich mich dann im Griff hätte oder jedes Mal mit weinen müsste.


    Meine Schwiegermutter hatte eine Dame auf ihrer Station, die habe ich im Praktikum dort kennengelernt. Bezeaubernd war die, lustig, lieb und immer freundlich und dankbar.


    Leider ist sie letzten Sommer kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag gestorben. Das ging mir auch nahe...


    Ich habe dort einige Damenn kennen gelrnt, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen sind, es würde mich sehr traurig machen, wenn es denen so gehen würde wie den Leuten im RTL Beitrag.

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    Wenn ihr alle in so tollen Heimen arbeitet, braucht ihr euch ja auch nicht angegriffen fühlen. Dass es bei euch toll ist, heißt ja nicht, dass es die Missstände in den anderen Einrichtungen nicht gibt.

    Was soll denn der blöde Ton, hatischpu?


    Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich bin stinksauer, dass gewisse Zustände so dargestellt werden, dass sie vielen als die Norm erscheinen. Damit ist niemandem geholfen, am allerwenigsten Angehörigen, die sich eh schon schwer tun und Schuldgefühle haben.

    Das war kein blöder Ton, das hast du falsch verstanden.


    Ich freue mich wirklich, dass es gute Heime gibt, gibts ja bei uns auch, und ich denke nicht, dass nun alle denken, alle Heime sind so.


    Aber vielleicht schauen sie bei der Anmeldung ihrer Angehöriger mal genauer hin und merken, dass in manchen Heimen nicht alles ok ist.


    Wo ich dir aber Recht geben muss, man hätte ruhig ein Vergleich zu guten Heimen bringen können. Das hab ich auch noch gesehen, war aber glaube ich in einer anderen Sendung. Da wurde gezeigt wie das woanders läuft, hat mir sehr gut gefallen.

    Genau diese Schuldgefühle, die FRAU KOPFSALAT erwähnt, die hatte ich auch.


    Und durch solche Berichte traut sich doch keiner mehr, Angehörige in eine Pflegeeinrichtung zu geben.


    Und ich bin mir heute ziemlich sicher, hätte ich meine Mutter selber gepflegt, hätte sie keine 7 Jahre so angenehm gelebt. Ich hätte gar nicht die Hilfe Leisten können, die im Heim geleistet wurde. Sei es psychisch oder physisch.

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    Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich bin stinksauer, dass gewisse Zustände so dargestellt werden, dass sie vielen als die Norm erscheinen. Damit ist niemandem geholfen, am allerwenigsten Angehörigen, die sich eh schon schwer tun und Schuldgefühle haben.

    Aber genau, wo die Norm nicht ist, muß man laut werden.....


    Im Übrigen habe ich eigentlich keine Unfreundlichkeit erwähnt. Das Personal, ob nun qualifiziert oder nicht, war zumeist freundlich, aber eben extrem hilflos, machte unbezahlte Überstunden, war überlastet oder verstand kein Deutsch.


    Wer da nicht schreit, wird eben nie gehört....


    Und wo es technisch nicht paßte, wurde von uns auch die Heimleitung gebeten, Dinge abzustellen etc. Wie ich schon schrieb, wechselte die Heimleitung in den 5 Monaten allein 5 x und ansonsten war die Fluctuation auch wahnsinnig stark, es waren junge Mütter, die 20 Std. arbeiten wollten, dann das Kind aus der Kita holen mußten und denen auferlegt wurde, länger zu arbeiten. Das ging dann 2 x und dann waren auch die wieder weg.


    Das war die Realität. Anfangs die überhaupt fehlenden Kathether: ist auch nicht so pralle. Wir hatten für unsere Mutter mehrere vom HA verschreiben lassen, die wurden zwecks Not an anderen Pat. verwendet, sind dann Tage später aber ersetzt worden. Aber man stelle sich das vor, wir als Angehörige mußten erst mal auf die Idee kommen, dass da überhaupt welche zur Verfügung stehen.


    Aber klar, man erwartet zu viel. Und bitte bedenken: wir sind ja auch schon über 60 ich gehe auf die 70 zu, da sind manche schon selbst im Pflegeheim.....

    Katzenpfötchen, ich denke dass kein Angehöriger mal so eben seine Verwandten ins Heim bringt. Wer das tut, hat oft keine andere Wahl und das wird sich auch nicht nach diesem Beitrag ändern. Nur wird hoffentlich das Heim sorgfältiger ausgewählt.

    Genau das ist ja der Punkt, wenn man keine Wahl hat, dann fällt es nach so einem Beitrag ja noch viel schwerer.


    Und das schlechte Gewissen beisst einen da schon. Ich hatte auch keine Wahl, wir sind alle voll berufstätig. Und es wurde uns auch gesagt, das meine Mutter rund um die Uhr "Gesellschaft" und Pflege braucht.


    Und, es ist ja auch immer noch eine Frage der Kosten. Wer hat denn mal eben 3500 Euro im Monat übrig für die Heimunterbringung.


    Das ist ja auch so ein heikles Thema. Womit sind solche Kosten gerechtfertigt.


    Für das was die "Oldies" speisen, für das bisschen Wasser und Strohm was sie verbrauchen? Für die paar Quadratmeter an Zimmer?


    Für die wenigen Pflegekräfte? (Nicht böse nehmen, an all die Pflegekräfte hier) aber es ist ja nun mal so, das fast ALLE Heime Unterbesetzt sind.

    Na ja ich denke, schwer fällt es einem so oder so. Wer macht das denn mit gutem Gewissen?


    Nicht wegen der Qualität, sondern weil dort Leute Geld dafür bekommen um sich um die Leute zu kümmern, das ersetzt ja keine Liebe von den eigenen Kindern/ Enkeln/ Geschwister usw...


    Mir würde es leid tun meine Verwandten aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen und sie Pflegern zu überlassen. Und das ganz unabhängig von der Qualität der Pflege.


    Aber klar, wenn man selbst berufstätig ist, Familie hat oder die Pflege einfach nicht allein bewerkstelligen kann, hat man keine andere Wahl. Und da würde ich dann schon sorgfältig suchen.

    Ich arbeite seit einigen Jahren als Pflegedienstleiterin einer großen stationären Altenpflegeeinrichtung. Ich habe den Bericht nicht gesehen, kann mir aber ungefähr vorstellen, was da gezeigt wurde.


    Diese ungefilterte pauschalisierte öffentliche Panikmache von allzu schrecklichen Zuständen in der Altenpflege zzz zzz nervt langsam nicht nur mich, sondern viele meiner Kollegen. Ich will hier nicht so viel schreiben, vieles wurde auch schon gesagt. Natürlich gibt es Misstände (so wie in beinahe allen Branchen), dafür gibt es aber heutzutage Kontrollinstanzen, welche aktiv sind, in der Regel schnell eingeschaltet werden und ebenso schnell und unangekündigt vor Ort sind. Und da kann man nicht viel beschönigen, es werden Zufriedenheitsbefragungen durchgeführt, der Hautzustand auf Wunden kontrolliert etc. Ich finde es generell nicht richtig, in der Öffentlichkeit mit solchen Beiträgen eine Pauschalisierung vorzunehmen. Dagegen steht eine nicht zu überblickend große Anzahl von wirklich motivierten Pflegekräften, welche ihre Arbeit wirklich gut machen und die Gabe haben, unseren Bewohnern jeden Tag ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Und da ist es egal, ob das jetzt Pflegehelfer, Aushilfen oder was weiß ich sind, die können auch gut pflegen. Behandlungspflegerische Tätigkeiten müssen natürlich immer Fachkräfte vorbehalten sein, darüber muss man sich nicht streiten. Ich bin bei einem großen Träger tätig und habe schon viele Einrichtungen erlebt bzw. habe deutlich hinter die Kulissen gesehen. Ein bisschen mehr Vertrauen der Angehörigen würde auch manch Pflegekräften die Arbeit erleichtern.


    Und Ahornblatt, tut mir leid, ich finde dein Ausdrucksweise grenzwertig. Wer sagt denn, dass die Pflegekräfte nichts getan hätten, wenn ihr nicht dagewesen wärt? Ihr habt das Bett ja förmlich "zugebaut", ich glaube, da gab es erhebliche Vertrauens- und Kommunikationskonflikte zwischen euch und den Pflegekräften. Und nur, weil eine EL dreimal wechselt heißt es nicht, dass das Heim schlecht ist, dafür kann es andere Gründe geben. Du schließt hier von irgendwelchen Beobachtungen und Empfindungen auf harte Fakten, welche in teilweise in chaotische unsachliche Vorwürfe münden, kann ich nicht nachvollziehen.

    Zum Thema Kosten:


    man macht sich als Außenstehender anscheinend kein Bild davon, was für ein riesen Kostenapparat so ein Heim ist. Personal sind nicht nur die Pflegekräfte, sondern auch Hauswirtschaftskräfte, Hausmeister, Sozialarbeiter, Küchenmitarbeiter, Verwaltung etc. Dazu die Energiekosten, Verpflegung, Instandhaltung, Wäschereikosten, Reinigungsfirma, Gartenpflege usw.


    Von daher sind die Heimkosten, die ein Heim im Übrigen mit der Pflegekasse aushandelt und nicht einfach nach Gutdünken festlegen kann, nicht so ganz vom anderen Stern.


    Natürlich gibt es in dem Bereich noch massig zu tun. Und überall dort, wo Menschen hilflos und abhängig sind, ist die Gefahr von Misshandlung besonders groß. Aufmerksame Angehörige hat leider nicht jeder.


    Nur wie gesagt: dass solche Horrorgeschichten nicht die Norm sind, ist den wenigsten wirklich bewusst. Da wird jede Menge Panik geschürt. (Von RTL kann man aber natürlich auch nicht erwarten, dass der Sender Interesse daran hat, ein differenziertes Bild dieses Feldes zu zeichnen...)

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    Da wird jede Menge Panik geschürt. (Von RTL kann man aber natürlich auch nicht erwarten, dass der Sender Interesse daran hat, ein differenziertes Bild dieses Feldes zu zeichnen...)

    ich muss sagen, mich hat der wallraff auch nicht überzeugt. er bedient sich einfach gängiger klischees und skandale, um quote zu machen.


    da wir zum zigsten male über altenheime oder zalando gewettert, einen film darüber zu machen, wie gut einige heime funktionieren oder das amazon/zalando selbst von dort angestellten nicht als vorhof zur hölle beschrieben werden (oder zumindest nicht schlechter als ein leiharbeiter bei einem deutschen autohersteller), das bringt halt keine quote.

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    Du schließt hier von irgendwelchen Beobachtungen und Empfindungen auf harte Fakten, welche in teilweise in chaotische unsachliche Vorwürfe münden, kann ich nicht nachvollziehen.

    Ja, wenn ich keine anderen Beobachtungen machen konnte, waren das meine Fakten.


    Warum die keinen Bestand haben sollten entzieht sich meiner Kenntnis. Waren eben zufällig ähnlich denen im TV, wahrscheinlich will ich auch a la Walraff hier im Forum Quote machen....


    Der TV-Bericht hat mich so richtig wieder aufgewühlt, die Erinnerungen an diese 5 Monate sind so richtig wieder aufgelebt. Dabei war es ja hauptsächlich meine Frau und der Ehemann, die die Welt im Heim nicht mehr verstanden haben. Meine Frau hat Monate gebraucht, um wieder sie selbst zu sein.

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    wahrscheinlich will ich auch a la Walraff hier im Forum Quote machen....

    du berichtest einfach von deinen erfahrungen u. das ist absolut okay! ;-)


    wie gesagt, wallraff sehe ich kritisch, aber auch ich habe mit dem pflegesystem in deutschland keine guten erfahrungen gemacht. bei mir war es mehr im häuslichen bereich, aber da ist der bürokratiewahnsinn ähnlich wie im heim. die pflegekräfte sind 50% der zeit mit dem ausfüllen von berichten beschäftigt, ein irrsinn, denn die zeit fehlt dann hinten und vorne für die eigentliche pflege, und das wo eh schon zu wenig personal da ist.

    Ich kenne den Bericht nicht, kann mir aber sehr gut vorstellen, worum es geht. Und der Sender sagt schon einiges. Bei mir vor Ort wurde vor einiger Zeit ein Heim wegen absoluter Missstände geschlossen.

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    Laßt euch dann auch die Zimmer zeigen, wichtig ist auch, wie die Einrichtung im Bad ist, möglichst behindertengerecht ist wichtig. Schaut euch die Freizeitangebote des Heims an, und auch die Speisepläne.

    Ja das habe ich mir bei der Heimsuche für meine Mutter auch gedacht. Ich hatte mir zig Ratgeber durchgelesen, worauf man achten muss. Letztendlich war das meiste davon völlig egal. Mann muss seine Prioritäten nach den wirklichen Bedürfnissen des zu Pflegenden, den örtlichen Gegebenheiten und der eigenen Erreichbarkeit abwägen


    Was sich so im Nachhinein (bei der Pflegeheimsuche für meine Mutter) als viel wichtiger erwiesen hat, sind die Sauberkeit des Heims selbst, die eigentliche Pflege und der Umgang des Pflegepersonals mit den Leuten. Bisher haben sich da noch keine Probleme ergeben. Schwiegermutter war in einem hochmodernen Heim, sie kam mit dem Hightech überhaupt nicht klar und es war einfach nur chaotisch.

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    meine Mutter ist zwar nicht bettlägerig ist aber so weit dement, dass sie einfache Dinge nicht mehr begreift und da wird es schwer sie dort mit einzugruppieren,.

    Ja eben.


    Die Ausstattung der Räume und die meisten Freizeitangebote sind für meine Mutter völlig nebensächlich, weil sie damit überhaupt nichts mehr anzufangen weiß. Sie hat kein Einzelzimmer und das Bad ist auf dem Flur. Aber sie würde es von sich aus sowieso nie aufsuchen. Sie wird (außer wenn sie gar nicht mag) immer mit in den Aufenthaltsraum geholt, nimmt aber an Aktivitäten in den seltensten Fällen teil.

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    Fütterung- ein scher schlechtes Wort- gibt es bei Tieren,

    Jemand Nahrung zuführen ist Füttern, ob beim Menschen (Kind, Kranken, Älteren, Partner) oder Tier. Das ist in meinen Augen ein völlig wertfreier Begriff. Man muss ihn doch nicht neu erfinden???

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    Wir sagen Essen eingeben und nicht füttern, egal ob nun einzelne Leute das gut finden oder nicht. Jeder Beruf hat so seine Fachsprache..

    Mal ganz ehrlich als Angehörige sind mir die Fachbegriffe aus der Pflege völlig wurscht, zumal meine Mutter damit überhaupt nichts anzufangen weiß. Hauptsache, sie bekommt ihr Essen.


    An guten Tagen hätte meine Mutter der Pflegekraft beim Begriff "Essen anreichen", "Inkomaterial" oder was auch immer nur gelacht, an schlechten überhaupt nicht begriffen, worum es geht. Soll man demente Leute nicht genau da "abholen" wo sie gerade sind?


    Fachleute können sich gern in ihrer jeweiligen Fachsprache unterhalten, als Laie muss ich es nicht.


    Ich verlange von meinen Kunden auch nicht, dass sie mich in MEINER Fachsprache ansprechen. Sie können ihre Wünsche gern mit ihren eigenen Worten (ob die nun einfach oder hochtrabend sind) äußern und ich übersetze das dann für mich.


    Das musste ich jetzt mal loswerden.

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    Mal ganz ehrlich als Angehörige sind mir die Fachbegriffe aus der Pflege völlig wurscht, zumal meine Mutter damit überhaupt nichts anzufangen weiß. Hauptsache, sie bekommt ihr Essen.

    Anderen ist es nicht "wurscht". Bei uns heißt es eingeben und fertig. Wir "füttern" unsere Leute nicht, das ist ein vorgebener Begriff und wir werden unsere Energie sicher nicht daran verschwenden, jedesmal zu eruieren, wer es wie genannt haben will. Ein wirklicher Fachbegriff ist das auch nicht (das wäre dann Einfuhr/Ausfuhr), sondern liegt auf derselben Ebene wie "Stuhl" und dient dem respektvollen Umgang, weil alte Menschen eben weder Kinder noch Tiere sind, genau das ist der Grund, diese Assoziation soll genauso wie bei "Windel" vermieden werden. Bei Kranken heißt es übrigens auch nicht füttern...


    Inkomaterial ist jedoch tatsächlich ein Begriff, der nur untereinander verwendet wird, zumal es das "Ganze" bezeichnet, es gibt ja verschiedene Arten. Gegenüber den Leuten und Bewohnern reden wir von Einlagen, eine Windel wäre dann eine geschlossene Einlage, was aber auch nicht immer verstanden wird. Dann fällt schon mal das Wort Windel. Aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass gerade DAS manchmal so negativ besetzt ist, dass ich oft nur den entsprechenden Gegenstand zeige und Bezeichnungen vermeide oder generell nur von Einlage spreche. Besonders wenn die Leute erst neu im Heim sind und noch Probleme haben, ihre Inkontinenz und vor allem die Tatsache zu akzeptieren, dass ihnen jemand so ein Ding verpasst.

    Wieso soll es nicht Füttern heißen? Und den Demenz Kranken ist meißtens sowieso egal wie man es betittelt. Ich habe bei meiner Demenz kranken Mutter erlebt, das sie besser mit solchen Ausdrücken umgehen konnte als mit irgendeinem Fachchinesisch. Wenn Sie auf WC mußte, hieß es auch nicht "Ich muß mal austreten" sie rief quer über den Flur "ich muß piepie, pieseln oder seien". Und wenn sie Stuhl mußte, dann hieß es eben ich muß kacka. Und wenn das Pflegepersonal mal keine Zeit hatte, dann hieß es auch mal Frau XXX, sie haben eine Windel an, wir haben gerade keine Zeit! Das war zwar nicht die Regel, aber es kam vor. Solange die Bewohner nicht darin sitzengelassen werden und man sich kurze Zeit später darum kümmert ist es noch lange kein Weltuntergang. Aus Erfahrung weiß ich, das, wenn die Übergabe-Zeit im Heim war, und man sich dann traute, das Personal anzuquatschen kassierte man gleich "böse" Blicke. Da war es dann auch egal, ob ein Bewohner gerufen hat, weil er auf's WC mußte.


    Als meine Mutter Schluckbeschwerden bekam, hat man sie auch gefragt, ob sie es mal mit Brei probieren sollen, da wurde auch nicht großartig gefragt "sollen wir es mal mit Pürieren" versuchen!


    Ich will einfach nur sagen, man sollte sich den gegebenheiten anpassen können.


    Mit Demenz-Kranken sollte man nun mal anders Umgehen als mit Leuten, die noch voll auf der Höhe sind. Zu jedem Bewohner gab es ein Profil, welche vorlieben und schwächen sie haben. Meißtens wurde es von den Angehörigen zusammen mit dem Pflegepersonal erstellt. Meine Mutter hat z.B alle einfach mit Du angesprochen. Das Personal hielt rücksprache mit mir, ob sie es auch machen dürfen, klar, und schon war die Stimmung meiner Mutter besser. Kleine aber feine sachen, die schon große freude Demenzkranker machen....

    Dass Pflegefachkräfte die Fachausdrücke verwenden ist vollkommen in Ordnung. Aber Angehörige und Laien sind halt keine Profis und dann heißt es eben "füttern" und "windeln". Herabwürdigend finde ich die Begriffe nicht. Das Problem liegt nicht in den Worten, sondern darin, dass die Situation sie zu benötigen für viele schwer zu akzeptieren ist.


    Bei Einfuhr/Ausfuhr denke ich an Lagerlogistik. Bei Eingabe an Computer.