• Darmkrebs Mutter mit 91 Jahren: soll er noch behandelt werden?

    Guten Abend, bei meiner Mutter ist ein Geschwulst im Enddarm festgestellt worden. Sie hatte 5 Tage keinen Stuhlgang und dann blutigen Durchfall, kam dann letzen Donnerstag ins Krankenhaus. Sie ist ansonsten völlig gesund, keinerlei Krankheiten. Jetzt hat mir die Ärztin im Krankenhaus gesagt, dass es bei dem Alter meiner Mutter keine Behandlung mehr…
  • 246 Antworten

    Wenn der untersuchende Arzt dir die Aufnahmen gezeigt hat und sagte, es wäre wohl bösartig, stimmt diese Aussage fast immer. Der Arzt sieht nicht zum ersten Mal ein eventuellles Karzinom. Wenn er es deiner Mama auf deinen Wunsch nicht sagt, hat das nichts mit Entmündigung oder ärztlicher Pflicht zu tun, sondern mit Humanität und Empathie. Wenn der bioptische Befund eine Malignität zeigt, kommt es auf das Tumorstadium an. T1- ?. Dann beginnt die Metastasensuche, wie du schon schriebst. Wenn Metastasen gefunden werden, kann man eine palliative Chemotherapie mit 5 Fu versuchen, um das Wachstum der Metastasen einzudämmen, bei deiner Mama wird kein Arzt dazu raten. Warte zunächst ab, in einer Uni-Klinik ist deine Mutter in den besten Händen. Es gibt eine Tumorkonferenz etc. Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen, aber jeder in deiner jetzigen Situation sollte sich damit auseinandersetzen. Wenn deiner Mama kurativ nicht zu helfen sein sollte, sie wird nicht leiden müssen. Jede Uniklinik verfügt über Fachärzte für Palliativmedizin und ich versichere dir, diese werden das richtige tun. Ich wünsche dir eine ruhige Nacht.

    es ist so, wie es ist. Ich muss es akzeptieren.


    Ich wünsche euch allen eine gute Nacht und bin sehr dankbar, dass ich so viel Trost und Informationen bekommen habe.

    lubra

    Die Viszeralchirurgie in Neustadt ist nicht die schlechteste, ich wurde dort vor 3 Jahren am Darm operiert. Während der OP hat der Chirurg eine Perforation gefunden, die vorher weder in der Darmspiegelung noch im CT zu sehen war. Ich hab ihm viel zu verdanken.


    Ansonsten würde ich Dir die Uniklinik in Lübeck empfehlen, ist einfach besser zu fahren als Kiel.


    Ich kann Deine Entscheidung nachvollziehen, dass Du erstmal die Diagnose verschweigst. Hier geht es nicht um einen Menschen mittleren Alters, der sich entmündigt vorkommt, sondern um eine alte Dame, die Du am allerbesten kennst. Aber vielleicht solltest Du sie einweihen, wenn die Biopsie ungünstig ausfällt? Dann kann wirklich nur sie entscheiden, was sie möchte. Das kannst Du dann nur ahnen und das reicht nicht.


    Sollte es bei einer schlechten Prognose schneller abwärts gehen, als man hofft, dann kann ich Dir nur das Hospiz in Eutin ans Herz legen. Du könntest Dich sogar jetzt schon an sie wenden und Dir Rat holen: http://hospizinitiative-eutin.org/


    Ich drück euch alle Daumen und wünsche Dir für Deine Mutter nur das Beste. @:)

    tiramisu01 schrieb:

    Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, wenn de Arzt nur mit dir über ihren Zustand spricht

    ist es auch nicht, ganz und gar nicht. Aber wer soll dem Arzt was? Die alte Dame sicher nicht mehr und die Tochter findet es gut.
    Und das hat mit Empathie so gar nichts zu tun, es ist schlicht falsch.
    Und die Mutter in eine Uniklinik zu bringen und zig Untersuchungen zu veranlassen ohne mit ihr über die Optionen zu reden geht ebenso gar nicht.

    Marida schrieb:
    tiramisu01 schrieb:

    Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, wenn de Arzt nur mit dir über ihren Zustand spricht

    ist es auch nicht, ganz und gar nicht. Aber wer soll dem Arzt was? Die alte Dame sicher nicht mehr und die Tochter findet es gut.
    Und das hat mit Empathie so gar nichts zu tun, es ist schlicht falsch.
    Und die Mutter in eine Uniklinik zu bringen und zig Untersuchungen zu veranlassen ohne mit ihr über die Optionen zu reden geht ebenso gar nicht.

    In einer interdisziplinären Onkologie eines Universitätsklinikums entscheiden die Ärzte in einer Tumorkonferenz über Diagnostik und Therapie. Daran nimmt ebenfalls ein FA für Palliativmedizin teil. Da wird entschieden, ob überhaupt noch eine weitere Diagnostik erfolgt. Bei einer 91 jährigen Dame, die vermutlich an einem malignen Tumor leidet, geht Humanität vor Recht. Wenn die Tochter zusammen mit dem Arzt entscheidet, daß ihre Mutter voerst nichts erfahren sollte, ist das richtig, die Tochter kennt die Mutter am besten und deren Reaktionen. Ich würde genauso handeln, als Mensch und als Arzt. In kleinen Krankenhäusern finden keine Tumorkonferenzen statt, wo mehrere Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen über Diagnostik und Therapie entscheiden. Dazu gehört auch die Entscheidung über eine palliative Therapie, da geht es nicht mehr um das Karzinom, sondern um eine exzellente Symptomlinderung, Zuhören, Zeit und nochmals Zeit. Zeigt ein Facharzt für Palliativmedizin keine Empathie, Humanität etc.den Patienten und deren Familienangehörigen gegenüber hat er seinen Beruf verfehlt.

    Hallo HasiX,


    es ist sehr nett, dass du dich gemeldet hast.

    Ja, nach Kiel zu fahren ist nicht so schön, Lübeck ist besser.

    Ich wohne in Oldenburg.

    Wenn die Viszeralchirurgie in Neustadt gut ist, wäre das bestimmt auch nicht schlecht, sonst müsste ich jeden Tag nach Lübeck fahren und in meiner jetzigen Verfassung möchte ich das nicht unbedingt.

    Wenn ich vom Krankenhaus nach Hause fahre, laufen mir oft die Tränen, und ich habe niemanden, der mich ständig fahren würde.

    An ein Hospiz möchte ich noch gar nicht denken, so weit es geht, würde ich meine Mutter zu Hause bei mir pflegen.

    Dir auch alles Gute und vielen Dank.


    Heute war ich bei unserem Hausarzt.

    Er meint, dass er sich mit dem Krankenhaus in Verbindung setzt und er würde den Chef persönlich gut kennen und mit ihm alle Möglichkeiten durchsprechen.

    Er selbst hätte auch schon Darmkrebsfälle behandelt.

    Er meinte auch zu mir, dass, wenn der Tumor inoperabel sei, wir aber einen künstlichen

    Darmausgang legen könnten, um den Stuhlgang zu gewährleisten.

    Ich warte jetzt auf seinen Anruf.

    @ Lubra. Wie geht es dir denn heute? Hospiz und Pflege zu Hause sind momentan noch kein Thema, darüber schreiben wir im Fall des Falles. Ich habe eben einen Kommentar falsch abgeschickt, sollte für dich sein. Alles Liebe!@:)

    :)^@:)

    Hyazynthe schrieb:

    @ Lubra. Wie geht es dir denn heute? Hospiz und Pflege zu Hause sind momentan noch kein Thema, darüber schreiben wir im Fall des Falles. Ich habe eben einen Kommentar falsch abgeschickt, sollte für dich sein. Alles Liebe!@:)


    Mir geht es heute schon etwas besser, durch eure Informationen habe ich doch wieder etwas Hoffnung geschöpft, dass uns noch etwas Zeit bleibt.

    Ich hoffe, unser Hausarzt kann irgend etwas erreichen, er ist wirklich sehr bemüht.


    Viele liebe Grüße an alle

    Ulrike

    Niemand kann vorhersagen, wie sich alles entwickelt und was die Zukunft bringt. Die Userin hat nicht ganz unrecht. Für den Fall des Falles wäre es sinnvoll, deine Mutter auf die Warteliste im Hospiz setzen zu lassen. Du schaffst die Pflege alleine nicht, auch nicht mit Unterstützung eines SPAV Teams, diese sind nicht 24 Stunden präsent. Überlege dir es in aller Ruhe. Du weißt, das ich mir das nicht aus der Nase ziehe und kennst auch den Grund. @:)🙏🙏🌟🌟🍀🍀🌻🌻

    @ Lubra Noch eine wichtige Information für dich. Sollte es sich um ein Colonkarzinom handeln, wäre die Entfernung des Tumors operativ auch auf minimal invasivem Weg möglich. Das heißt der Eingriff wird mittels Schlüsselchirurgie über eine Laparoskopie - Bauchspiegelung durchgeführt. Diese Art der Operation wäre für deine Mutter wesentlich niedriger belastend, als eine offene Operation. Eine Option, die zu überlegen wäre. @:)

    Eben hat das Krankenhaus bei mir angerufen und sich bei mir entschuldigt

    .

    Dr. B., will sich persönlich um meine Mutter kümmern, und sie wollen die junge Assistenzärztin, die mir diese Auskünfte von wegen Narkose geht nicht mehr in dem Alter und wir machen am besten gar nichts zur Rede stellen.


    Das wäre kein guter Umgang mit den Patienten, und Angehörigen, und er wusste auch schon von anderer Seite (Krankenschwester), was gestern los war, weil ich mich doch sehr aufgeregt hatte und doch ziemlich laut wurde.


    Er soll ein sehr guter Chirurg sein.


    Die Narkose würde natürlich Risiken haben, aber in überschaubarem Rahmen, und sie würden meine Mutter am Freitag operieren,.

    Allerdings wird der Tumor nicht entfernt, dass wäre eine Riesenoperation, weil der Tumor direkt am Enddarm sitzt.

    Erst wird heute eine CT gemacht, Darmspiegelung und Magenspiegelung sind damit vom Tisch.

    Sie wollen einen künstlichen Darmausgang legen, um einen eventuellen Darmverschluss zu vermeiden. Danach eine leichte Chemo.


    Mit dem Ergebnis kann ich leben, ich werde meiner Mutter heute sagen, dass sie einen Tumor hat, der operiert werden muss, aber nicht , dass es keine Hoffnung auf Heilung gibt.


    Dann haben wir noch etwas Zeit gewonnen, die sie nicht genießen könnte, immer mit dem Gedanken an den nahenden Tod.

    Eine sehr gute Lösung. Du hast dich völlig richtig verhalten. Wie gesagt, man kann den Tumor minimal invasiv operieren, dann entfällt die Chemo. Die Ärzte entscheiden. Ich wünsche dir alles Gute und das alles gut verläuft. Es wäre schön,wenn du dich nach der OP nochmals melden würdest.

    Hallo Hyazynthe,


    Vielen Dank, dein Zuspruch und Wissen bedeuten mir mir sehr viel und haben mir sehr geholfen.


    Ich werde mich ganz bestimmt wieder melden und weiter berichten.


    Euch allen noch einen schönen Tag