• Darmkrebs Mutter mit 91 Jahren: soll er noch behandelt werden?

    Guten Abend, bei meiner Mutter ist ein Geschwulst im Enddarm festgestellt worden. Sie hatte 5 Tage keinen Stuhlgang und dann blutigen Durchfall, kam dann letzen Donnerstag ins Krankenhaus. Sie ist ansonsten völlig gesund, keinerlei Krankheiten. Jetzt hat mir die Ärztin im Krankenhaus gesagt, dass es bei dem Alter meiner Mutter keine Behandlung mehr…
  • 246 Antworten
    Graógramán schrieb:
    lubra schrieb:

    Ich würde es nicht wissen wollen und fände es ok, es bis zum Schluss nicht zu wissen.

    Für solche Fälle halte ich eine Patientenverfügung für die beste Lösung. Es ist in Ordnung Dinge selbst nicht wissen zu wollen. Bei anderen, mündigen Menschen über deren Kopf hinweg zu entscheiden, finde ich es.. schwierig.

    Ich wäre stinksauer und die Person, egal wie eng verwandt, wäre für mich gestorben.:(v

    Man hätte mir damit das Recht auf eigene Entscheidung genommen. Damit auch das Recht zu sagen, dass man nicht mehr will.

    Furchtbar. Die arme Frau.

    Ich hätte genauso gehandelt. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Warte den Befund noch ab und dann lässt du deine Mutter in ein interdisziplinäres, onkologisches Zentrum der nächsten Uniklinik verlegen. Sollte es sich tatsächlich um ein Karzinom handeln, was wir nicht hoffen wollen, wird man zur Metastasensuche eine Positronen Emissions Tomografie durchführen. Diese Untersuchung wird nicht in einer kleineren Klinik durchgeführt, sondern in einem nuklearmedizinischen Zentrum einer Universitätsklinik. Alles Gute für dich und deine Mutter und viel Kraft!

    Es gibt eine Patientenverfügung.


    Wir hatten auch schon einmal über so etwas gesprochen, als eine Schwester von mir vor sieben Jahren an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war und nach sehr langem Leiden verstorben ist.

    Meine Schwester wusste was sie hatte, und schwankte ständig zwischen Hoffnung und Aufgabe

    . Ihr Mann hat sehr darunter gelitten dass sie es wusste, er hat sie bis zum Schluss zu Hause gepflegt.

    zum Schluss hat sie ihm jeden Tag Vorwürfe gemacht, dass sie krank ist und er nicht und dass sie es nicht hätte wissen wollen, es wäre ihr so lieber gewesen.

    Deshalb finde ich meine Entscheidung besser.

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    lubra schrieb:

    Nein, sie ist nicht entmündigt, aber wir (meine Familie und ich) sind der Meinung, sie würde das nicht verkraften,

    Ich verstehe noch nicht ganz, wieso du die Diagnose kennst und deine Mutter nicht? Wieso hat man dich informiert?


    lubra schrieb:

    Ich habe dem Arzt gleich zu Anfang gesagt, dass er erst mit mir Sprechen soll, weil meine Mutter das vielleicht nicht verkraftet.

    Ganz egal, wieso tut er das? Hat deine Mutter etwas unterschrieben bzw. ihn informiert, dass über dich kommuniziert werden solll?


    lubra schrieb:

    Ich sollte nicht so viel an mich denken, 91 sind wirklich ein schönes Alter, aber sie war doch noch so gut dabei und jetzt so plötzlich der Krebs, das macht mich einfach völlig fertig, ich stehe völlig neben mir.

    Sorry, aber irgend eine Info fehlt, sonst verstehe ich diese Reaktion nicht. Sie ist 95 und sie ist noch gut dabei und hat noch nicht einmal eine echte Diagnose.


    lubra schrieb:

    Ich würde es nicht wissen wollen und fände es ok, es bis zum Schluss nicht zu wissen.

    Sie wäre am Boden zerstört, und was bringt es, dass sie es weiss, so ist sie noch guter Dinge.

    Das eine ist, dass du es nicht wissen wollen würdest, das andere bist nicht du. Dass man keine Luftsprünge bei gewissen Diagnosen macht, ist klar. Habt ihr das mit deiner Mutter so besprochen, dass du sie entmündigst? Mit meiner Mutter ist es so besprochen, allerdings hat mir auch noch nie ein Arzt eine Diagnose alleine mitgeteilt. Wir waren halt zu zweit dort. Deswegen verstehe ich auch nicht, wieso die Ärzte ohne jegliche Anweisung deiner Mutter mit dir sprechen. Hast du also vergessen etwas zu erwähnen?

    lubra schrieb:

    Sie würde sich wohl aufgeben und das möchte ich nicht.

    Es geht nicht um dich.

    Vielen Dank hyazynthe,


    du machst mir Mut, und den brauche ich so dringend.

    Deine Hinweise sind sehr hilfreich, ich bin so froh, dass es dich hier gibt.

    Ich kann das gut verstehen...meine Mutter erkrankte letztes Jahr zum 2. Mal an Brustkrebs....mit 76....für sie war alles zuviel und ich habe das Kommando übernommen....gerade Ältere sind oft mit so einer Diagnose überfordert...

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    Ich habe dem Arzt gebeten, es meiner Mutter nicht zu sagen, und er hat sich daran gehalten und nicht weiter nachgefragt.

    Das finde ich nicht falsch. Entmündigt ist sie natürlich nicht.

    Meine Mutter ist 91 und noch gut dabei aber das Geschwulst, bösartig oder nicht, blockiert den Darm. Das ist schon eine Diagnose.

    Und der untersuchende Arzt hat mir die Bilder des Tumors gezeigt und meint, es wär wohl bösartig. Die Gewebeuntersuchung steht allerdings noch aus.

    Hallo Conchi2301,


    Ja, meine Mutter wäre auch überfordert, das weiss ich genau.

    Ich habe mich seit dem Tod meines Vaters immer um alles gekümmert, sie hat sich immer auf mich verlassen.

    Warum soll ich es ihr jetzt sagen, was sie hat, so ist es erstmal für alle besser.

    Wie geht es denn deiner Mutter jetzt, hat sie alles gut überstanden?

    Wenn es um die Mutter geht, ist man doch sehr betroffen.

    Hallo Lubra,

    ja, so war es bei mir auch....mein Vater ist vor 17 gestorben und ich habe mich um alles gekümmert, da meine Schwester keine Lust hatte...im Moment sieht es gut aus, aber ich habe Angst vor jedem Nachsorgetermin.

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    Hallo Conchi2301,


    dann ist ja erstmal alles gut bei euch, dass freut mich sehr.

    Alles Gute für dich und deine Mutter.

    Ja, die Angst hätte ich auch, dass kann ich gut verstehen.

    Du hast alles richtig gemacht. Man sollte es den Patienten sagen, wenn sie darum bitten und von alleine auf diese Thematik zu sprechen kommen. Jeder Mensch ist anders und du bist die Tochter, die ihre Mutter am besten kennt. Glaube mir, wenn es wirklich ein Karzinom sein sollte, deine Mama wird selber spüren, wie es um sie steht und es dir dann aus Rücksicht eventuell nicht sagen. Warum? Weil sie dich liebt. Ein Beispiel aus unserer Palliativstation, ein noch sehr rüstiger Ehmann sagte zu einer unserer Schwestern, sagen sie bloß meiner Frau nicht, wie es um sie steht, das würde sie niemals verkraften. Einige Tage später sagte die schwerkranke Patientin zu einer anderen Schwester, wenn sie meinem Mann sagen, daß ich bald sterbe, ist das sein Ende. Fast alle Krebspatienten spüren, worum es geht, ob jung oder alt, sie sagen es nur des öfteren nicht, um ihre Angehörigen zu schonen. Ob das richtig oder falsch ist, kann man nicht entscheiden. Jeder fühlt anders, jeder verkraftet eine Diagnose anders und setzt sich mit Sterben und Tod auseinander. Da gibt es keine Richtlinien. Was der Patient möchte und ihm gut tut, ist immer richtig.

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    lubra schrieb:

    Das finde ich nicht falsch. Entmündigt ist sie natürlich nicht.

    Da haben wir wohl eine unterschiedliche Definition von Entmündigung.


    Wenn du keine Verantwortung oder Auftrag von deiner Mutter erhalten hast, dann sollst du sie meiner Meinung nach auch weder belügen noch ihr Informationen vorenthalten. Das gleiche gilt für den Arzt.

    hyazynthe,


    ja, da hast du mich doch zum Lächeln gebracht, obwohl es ja so traurig ist.

    Dieses Ehepaar wollte sich gegenseitig schonen, und vielleicht war es auch so vorerst am besten, damit umzugehen.

    Auch für mich und meine Mutter ist es jetzt erst mal so am besten.

    So macht sie sich erstmal keine Sorgen.

    Wenn sie es ahnt, ist es aber noch kein Wissen.

    Wenn ich mehr weiß bzw. sie in der Uniklinik ist und die endgültige Diagnose steht, werde ich weiter sehen.

    Mir tut sehr leid, was du und deine Mama gerade durchmachen müsst.


    Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, wenn de Arzt nur mit dir über ihren Zustand spricht. Falls doch und es in der Entscheidung des Arztes liegt, dann würde so sicherlich nicht jeder handeln.
    Glaubst du denn, deine Mutter wäre sauer auf dich, wenn sie es dich erfahren würde zB durch einen anderen Arzt oä? Ich wäre ja richtig sauer und würde mir richtig gedemütigt und entmündigt vorkommen. Dir sollte klar sein, dass während der Behandlung oä immer mal jemand etwas über den Verdacht von Krebs oder ähnliches sagen könnte. Es ist ja eher ungewöhnlich, dass mündige Patienten ihre eigenen gesundheitlichen Probleme nicht kennen.

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