Darmkrebs Mutter mit 91 Jahren: soll er noch behandelt werden?

    Guten Abend,


    bei meiner Mutter ist ein Geschwulst im Enddarm festgestellt worden.

    Sie hatte 5 Tage keinen Stuhlgang und dann blutigen Durchfall, kam dann letzen Donnerstag ins Krankenhaus.

    Sie ist ansonsten völlig gesund, keinerlei Krankheiten.

    Jetzt hat mir die Ärztin im Krankenhaus gesagt, dass es bei dem Alter meiner Mutter keine Behandlung mehr erfolgen sollte und sie eine Narkose sowieso nicht mehr überstehen würde

    (aufgrund Alter), und reanimieren auch völlig unmöglich sei, auch würde meine Mutter nicht mehr auf die Intensiv kommen.

    Das Problem ist, dass dieser Tumor die Verstopfung wohl mit verursacht hat, jetzt hatte sie allerdings wieder Stuhlgang ohne Blutbeimengungen.

    Jetzt soll ich entscheiden, was noch gemacht werden soll, und ich weiß einfach nicht weiter.

    Ich bein völlig fertig mit den Nerven.

    Wenn sie behandelt werden soll, wollen sie erst einmal feststellen, ob es noch weitere Tumore gibt.

    Dazu wollen sie eine Darm- und Magenspiegelung machen, dies wäre aber sehr riskant, da es zu Blutungen kommen kann und sie dann angeblich nichts mehr machen können.

    Das Ergebnis vom Tumor ist noch nicht da.

    Wenn ich aber zustimme, das man nichts mehr macht, verschließt der Tumor wohl

    irgendwann den Darm.

    Was soll ich nur tun???

    Soll ich sie einfach nach Hause holen?


    Viele Grüße

  • 247 Antworten

    Ich würde zur kleinstmöglichen Variante raten: Tumordebulking. Nichts suchen, nichts spiegeln, kleinstmöglicher Schnitt und den Tumor so weit entfernen, dass sie keinen Ileus bekommt. Denn ein Darmverschluss tut zum einen unfassbar weh und endet in einer Notoperation, das würde ich ihr auf jeden Fall ersparen. Aber einfach lassen und heimholen könnte / wird wahrscheinlich mit großen Schmerzen und einer überstürzten Operation einhergehen, denn man kann niemanden mit einem Darmverschluss einfach liegen lassen.

    Vielen Dank für die schnellen Antworten.


    Ich sitze hier und mir zittern die Hände beim schreiben.


    Also, der Arzt hat letzten Freitag nur das Rektum untersucht, also mit einem Rohr.

    der Tumor sitzt ganz tief unten am Darmausgang.


    Ich will nicht, dass meine Mutter vom Krebs weiss, sie will nur immer nach Hause.

    Einen Darmverschluss nicht zu behandeln, ist aber ledier auch keine Lösung. Ich würde da jetzt nicht groß über Chemo etc. nachdenken, aber über die kleinstmögliche Option bzgl. Tumorentfernung nachdenken.

    Wieso denken die Ärzte, dass Deine Mutter eine Vollnarkose nicht überstehen würde? Wenn sonst keine gravierenden Erkrankungen vorliegen? Alter spricht nicht gegen Vollnarkose; an dem Punkt werde ich ein wenig stutzig. Was spricht bspw. gegen Spinalanästhesie mit Dämmerschlaf?


    Denn komplett NICHT behandeln geht in dem Fall leider nicht. Eine umfassende Behandlung aus Chemo, Bestrahlung,... würde ich kritisch sehen, aber notfallmäßig überhaupt zu handeln scheint einfach erforderlich.

    Dackellove schrieb:

    Ich würde zur kleinstmöglichen Variante raten: Tumordebulking. Nichts suchen, nichts spiegeln, kleinstmöglicher Schnitt und den Tumor so weit entfernen, dass sie keinen Ileus bekommt. Denn ein Darmverschluss tut zum einen unfassbar weh und endet in einer Notoperation, das würde ich ihr auf jeden Fall ersparen. Aber einfach lassen und heimholen könnte / wird wahrscheinlich mit großen Schmerzen und einer überstürzten Operation einhergehen, denn man kann niemanden mit einem Darmverschluss einfach liegen lassen.

    Vielen Dank Dackellove für deine Antwort, das gibt mir etwas Hoffnung.

    Morgen habe ich einen Termin beim Hausarzt, aber ich glaube nicht, dass da was bei rauskommt.

    Ich werde das im Krankenhaus so vorschlagen, dann hat meine Mutter vielleicht noch etwas Lebenszeit.

    Sunflower_73 schrieb:

    Einen Darmverschluss nicht zu behandeln, ist aber ledier auch keine Lösung. Ich würde da jetzt nicht groß über Chemo etc. nachdenken, aber über die kleinstmögliche Option bzgl. Tumorentfernung nachdenken.

    Wieso denken die Ärzte, dass Deine Mutter eine Vollnarkose nicht überstehen würde? Wenn sonst keine gravierenden Erkrankungen vorliegen? Alter spricht nicht gegen Vollnarkose; an dem Punkt werde ich ein wenig stutzig. Was spricht bspw. gegen Spinalanästhesie mit Dämmerschlaf?


    Denn komplett NICHT behandeln geht in dem Fall leider nicht. Eine umfassende Behandlung aus Chemo, Bestrahlung,... würde ich kritisch sehen, aber notfallmäßig überhaupt zu handeln scheint einfach erforderlich.

    Hallo Sunflower_73,


    die Ärztin hat mit gesagt, eine Wiederbelebung meiner Mutter sei auf grund ihres Alters mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht möglich, und deshalb solle man auch nichts mehr machen,.

    also die einzige Begründung war das Alter meiner Mutter.

    Das kam mir auch etwas seltsam vor, aber ich kenne mich ja auch nicht aus.

    Wenn eine Vollnarkose gar nicht nötig ist, wäre die Belastung für den Kreislauf ja auch gar nicht so groß.

    Ich werde das im Krankenhaus ansprechen,

    Ich habe aber das Gefühl, die wollen einfach nichts mehr machen.

    Würdest du das wollen, dass man dir verschweigt was los ist? Wie kommt es eigentlich, dass der Arzt den Befund nicht mit ihr bespricht?

    Ist sie entmündigt?

    Sunflower_73 schrieb:

    Wieso denken die Ärzte, dass Deine Mutter eine Vollnarkose nicht überstehen würde? Wenn sonst keine gravierenden Erkrankungen vorliegen? Alter spricht nicht gegen Vollnarkose; an dem Punkt werde ich ein wenig stutzig.

    Das ist mir auch aufgefallen. Meine Uroma, die sich organisch erstaunlich gut gehalten hat, wurde mit über 95 zweimal aus unterschiedlichen Gründen (im Gegensatz zu Krebs Kleinigkeiten) operiert. Sie hat die Eingriffe, den letzten mit beinahe 99, gut weggesteckt und dadurch deutlich an Lebensqualität gewonnen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Alter alleine eine Kontraindikation für eine Vollnarkose ist.


    Eventuell eine Zweitmeinung einholen, was möglich und sinnvoll ist?

    Nein, sie ist nicht entmündigt, aber wir (meine Familie und ich) sind der Meinung, sie würde das nicht verkraften,

    Meine Mutter lebt gerne, und wenn sie wüsste, was wirklich los ist.....

    das wollen wir einfach nicht, sie soll ihre letzten Tage lieber noch so verbringen.

    Ich würde es auch nicht wissen wollen, wenn ich so krank wäre, würde damit auch nicht klar kommen.

    Die Schwiegermutter meiner Schwester wusste von Ihrer Erkrankung, und hat in ihrer letzten Zeit nur noch geweint und war völlig verzweifelt, sie wollte nicht sterben.

    Das Wissen möchte ich meiner Mutter ersparen, sie ist so fröhlich, wenn ich sie im Krankenhaus besuche, dass soll so bleiben, so lange es geht.

    Es wäre damit ja auch nichts gewonnen.

    Graógramán schrieb:
    Sunflower_73 schrieb:

    Wieso denken die Ärzte, dass Deine Mutter eine Vollnarkose nicht überstehen würde? Wenn sonst keine gravierenden Erkrankungen vorliegen? Alter spricht nicht gegen Vollnarkose; an dem Punkt werde ich ein wenig stutzig.

    Das ist mir auch aufgefallen. Meine Uroma, die sich organisch erstaunlich gut gehalten hat, wurde mit über 95 zweimal aus unterschiedlichen Gründen (im Gegensatz zu Krebs Kleinigkeiten) operiert. Sie hat die Eingriffe, den letzten mit beinahe 99, gut weggesteckt und dadurch deutlich an Lebensqualität gewonnen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Alter alleine eine Kontraindikation für eine Vollnarkose ist.


    Eventuell eine Zweitmeinung einholen, was möglich und sinnvoll ist?

    Hallo Graógramán,


    eine Zweitmeinung wäre wohl wirklich sinnvoll, allerdings sind hier in Ostholstein alle Krankenhäuser Sana-Kliniken.

    Ich werde das mit der Narkose nochmals im Krankenhaus ansprechen.

    Das mit deiner Oma gibt mir Hoffnung, ich möchte meine Mutter noch nicht verlieren,

    hänge sehr an ihr.



    lubra schrieb:

    Meine Mutter lebt gerne, und wenn sie wüsste, was wirklich los ist.....

    Erstaunlich, dass der Arzt dir sagt, was los ist. Aber der offensichtlich noch zurechnungsfähigen Patientin nicht.. Wurde denn überhaupt festgestellt um was für eine Art Geschwulst es sich überhaupt handelt?

    lubra schrieb:

    das wollen wir einfach nicht, sie soll ihre letzten Tage lieber noch so verbringen.

    Gerade wenn sie noch gerne lebt, sollte sie doch die Option haben sich auch FÜR eine Behandlung entscheiden zu können?


    Wenn nichts gemacht wird, kommt es wahrscheinlich eher früher als später zu einem Darmverschluss und damit zu einer Notoperation oder zum Tod? Vielleicht sollte man erst mal ausloten wie hoch die Risiken einer OP der Geschwulst wären - und wie hoch der mögliche Gewinn an Lebenszeit und / oder Lebensqualität?

    eine Zweitmeinung wäre wohl wirklich sinnvoll, allerdings sind hier in Ostholstein alle Krankenhäuser Sana-Kliniken.

    Ich werde das mit der Narkose nochmals im Krankenhaus ansprechen.

    Das mit deiner Oma gibt mir Hoffnung, ich möchte meine Mutter noch nicht verlieren,

    hänge sehr an ihr.