Die Panik ALS

    Ich habe seit 6 Monaten extreme beschwerden und ein sehr schlechtes Gefühl.


    Es fing mit einer Blasenentzündung im Januar an, die mit 2 Antibiotika behandelt wurde. Eins davon war Cipro.


    Ich hatte lange noch mit Schmerzen in den Beugen zu tun.


    Dann bekam ich einen Brennschmerz im oberen Rücken, es fühlte sich dort überall verspannt an und ich fühlte mich oft nicht gut.


    Bin zum Arzt Blut und Thoraxröntgen unauffällig.


    Das brennen blieb und meine Ärztin meinte, käme vom Stress. Ich lies mir eine Überweisung zum Orthopäden gäben, der renkte meine HWS ein und den mittleren Rücken, das brennen und sich schlecht und schlapp fühlen blieb.


    Nachts schliefen mir ständig die Hände ein und ich fühlte mich unwohl.


    Einmal ist meine linke Hand so eingeschlafen, dass die Finger schlaff nach unten hingen, wie nicht zu mir gehörig und ich hab 30sec gebraucht um das wieder hinzubekommen. An den folgenden Tagen kriselte mein linker Arm komplett weg, dann mein rechter. Auf den Weg zur Arbeit ist dann mein linkes Bein weggekisselt und ich konnte eine schwere in beiden Beinen feststellen, laufen ging nur unter großer Anstrengung. Ein Internist vermutete Stress und verschrieb mir bisoprolol, was ich nur kurzfristig nahm, weil es mir nicht bekam.


    Die Tage wurden zur Qual, weil das laufen nicht besser wurde. Manchmal war es wie schweben, aber ich zwang mich zum weitergehen, bis ich "eingelaufen" war. Weiterhin bemerkte ich ein komisches Gefühl am Becken zum Po, wenn ich zur Toilette muss, dann sofort. Tagsüber kommt mir mein Becken eher leicht taub vor.


    Meine Beine und mein Allgeminbefinden wurden nicht besser, einen Termin beim Neurologen hatte ich erst in 2 Wochen und ich ging nochmal in die Notaufnahme.


    Blut und eine Reflexprüfung waren in Ordnung, man schickte mich weg.


    Ich merkte plötzlich eine Veränderung im Gesicht, als ob mein Kiefer plötzlich schlaff wäre, aber ich glaube es sind die Muskeln.


    Beim Schneidezähne aufeinander stellen, wackelt alles, extrem meine Unterlippe, die sich mittlerweile ohne Spannkraft anfühlt. Mein Hals fühlt sich taub an, schlucken und essen ( wenn ich mal überhaupt noch Hunger habe ) funktioniert. Manchmal erhöhter Speichelfluss oder zu wenig, Zunge brennt meistens.


    Irgendwann hat sich die schwere in den Beinen gelegt, aber es fühlt sich elektrisiert an. Ich habe überall Muskelzuckungen gehabt, die jetzt nicht mehr so häufig sind.


    Nachts zuckt alles, was nur zucken kann. Es fühlt sich im liegen an, als ob ich ein nasser Sack bin.


    Seit dem ich wieder besser laufen kann, habe ich Probleme in den Unterarmen und Händen, eine leichte Unbeweglichkeit der letzten 3 Finger auf beiden Seiten, rechts stärker, greifen geht nicht gut. Zittern in den Armen beim abstützen und auch tagsüber oder beim anheben.


    Das zittern ist furchtbar, kommt aber glaube von der Kraftlosigkeit in den Armen.


    Das ablegen von Gliedmaßen ist schlapp, ich merke es. Morgens mag ich nicht mehr aufstehen, weil ich Angst habe, den Tag nicht zu schaffen. Ich bin müde und richtig durch. Termin Klinik Ambulant Neuro am 21.08.


    MRT Termin HWS 06.09.


    Alle Symptome sprechen für eine ALS und ich komme gar nicht mehr klar im Kopf.


    Ich überlege jeden Tag, wie ich den nächsten schaffe, als ob ich raus bin aus dieser Welt.

  • 9 Antworten

    Wo spricht da ein Symptom für ALS?


    Soweit ich weiß fängt ALS mit klinischer Schwäche an, nicht mit brennen oder über Nacht einschlafender Hände. Diese geht nicht wieder zurück, sondern breitet sich von einem Körperteil ins nächste aus. Nachts zucken Muskeln übrigens mehr, da sie sich in der Entspannungsphase beim/vorm schlafen entspannen. Auch sind Zuckungen kein sicheres Anzeichen von ALS, da das noch 100 andere Ursachen haben kann, sprich Vitaminmangel oder so. Auch Schmerzen/Brennen ist kein Anzeichen von beginnender ALS, Schmerzen treten nur im Endstadium auf. Wenn ich falsch liege, darf mich jemand bitte korrigieren.


    Hast du die Angst vor ALS schon länger?

    Danke für deine Antwort.


    Die Angst vor ALS habe ich erst seit knapp 2 Wochen.


    Ich habe auch keine sonderlich starken Schmerzen, es fing mit einem Brenngefühl im Rücken/Brust Bereich an, mit Verspannungen und Abgeschlagenheit.


    Auch sind es keine normalen Einschlafzuckungen, die kenne ich.


    Während des schlafens kontrahieren die Muskeln an den Unterarmen und Beinen, manchmal im Gesicht.


    Ein sicheres Zeichen ist für mich, dass mit dem Hals und Mund. Diese Leichtigkeit beim Schlucken, dass kribbeln in der Zunge und die fehlende Spannkraft in Wangen und Lippe, Speichel. Links am Schenkel habe ich einen Kribbelgefühl, aber nur bei Anspannung außen. Arme und Hände schwer, zittern, keine Stabilität beim aufstützen. In den Beinen das Gleiche.


    Ich möchte mich selber beruhigen, aber es funktioniert nicht.

    Warte erst einmal deinen MRT Termin ab, solche Beschwerden können durchaus von der HWS kommen. Ansonsten spielen Stress und Ängste auch eine große Rolle, du achtest sehr auf dich. Kribbeln in der Zunge ist kein Symptom für ALS, allgemein Kribbeln nicht. Wie gesagt, für ALS ist eine KLINISCHE Schwäche typisch, die nur noch schlimmer und nicht besser wird. "Leichtigkeit" beim schlucken ebenfalls nicht, du kannst problemlos schlucken, also ist keine klinische Schwäche vorhanden.


    Wenn du dir trotzdem so unsicher bist, würde ich mich (nur zu deiner Beruhigung) auf ALS untersuchen lassen.

    Danke für deine Antwort.


    Ja, ich muss abwarten und ja, ich achte auf alles mittlerweile.


    Im prinzip kann man es auch nicht aufhalten, aber mir fällt es gerade sehr schwer positiv zu denken. Ich denke eher, wie ich mich vorher noch um Dinge kümmere, bevor ich es nicht mehr kann. Ich weiß, dass das "krank" klingt, aber es fühlt sich so an. Jeder der Gesund ist, sollte das zu schätzen wissen.


    Mir ist aufgefallen, dass man heutezutage beim Arzt wenig Aufmerksamkeit bekommt. Man wird überall hingeschickt und alles dauert ewig.

    Hallo rundeKiwi!


    Gehe mit dem geschriebenen Text, wie Du ihn hier im Forum eingestellt hast nochmals zu einem Labor in Eurer Gegend


    und frage dort einen Arzt, welcher Blutwert aus seiner Sicht noch sinnvoll wäre, mit ins Blutbild aufzunehmen.


    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass praktische Ärzte, vor allem meine!, schnell ein Blutbild als in Ordnung einstufen,


    auch, wenn Werte grenzwertig sind. Ich habe einmal gelesen, dass die Interpretation eines Blutbildes von entscheidender


    Bedeutung ist, dies kann nur ein Experte. Und den findest Du vor Ort in einem Labor! Auch Sportmediziner sind auf diesem Gebiet


    sehr gut und auch dort könntest Du vorstellig werden.


    Ein Eisenwert im unteren Grenzbereich kann zB auch enorme Müdigkeit verursachen, vom praktischen Arzt jedoch als normal eingestuft


    werden, weil es eben eh im Referenzbereich liegt. Der Festlegung des Referenzbereiches für die einzelnen Werte entstand jedoch aus


    der Fülle von Werten, die sowohl von gesunden als auch kranken Menschen stammten.


    Könnten die Muskelzuckungen von einem Magnesiummangel herrühren? Wurde der Magnesiumwert mitbestimmt?


    Was ist mit Multiple Sklerose? Und mit Borreliose? Nerv eingeklemmt?


    Extreme Abgeschlagenheit könnte auch mit einem Nährstoffmangel zu tun haben. Ein Psychiater würde Depression dazu


    sagen. Bei Depressionen kannst Du den Serotoninspiegel selbst anheben, siehe Text unten. Im Übrigen lässt sich auch ein


    Serotoninspiegel im Blutbild nachweisen. Von Psychopharmaka, die schnell bei Depressionen gegeben werden, kann ich jedoch nur


    abraten, bei mir ergaben sich die schlimmsten Nebenwirkungen. Anderen, so erfährt man jedoch auch in Foren, haben Antidepressiva


    geholfen.


    Dazu würde ich Dir folgendes raten:


    Tryptophanhältige Lebensmittel über den Tag verteilt.


    Bedarf: 4-6mg pro Kilo Körpergewicht pro Tag. (bei 70 Kilo also 420mg)


    Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden.


    Die Umwandlung von T. in Serotonin kann nur erfolgen, wenn ausreichend Vitamin B3, B6, Zink und Magnesium vorhanden ist.


    (eventuell über die Nahrung oder über ein Vitamin B-Complex, Vitaminpräparat aus Apotheke abdecken).


    Zusätzlich ist innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr von Tryptophan ein kurzkettiges Kohlenhydrat notwendig, da sonst das


    Tryptophan die Gehirn-Blutschranke nicht passieren kann. Falls Du nähere Informationen brauchst, kannst Du unter


    Zentrum der Gesundheit: Serotoninspiegel natürlich erhöhen alles genau nachlesen.


    Durch die Antibiotikabehandlung werden ja auch die für den Körper gesunden Bakterien zerstört, daher würde ich an Deiner Stelle auch


    über einen Aufbau der Darmflora nachdenken. Die Gesundheit beginnt bekanntlich im Darm.


    Wenn mir noch etwas einfällt, lasse ich es Dich wissen.


    Für Dich heißt es nun Durchhalten, stark bleiben, es wird hoffentlich etwas gegen Dein Leiden gefunden.

    Liebe Mellise1, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


    Folsäure Wert 9.7 ng/ml ( Richtwert 5-18.7)


    B12 Wert 318 pg/ml ( Richtwert 197-771)


    CK Plasma 2.27 umol/ s.1 (Referenz < 2.85)


    Heute war das EMG, Nadel im Muskel der Wade, Daumenballen und Oberarm. Angeblich alles in Ordnung. Das andere war mit Stromschlägen, erhöhte Reflexe. Zunge raus strecken, ohne Befund.


    Der Prof. hat mich nicht reden lassen und meinte nur, es spricht nichts für eine ALS. Ich soll ihm glauben und dann war er weg.


    Die Schwäche und das zittern in den Armen sind weiterhin da.


    Hinzu kommen Schluckbeschwerden, heiser werden und ungeschickte Hände.


    Wenn ich Gymnastik mache, mich Strecke und Dehne, bekomme ich etwas Ruhe in meinen Körper.


    Ich war beim Heilpraktiker, der hat mich von Kopf bis Fuß eingerenkt. ( sehr vorsichtig ) hat mir aber nichts gebracht. Morgen soll ich wieder hin, aber ich glaube daran nicht.


    MRT am 06.09.


    Physchater am 28.08., bei dem ich schonmal war. Er wollte aber erst alles abgeklärt wissen, bevor er ansetzt.