Chemotherapie: Lässt meine Mutter sich zu sehr hängen?

    hallo, meine mutter ist vor kurzem an brustkrebs erkrankt. der tumor wurde sehr früh erkannt und problemlos entfernt. der krebs hat auch nicht gestreut. die heilungschancen stehen mehr mehr als gut. nur macht sie jetzt erstmal alle 3 wochen über ca 3 monate ihre ambulante chemotherapie.


    die erste ist jetzt am donnerstag 2 wochen her. trotzdem liegt meine mutter fast ständig nur im bett, geht nicht vor die tür und will noch nicht mal einen moment allein in der wohnung sein. das heißt ich bin die meiste zeit eingesperrt.


    ich helf ihr ja gern im haushalt und mit allem, aber dieses eingesperrt sein macht mich psychisch absolut fertig. grad jetz wo das wetter wieder schön ist und ich eigentlich dringend ablenkung von einigen problemen bräuchte...


    kann ihr überhaupt groß was passieren wenn sie allein zu haus ist?


    versteht das aber bitte nicht falsch. ich will, dass es meiner mutter gut geht und sie ist mir nicht egal. nur will ich eben auch selbst nich daran zu grunde gehen.


    ihr arzt meinte wohl jetzt auch noch, dass eine kleine erkältung sie umbringen könnte.


    stimmt das?


    ich mein dann würden sie meine mutter doch eher sicherer unterbringen oder? bei einem haushalt von 3 leuten kann man ja wohl nicht garantieren, dass sich keiner über 3 monate erkältet.


    hoffe mir kann da jemand weiterhelfen. danke schonmal

  • 30 Antworten

    Gibt es keine sonstigen Verwandten oder gute Freunde, die deiner Mom mal Gesellschaft leisten können, damit du auch mal rauskannst?

    unsere verwandten wohnen alle viel zu weit weg dafür. also die fallen schonmal weg. es gibt eine freundin meiner mutter die helfen will aber sie hat natürlich auch nicht immer spontan zeit und meine mutter will sie wohl auch nicht zu sehr mit einbeziehen.

    Hallo flubu.


    Zuerst einmal :°_ Solch eine Diagnose und die Tatsache, sich mit den kommenden Veränderungen auseinander setzen zu müssen, sind hart.


    Deine Mutter braucht jetzt viel Ruhe, Zeit, die sie dem Körper geben muss, damit er wieder ein wenig Kraft tanken kann.


    Jeder steckt solch eine Therapie anders weg. Manchen macht es fast nichts aus, andere leiden leider extrem unter den Nebenwirkungen.


    Du wirst merken, sie braucht extrem viel Schlaf, ist ständig müde und kraftlos. Das sind völlig normale Begleiterscheinungen.


    Dass sie nicht alleine bleiben möchte, hm - auch dies ist wohl individuell. Manche möchten auch einfach nur ihre Ruhe haben und nichts und niemanden sehen oder um sich haben.


    Nein, Du brauchst Deine Zeit, Du musst Gelegenheiten haben, RAUS zu können, alleine schon, um selbst wieder Kraft und Energie zu tanken, damit Du Deine Mutter wieder unterstützen kannst.


    Rede mit ihr, sag ihr, dass Du Zeit für Dich brauchst,... Du lässt sie nicht alleine, und es ist auch kein Davonlaufen, sondern einfach ein "Luft holen" ... oder eben - Energietanken.


    Mit Erkältungen - ja - man sollte schon vorsichtig sein. Denn durch die Chemotherapie wird der Immunhaushalt so runter gefahren, dass eine einfache Erkältung u.U. schon großen Schaden anrichten kann, weil der Körper einfach nicht die Kraft hat, sich dagegen zu wehren.


    Pass schön auf sie auf, aber - einsperren ist nicht notwendig, so lange es kein Arzt verordnet.


    Falls Du mehr wissen möchtest, ... schreib - PN - !


    Lieben Gruß

    Ich kann ja verstehen, dass es ihr verdammt dreckig geht... aber hat deine Mama gar kein Verständnis dafür, dass du nach 2 Wochen "Hüttenschicht" auch mal wieder nach draußen willst?

    Also flubu, Du mußt Dir erst mal klar machen, was Chemotherapie bedeutet: Der Körper wird mit Zellgiften behandelt, bis er nahezu eingeht, dann gibt es eine kurze Erholungspause und schon kommt der nächste Zyklus. Die Behandlung wird von den einzelnen Patienen unterschiedlich gut vertragen, aber auch mich hat die Chemo extrem müde gemacht. Dazu kommen dann unter Umständen Beschwerden, die wirklich Ängste hervorrufen können, so dass der Wunsch nach GegenwART einer Kontaktperson verständlich ist. Ja, es stimMt, die Zellgifte wirken auch auf das Knochenmark und damit auf die Blutbildung, so dass man infektanfälliger ist. Außerdem kann der Körper auf die Chemo auch mit Fieber reagieren. Die Direktive, die ich bekomme habe: "Bei 39°C Fieber sofort ins KH".


    Wenn Du nach den einzelnen Wirkstoffen des "Cocktails" Deiner Mama googlest, wirst Du alles möglicherweise besser verstehen.

    Zwack, ich glaube nicht, dass flubu daran zweifelt, dass es seiner Mom dreckig geht. Er möchte sich nur mal aus dem Hausarrest befreien. Wenn er nicht zwischendurch mal Kraft schöpfen und durchatmen kann, ist er seiner Mama auch keine große Hilfe.

    Hallo flubu,


    Man muß sich vor Infektionen schützen,sollte also nicht unbedingt mit jemanden Kontakt haben der gerade eine dicke Erkältung hat und größere Menschenmengen meiden.


    Klar ist man schlapp aber mein Onkologe hat immer gesagt ,jeden Tag raus an die frische Luft ,klar waren keine großen Runden möglich, aber jeden Tag ein paar Schrittchen mehr.


    So wie ich das lese glaube ich das die Diagnose deine Mutter Psychisch total aus der Bahn geschmissen hat, kann diese Angst sehr gut nachvollziehen, gestern war nix und plötzlich von heute auf morgen steht das ganze Leben auf dem Kopf.


    Habt ihr Euch schon mal um Psychoonkologische Hilfe bemüht. Das finde ich wichtig, rede mal mit Deiner Mutter.


    Alles liebe


    Ulli

    Für mich hört sich das ganze eher nach einer Depression an. Meine Mutter hatte auch Krebs, musste auch ambulante Chemo machen. Klar gings ihr in der Zeit nicht gut, aber sie konnte noch leichte Hausarbeiten machen und ging auch öfters vor die Tür.


    Meine Mutter hat nach der Tumorentfernung auch an Depressionen gelitten und hat leichte Stimmungsaufheller bekommen.


    Nimm das ernst, Depressionen treten oft Krebsbegleitend auf.

    Hallo


    Ich bin 38 Jahre alt, auch Mutter(3 Kinder) und auch noch schwanger.Ich habe Brustkrebs mit befallene Lympfknoten.Ich habe meine erste chemo vor zwei tage gekriegt.Mir geht es gut aber ich weine sehr viel ,liege auch oft auf dem Sofa,aber ich muß auch raus und ich versuche auch oft zu lachen.Es ist eine schwere Zeit und mann hat nicht gerne wenn alleine ist.Ich habe große Angst und einganz schwerer Lat auf die Schulter.Wenn jemand da für mich ist habe ich das Gefühl dass ich diese große Stein nicht alleine trage.Lass deine Mama nicht alleine;dieser Zeit braucht sie dich .Nachher wird alles wieder gut;anders, aber gut.Du machst dass super. :)^


    .

    hallo. danke schonmal an alle die geschrieben haben.


    ich will die situation meiner mutter auch nich runterspielen, nur leide ich selbst schon seit längerem regelmäßig unter starken depressionen (mehrmals versucht zu behandeln aber ohne erfolg) und dann ist mir auch noch zeitgleich zur chemo meiner mutter meine letzte beziehung in die brüche gegangen.


    ich will ja, dass es ihr gut geht aber ich schaff es nicht auf diese art und weise 3 monate eingesperrt zu sein.


    es gibt täglich momente in denen es mich innerlich völlig zerreist.


    ein psychologe wäre für sie vielleicht ganz gut, nur sind die wartezeiten da meist länger sind als die chemo ansich.


    sie geht mittlerweile mit meinem vater hin und wieder ganz kurz vor die tür. aber am mittwoch ist die zweite chemotherapie angesagt und allein in der wohnung mag sie nichtmal sein wenn es ihr verhältnismäßig gut geht.


    klingt wohl fast dannach als müsst ich das irgendwie so durchstehen. frag mich nur wie.

    flubu..


    Ich habe angenommen das nur Du um deiner mutter kummerst,aber ich lese ,dein Papa ist auch da..


    Könntet Ihr Euch nicht abwechselnd um deiner *:) Mutter/Frau kummern,sodas jeder ein verschnaufspause hat

    ??? .

    also mein vater hat absolut verkorkste arbeitszeiten und das auch noch in verschiedenen schichten. wenn er z.b. spätschicht hat kommt er erst um 1 uhr morgens nach haus. an dem tag kann ich also nur so lang raus bis mein vater arbeiten geht. denn die paar stunden abends will sie auch nicht allein sein. sagen wir mal von 20 bis 1 uhr.


    sie will eben bei der frühschicht morgens, bei der spätschicht nachmittags bis in die nacht und bei der nachtschicht nachts nicht allein sein.


    da meine freunde mittlerweile aber alle zu weit weg wohnen kann ich in der kurzen zeit auch nicht groß was unterhmen während mein vater da ist. ich kann höchstens etwas spazieren gehen. über nacht kann ich sowieso nirgends bleiben.das ist zwar immerhin etwas aber auch nicht wirklich genug wenn es wirklich um 3 monate geht.