Diagnose Krebs und Lebensmut

    Was mache ich mit jemandem, der sich nach einer Krebsdiagnose hängen lässt und jeden Lebensmut verloren hat?


    Werde gleich ein solches Gespräch führen müssen.


    Danke.

  • 199 Antworten

    ??vermutlich ist das Gespräch schon vorbei, aber ich schreibe mal trotzdem was hin. Evtl. hilft es ja jemand anderem??


    Spontan fällt mir ein: Verständnis für seine Lage zeigen und ihm zuhören (wenn die Person darüber reden möchte). Positiver Zuspruch ist auch gut, wenn einem da was einfällt – aber Floskeln lieber vermeiden.


    Je nachdem könnte man der Person andere (weniger pessimistische) Perspektiven aufzeigen zu ihrer eigenen negativen Wahrnehmung. Also quasi den Stand der Dinge sachlich betrachten und ggf. Lösungsansätze überlegen (hängt aber sehr von dem Gesprächsverlauf und deiner Beziehung zu der Person ab). Im Zweifel lieber mit "Tipps" zurückhalten und einfach zuhören und evtl. Fragen zu seiner Diagnose stellen (also welche Heilungschancen es da so gibt etc.).


    Mehr fällt mir leider nicht ein. Alles Gute für dein Gespräch.

    Drücke dir die Daumen @:) . Aus Erfahrung im eigenen Verwandtenkreis ist mir noch eingefallen, dass es manchen Betroffenen hilft, wenn sie sich ganz "abgeklärt" intensiv mit den medizinischen Therapiemöglichkeiten auseinandersetzen. Ist aber sicher typabhängig. Denke auch, dass es schon viel bedeutet, wenn man einfach für den anderen da ist. Du könntest ihn auch fragen, wie du ihm helfen kannst/ was er sich von dir wünschen würde, was du machst.

    Erstmal zuhören und herausfinden, ob er/sie über die Krankheit reden mag. Falls ja, nach dem Ablauf der Therapie und Heilungschancen fragen. Unterstützung anbieten. Bitte nicht unbedingt Sachen wie: "Ich kenne X/Y, der hatte auch Krebs und blablabla". Da jede Krebsart und jeder Patient individuell ist, finde ich Vergleiche nicht gut. Falls er/sie es noch nicht weiss, jedes grössere KH bietet psychoonkologische Therapien an.


    Drück dir die Daumen, dass es ein gutes Gespräch wird.


    Ursina

    Eigentlich kannst du nur bekunden, dass du für denjenigen da bist. Das du ihm zuhörst, ihn verstehst und helfen willst.


    Leider muss derjenige damit alleine klar kommen. So brutal das auch ist, es ist so!


    Auch ich begleite meinen engsten Freund durch diese Geschichte. Immer wieder Negativnachrichten. Doch ich habe bemerkt, dass der Betroffene irgendwann einen unsagbaren Überlebenswillen entwickelt. Kämpft. Und da sind wir gefragt. Dasein, Kontakt pflegen, besuchen usw.


    Einfach nur da sein. Verstehen und jede emotionale Regung akzeptieren.


    Viel Kraft für dich. Ich weiss, was du durchmachst. Aber wir müssen auch unsere Grenzen kennen und einhalten. Ansonsten gehst du vor die Hunde...


    Ich wünsche euch alles Gute und ganz viel Kraft.


    :)* :)* :)* :)* :)* :)*

    Zitat

    Was mache ich mit jemandem, der sich nach einer Krebsdiagnose hängen lässt und jeden Lebensmut verloren hat?


    Werde gleich ein solches Gespräch führen müssen.

    "Sich hängen lassen und Lebensmut verloren haben" – sagt und beurteilt der Betroffene das selbst so?


    Eine niederschmetternde Diagnose macht erst einmal Angst und mutlose Ohnmacht, nicht nur den Betroffenen selbst. Ein Gespräch "führen müssen" mutet in etwa ähnlich an.


    Da sein, Anteil nehmen, fragen (sich trauen) und zuhören. Ich schließe mich Xubuntus Ausführungen an. Und ergänze: normal sein. Wie immer Normalität vorleben, von sich erzählen, den Umgang wie gewohnt pflegen und fördern.

    Zitat

    Aus Erfahrung im eigenen Verwandtenkreis ist mir noch eingefallen, dass es manchen Betroffenen hilft, wenn sie sich ganz "abgeklärt" intensiv mit den medizinischen Therapiemöglichkeiten auseinandersetzen. Ist aber sicher typabhängig.

    Abgeklärt sein heißt auch lernen, sich mit der jeweils ungünstigsten Prognose auseinandersetzen, sie nicht völlig ausblenden und verschweigen. Die Hoffnung und die Möglichkeiten seien davor!

    Also es geht um meinen

    und die Diagnose lautet auf ??Bauchspeicheldrüsenkrebs
    kam.


    Die Diagnose ist noch recht frisch, aber er fühlt sich niedergeschlagen, behält kaum Essen bei sich und lungert den ganzen Tag auf der Couch rum. Sie kümmert sich sich den ganzen Tag um ihn, ist aber mittlerweile ziemlich überlastet und seelisch am Ende, da das nicht die einzige Hiobsbotschaft der letzten Zeit war.


    Da ich eh stark erkältet bin, habe ich vorher ein Bad genommen und mir dabei eine Strategie überlegt: Motivation durch Etappenziele.


    Besonders runterziehen tun ihn momentan die Schmerzen in der Magengegend, die geringen Überlebenschancen, wie er sagt, und auch die Unselbständigkeit bei den alltäglichen Dingen wie waschen etc.


    Wir sind zunächst die letzten Tage durchgegangen und haben uns die (klitzekleinen) Fortschritte rausgepickt. Es waren durchaus Lichtblicke dabei, und seien es nur die Tabletten gegen Sodbrennen oder endlich die Brotsorte, die auch im Körper bleibt. Jeden einzelnen Lichtblick haben wir besonders hervorgehoben, sie ist auch sofort auf diese Taktik angesprungen und hat das Spiel mitgemacht.


    Ich habe ihm gesagt, dass Krebs eine Krankheit ist, die nur durch die Medizin alleine kaum heilbar ist. Er muss mitmachen und braucht dafür die Unterstützung aus seinem Umfeld, die ihm auch alle zugesichert haben. Sein Vorteil ist, dass es recht früh erkannt wurde. Durch eine Chemotherapie soll laut Arzt die weitere Ausbreitung verhindert werden können. Das sind ja in Anbetracht der Diagnose nicht die schlechtesten Aussichten, auch wenn eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist.


    Wir wollen jetzt gemeinsam versuchen, uns jeden Tag ein schaffbares Zwischenziel zu setzen bzw. an einem Erfolgserlebnis zu arbeiten, also z.B. eine weitere verdauliche Speise, weniger Schmerzen, Kontakt zu Familienmitglied XY, etc. Wir sprechen dann täglich über die kleinen Fortschritte. Die beiden haben sich gewünscht, dass ich dafür dann auch täglich vorbeikomme (anstatt zu telefonieren). Das ist auch kein Problem.


    Insgesamt sind wir wohl ein Stück weiter gekommen. Ich denke, dass es ihm ein wenig Mut gemacht hat.


    Vielen lieben Dank für Eure Gedanken. Einige Beiträge hatte ich noch gelesen und einfließen lassen, die anderen werde ich in den nächsten Gesprächen "verarbeiten". Das mit der begleitenden psychoonkologischen Therapie ist eine gute Idee und wir werden auch mal schauen, ob es so etwas wie Krankengmynastik als Hausbesuch gibt, damit er auf der Couch nicht so sehr körperlich abbaut.

    Ich möchte deine Bemühungen nicht schmälern – keinesfalls – aber in dem Falle fände ich es besser, wenn es dem Patienten überlassen wird, was ihm guttut. Ich meine, wenn die Diagnose Krebs kein Grund zur Depression ist, was dann? Muss man den Menschen dann künstlich aufheitern? Der Krebs und der Schock ist trotzdem noch da, da braucht es einfach Zeit, um mit sowas fertig zu werden und eher weniger Motivationstipps, damit sich die Außenstehenden nicht so hilflos fühlen. Im schlimmsten Fall fühlt man sich als Betroffener genötigt, die Angehörigen aufzuheitern und das finde ich recht suboptimal.


    Wie wäre es, den Mann einfach tun und sein zu lassen, wie er ist? Er ist ja erwachsen, er kann sein Befinden am besten einschätzen. Ratschläge sind auch Schläge.


    Und durch so eine Diagnose verliert man eh soooo viel an Selbstbestimmung, muss viele Therapien usw. über sich ergehen lassen, dann würde ich ihn privat nicht auch noch entmündigen.


    Klar, man kann Sachen anbieten (z.b. Spazieren gehen), aber so geplant finde ich für den Patienten nicht gut.

    Zitat

    Durch eine Chemotherapie soll laut Arzt die weitere Ausbreitung verhindert werden können. Das sind ja in Anbetracht der Diagnose nicht die schlechtesten Aussichten, auch wenn eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist.

    In welchem Stadium befindet sich dein Schwiegervater, hat er Metastasen? Wird er palliativ behandelt?


    Unser Rezept als Angehörige war da sein (also nicht nur Besuche, meine ganze Freizeit verlief im KH) und verwöhnen. Sei es jetzt ein bestimmtes Essen (grade nach Chemoübelkeit ist der Appetit oft eingeschränkt), Zeitungen und viel Lesestoff ins KH bringen, Filme schauen oder kleine Wünsche erfüllen. Habe auch das Zimmer im KH ein bisschen gestaltet (Stoffblumen ans Bett gebunden, emotional wichtige Dinge z.B. Fotos immer mit eingepackt), damit es doch ein bisschen nach daheim aussieht.


    Alles Gute!v *:) :)*

    Also es war quasi die Notbremse und er hat die Hilfe ja auch angenommen.


    Letztes Jahr hat er bereits eine andere niederschmetternde Diagnose bekommen.


    Nun hatte er eine seit drei Wochen andauernde Depriphase, die wir ihm auch gelassen haben. Gestern aber der Hilferuf, der auch vom ihm ausging. Dann fühlen wir uns moralisch verpflichtet, wobei meine Frau vor ein paar Tagen entbunden hat.


    Therapiemäßig ist er noch ganz am Anfang, aber er ist eben schon so geschwächt, dass er z.B. bis zum Auto durch zwei Personen gestützt werden muss.

    Vorab: ich stimme nicht nur Xubuntus Beiträgen zu, sondern auch den anderen fast ausnahmlos.

    Zitat

    Die Diagnose ist noch recht frisch, aber er fühlt sich niedergeschlagen, behält kaum Essen bei sich und lungert den ganzen Tag auf der Couch rum.

    Kein Essen bei sich behalten können und Schmerzen haben ist ein tiefer Einschnitt in die Lebensqualität. Ernährungsberatung durch einen Pflegedienst? Schmerztherapie und psychoonkologische Begleitung, wie schon oben erwähnt, unbedingt ansprechen bei den Ärzten des Vertrauens.


    Das ist auch so eine Sache: kennt er seinen Onkologen schon, fühlt er sich dort in guten Händen?

    Zitat

    Sie kümmert sich sich den ganzen Tag um ihn, ist aber mittlerweile ziemlich überlastet und seelisch am Ende, da das nicht die einzige Hiobsbotschaft der letzten Zeit war.

    Sie wird es als Pflicht und Bedürfnis empfinden, ihm weiterhin beizustehen. Gibt es die Möglichkeit, sie im Haushalt zu entlasten? Eine Putzhilfe engagieren?

    Zitat

    Ich habe ihm gesagt, dass Krebs eine Krankheit ist, die nur durch die Medizin alleine kaum heilbar ist. Er muss mitmachen und braucht dafür die Unterstützung aus seinem Umfeld, die ihm auch alle zugesichert haben.

    Das ist durchaus deutliche Kommunikation im Angesicht der Realität. Gut so. Ich würde im Gegensatz dazu die hervogehobenen Lichtblicke nicht als "Spielchen" bezeichnen, sondern dies als ebenfalls reale Begebenheiten verinnerlichen und entsprechend weiter motivierend wirken.

    Zitat

    Sein Vorteil ist, dass es recht früh erkannt wurde. Durch eine Chemotherapie soll laut Arzt die weitere Ausbreitung verhindert werden können. Das sind ja in Anbetracht der Diagnose nicht die schlechtesten Aussichten, auch wenn eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist.

    Vorbereitende Chemo vor Operation?


    Wie auch immer. Wenn die Prognose keine vollständige Heilung bedeutet, so kann doch Leben verlängert werden unter Lebensqualität. Es wird ja eine Angabe der Lebenserwartung gegeben haben – Ärzte sagen auch dazu etwas. Nämlich nichts genaues, aber in etwa die Möglichkeit "von bis zu". Das muss man erst einmal verarbeiten. Wenn man kann.

    Zitat

    Wir wollen jetzt gemeinsam versuchen, uns jeden Tag ein schaffbares Zwischenziel zu setzen bzw. an einem Erfolgserlebnis zu arbeiten, also z.B. eine weitere verdauliche Speise, weniger Schmerzen, Kontakt zu Familienmitglied XY, etc. Wir sprechen dann täglich über die kleinen Fortschritte. Die beiden haben sich gewünscht, dass ich dafür dann auch täglich vorbeikomme (anstatt zu telefonieren). Das ist auch kein Problem.

    Das hört sich gut an. Es ist so wichtig, dass die Familie jetzt zusammenhält. Es ist gut, wenn die Lieben um den Kranken Kraft und Stärke haben, Ziele vor Augen anstreben... den Kranken stets ermutigen, aber ihn auch schwach sein lassen und in Ruhe lassen können, wenn er mal nicht mehr kann.

    Zitat

    Therapiemäßig ist er noch ganz am Anfang, aber er ist eben schon so geschwächt, dass er z.B. bis zum Auto durch zwei Personen gestützt werden muss.

    Idee Krankengymnastik, Physiotherapie ist sehr gut. Anleiern und ermutigen.


    Da Ihr ja ohnehin vorhabt demnächst täglich da zu sein, würde ich an Deiner Stelle anbieten die

    bei den nächsten Arztgesprächen zu begleiten. Direkte Information bei solch wichtigen und wegweisenden Terminen hören am besten so viele Ohren wie möglich, weil: wichtige Fragen fallen einem erst ein, wenn man wieder raus ist aus der Praxis.

    Heute war ich wieder da. Nur kurz, wie besprochen. Um zu erfahren, was es bei ihm Neues gegeben hat. Und im Anschluss quatsche ich immer wieder mit ihr. Sie vermeidet es, in seiner Anwesenheit zu weinen, um ihn nicht zu entmutigen. Aber loswerden muss sie es.

    Zitat

    Ernährungsberatung durch einen Pflegedienst? Schmerztherapie und psychoonkologische Begleitung, wie schon oben erwähnt, unbedingt ansprechen bei den Ärzten des Vertrauens.


    Das ist auch so eine Sache: kennt er seinen Onkologen schon, fühlt er sich dort in guten Händen?

    Der langjährige Hausarzt ist der Held und Dreh- und Angelpunkt. Das ist noch diese altmodische Landarztgläubigkeit. Dem Rest gegenüber ist er nicht so aufgeschlossen. Die Erfahrung im diagnostizierenden Krankenhaus war nicht so positiv. Die Krebstherapie wird gerade erst angeleiert, er müsste dazu nochmals ins KH (Stent setzen) und dann halt regelmäßig zur Chemo.


    Beratung und Begleitung würde er wenn überhaupt auch nur annehmen, wenn sie zu ihm kommen. Das ist einfach nicht seine Welt.

    Zitat

    Sie wird es als Pflicht und Bedürfnis empfinden, ihm weiterhin beizustehen. Gibt es die Möglichkeit, sie im Haushalt zu entlasten? Eine Putzhilfe engagieren?

    Da müssten die Kinder ran. Eine Tochter bewohnt mit ihrer Familie die obere Etage des Zweifamilienhauses. Das war vorher schon eine eingeschworene Gemeinschaft. Allerdings hat auch sie erst kürzlich ein weiteres Kind bekommen, so dass das nicht ganz so einfach ist wie sonst.


    Fremde Hilfe würde

    nicht akzeptieren. Allerdings ist momentan der Kontakt zu zwei von vier Kindern stark eingeschränkt. Jeder verarbeitet das ja anders und dadurch ist die Kommunikation etwas aus dem Ruder gelaufen.


    Allein von der Anzahl der Familienmitglieder müsste man das gestemmt kriegen, aber wie gesagt, da gibt es diese kleinen Problemchen und es kommt noch diese Fürsorgementalität hinzu, so dass es für sie befremdlich ist, wenn jetzt mal die Kinder für die Eltern da sein sollen.

    Zitat

    Das ist durchaus deutliche Kommunikation im Angesicht der Realität. Gut so. Ich würde im Gegensatz dazu die hervogehobenen Lichtblicke nicht als "Spielchen" bezeichnen, sondern dies als ebenfalls reale Begebenheiten verinnerlichen und entsprechend weiter motivierend wirken.

    Die Lichtblicke sind keine "Spielchen". Mit Spiel meinte ich die Gesprächstaktik an sich, bei der eben nochmal die positiven Dinge aufgezählt und betont werden.

    hat das sofort begriffen und entsprechend mitgemacht, so dass doch schon etliche kleine Fortschritte aufgelistet werden konnten. Im Prinzip geht es ja nur darum, sie systematisch zu präsentieren.


    Ich führe inzwischen so eine Art Tagebuch, in dem ich mir das stichpunktartig notiere, also Schmerzen, Sorgen, Erfolge und nächste Ziele. Die Schmerzen ziehen ihn sicherlich am meisten runter, weil sie ihn ständig daran denken lassen, er sich also gar nicht ablenken kann. Momentan steht mir selber der Kopf woanders, aber so kann ich immer mal wieder schauen, an welchen Baustellen sich etwas getan hat – und das bei Gelegenheit dann benennen, um einen Anreiz zu schaffen, das nächste Ziel in Angriff zu nehmen.

    Zitat

    Vorbereitende Chemo vor Operation?

    Die Operation wurde als zu riskant abgelehnt. Gefahr der Schädigung anderer Organe, da sie so nah beieinander liegen.

    Zitat

    Wie auch immer. Wenn die Prognose keine vollständige Heilung bedeutet, so kann doch Leben verlängert werden unter Lebensqualität. Es wird ja eine Angabe der Lebenserwartung gegeben haben – Ärzte sagen auch dazu etwas. Nämlich nichts genaues, aber in etwa die Möglichkeit "von bis zu". Das muss man erst einmal verarbeiten. Wenn man kann.

    Die Lebenserwartung kenne ich nicht. Er selber sagt, die Überlebenschancen seien schlecht. Von den Ärzten soll diese Aussage aber nicht stammen. Da werden sie sich anderweitig informiert haben. Mir ist nur bekannt, dass sein Krebs entgegen der allgemeinen Einschätzung noch gut kontrollierbar sei, weil er sehr früh erkannt wurde und noch nicht gestreut hat.

    Zitat

    Da Ihr ja ohnehin vorhabt demnächst täglich da zu sein, würde ich an Deiner Stelle anbieten die

    bei den nächsten Arztgesprächen zu begleiten. Direkte Information bei solch wichtigen und wegweisenden Terminen hören am besten so viele Ohren wie möglich, weil: wichtige Fragen fallen einem erst ein, wenn man wieder raus ist aus der Praxis.

    Meine Frau war bei dem Diagnosegespräch im Krankenhaus dabei. Es gab aber noch ein Gespräch mit dem Hausarzt (dem besagten Halbgott in weiß) nach Erhalt des Abschlussberichts, da war dann niemand dabei. Es kann also durchaus sein, dass uns die Angabe der Lebenserwartung verschwiegen wurde – aus Rücksicht auf unsere Situation. Der Hausarzt kommt regelmäßig nach Hause, die andere Tochter hatte gebeten, dabei zu sein, das wollen sie aber glaube ich nicht. Denn das könnte der Hausarzt ja als Misstrauen werten und das wollen sie nicht ... Bei den Fachärzten ist das wieder etwas anderes.


    Letztendlich bohrt da keiner von uns nach, das ist ihre Privatspäre. Sie erzählen ja auch von sich aus viel und ich habe damals schon bei der anderen Diagnose die Ärzteberichte zu lesen bekommen. Dieses Mal hat sie den Facharztbericht aber nicht zur Hand (schön brav dem Hausarzt überreicht, ohne vorher eine Kopie zu machen).




    Nochmals danke für Deine Gedanken