• Darmkrebs Mutter mit 91 Jahren: soll er noch behandelt werden?

    Guten Abend, bei meiner Mutter ist ein Geschwulst im Enddarm festgestellt worden. Sie hatte 5 Tage keinen Stuhlgang und dann blutigen Durchfall, kam dann letzen Donnerstag ins Krankenhaus. Sie ist ansonsten völlig gesund, keinerlei Krankheiten. Jetzt hat mir die Ärztin im Krankenhaus gesagt, dass es bei dem Alter meiner Mutter keine Behandlung mehr…
  • 246 Antworten

    Wahrscheinlich lässt sich folgender Link wieder nicht öffnen, es liegt an der Zwischenablage von meinem Smartphone. https://www.Springermedizin.de…/minimalinvasive-chirugie

    Hyazynthe schrieb:
    Marida schrieb:
    tiramisu01 schrieb:

    Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, wenn de Arzt nur mit dir über ihren Zustand spricht

    ist es auch nicht, ganz und gar nicht. Aber wer soll dem Arzt was? Die alte Dame sicher nicht mehr und die Tochter findet es gut.
    Und das hat mit Empathie so gar nichts zu tun, es ist schlicht falsch.
    Und die Mutter in eine Uniklinik zu bringen und zig Untersuchungen zu veranlassen ohne mit ihr über die Optionen zu reden geht ebenso gar nicht.

    In einer interdisziplinären Onkologie eines Universitätsklinikums entscheiden die Ärzte in einer Tumorkonferenz über Diagnostik und Therapie. Daran nimmt ebenfalls ein FA für Palliativmedizin teil. Da wird entschieden, ob überhaupt noch eine weitere Diagnostik erfolgt. Bei einer 91 jährigen Dame, die vermutlich an einem malignen Tumor leidet, geht Humanität vor Recht. Wenn die Tochter zusammen mit dem Arzt entscheidet, daß ihre Mutter voerst nichts erfahren sollte, ist das richtig, die Tochter kennt die Mutter am besten und deren Reaktionen. Ich würde genauso handeln, als Mensch und als Arzt. In kleinen Krankenhäusern finden keine Tumorkonferenzen statt, wo mehrere Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen über Diagnostik und Therapie entscheiden. Dazu gehört auch die Entscheidung über eine palliative Therapie, da geht es nicht mehr um das Karzinom, sondern um eine exzellente Symptomlinderung, Zuhören, Zeit und nochmals Zeit. Zeigt ein Facharzt für Palliativmedizin keine Empathie, Humanität etc.den Patienten und deren Familienangehörigen gegenüber hat er seinen Beruf verfehlt.

    Geht es da um Fälle bei denen definitiv nichts mehr zu machen ist oder wird da teilweise den Angehörigen die Entscheidung ob OP oder nicht OP überlassen ?

    Marida schrieb:

    ist es auch nicht, ganz und gar nicht. Aber wer soll dem Arzt was? Die alte Dame sicher nicht mehr und die Tochter findet es gut.
    Und das hat mit Empathie so gar nichts zu tun, es ist schlicht falsch.
    Und die Mutter in eine Uniklinik zu bringen und zig Untersuchungen zu veranlassen ohne mit ihr über die Optionen zu reden geht ebenso gar nicht.

    :)z

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    Falls sich zwischenzeitlich das Gesetz / die rechtliche Lage nicht geändert hat, gilt:


    < Arzt ist zur Aufklärung verpflichtet

    23 Prozent der Befragten glauben, dass der Arzt seinem Patienten nicht immer die Wahrheit über dessen Krankheit sagen muss. Aber das ist falsch. "Ein Arzt muss den Patienten grundsätzlich aufklären", betont Steldinger. Er darf eine Erkrankung nicht verschweigen - auch nicht, um den Patienten zu schonen. "Wie der Arzt den Patienten aufklärt, ist aber eine Frage des Fingerspitzengefühls", sagt die Juristin. Wenn ein Patient sehr labil wirke, könne der Arzt die Diagnose auch vorsichtig mitteilen. >

    Quelle


    < Wenn Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, muss diese oder dieser Sie umfassend und in für Sie verständlicher Form über alle wichtigen Fakten rund um die geplante Behandlung informieren. Sie oder er muss Ihnen beispielsweise die Diagnose, die beabsichtigte Therapie und Ihre voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung erläutern. Und das nicht nur zu Beginn der Behandlung, sondern auch in deren Verlauf. >

    Quelle

    Es mag ja sein, dass die Mutter mit allen Details überfordert wäre. Sie aber mit Verstopfung hinzuhalten und gleichzeitig Einholen einer Zweitmeinung an einer Uniklinik in Erwägung zu ziehen: Das dürfte sie hellhörig werden lassen. Oder auch: Nicht, dass sie sich irgendwann veräppelt fühlt.


    Man kann auch mit Halbwahrheiten kommen. Beruhigend auf jemanden einwirken und nicht die volle Wahrheit erzählen, aber immerhin best. Aspekte.

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    Silbermondauge schrieb:
    Hyazynthe schrieb:
    Marida schrieb:
    tiramisu01 schrieb:

    Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass das rechtlich in Ordnung ist, wenn de Arzt nur mit dir über ihren Zustand spricht

    ist es auch nicht, ganz und gar nicht. Aber wer soll dem Arzt was? Die alte Dame sicher nicht mehr und die Tochter findet es gut.
    Und das hat mit Empathie so gar nichts zu tun, es ist schlicht falsch.
    Und die Mutter in eine Uniklinik zu bringen und zig Untersuchungen zu veranlassen ohne mit ihr über die Optionen zu reden geht ebenso gar nicht.

    In einer interdisziplinären Onkologie eines Universitätsklinikums entscheiden die Ärzte in einer Tumorkonferenz über Diagnostik und Therapie. Daran nimmt ebenfalls ein FA für Palliativmedizin teil. Da wird entschieden, ob überhaupt noch eine weitere Diagnostik erfolgt. Bei einer 91 jährigen Dame, die vermutlich an einem malignen Tumor leidet, geht Humanität vor Recht. Wenn die Tochter zusammen mit dem Arzt entscheidet, daß ihre Mutter voerst nichts erfahren sollte, ist das richtig, die Tochter kennt die Mutter am besten und deren Reaktionen. Ich würde genauso handeln, als Mensch und als Arzt. In kleinen Krankenhäusern finden keine Tumorkonferenzen statt, wo mehrere Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen über Diagnostik und Therapie entscheiden. Dazu gehört auch die Entscheidung über eine palliative Therapie, da geht es nicht mehr um das Karzinom, sondern um eine exzellente Symptomlinderung, Zuhören, Zeit und nochmals Zeit. Zeigt ein Facharzt für Palliativmedizin keine Empathie, Humanität etc.den Patienten und deren Familienangehörigen gegenüber hat er seinen Beruf verfehlt.

    Geht es da um Fälle bei denen definitiv nichts mehr zu machen ist oder wird da teilweise den Angehörigen die Entscheidung ob OP oder nicht OP überlassen ?

    Beides. Wenn noch eine kurative Therapie möglich ist, entscheiden die anwesenden Fachärzte und besprechen alles mit dem Patienten und auch dessen Angehörigen. Ist eine kurative Therapie nicht mehr möglich,, ist der FA für Palliativmedizin zuständig. Wenn nichts mehr zu tun ist, kann man noch sehr viel tun. Es geht um eine gute Symptomlinderung, bei Schmerzen, Ängsten, Atemnot, Übelkeit etc. Das ist mit Medikamenten sehr gut in den Griff zu bekommen. Dazu gehört Hilfsbereitschaft, zuhören usw. In der Palliativmedizun ist der Patient kein Fall oder eine Nummer, sondern ein Mensch mit all seinen Sorgen und Nöten. In einer PV kann man seine Wünsche für die palliative Situation festlegen, wünsche ich noch eine Reanimation, eine Dialyse, eine PEG - Magensonde etc.,oder eine gute Symptomlinderung? Man kann noch eine palliative Chemotherapie mit 5 Fu versuchen, um das Tumorwachstum einzudämmen, wenn der Patient das wünscht. Zu empfehlen ist diese Chemo bei älteren Menschen nicht. Palliative kommt aus dem lateinischen und heißt soviel wie ummanteln, umsorgen. Nach dem Prinzip von Cicely Saunders, dem Leben nicht mehr Tage geben, sondern dem Tag mehr Leben.

    Hyazynthe schrieb:

    Man kann noch eine palliative Chemotherapie mit 5 Fu versuchen, um das Tumorwachstum einzudämmen, wenn der Patient das wünscht.

    Dafür muss der Patient dann doch aber auch über seinen Gesundheitszustand, die Aussichten und Möglichkeiten informiert werden, damit er eine entsprechende Entscheidung für sich treffen kann.

    Lis Boa schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Man kann noch eine palliative Chemotherapie mit 5 Fu versuchen, um das Tumorwachstum einzudämmen, wenn der Patient das wünscht.

    Dafür muss der Patient dann doch aber auch über seinen Gesundheitszustand, die Aussichten und Möglichkeiten informiert werden, damit er eine entsprechende Entscheidung für sich treffen kann.

    Das ist richtig. Von einem FA für Palliativmedizin..Steht in der PV, er wünscht keine weiteren Therapien entfällt die Chemo. So lange der Patient seine Wünsche verbal äußern kann, ist das gültig. Ist er nicht mehr in der Lage zu sprechen, ist die PV entscheidend. Die Patienten sehen eine palliative Chemo als letzten Strohhalm an, die letzte Chance. Bei fast allen Patienten, die das Alter der Mutter der TE erreicht haben, muß die Chemo wegen Kachexie abgebrochen werden.

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    Hyazynthe schrieb:

    So lange der Patient seine Wünsche verbal äußern kann, ist das gültig.

    Und wieso findest du es als FÄ für Palliativmedizin dann in Ordnung, wenn eine mündige Patientin nicht über ihren Gesundheitszustand informiert wird? Die TE hat sich ja nun glücklicherweise entschieden, der Mutter wenigstens einen Teil der Wahrheit zu offenbaren, aber es ist doch weder rechtlich noch ethisch in Ordnung, wenn Ärzte nur mit irgendwelchen Angehörigen die Diagnose und weitere Schritte besprechen und nicht mit dem Betroffenen selbst, sofern das nicht ausdrücklich so verfügt wurde.

    Lis Boa schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    So lange der Patient seine Wünsche verbal äußern kann, ist das gültig.

    Und wieso findest du es als FÄ für Palliativmedizin dann in Ordnung, wenn eine mündige Patientin nicht über ihren Gesundheitszustand informiert wird? (...)

    Das habe ich mich auch gefragt, Hyazynthes Aussagen widersprechen sich.

    ???":/

    Sylphide schrieb:
    Lis Boa schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    So lange der Patient seine Wünsche verbal äußern kann, ist das gültig.

    Und wieso findest du es als FÄ für Palliativmedizin dann in Ordnung, wenn eine mündige Patientin nicht über ihren Gesundheitszustand informiert wird? (...)

    Das habe ich mich auch gefragt, Hyazynthes Aussagen widersprechen sich.

    ???":/

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    Hyazynthe schrieb:
    Sylphide schrieb:
    Lis Boa schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    So lange der Patient seine Wünsche verbal äußern kann, ist das gültig.

    Und wieso findest du es als FÄ für Palliativmedizin dann in Ordnung, wenn eine mündige Patientin nicht über ihren Gesundheitszustand informiert wird? (...)

    Das habe ich mich auch gefragt, Hyazynthes Aussagen widersprechen sich.

    ???":/

    Nein.

    Wäre ich die TE, würde ich zunächst einmal den Hausarzt befragen, wie er vorgehen würden, wenn es seine Mutter wäre.

    Ich würde hier aber vermuten dass man bei einer 91 jährigen mit teuren Behandlungen vorsichtig ist. 91 Jahre ist ja ein Alter dass viele Menschen nicht erreichen.

    Hyazynthe schrieb:

    Wenn er es deiner Mama auf deinen Wunsch nicht sagt, hat das nichts mit Entmündigung oder ärztlicher Pflicht zu tun, sondern mit Humanität und Empathie.


    Hyazynthe schrieb:

    Bei einer 91 jährigen Dame, die vermutlich an einem malignen Tumor leidet, geht Humanität vor Recht. Wenn die Tochter zusammen mit dem Arzt entscheidet, daß ihre Mutter voerst nichts erfahren sollte, ist das richtig, die Tochter kennt die Mutter am besten und deren Reaktionen. Ich würde genauso handeln, als Mensch und als Arzt.


    Hyazynthe schrieb:

    Wenn noch eine kurative Therapie möglich ist, entscheiden die anwesenden Fachärzte und besprechen alles mit dem Patienten und auch dessen Angehörigen.


    Diese Aussagen widersprechen sich.

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