Vergesslichkeit und Geistesabwesenheit wird immer stärker

    Hallo!
    Ich bin jetzt 43 *hust* und mache mir Gedanken, weil ich zunehmend merke, wie ich insbesondere gedächtnismäßig immer mehr abbaue, meine Aufmerksamkeitsspanne nachlässt und ich mich schnell überfordert fühle. Das merke ich ganz besonders in beruflicher Hinsicht, obwohl der IT-Bereich, in dem ich arbeite, immer das Berufsfeld war, das mir am meisten Spaß gemacht hat.

    Ein paar Beispiele:
    -Wenn mir beispielsweise einer unserer User von Problemen berichtet, habe ich spätestens nach 2min vergessen, was am Anfang des Gespräches gesagt wurde.
    -Als mein Chef vor 3 Wochen in den Urlaub fuhr, hat er mir vorher aufgezählt, was ich in der Zwischenzeit alles erledigen sollte....er war noch nicht richtig zur Tür raus, da hatte ich die Hälfte schon wieder vergessen (gut, dass er´s auch nochmal per Mail geschickt hat).
    -Letzte Woche war ich auf einer Weiterbildung für die von uns in der Firma verwendeten Internetrouter und merkte förmlich, wie das dort vermittelte Wissen sprichwörtlich zum einen Ohr rein und zum anderen wieder rausging. Entsprechend war dann das Ergebnis der Zertifizierungsprüfung...mit Pauken und Trompeten durchgefallen.


    Interessanterweise ist es in den meisten Fällen nicht mal so, dass das Gehörte wirklich "vergessen" ist, vielmehr habe ich Probleme, die Infos just in diesem Moment sofort im Kopf "abzuspeichern" und sofort wieder drauf zuzugreifen. Es dauert immer erst einige Zeit (Tage bis Wochen), bis sie im Gedächtnis abgespeichert werden und ich sie verwenden kann. Mein Kurzzeitgedächtnis ist irgendwie wie ein Schwamm, der erstmal nur aufsaugt, aber die Infos nur kleckerweise wieder rausrückt oder eben gar nicht. Man könnte mich also quasi als "zerstreuten Professor" bezeichnen,wenn man so will.

    Was ich festgestellt habe, ist der Umstand,dass das wirklich in erster Linie Sachen betrifft, an denen mir persönlich nichts liegt. Wenn ich die gleichen Sachen für mich privat mache, habe ich keinerlei Probleme.
    Den gleichen Effekt habe ich in meinem letzten Job übrigens auch schon gehabt, wo ich durch meine Schusseligkeit meine Kollegen und Vorgesetzten weißgott mehr als 1x verärgert habe, weil ich Arbeitsanweisungen vergessen oder gar nicht erst mitgekriegt habe. Der obligatorische Anschiss war da zum Schluß fast täglich fällig. Es gipfelte damit, dass mich eine Psychiaterin für 4 Monate aus dem Verkehr zog.

    Was denkt ihr, was ich tun soll ?

  • 34 Antworten
    Zitat



    Was denkt ihr, was ich tun soll ?

    Dir Notizen machen wenn etwas erledigt werden soll oder was der Chef aufträgt.

    Notizen machen wenn du auf Fortbildung bist, also mitschreiben.


    Und hier hast du doch die Ursache für deine Vergesslichkeit:

    Zitat


    Was ich festgestellt habe, ist der Umstand,dass das wirklich in erster Linie Sachen betrifft, an denen mir persönlich nichts liegt

    Du vergißt sie nicht, sondern du merkst sie dir einfach nicht weil sie für dich nicht wichtig sind.

    Dinge die uns nicht wichtig sind gehen zum einen Ohr rein und zum anderen raus.Anders gesagt, du hast kein Bock dir das zu merken.

    Nur das was uns interessiert bleibt hängen und damit beschäftigt man sich.


    Du musst also an dir selber arbeiten das du besser filterst was wichtig ist, also was auch dein Chef dir aufträgt.

    Es klingt als hättest du viel zu viel Stress. Das muss du ausgleichen. Am besten mit Sport oder Entspannungsübungen.

    Plüschbiest schrieb:

    Lass dich mal auf Vitamin B12 Mängel testen.

    Mmh...wenn ich mir mal die Symptome anschaue, dann könnte das durchaus hinkommen. Ich hatte letztes Jahr ne Magen-OP und muss eigentlich regelmäßig ´ne B12-Spritze kriegen. Das letzte Mal war Anfang Mai (ja, ich weiß,dass das zu lange her ist). Hätte nicht gedacht, dass der Mangel SO starke Auswirkungen haben kann.Werde das umgehend nachholen lassen, danke für den Tip.

    Plüschbiest schrieb:

    Lass dich mal auf Vitamin B12 Mängel testen.

    Mmh...wenn ich mir mal die Symptome anschaue, dann könnte das durchaus hinkommen. Ich hatte letztes Jahr ne Magen-OP und muss eigentlich regelmäßig ´ne B12-Spritze kriegen. Das letzte Mal war Anfang Mai (ja, ich weiß,dass das zu lange her ist). Hätte nicht gedacht, dass der Mangel SO starke Auswirkungen haben kann.Werde das umgehend nachholen lassen, danke für den Tip.

    Werni75 schrieb:

    Es gipfelte damit, dass mich eine Psychiaterin für 4 Monate aus dem Verkehr zog.

    War es nach den 4 Monaten besser?

    Ein B12 MAngel ist m.M.n nicht die hauptsächliche Ursache. Klar kann man sich testen lassen, aber ein B12 MAngel ist das nicht alleine und wie ich schon schrieb, musst du auch die Motivation haben dir das zu merken was wichtig ist und auch filtern was unwichtig und was wichtig ist.


    Du sagtest ja das du dir Dinge nicht merkst weil sie dir persönlich nicht wichtig sind. Klar das du dann anderes nicht behälst und vergisst.

    AB01 schrieb:
    Werni75 schrieb:

    Es gipfelte damit, dass mich eine Psychiaterin für 4 Monate aus dem Verkehr zog.

    War es nach den 4 Monaten besser?

    Ja, der Abstand hat mir durchaus gut getan. Leider hab ich es damals darauf beruhen lassen,d.h. ich hab keine weiterführende Therapie o.ä. gemacht. Hätte ich wohl besser machen sollen.

    Ich merke schon, dass sich die geschilderten Probleme immer dann verschlimmern, wenn ich unter Stress stehe, weil viele Sachen gleichzeitig auf mich einprasseln und sich jeder bei mir beschwert, wenn *sein* Problem nun nicht sofort als Erstes gelöst wurde,obwohl sie wissen, dass das z.T. nicht in meinem Einflußbereich liegt. Selbst wenn ich denen sage, dass das nicht mehr in meinen Händen liegt, stört die das nicht, sie rufen fleißig weiter an. Und das belastet mich ungemein. Im Privatbereich würde ich so jemandem dann wohl die Meinung geigen, aber im Arbeitsleben geht das halt nicht so einfach.

    Ich hab auch das Gefühl,dass es immer dann schlimmer wird, wenn ich das Gefühl habe, unter ständiger Beobachtung (z.B. von Vorgesetzten) zu stehen. Dazu reicht es schon, dass ich täglich so eine Art "Bericht" schreiben muss,was ich denn tagsüber so gemacht habe und ich weiß, dass sich mein Chef den auch täglich zu Gemüte führt. Ich habe fast Angst davor, dass mal an einem Tag wenig zu tun ist und ich mal ne ruhige Kugel schieben kann.

    Du musst täglich einen Bericht schreiben was du gemacht hast??

    Werden deine Angaben in dem Bericht auch überprüft?

    Ich denke du brauchst psychologische Hilfe um mit deiner Situation und dem Stress umzugehen.

    Schau das du dich an einen Psycholgen wendest und das mit ihm mal durchgehst

    Deine geschilderten Probleme hat Hyperion gut zusammengefasst.


    B12 kann man, genauso wie andere Vitamine, Mineralstoffe testen lassen, gerade wegen der OP und wegen der Pufferwirkung, um freien Radikalen begegnen zu können. Ich würde da auch an Zink, Selen, Vit. D, Folsäure, Mangan denken. Die Werte sollten in einem guten Mittelwert (leicht darüber) liegen und nicht zu niedrig sein.


    Gerade Stress kann sich auf die Verdauung und das Immunsystem und damit auf den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt auswirken.


    Und so wie du den Stress beschreibst, ist das wie eine Schutzfunktion vor Überlastung. Es ist zu viel, also interessiert es nicht und man zieht unbewusst die Aufmerksamkeit ab. Das ist dann wie eine Barriere vor einer weiterführenden Straße, vor der dann die Worte des Chefs (oder die des Kursveranstalters) halt machen müssen. Erst bei mehr Zeit und Wiederholung kann man die Barriere beiseite schieben.


    Wenn du Zuhause keine solche Probleme hast, dann liegt das an der Vorgehensweise, wie du die Straßen in deinem Verstand im Berufsleben angelegt hast.


    Interesse ist wichtig für die Weiterleitung an andere Stellen. Desinteresse schaltet das Kurzzeitgedächtnis aus.

    Ne..in dem Callcenter bin ich Gottseidank nicht mehr. Das war mein vorheriger Job, wegen dem mich damals die Psychiaterin aus dem Verkehr gezogen hat. In dieser Zeit der Krankschreibung merkte ich, wie es mir zunehmend besser ging. Allerdings reichte schon der pure Gedanke oder gar kurzer Kontakt zu der Firma (z.B. bei Abgabe des neuen Krankenscheins) für einen kleinen Rückschritt. Die Folge war, dass ich mir einen neuen Job gesucht und den alten Job im Callcenter gekündigt habe. Inzwischen bin ich Systemadmin in einer sozialen Einrichtung. Um Welten besser als der alte Job, aber halt nicht wirklich perfekt.

    Plüschbiest
    Naja...überprüft ist vielleicht das falsche Wort. Bisher hat der Chef dieses Ladens meine Aufgaben selbst mit gemacht,er hat aber nicht mehr die Zeit dafür,d.h. er war quasi Geschäftsführer und Admin in Personalunion. Dass er den täglichen Bericht haben will, was ich gemacht habe (das läuft über "OneNote Online", so das einer kennt), hat m.E. eher seinen Grund darin, dass er schauen will, ob sich mein Job lohnt, denn er legt sehr viel Wert darauf, dass ich auch aufschreibe, wieviel Zeit ich für meine einzelnen täglichen Aufgaben benötige. Davon will er wohl abhängig machen,ob mein bislang befristeter Job (bis Mai 2019) nochmal verlängert wird.
    Im Grunde ist es so: seine bisher anfallenden Aufgaben waren zuviel für einen allein und zu wenig für einzelne 2 Jobs (deswegen bin ich auch nur auf 35h-Woche angestellt). Entsprechend sieht dann auch mein Arbeitsablauf aus: Manchmal rotier ich wie der sprichwörtliche Brummkreisel und weiß nicht,wo ich zuerst anfangen soll und manchmal häng ich den ganzen Tag im Büro rum und hab fast gar nichts zu tun. Das belastet mich ziemlich,weil ich weiß, dass ihm das sauer aufstößt. Oftmals schreib ich dann Sachen wie "Recherche" für irgendwelche noch zu lösenden IT-Probleme in den Bericht, um überhaupt was schreiben zu können.

    Ende des Monats läuft meine Probezeit aus, kommende Woche steht das in der Firma obligatorische "Probezeitgespräch" an. Allein der Gedanke daran lässt meinen Stresspegel hochgehen.


    Hyperion hat es auf den Punkt gebracht: Burnout bzw. im weitesten Sinne eine Depression. Du läufst auf Sparflamme, deine Aufmerksamkeit ist niedrig und somit merkst Du Dir weniger. Dein Chef mit den geforderten täglichen "Rechtfertigungen" macht es natürlich nicht besser. Wenn dieser Druck nicht gar die Ursache ist. Dazu noch die Befristung. Eigentlich müsste man Dir zu einem neuen Job raten. Aber so einfach ist das ja leider nicht. Wenn sich an der beruflichen Situation nichts ändert, ist es gut möglich, dass sich auch nichts an Deiner Verfassung ändern wird. Das einzige was mir einfallen würde, wäre die Einnahme eines Antidepressivums. Zumindest bis sich an Deiner Situation etwas ändert.