Angst vor bösartigen Krankheiten - Psychologische Hilfe?

    Hallo ihr Lieben,


    ich bin leider nicht so oft im Forum unterwegs, aber meistens weil ich Angst vor einer bösartigen Krankheit (insbesondere Krebs) habe. Das ganze hat sich seit November extrem gestärkt und verfolgt mich im Alltag. Vielleicht ganz kurz zu meiner Geschichte (Stichpunktartig):


    - Im November entdeckte ich einen langen roten Strich an der Leiste. Hausarzt: Vmtl. vom Insekt -> Hautarzt


    - Hautarzt: Termin 1: vmtl. Abzess und schwarze Salbe erhalten, Termin 2: deutliche Besserung, aber nicht weg.


    VERDACHT: Lymphknotenschwellung. Ich solle zum Hausarzt zum Ultraschall.


    - Hausarzttermin am selbigen Tag: Nach Abtasten und Ultraschall kein Befund auf Lymphknoten.


    - Zweite Meinung vom anderen Hausarzt eingeholt: Selbiges Ergebnis wie Hausarzt, Blutabnahme: Blutwerte gut.


    An Weihnachten entdeckte ich in diesem Bereich nach dem Baden ganz viele rote Punkte, ab zum ärztlichen Notdienst:


    - Ich habe mitgeteilt, dass es einen Verdacht auf Lymphknoten gab. Ärztlicher Notdienst: Ist der Lymphknoten, machen sie eine Biopsie. Eine genaue Untersuchung durch Abtasten/Drücken wurde nicht durchgeführt. Es ging alles innerhalb von 2 Minuten.


    - Wieder zum Hausarzt mit der Diagnose: Hausarzt sagt, dass es 1000 % kein Lymphknoten sei, keine weitere Diagnose notwendig.


    - Auch zum anderen Hausarzt gegangen: Selbige Diagnose wie Hausarzt, wieder Blut abgenommen, immer noch alles gut. Ich solle


    einen Monat abwarten.


    Nach einem Monat (Januar):


    - Strich ist sehr klein, nicht dick. Manchmal auch gar nicht sichtbar. Hausarzt: Keine weitere Behandlung notwendig.


    Es vergingen Monate, bis April:


    - Ich entdeckte kleine rote "Blut"punkte am Arm. Wieder zum Hausarzt: Harmlos, Blutschwämmchen. Hautarzt bestätigte dies.


    - Gestern entdeckte ich kleine braune Flecken (nicht rund, nicht dick) ab zum Hausarzt: Harmlos (Blut Abnahme: Blutwerte immer noch gut), Hautarztkontrolle später (da Hautkrebsscreeningtermin): Kein Hautkrebs, alles gut.


    Was wurde in der Zeit festgestellt: Da ich auch teilweise Knochenschmerzen und Schmerzen im Bauchbereich habe, wurde die Wirbelsäule abgetastet und eine Verrenkung festgestellt. Daher die schmerzen (logisch: Schmerzen bei geradem Sitzen und bewegen weg; ich bin aufgrund des neuen Jobs EXTREM Bewegungsarm). Beim Schwimmen tut der Bauchbereich leicht weh, der Hausarzt sagt ich solle Trockenübungen machen und Einlagen tragen (die ich seit 8 Jahren nicht mehr trage -> Weil ich zu "Faul" war, mir neue zu holen).


    Mittlerweile beobachte ich meinen Körper täglich und nehme jede kleinste Veränderung wahr. Sofort fange ich an zu googlen und mache mich verrückt, denn google schließt alles auf Krebs zurück (oder Diabetes melitus war in meiner Familie fast alle haben, daraufhin wurde ich nicht untersucht oder ist dies im kleinen Blutbild feststellbar?).


    Nun zu meiner Frage: Ist das wirklich Panik mache? Selbst meine engsten Verwandten sagen, dass ich mich unnötig bekloppt mache. Was ist, wenn ich wirklich etwas bösartiges habe? Der Hausarzt sagte, dass Lymphknoten dann längst bspw. gewachsen wären, was bei mir nicht der Fall ist. Ich war auch bei einem dritten Hausarzt und auch dieser sagte: Keine Lymphknoten. Laut Ärzte soll ich mehr Sport treiben (habe ich nämlich wirklich nicht gemacht bisher) und nicht googlen, da Google einen psychisch krank machen kann. Weitere Auffälligkeiten: Alles begann 5 Monate nach dem Jobwechsel, welcher mir manchmal echt über den Kopf wächst (Lehrer + Student nebenbei). Ggf. möchte ich nämlich ansonsten psychologische Hilfe in Anspruch nehmen (Stressbewältigung, usw.).


    Zu meiner Person: männlich, 25 Jahre alt, 173cm groß, 78 kg schwer (4 kg in 5 Monaten zugenommen).


    Liebe Grüße,


    Kranksein

  • 19 Antworten

    Und gerade Menschen mit Krebs, der oft nur zufällig entdeckt wird, haben überhaupt Schmerzen, was an der Haut oder sonstwas. Das ist ja gerade das Heimtückische.


    Beweg Dich endlich, würde man sogar einem Krebskranken empfehlen.... Der Du aber nicht bist.

    Vielen Dank für eure ersten Beiträge.


    Mein Fehler war es schon, damals sofort zu googlen. Auch der rote Strich an der Leiste bereitete mir überhaupt keine Schmerzen. Als das Wort "Lymphknoten" von zwei Ärzten (Hautarzt: Verdacht auf Lymphknoten, ambulanter Notdienst: Lymphknoten) ins Spiel kam, wurde die Panik größer. Vorallem beobachte ich seitdem regelmäßig meinen Körper und die Haut und taste wie doof rum: Die blutroten Punkte (Durchmesser: <1mm), die "Pigmentstörung", usw. Die Hausärzte konnten auch den roten Strich nicht diagnostizieren, meinten nur, dass es nichts schlimmes sei. Diese Ungewissheit macht mich so verrückt.


    Würdet ihr weitere Untersuchungen empfehlen oder ggf. doch psychologische Hilfe?


    Denke ich mal nicht an die Sachen, dann ist mein Leben perfekt: Ich fühle mich sonst sehr wohl, Jobmäßig eigentlich sogar zufrieden (vlt. etwas zu stressig), usw. Nur beim Schwimmen tut der Bauchbereich leicht weh (ziehen).


    Liebe Grüße,


    Kranksein

    Die LK gehören zu Deinem Körper. Sie haben die Aufgabe, Dich vor Infektionen zu schützen. In Zeiten höherer Aktivitäten schwellen sie oft an, einige Zeit später wieder ab - aber manchmal vergessen sie das.


    Merke: Die Ärzte haben "LK" gesagt, aber nicht "LK-Krebs" bzw. "Lymphom". Als Lehrer sollte Dir der Unterschied klar sein. Also: Nicht dauernd an Dir herumfummeln (die LK lieben so etwas nicht und antworten oft durch Anschwellen), nicht mehr nach Krankheitssymptomen googlen und keine Gedanken mehr über etwaige Krankheiten - Du bist damit nämlich überfordert.

    Vielen Dank für eure Hilfen und das zuhören ("lesen").


    Noch vor einem Jahr war ich eigentlich ein Antiarzt Mensch. Ich bin nur im wirklichen Notfall zum Arzt gegangen, wenn es gar nicht mehr ging. Dann der Jobwechsel und ennormer Stress und seitdem beobachte ich meinen Körper in jeder freien Sekunde, statt das Leben zu genießen. Ich achte auf jedes Symptom, dann die roten Punkte auf der Haut und mehrere Symptome und immer landet man bei Krebs. Alle Symptome passen dann gleichzeitig zu bestimmten Krebsarten und das hat mir Angst gemacht. Man hat dann das Gefühl, dass die Ärzte sich nicht richtig um ein Problem kümmern.


    Aber mal etwas anderes: Um dieses Problem zu bekämpfen, ist eine psychologische Unterstützung mit Sicherheit sinnvoll und hilft, irgendwie aus diesem Kreis herauszukommen. Wisst ihr, wie so etwas abläuft? Kann man soetwas auch ambulant in mehreren Sitzungen machen und zahlt die Krankenkasse das? Mein Hausarzt sagte auch, dass leichte hypochondrische Züge erkennbar sind.


    Liebe Grüße,


    Kranksein

    Jeder HA freut sich über Patienten wie Dich, die sind nicht krank und nicht gesund, vor allem schnell abgehakt u. verlässliche Wiederkommer. *:)


    - Ach ja, die kleinen Blutschwämmchen hat fast jeder Mensch (ich auch.. ganz viele).


    Kannst Du versuchen, den Fokus mal weg von Deinem Körper zu richten.. vlt. auf angenehme Dinge des Lebens ? sonst läufst Du Gefahr Krankheiten regelrecht anzulocken- versuch vlt. mal eine geführte Meditation (gibt's zur Fülle bei Youtube).


    Es gilt mmer noch mind over matter- Dein Geist bestimmt, wohin die Reise geht, nicht Dein Körper, heißt- Du kannst Dein Problem nur psychisch lösen- das kann man sogar bildgebend (MRT) nachweisen (ich meine jetzt diese bewusste Entspannung), der Körper bedankt sich für einen relaxten Geist :)D

    Ich habe das Gefühl, Du hast eigentlich einen sehr guten Überblick über Dich.


    Sorry-aber kann es sein, dass Du diese Art Problem "brauchst"?


    Vielleicht wird es für Dich ganz interessant sein, mit einem Psychotherapeuten mal ausführlich darüber zu reden, zusammenzusitzen. Nur bringen wird Dir Das Nichts.


    Vermute ich mal.


    Ich meine das nicht despektierlich / ich meine das nicht abwertend.


    Lass diese Krankheitssuche einfach jetzt sein. Du brauchst Niemanden der Dir auf Kassenrezept sagt, dass Deine Krankheitssuche Unsinn ist.

    Zitat

    Vielleicht wird es für Dich ganz interessant sein, mit einem Psychotherapeuten mal ausführlich darüber zu reden, zusammenzusitzen. Nur bringen wird Dir Das Nichts.

    Woher willst Du denn wissen, ob dem TE das etwas bringt?

    Zitat

    Lass diese Krankheitssuche einfach jetzt sein.

    Wenn das für einen Hypochonder mal so einfach wäre, dann gäbe es keine ...

    Ich weiss, dass es Unsinn ist, sich über jeden Pips Gedanken zu machen und jede Krankheit zu googlen, aber wie Monsti schon schreibt, fällt es mir schwer, es nicht zu tun. Ich bin jetzt kein extremer Hypochonder, also einer der andere Menschen nicht die Hand gibt und überhygienisch ist, aber ich fokussiere mich auf das Thema Krankheiten.


    Ein weiteres Beispiel: Seit ein bis zwei Wochen bekomme ich plötzlich vermehrt neue Muttermale, die aber erstmal nicht auffällig erscheinen. Dazu dann die roten Blutschwämmchen, die momentan auch wieder vermehrt auftreten und am Oberarm habe ich eine kleine (ca. 5cm) rote Stelle, sieht nach ner allergischen Reaktion aus. Dazu ist unten in der Leiste immer noch ein kleines bisschen ein roter Strich und ich habe ein brennendes Gefühl in der Haut.


    Das alles kombiniere ich zusammen, google, und stoße wieder auf Lymphknotenkrebs oder eine andere Krebserkrankung. Auch finde ich, dass viele Ärzte diese Krankheit zu spät entdecken und diese gehäuft um das 20. bis 30.Lebensjahr auftritt. Ich verbinde alle Symptome zusammen und glaube, dass alle zusammenhängen. Ich mache mich jetzt grade auch wieder verrückt deshalb. Was würdet ihr machen?

    Wie kann ich so eine Zwangsstörung behandeln lassen? Ich habe für Anfang kommenden Monat einen Termin beim Therapeuten und hoffe, dass es hilft.


    Nun plagen mich aber weitere Symptome:


    Neben den ganz kleinen roten Punkten (angeblich Blutschwämme auf der Haut), bekomme ich vermehrt Pickel und an beiden Handgelenken (innen) kleine rote/weiße Pickelchen. Könnte das womöglich eine Allergie oder etwas ernsthaftes sein? Dazu habe ich in den letzten Wochen ca. 10 neue Muttermale bekommen. So etwas verunsichert einen und damit zum Arzt möchte ich auch nicht direkt.

    • Neu

    Hallo Kranksein...


    Ich kann das alles so gut nachvollziehen. Bei mir ist es ganz genau so. Seit zwei Jahren löst eine Beschwerde die nächste ab. Nackenschmerzen, Zahnschmerzen, Halsschmerzen, Druck auf der Nase, Magen/Darmprobleme/Schmerzen, Zunge brennt...vielleicht hab ich irgendwas vergessen, hab den Überblick verloren. Ich war früher auch so gut wie nie beim Arzt, doch inzwischen renn ich von einem Arzt zum anderen. HNO, Zahnarzt, Orthopäde, HA sogar Proktologe. Hab magenspiegelung, Blutuntersuchungen, MRT und CT's hinter mir. Bis auf einen Pilz auf der Zunge und Eisen und Vitamin D Mangel wurde nichts gefunden. Ich wache morgens auf und denke mir, was hast du heut wieder? Und dann checke ich mein Befinden. Hab mich auch zurück gezogen, geh kaum noch unter Leute. Die Fahrt zur Arbeit (mit den Öffis) schaff ich oft nur grad so, weil da die nächste Angst ist, die Angst ohnmächtig zu werden. Oft bekomm ich dann Panik.

    Freunde fragen schon gar nicht mehr, ob ich etwas unternehmen möchte, weil ich eh meist nein gesagt habe, weil ich WIEDER irgendetwas hatte oder die Angst irgendwo hinzufahren wieder zu groß war.

    Ich weiß, dass das alles nicht normal ist. Die Beschwerden halten meist eine Woche an, sind sie weg kommt direkt das nächste. Ich bin verzweifelt, hab schon oft geweint deswegen, es braucht viel Energie aber vor allem raubt es so viel an Lebensqualität. Ich habe Anfang nächsten Monats einen Termin bei meiner HÄ, ich möchte ihr das alles sagen und dann eine Therapie beginnen. Du hast geschrieben, dass du eine begonnen hast. Wie geht es dir inzwischen damit?

    LG...