Hilfe! Ich bin am Ende und weiss nicht mehr weiter!

    Hallo liebe Gemeinde,


    ich bin schwerer Hypochonder seit vielen Jahren, Ich habe viele Therapien gemacht, aber leider ohne Erfolg. Ich habe ständig körperliche Beschwerden. Gelenkschmerzen, Leberschmerzen, Pinkelanfälle, morgens leichter Husten. Ich lebe in der permanenten Angst, Lungenkrebs zuhaben. Im Laufe meiner Hypochondrie-Karriere habe ich schon 2 CTs und ein petScan bekommen. Kann nicht schon wieder zum CT rennen. Denke permanent, dass ich bald sterben muss, habe doch drei kleine Kinder. So gehts nicht weiter, mein leben ist ein einziger Krampf. Was soll ich nur tun. Jeder sagt, das ist nix. Aber mein Kopf sagt, ich habe Krebs. Und ich lebe in der ständigen Angst. Ohne Pause. Das kostet unendlich viel Kraft. Was soll ich nur tun! Hilfe!

  • 8 Antworten

    womöglich wirst du medikamentös ran müssen, wenn es für deine ängste keine rationale erklärung gibt.


    krampf ist das richtige stichwort, deine ängste zerren dir noch die letzte kraft raus.


    bist du aktuell in psychologischer behandlung? klingt ziemlich alarmierend was du schreibst

    Also, ich kann nur sagen, in ständiger Angst zu leben, ist ja auch eine große Belastung für den Körper, also nicht nur für die Psyche!

    So etwas wie „Leberschmerzen“ gibt es übrigens gar nicht, da die Leber keine Schmerzrezeptoren besitzt.

    Das sind wohl eher Oberbauchschmerzen, oder? Ängste gehen ja auch auf den Magen, das kenne ich selber auch sehr gut...

    Und außerdem muß man auch in Situationen mit Angst oder Panik öfter mal aufs Klo, also könnten diese Pinkelanfälle wohl auch mit deinen Ängsten zusammenhängen.

    Hast du schon mal eine Therapie gegen deine Ängste versucht?

    Das würde ich dir sehr empfehlen, denn du bist ja mit deinen drei Kindern auch schon genug gefordert, denke ich.

    Es ist vor allem sehr wichtig für dich und deine Kinder, daß du mal zur Ruhe kommst, dich mal so richtig entspannen kannst! Das geht ja anscheinend momentan bei Dir nicht, wegen deiner Krebsangst.

    Mit ständigen Arztgängen und Untersuchungen kommst du ja anscheinend auch nicht weiter, also solltest du dir mal einen Termin beim Psychotherapeuten holen.

    Aber am besten einen, der auf Hypochondrie und andere Angsterkrankungen spezialisiert ist, sonst bringt das auch nicht viel.

    Und in der Zwischenzeit bis zum Termin kannst du ja mal nach einer Selbsthilfegruppe für Hypochonder schauen, das hilft dir bestimmt auch schon ein bisschen wenn du siehst, daß du mit deinen Ängsten nicht alleine bist.

    Seit wann hast du eigentlich diese Ängste, hat das vielleicht mit der Geburt deiner Kinder angefangen?

    Stationäre Behandlung in psychosomatischer Fachklinik.


    Und kritisch hinterfragen, was Dir in den bisherigen Therapien gefehlt hat, weil der Erfolg ausblieb.


    Und was Du mitgenommen hast, aber evtl. nicht umsetzt.

    onlinebraver schrieb:

    Und ich lebe in der ständigen Angst. Ohne Pause. Das kostet unendlich viel Kraft. Was soll ich nur tun! Hilfe!

    Psychotherapie mit begleitender Psychopharmakotherapie.

    Was ist in der Hinsicht bisher bei dir gelaufen?

    ich frage mich ob angst auch eine form von depression ist. zumindest kommt man nicht ohne weiteres aus der abwärtsspirale raus, dieses ergebnislose, selbstzerstörende grübeln

    hast du dich denn schon mal eingehend mir der entstehung und der eigentlichen bedeutung und dem (evolutionär betrachtet) sinn von angst auseinandergesetzt?


    der mensch lebt erst seit ziemlich kurzer zeit in relativer sicherheit - also geschützt durch stadtmauern, häuser, Hütten, ebenso soziale strukturen,polizei, friedensverträge etc., die ihn vor den allermeisten gefahren schützen. jedoch war der mensch davor hunderttausende von jahren permanent zig gefahren, ausgehend von wilden tieren, naturgewalten oder auch "verfeindeten artgenossen", ausgesetzt.

    ergo ist er bzw. sein körper im grunde immer noch an dieses frühere leben angepasst.


    und da spielte angst eine entscheidende rolle zum überleben. wenn sich jemand früher in einer lebensgefährlichen situation befand, weil er z.b. einem gefährlichen tier begegnete, musste der körper von jetzt auf gleich sämtliche kräfte mobilisieren, um flucht- oder kampfbereit sein. und da spielte angst eine entscheidende rolle, da durch sie der körper in sekundenschnelle von einem wahren hormon- und botenstoffcocktail überschwemmt wird, der genau dies möglich machte. dazu gehört, dass das herz schneller klopft, die Atmung in die höhe geht, die muskeln auf spannung gehen, im zweifel auch darm- und blasenentleerung etc., also all die bereiche sind betroffen, in denen du unangenehme und belastende empfindungen hast. früher wärst du in höchstgeschwindigkeit weggelaufen und der körper hätte sich durch diese belastung quasi selber wieder ins lot gebracht.


    du hast jedoch vor etwas nicht greifbarem, irrationalem, nicht existentem angst, trotzdem fährt dein körper die gleiche schiene und pumpt sich mit den gleichen mitteln voll, die ihm in grauer vorzeit mal zuverlässig das leben retteten - nur eben heutzutage und in deinem fall im grunde völlig sinnlos - aber diese körperlichen reaktionen sind da und du leidest darunter und interpretierst sie als krankheitssymptome.


    du bist also in einem teufelskreis, der sich permanent selbst am laufen hält. deine angst verursacht körperliche symptome, die dir wiederum noch mehr angst machen (weil du sie als krankheitssymtome interpretierst), was dann wieder zu körperlichen symptomen führt, die dir wieder angst machen.... und dann geht das immer so weiter.


    vielleicht hilft sie dir diese sichtweise ein wenig weiter.


    ich habe vor einiger zeit diese recht interessante und wie ich (als zugegeben außenstehende) finde, recht aufschlussreiche website gefunden:


    https://www.angst-verstehen.de/

  • Hyperion

    Hat das Thema geschlossen