Zeckenbiss - noch nicht vollgesaugt

    Hallo,


    heute Morgen habe ich an meiner linken Hüfte zufällig etwas entdeckt, das wie eine Art Pickel oder Mitesser aussah. Es stand auch ab, denn als ich mit dem Finger drüber gefahren bin, konnte ich es hin und her bewegen, aber eben nicht von der Stelle. Da ich dachte, dass es vielleicht ein Mitesser oder ähnliches ist, habe ich es dann mit Daumen und Zeigefinger "gepackt" und rausgezogen / ausgedrückt. Auf meinem Zeigefinger hab ich dann bemerkt, dass es sich leicht bewegt hat und auch kleine Beine hatte.


    Ich gehe also davon aus, dass es wohl eine Zecke war. Ich war Montag Abend im Wald spazieren, aber eigentlich nicht sonderlich abseits der Laufwege und habe mich danach auch abgesucht und nichts gefunden.


    Jetzt habe ich den ganzen Tag schon Panik. Ich lebe im Risikogebiet (Schwarzwald) und hab leider keine FSME-Impfung. Und gegen Borreliose gibt's ja glaube ich eh nichts. Ich habe die Zecke das Waschbecken heruntergespült und danach mit einem Taschentuch und etwas Pefferminzöl die "Wunde" abgetupft, danach hab ich geduscht und die Stelle mit Seife und Wasser gewaschen, danach dann Wunddesinfektion draufgesprüht und mich nochmal gründlich abgesucht.


    Ich habe daraufhin (da war die Zecke schon längst entfernt) etwas an der Stelle gedrückt, so als würde man einen Pickel ausdrücken, in der verzweifelten Hoffnung, dass ich somit vielleicht noch irgendwelche Schadstoffe rausdrücken könnte. Die Stelle ist jetzt etwas erhoben und rötlich.


    Nun das kuriose: Mein Vater, 120km entfernt, hatte sich wohl gestern auch eine Zecker am Schenkel eingefangen und heute Morgen entfernt. Bei dem ist es anscheinend mittlerweile ziemlich rot und größer geworden, laut der Auskunft meiner Mutter.


    Da ich leider seit Corona total hypochondrisch geworden bin, mache ich mir jetzt total Sorgen. Es steckt, so wie es aussieht, nichts mehr drin, wir haben grade nochmal mit der Lupe geschaut.


    Meine Mutter meinte am Telefon, um mich zu beruhigen, dass wenn die Zecke noch so frisch am Anfang war und noch gar nicht wirklich gesaugt hatte, es vermutlich auch kein großer Grund zu Sorge gäbe. Zudem hatte sie letztes Jahr mindestens 5 übers Jahr verteilt und es sei auch nie etwas passiert.


    Das hat sie mir aber heute Mittag gesagt, bevor sie sich die Stelle bei meinem Vater angeschaut hat vorhin, die jetzt ziemlich gerötet und angeblich größer geworden ist.


    Was meint ihr? Gibt es irgendwas prophylaktisches, was ich jetzt dagegen tun kann? Ich hab wegen Corona eh schon genug Angst und will meinen Körper jetzt nicht noch mit Borreliose oder FSME schwächen und dann am Ende vielleicht noch Corona oben drauf bekommen auf den eh schon geschwächten Körper.


    Wie schätzt ihr das ein?

  • 40 Antworten

    Meistens hocken die Biester lang in der Kleidung oder latschen unbemerkt umher.

    Binnen der ersten 24 Stunden nach Zubiss ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich.

    Im Grunde nutzt es nix. Beobachten und gut ist.

    Ich zieh mir etwa 20 Zecken im Jahr aus dem Körper. Ich lebe noch. ;-)


    Über die FSME Impfung solltest du aber im Risikogebiet nochmal nachdenken.

    Dasselbe habe ich auch mal auf einer Infoseite gelesen, dass das Gift erst in den Körper kommt, wenn die Zecke voll ist und man dann daran herumzieht und rappelt.

    Ich weiß nicht, was wäre, wenn man gar nichts täte und warten würde, bis die Zecke von allein abfällt, aber das wäre glaube ich auch nichts, sonst hätte man das längst geraten.

    Aber wenn sie am Anfang ist, soll es wohl wirklich nicht so schlimm sein, weiß aber nicht, ob diese Info sicher ist.

    Bitte beobachte die Einstichstelle die nächsten Tage. Sofern sich die Region rot bzw. bläulich färbt und größer wird, ist mit einer Infektion zu rechnen. Hier sollte man den Arzt aufsuchen. Auch dann, wenn nicht die klassische runde Wanderröte zu erkennen ist.


    In den meisten Fällen passiert aber nicht. Insofern würde ich mir da überhaupt keine Gedanken machen.

    Kallisto90 schrieb:

    Was meint ihr? Gibt es irgendwas prophylaktisches, was ich jetzt dagegen tun kann? Ich hab wegen Corona eh schon genug Angst und will meinen Körper jetzt nicht noch mit Borreliose oder FSME schwächen und dann am Ende vielleicht noch Corona oben drauf bekommen auf den eh schon geschwächten Körper.

    Ja, war bei meiner Mutter auch so. Da sie keine Impfung hatte, ist sie sofort zum Arzt und der hat ihr dann eine Spritze gegeben. Das sollte so schnell wie möglich passieren. Heißt natürlich für die Zukunft, dass man sich einfach impfen soll.

    Zitat

    Nun das kuriose: Mein Vater, 120km entfernt, hatte sich wohl gestern auch eine Zecker am Schenkel eingefangen und heute Morgen entfernt. Bei dem ist es anscheinend mittlerweile ziemlich rot und größer geworden, laut der Auskunft meiner Mutter.

    Auch dein Vater kannn sich entspannen: Nach einem Tag ist es keine borreliosebedingte Wanderöte, das geht nicht so schnell

    rr2017 schrieb:
    Maerad schrieb:

    Ich zieh mir etwa 20 Zecken im Jahr aus dem Körper

    keine Gartenarbeit machen NACH dem Weinkonsum!

    :-p;-D meinst du die mögen den Sprit im Blut?

    Maerad schrieb:

    Binnen der ersten 24 Stunden nach Zubiss ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich.

    Aber leider nicht unmöglich. Ich hatte mir vor Jahren auch auf einem Spaziergang eine Zecke geholt, sie gleich danach entdeckt und gezogen. Sie war noch ganz klein und flach. Erst ca. 6 Wochen später bekam ich die typische Wanderröte und bin damit zum Arzt, der mir Antibiotika verschrieb. Es war eine Borrelioseinfektion. Mit den hochdosierten Antibiotika habe ich es aber in den Griff bekommen und habe keine weiteren Folgen. Es kommt natürlich auch darauf an, ob man in einem Risikogebiet war (ich war in Bayern und dort ist das der Fall).

    Andererseits hatte ich auch schon eine komplett vollgesogene Zecke und es ist nichts passiert.

    Man kann nichts anderes machen, außer die Stelle zu beobachten. Und das sollte man durchaus länger tun, da sich die Wanderröte eben auch noch Wochen noch einstellen kann. Panik würde ich aber keine bekommen, das wird schon.

    Ganz viel Drama wegen einer Zecke.

    Wieso lässt Du Dich nicht impfen im Risikogebiet? Du bist eh der totale Hypochonder, das würde zumindest mal die Sorge vor einer Krankheit nehmen.

    Stelle beobachten und nicht immer dran rummachen. Falls eine Wanderröte auftaucht zum Arzt. Und Panik aus.

    Guten Morgen

    Kallisto90

    Ich hatte auch am 24.05.einen Zeckenbiss.

    Der Biss (Einstich) wurde immer größer.

    Am 08.06. zum Arzt gegangen.

    AB bekommen, 20 Tage lang.

    Biss ist nur noch minimal zu sehen.

    FSME habe ich seit 1995 und gehe regelmäßig zur Impfung.

    Mit dem Corona, mach dich nicht also sehr verrückt.

    Gute Besserung

    Mir sagte eine Ärztin neulich, der rote Fleck müsse mindestens 5 cm groß sein.


    Warum jemand der so viel Angst hat sich nicht gegen FSME impfen lässt ist mir völlig unklar - denn eine solche Erkrankung wäre irklich dramaatisch.


    Boreliose kann man wenigstens mit Antibiotika behandeln.

    wintersonne 01 schrieb:

    Mir sagte eine Ärztin neulich, der rote Fleck müsse mindestens 5 cm groß sein.


    Warum jemand der so viel Angst hat sich nicht gegen FSME impfen lässt ist mir völlig unklar - denn eine solche Erkrankung wäre irklich dramaatisch.


    Boreliose kann man wenigstens mit Antibiotika behandeln.

    Meine Mutter hat nach der zweiten Gabe der FSME-Impfung (das ist ja so eine 3er-Kombi) anscheinend Lähmungserscheinungen bekommen und hat die dritte Gabe dann nicht mehr wahrgenommen. Anscheinend hat das durchaus neurologische Nebenwirkungen.


    Aber vermutlich lasse ich mich nun auch impfen. Der Stich / die Stelle scheint kleiner zu werden, jedenfalls kommt es mir heute Morgen nicht mehr so groß und auffällig vor.