MS? Hirntumor? Oder doch nur die Psyche?

    Hallo :-)


    Ich hab Angst. Große Angst. Wie man anhand des Titels und der Kategorie vermutlich schon ahnen kann, bin ich leider ein Hypochonder. Beginne bald auch eine teilstationäre Therapie (Tagesklinik), da zwei ambulante Therapien leider gar nicht geholfen haben. Das als Info vorweg. Bin weiblich und 24 Jahre alt. Ich schildere mal meine Symptome:


    Seit Monaten geht es mir nicht gut. Deutlichstes Symptom ist Übelkeit. Kenne ich grundsätzlich, da ich auch noch an Emetophobie leide %:| . Nur, mit der psychischen Übelkeit kann ich umgehen. Das, was mich jetzt seit Wochen quält und immer schlimmer wird, ist anders. Intensiver, es lähmt mich. Mir ist so schlecht. Bevorzugt abends kurz vorm ins Bett gehen und beim Einschlafen. Morgens geht es mir dann besser, obwohl es auch Tage gibt, wo mir 24h permanent schlecht ist. MCP hilft zuverlässig, ist aber keine Dauerlösung. War natürlich bei Arzt. Magenspiegelung ergab eine Rötung des Magenausganges, eine leichte Entzündung laut Arzt. 14 Tage Pantoprazol 40mg. So richtig geholfen hat das nicht. Nach 14 Tagen wieder zum Arzt, da hieß es, der histologische Befund sei unauffällig, doch keine Entzündung. Meine Hausärzt hatte den Befund auch bekommen und meinte, es sei doch eine leichte Gastritis. Seitdem nehme ich 3x am Tag Iberogast. Übelkeit unverändert.


    Früher litt ich unter starken Schmerzen des Nackens, da meine Halswirbelsäule durch ein Unfall kaputt ist. Das machte dann auch oft Kopschmerzen. Die Schmerzen bekam ich immer mit einer Tablette Ibuprofen in den Griff. Doch das ist auf Dauer nicht gesund, deswegen stellte mich mein Schmerztherapeut auf Doxepin 10mg ein. Hat sehr gut geholfen, ein halbes Jahr lang hatte ich keine Nacken- und kaum noch Kopfschmerzen. Seit einigen Wochen leide ich wieder vermehrt unter Kopfschmerzen, die sich jedoch meist gut mit Ibuprofen in den Griff kriegen lassen.


    Eines Tages im Februar 2017 bekam ich Sehstörungen. Ich dachte, es sei eine Aura, das hatte ich früher öfters. Doch die Sehstörungen blieben. Ich kann die Sehstörungen nicht wirklich beschreiben, da sie quasi wandern. Teilweise hab ich das Gefühl, gedruckter Text bewegt sich oder einigen Buchstaben fehlt ein Teil. Doch sobald ich mich drauf konzentriere und versuche, zu fokussieren, wandern die Störungen weiter an den Rand des Sichtfeldes. Natürlich war ich ihn Panik beim Hausarzt, der meinte, es sei eine Nasennebenhöhlenentzündung und nahm mich nicht ernst. Bin dann zum Augenarzt, dort war alles okay, sowohl der Sehtest, als auch die Untersuchung des Auges. Hab sogar noch eine Spezialuntersuchung selbst bezahlt, auch diese war völlig in Ordnung. Ich wollte dann zum Neurologen, doch hab keinen Termin bekommen. Seitdem lebe ich mit den Störungen. Sie sind nicht immer da, kommen jedoch verstärkt, wenn ich mich drauf konzentriere und dran denke. Aber teilweise auch so.


    Ebenfalls seit Wochen hab ich das Gefühl, dass meine Koordination schlechter wird. Ich lasse Dinge fallen, stoße mich, meine Bewegungen sind ungelenk. Ich mache haufenweise Tippfehler. Eine Zeit lang dachte ich auch, ich würde unsicher laufen, doch das war wohl Einbildung, meinem Umfeld ist nichts aufgefallen.


    Vor vier Monaten hatte ich teilweise Missempfindungen in den Armen, meine Hände fühlten sich heiß an und kribbelten. Das ist mittlerweile zum Glück weg.


    All diese Symptome lassen Fr mich nur einen Schluss zu, ich habe MS oder einen Tumor im Gehirn. Ich habe solche Angst. Am liebsten würde ich sofort ein MRT machen lassen, doch gleichzeitig gab ich zu viel Angst vor dem Ergebnis. Mein letztes MRT war im November 2016, weil mein Psychiater, den ich zwischenzeitlich wegen meiner Ängste aufgesucht hatte, der Meinung war, ich hätte es nicht mit der Psyche, sondern mit dem Gehirn :-o %:| . Diese lapidare Aussage hat meinen Ängsten einen unglaublichen Schub verliehen. Das MRT war komplett unauffällig laut Radiologe und Neurologe. Doch der Psychiater glaubte dem Befund nicht, sah sich die Bilder an und meinte, er hätte etwas gesehen, was nicht normal wäre, konnte aber auch nichts genaues sagen, es könnte aber eine Läsion sein :-( . Ich hab dann beschlossen, dem Radiologen zu vertrauen. Doch die Aussage des Psychiaters (zu dem ich nicht mehr gehe) hat sich tief in mein Gehirn eingebrannt.


    Sprechen meine Symptome für MS oder einen Tumor? Soll ich wirklich das ganze große Diagnoseprogramm starten? Einerseits will ich es, auf der anderen Seite nicht. Denn wenn ich wirklich richtig abgelenkt bin, dann geht es mir gut. Doch dieser Zustand hält nie lange an.


    Ich danke euch für eine ehrliche Einschätzung @:)

  • 15 Antworten

    Danke, ihr beiden :-)


    Die Tippfehler korrigiert größtenteils die Autokorrektur für mich, andere Fehler fallen mir dann beim Korrekturlesen vorm Abschicken auf und ich korrigiere sie dann. Ohne Korrektur wäre der Text nicht verständlich, glaub ich. Ich mache die Fehler nicht bewusst, ich hab das Gefühl, dass die Finger schneller sind als das Hirn.


    ms92, ja, das mit dem Psychiater hab ich mir dann auch gedacht und beschlossen, nicht auf ihn zu hören, sondern dem Radiologen zu vertrauen. Und dennoch, ganz aus meinem Kopf kriege ich die Aussage des Psychiaters nicht. Ich weiß nicht, was der damit bezwecken wollte. Ich bin hin, hab meine Ängste geschildert und gesagt, dass mir gewisse Symptome (alles klassische Symptome eine Migräne mit Aura, wie ich nun weiß), die sporadisch auftreten, große Angst machen. Da meinte er, die Symptome würden sehr für eine hirnorganische Erkrankung sprechen :-(


    2016 wurde nur das Gehirn per MRT untersucht. 2015 wurden jedoch Gehirn und HWS mittels MRT untersucht, da ich in diesem Jahr eine Gesichtslähmung hatte. Da waren beide Untersuchungen ohne Befund. Doch das kann sich ja ändern...


    Gibt es denn eine harmlose Erklärung für meine Symptome?

    Zitat

    da meine Halswirbelsäule durch ein Unfall kaputt ist.

    Ich denke es liegt alles hierdran.


    Eine kaputte HWS kann Symptome wie beim Schlaganfall hervorrufen sagte mir mein Arzt. Ich habe auch eine schiefe und war wegen Tinnitus mal beim Arzt, er hat mich gerade gebogen und ich sollte HWS Übungen machen. Der Tinnitus war sofort weg, vorher war er ununterbrochen wochenlang da.

    Kann das wirklich alles von der HWS kommen? Das wäre in meinem Falle echt erfreulich. Ich war mal wegen Sehstörungen und taubem Arm in der Notaufnahme. Da meinte der Arzt, die HWS könnte sowas nicht auslösen. Damals hieß es, Migräne ohne Kopfschmerzen. Ich hatte immer die HWS in Verdacht, doch immer gedacht, das wäre nur Wunschdenken von mir.


    Kann die Übelkeit auch vom Nacken kommen? Die ist am störendsten.


    HWS Übungen hab ich gogoogelt und werde die nun 2x am Tag machen. Wieso hat mir ein Physiotherapeut sowas nie gesagt? Immer wenn ich nach Übungen für zu Hause gefragt hab, hieß es, da könne man nichts machen.


    Ganz lieben Dank :)^

    Huhu,


    dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass du MS oder einen Hirntumor hast, wurde ja bereits gesagt. Ich wollte noch kurz hinzufügen: Bitte, bitte lass das MCP weg. Ich kenne deine Situation, ich habe selbst Emetophobie, seit Monaten Magenbeschwerden ohne Befund (Montag steht der Orthopäde an wegen HWS!) und habe bis vor kurzem auch MCP genommen. Nur bei Bedarf und immer nur eine halbe Tablette, auch vonseiten der Ärzte hieß es, das sei kein Problem. Monatelang ging das gut, bis ich schwere Nebenwirkungen bekam, mein ganzes Gesicht hat gezuckt, ich habe gezittert wie sonstwas usw. Ich weiß, es hilft prima, aber es ist keine Lösung, auf die lange Sicht wirst du die Ursache herausfinden und bekämpfen müssen. Ich habe mittlerweile gelernt, meine Übelkeit auszuhalten und nicht gleich zur Tablette zu greifen, irgendwie geht das, trotz Emo.


    Liebe Grüße und alles Gute! :)*

    Zitat

    Kann das wirklich alles von der HWS kommen?

    In unserer Familie kursiert so ein Running Gag, erstmal alles, was man hat, auf die HWS zu schieben. Denn ich hätte auch niemals nicht gedacht, dass der wochen- oder sogar monatelange Tinnitus oder meine manchmal plötzlich einschießenden Spannungskopfschmerzen davon kommen sollen.


    Aber die HWS ist immerhin die Verbindung direkt zum Kopf und die ganzen Nerven laufen da lang, auch nach unten über die Wirbelsäule weiter...


    Du wirst es ja nun auch testen können... wenn bei Dir bei regelmäßigen Übungen eine Besserung eintritt, lag es daran. Falls nicht, hast Du aber auch nix verloren.


    Achso, ich weiß jetz nicht, wie das in Deinem speziellen Fall ist mit den Übungen, ob Du sie überhaupt machen darfst weil Du ja einen Unfall hattest... Deshalb erwähne ich das lieber hier nochmal, bin natürlich kein Arzt :-)

    Zitat

    Wie macht sich das HWS-Syndrom bemerkbar?


    Typische Symptome sind dumpfe, schlecht zuzuordnende Schmerzen in Armen, Schultern oder Nacken. Die Muskeln in dem betreffenden Bereich können hart und verspannt sein. Zusätzlich können Funktions- oder Bewegungsstörungen der Gelenke auftreten. Aufgrund von Nervenreizungen sind Kribbeln und "Ameisenlaufen" in Händen und Armen ebenfalls mögliche Anzeichen des HWS-Syndroms. Eventuell kommen Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- und Hörstörungen (Tinnitus) zum Beschwerdebild hinzu.

    Quelle: http://www.rueckeninformation.de/ursachen-von-rueckenschmerzen/hws-syndrom.html


    Hier steht es auch! Du warst doch wegen Sehstörungen und taubem Arm in der Notaufnahme.

    Speziell meine standen auf einem Zettel den ich von meinem Arzt bekam, jetzt aber weggeschmissen habe, da ich sie im Kopf habe.


    Aber Du kannst auch überall im Netz welche finden, zB hier:


    https://www.youtube.com/watch?v=B0QFlk14T1A


    oder hier https://www.youtube.com/watch?v=Vor_aSX6cA8


    Übrigens nicht erschrecken wenns knackt. Solange es nicht weh tut ist das sogar gut, da löst sich dann alles.