Von einem ins andere Extrem im Dezember und ratlos

    Ungefähr von Anfang Dezember bis kurz vor Weihnachten war ich so fit wie wohl in meinem Leben noch nicht, ich war nie müde, völlig überdreht und sehr euphorisch und eigentlich am Dauerlachen und mit Leuten unterwegs. Die Gründe sind mir bis heute unklar, es gab im Privatleben keinen Anlass und ich nehme auch keine Medikamente oder so.


    Aber seit letztem Donnerstag etwa kehrt sich das extrem ins Gegenteil, leider genau zum Urlaub und den wichtigen Feiertagen mit der Familie (die auch superschön waren).


    Mein aktueller Zustand:


    - Ich wache relativ früh auf, hab aber keine Motivation, aufzustehen und bleib noch Stunden liegen ohne irgendwas zu machen


    - ich fühle mich sehr benommen, so als wäre alles um mich rum wie wenn man nachts im Halbschlaf noch rumläuft und es sich unwirklich anfühlt. Man weiß aber, dass es wirklich ist, nur nimmt man alles eben nicht mehr so intensiv wahr, Stimmen, Bewegungen, etc. Ich würde es mit einem Zustand wie mit 1 Promille vergleichen wenn man alles etwas verzögert erlebt


    - besonders optisch habe ich das Gefühl, das Gesehene nicht mehr so stark zu erleben oder nur unter Anstrengungen. Gleichzeitig erwische ich mich immer dabei, wenn ich gerade nicht in Gesprächen bin, dass ich nachdenklicher bin und ständig über verschiedenste Dinge nachdenke anstatt einfach den Moment zu genießen (passt null zu mir! ich bin nie gedankenversunken gewesen)


    - Eine Art leichter Kopfdruck am Hinterkopf (liegt dort nicht auch das Sehzentrum?), keine Schmerzen, aber es fühlt sich schwer an und so als wäre es tief innen


    Hat hier irgendwer eine Idee?? So etwas habe ich bislang noch von niemand gehört, besonders dieser abstruse Wandel innerhalb weniger Tage von einem ins andere Extrem. Das hat doch sicher was mit Botenstoffen, Hormonen oder so zu tun oder? Ich bin 26, männlich.

  • 15 Antworten

    Du solltest das beim Arzt, am besten einen Psychiater abklären lassen.


    Das könnte eine manische Depression sein.

    http://www.psychenet.de/psychische-gesundheit/selbsttests/bipolare-stoerungen.html#maincontent


    Es ist nur eine Vermutung meinerseits, es macht aber Sinn mit solchen Beschwerden zum Arzt zu gehen.

    Zitat

    - ich fühle mich sehr benommen, so als wäre alles um mich rum wie wenn man nachts im Halbschlaf noch rumläuft und es sich unwirklich anfühlt. Man weiß aber, dass es wirklich ist, nur nimmt man alles eben nicht mehr so intensiv wahr, Stimmen, Bewegungen, etc. Ich würde es mit einem Zustand wie mit 1 Promille vergleichen wenn man alles etwas verzögert erlebt

    so gings mir die ersten wochen nach meinem burnout.


    für mich klingt das auch sehr nach manischer depression


    also ab zum arzt

    Ohje, das klingt nicht gut....aber danke für die ersten Vorschläge hier. Kann man beim Psychiater einfach so telefonisch einen Termin ausmachen ohne Überweisung? Müsste mich jetzt erstmal einlesen, was der hier genannte Begriff überhaupt ist.


    Falls es in diese Richtung geht, kann es dafür aber auch wiederum Überursachen geben wie z.B. Nährstoffmangel, Schilddrüse, etc. oder?

    Habe mich eben mal kurz eingelesen (danke für den Link!) und da werden auch Hormonstörungen und Schilddrüse z.B. genannt. Sowas kann ich mir am ehesten vorstellen. Weil manches, was da steht, kann es nicht sein. Weder ging die Phase bei mir 4 Monate noch war irgendein negatives Lebensereignis, was man als Anlass sehen könnte (wie es ja klassisch oft der Fall ist. Kündigung, Todesfall, heftiger Streit, Trennung).

    Was hältst Du grundsätzlich von der Idee, zum Arzt zu gehen?


    Wenn Du zunächst zum Hausarzt gehst, kann er Dich bei Bedarf an den zuständigen Facharzt überweisen.

    Werde ich so oder so, es sind momentan aber keine Termine frei und nur wenige Ärzte zwischen den Jahren da. Deshalb auch mein Post hier, dass ich vllt für mich schonmal eine Idee habe, in welche Richtung es gehen könnte. Dieses Forum kann keinen Arzt ersetzen, ganz klar.


    Das Ding ist halt, dass man teils Monate warten muss auf nen Termin.

    Die Wartezeit ist für Dich natürlich unangenehm. Aber ich denke bei dem, was Du im Eingangspost geschrieben hast, ist keine Eile geboten.


    Mir scheint, eher im Gegenteil, es wird wohl - leider - auf eine langerfristige Sache hinauslaufen.

    Aber danke auf jeden Fall schonmal. Ist natürlich kein Thema, über das ich jetzt nachdenken will und werde ohne sichere Diagnose. Klar kann nervlich so ziemlich alles auslösen, man muss aber extrem aufpassen, nicht zu schnell nur daran zu denken. Ich meine Depressionen können durch so ziemlich alles entstehen.


    Natürlich hab ich jetzt ein paar Seiten dazu gelesen, aber alles, was da so steht, wirkt viel intensiver und schlimmer als das, wie es mir geht. Keiner der Betroffenen erwähnt, dass er immer positiv denkt (was ich tue) und jeden Tag lacht. Und ich kann mich auch noch dazu überwinden, so ziemlich alles zu tun ^^

    Manische Depression sagt man nicht mehr, es heißt bipolare Störung.


    Hallo Zero, ich bin bipolar und das, was du berichtest, hört sich stark nach einer Hypomanie mit darauf folgender leichter Depression an. Die Phasen müssen besonders anfangs nicht sonderlich stark oder lange ausfallen, diese Krankheit hat so viele Gesichter wie es Betroffene gibt. Deswegen werden dir Erfahrungsberichte eher nicht weiterhelfen, insbesondere die von Betroffenen mit schwerem Verlauf. Deine Phase war kurz und leicht, daher ist das überhaupt nicht vergleichbar.


    Jedenfalls würde ich dir davon abraten, monatelang auf einen Termin zu warten, denn je länger man das unbehandelt laufen lässt, desto schwieriger wird es, die Krankheit zu bändigen. Und es drohen heftigere Phasen. Jede Krankheitsphase verschlechtert die Prognose. Damit möchte ich dir keine Angst machen, sondern sagen: Es ist dringend.


    Ruf bei deiner Krankenkasse an oder geh zu deinem Hausarzt und lass dich zu einem Psychiater vermitteln.

    Leider tummeln sich im Internet viele, die Angst und Schrecken verbreiten.


    Meiner Ansicht nach ist Dir damit nicht geholfen.


    Deswegen wäre ich an Deiner Stelle vorsichtig mit Dr. Google.


    Im Idealfall findest Du jemanden in Deinem privaten Umfeld, mit dem Du in Ruhe darüber reden kannst.