Krebs Endphase

    Liebe Forum Nutzer,


    vielleicht erhalte ich hier ein paar Ratschläge von euch. Meine Mutter hat, bedingt durch Darmkrebs ( der Tumor wurde entfernt ) Leber-und Knochenmetastasen.


    Die Leber Metastasen haben sich wahnsinnig vermehrt und die Leberwerte sind sehr schlecht, Chemo bekommt sie seit einigen Monaten nicht mehr. Momentan ist sie relativ fit durch die ganzen Medikamente. Ihre Ärztin sprach mich nun auf die schlechten Leberwerte an und empfahl uns ein Hospiz, sie meinte es könnte jetzt sehr schnell fortschreiten.


    Ihre Erkrankung wurde im Dezember 2015 diagnostiziert.


    Zwischenzeitlich versagten auch ihre Nieren und sie bekam eine einmalige Dialyse, ihre Gallenblase wurde auch entfernt.


    Ich kann es kaum glauben, da meine Mutter weder eine gelb Färbung aufweißt oder extrem gebrechlich ist.


    Durch die Knochen Metastasen kann sie allerdings nur noch mit einem Rollator gehen.


    Wer hat Erfahrungen in diesem Krankheitsstadium? Was kann auf meine Mutter zukommen und wie schnell kann es zum Tod führen? Ich glaube das es zum jetzigen Zeitpunkt etwas früh für ein Hospiz ist.


    Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

  • 14 Antworten

    Meine Erfahrung: wenn die Ärztin sagt, dass es sehr schnell gehen kann, dann kann es tatsächlich sehr schnell gehen. Bitte glaube ihr, sie sagt sowas nicht grundlos und i.d.R. niemals zu früh. Ärzte sind mit solchen Ansagen sehr zögerlich.

    Das befürchte ich auch, ich kann es mir allerdings schwer vorstellen wenn ich meine Mutter sehe.


    Momentan befindet sie sich in einer Reha, macht auch möglichst viele Anwendungen mit und ihr Appetit ist etwas besser geworden. Vielleicht liegt es aber auch an der Menge der Medikamente die sie nimmt. Ein Morphium Pflaster ist auch dabei.


    Ich habe keinerlei Erfahrung mit dieser Erkrankung und versuche mich seit Monaten über das Internet zu informieren.


    Leider waren die anderen Ärzte bisher nicht so mitteilsam, die Ärztin aus der Reha ist die erste, die deutliche Worte findet.


    Ich wünsche mir so sehr das sie in Würde und schmerzfrei gehen kann und möchte sie so gut ich kann dabei unterstützen.

    Zitat

    Ich wünsche mir so sehr das sie in Würde und schmerzfrei gehen kann und möchte sie so gut ich kann dabei unterstützen.

    Das ist ein wichtiges Stichwort.


    Dann...würde eine Hospizstation ggf. besser helfen.


    Dort sind Ärzte und Schwestern, die Schmerzmedikation durchführen können und werden.


    Wenn du sie zu Hause pflegen willst, dann müsstest du das organisieren, einen Arzt finden, der so etwas betreut.


    Ich würde, an deiner Stelle, meine Mutter fragen, was sie will.


    Sie ist noch mündig und ich denke, sie weiß sehr gut, wie es um sie steht.


    Die meisten Krebspatienten sind sich ihrer Sterblichkeit überdeutlich bewusst...


    Manche möchten im kreis der Familie gehen, andere widerrum wollen ihrer Familie nicht noch mehr Probleme machen.


    Beide Wege sind unterstützenswert.

    Wie schnell es dann wirklich geht, weiß man nicht. Sterben ist sehr individuell. Meine Mutter ist im Februar gestorben, exakt drei Wochen nach der Diagnose. Ich hatte echt zu tun, einen Platz für sie zu finden und kam wahnsinnig in Streß alles zu regeln, was noch zu regeln war.


    Einfach um das ein bisschen aufzufangen, rate ich, informiere Dich, welche Einrichtungen überhaupt in Frage kommen. Ich hatte im Januar/Februar zwei Todesfälle hintereinander, und daher weiß ich so ein bisschen, was dann los ist. Das eine Heim hat einen schlechten Ruf (der dürfte immer begründet sein!), das andere liegt ungünstig, weil Du Deine Mutter von zu Hause ja auch gut uns schnell erreichen möchtest, ein anderes ist zu teuer, beim Vierten gefällt Dir das Pflegepersonal nicht, ....


    Besser, Du kümmerst Dich jetzt, weil nachher, wenn es "los geht", hast Du sehr wenig Zeit, vielleicht willst Du auch viel bei Deiner Mutter sein, Du hast keine Nerven für die Suche, weil es Dir selber schlecht geht, usw.

    Vielleicht ist auch eine gute ambulante Versorgung (d.h. zuhause) möglich und den Bedürfnissen entsprechend. Dazu kann man etwa HIER einiges lesen.


    Der kleine Prinz hat sicherlich Recht mit seinem Rat, die verschiedenen Möglichkeiten schon jetzt zu eruieren.

    Vielen, lieben Dank vorab für eure hilfreichen Beiträge.


    Es tut mir sehr leid das ihr solche Erfahrungen auch schon mitmachen musstet.


    Leider hat meine Mutter sich nie für ihre Krankheit interessiert, sie sagt immer," du machst das schon".


    Sie möchte auf keinen Fall in ein Seniorenheim oder in ein Hospiz.


    Das Problem ist, sie lebt alleine und ich kann auch nicht rund um die Uhr bei ihr sein.


    Wäre eine Palliativ Station eine Alternative?


    Ich hatte gestern einen Termin in einem Krankenhaus und habe mich erkundigt.


    Sie nehmen auch Krebspatienten auf und betreuen sie, ich dachte erst der Aufenthalt wäre dort auf 14 Tage begrenzt, ist er aber nicht.


    Meine Mutter wäre in einem ihr vertrauten und bekannten Krankenhaus und unsere Verwandten und ich könnten sie jederzeit besuchen. Ich könnte dort sogar übernachten.

    Würden die sie denn dauerhaft aufnehmen?


    ":/


    Denn Palliativ ist zwar zur Betreuung Schwerstkranker, aber glaube ich keine direkte Pflegestation.


    Auch der Träger dieser Kosten wäre zu ermitteln (Krankenkasse?)


    Leider (oder zum Glück?) ging es bei meiner Schwester so schnell, dass sie ins künstliche Koma gelegt wurde und dann 2 Wochen später verstarb. Sie schaffte nichtmal den 1. Chemo-Zyklus.


    Eine Bekannte von mir war sowohl auf einer Palliativstation als auch im Hospiz. Sie würde als es gegen Ende ging verlegt.


    Das wäre vorher halt abzuklären...

    Hallo,


    ich habe dasselbe im letzten Jahr mit meiner Mutter gehabt.


    Sie hatte zwar eine andere Krebsart, aber die Ärzte haben uns auch geraten, sie zuerst auf die Pallativstation zu legen.


    Diese ist nur temporär, dh. die Patienten bleiben höchsten bis zu 3 Wochen.


    Es wird auf der Palliativstation nicht mehr die Grunderkrankung behandelt, sondern es geht um den Schutz drum herum:


    Das es den Patienten die unheilbar krank sind und diese Erkrankung weit fort geschritten ist, zu helfen, um die Schmerzen zu lindern, Ängste zu nehmen, diese auf den letzten Weg vorzubereiten.


    Es ist und klingt schlimm, aber diese Station ist viel Wert.


    Nach der Zeit auf der Palliativstation, geht es darum, ob derjenige zuhause betreut werden kann, oder ins Hospiz kommt.


    Dort war meine Mutter auch bis zuletzt.


    Es ist ein schmerzhafter Weg für Beide Seiten, schicke dir eine Umarmung, da ich diese Ohnmacht und Angst kenne

    Vielen Dank für eure Beiträge und die nette Umarmung. Es ist sehr hilfreich sich austauschen zu können.


    Aus euren Erfahrungen kann man sehr viel lernen.


    Man fühlt sich hilflos und möchte doch alles richtig machen, den Angehörigen zur Seite stehen auf dem letzten Weg.


    Morgen habe ich ein Arztgespräch wie es weitergehen soll.


    Meine Mutter wird dabei sein und ich befürchte das es sehr schlimm werden wird.


    In dem Krankenhaus sagte mir die Oberärztin das meine Mutter entscheiden könnte ob sie später nach Hause möchte oder in ein Hospiz.


    Sie könnte aber auch auf der Palliativ Station bleiben, die Kosten übernimmt die Krankenkasse.


    Ich habe die Telefonnummer der Oberärztin an die Ärztin in der Reha weitergegeben.


    Nach dem morgigen Gespräch wollten sie sich kurz schließen.


    Meine Mutter versteht nicht wie es um sie steht, leider hört sie nie richtig zu. Wenn die Leberwerte sehr schlecht sind und die Metastasen sich dermaßen vermehrt haben möchte ich, in ihrem Interesse vorbereitet sein.

    Bei meiner Mutter (78) wurde Anfang des Jahres ebenfalls Darmkrebs mit Metastasen in Lunnge und Leber festgestellt. Der Tumor im Darm wurde ziemlich zügig entfernt, da sie fast einen Darmverschluss hatte, es war auch nicht klar, ob sie vielleicht noch mehr im Darm hat. Auf jeden Fall ging es ihr da noch ganz gut. Dann bekam sie zwei mal Chemo und es ging ihr so schlecht, dass ich dachte, sie stirbt eher daran als an dem Krebs. Da sie eh schon sehr viele Metastasen in der Leber hatte beschloss man, die Chemo nicht mehr fortzusetzen. Sie erholte sich ein bisschen, konnte wieder essen und zumindest wenigstens unten im Haus etwas laufen und war ca. zwei Monate mit ihrem gesundheitlichen Zustand relativ stabil. Anfang September fiel sie dann hin und hatte eine Blutbeule am Kopf, so dass sie ins Krankenhaus kam. Und dann hat sie innerhalb von zwei Wochen so abgebaut und, auch nachdem sie wieder zu Hause war, ging es ihr so schlecht, dass sie dann starb. :°( Ich war geschockt und sehr traurig, dass sie uns so schnell verlassen hat, anderseits war ich aber froh, dass sie nicht lange leiden musste und zu Hause sterben durfte. Sie hatte bis zum Schluss keine Schmerzen, hat sogar am letzten Tag noch etwas Eis und Quark gegessen und ist dann eigentlich ganz sanft im Schlaf verschieden. :)- Das ist ein grosser Trost für mich, nach diesem schlimmen letzten halben Jahr.


    Es gibt übrigens auch einen ambulanten palliativen Pflegedienst, die kommen dann zwei, dreimal am Tag vorbei, aber ob das so toll ist, wenn sie die restliche Zeit alleine zu Hause ist. Meine Mutter wollte auch nicht ins Hospiz, da mein Vater aber selber bereits am Limit war, hatten wir gerade beschlossen, dass wenn ihr Zustand so bleibt (sie war die letzten vier Tage die meiste Zeit weg getreten, wenn sie dann wach wurde aber noch voll da) dass sie in ein Hospiz kommt. Davor ist sie aber dann gestorben und ist so dem ganzen entgangen.


    Wünsche dir viel Kraft, diese schlimme Sache durch zu stehen.

    Meine Mutter hat ihre Krankheit übrigens auch ziemlich verdrängt. Immer hiess es - da müssen wir jetzt durch, die Chemo verlängert die Lebenszeit und danach ist es besser, usw. Da ich ziemlich weit entfernt wohne und arbeite, konnte ich auch nie bei irgendwelchen Arztgesprächen dabei sein und eine richtige, genaue Diagnose wusste meine Mutter auch nicht, da sie scheints nie wirklich nachgefragt hat. Gut, dass du in ihrer Nähe bist und solche Sachen für sie übernehmen kannst!

    Zitat

    Ich wünsche mir so sehr das sie in Würde und schmerzfrei gehen kann und möchte sie so gut ich kann dabei unterstützen.

    Gerade dann ist es wichtig, sich die Hilfe von Palliativstation/-pflegedienst oder Hospiz zu holen. Vielleicht wäre der Pflegedienst die erste Option; allerdings vermutlich auf Eben ste der Formalien schwieriger durchzusetzen als eine direkte m.M.n.stationäre Aufnahme. Evtl. wäre das die erste Option - und dann schrittweises Angehen mit Hilfe vom Sozialdienst.


    Wichig ist m.M.n. Offenheit: Du solltest liebevoll aber offen sagen, was Du kannst und was nicht - und was Deine Sorgen sind. Deine Mutter sollte merken, dass sie ebenfalls offen sein kann/darf, aber sich nicht ganz aus Entscheidungen zurückziehen soll. Oft halten Betroffene sich zurück, weil sie niemanden belasten wollen. Und die Angehörigen wollen nicht über den Kopf des Betroffenen entscheiden, weil es ja um dessen Befinden/Leben geht. Und so eiern alle Parteien herum; vieles bleibt ungeklärt - und man vergeudet die verbleibende Zeit mit Gedankenspielchen statt dem Gefühl, füreinander dasein zu können.


    Neutrale, belastbare Personen (Hospiz, Pflegedienst) sind da Gold wert. Und auch wenn jetzt der Bedarf noch nicht akut erkennbar ist: Es kann leider schneller bergab gehen, als man denkt. Daher ist es wichtig, klare Abprachen zu treffen. So nach dem Motto "wenn x passiert/nicht ehr geht, müssen wir y tun". Also anbulanter Dienst, so lange sie alleine in der Wohnung mit Hilfe zurechtkommt. Stationär, wenn man Sorge hat, dass zwischen den Besuchen des Pflegedienstes etwas passiert und dann niemand da ist.


    Alles Gute!

    Ich kann mich immer wieder nur bei euch bedanken. Es ist mir so wichtig mich mit Menschen austauschen zu können, die ähnliches erlebt haben.


    Ihr habt in allem Recht-und Füxchen 49-die Krankengeschichte deiner Mutter ist fast identisch mit der Erkrankung meiner Mutter, es gibt sehr viele Parallelen.


    Heute konnte ich mit der Ärztin in der Reha sprechen, sie ist sehr nett und warmherzig.


    Die Leberwerte meiner Mutter sind über 2500, die Bezeichnung dafür kenne ich leider nicht.


    Ihre Leber ist mit Metastasen übersät, das konnte sogar ich erkennen und es besteht Verdacht auf Lungen Metastasen. Die Ärztin möchte sie vorsichtshalber in einem Hospiz vormerken lassen.


    Ihre Lebenserwartung beträgt drei bis sechs Monate.


    So offen hat noch kein Arzt mit mir gesprochen, ich bin ihr sehr dankbar dafür.


    Sie und der Oberarzt möchten auch ein Gespräch mit meiner Mutter führen und ihr die Situation darlegen.


    Jetzt beginnt eine noch schlimmere Zeit, aber das kennt ihr leider auch alle.

    Hallo! Bitte informiere Dich genau über die angebotene Pflege im Heim. Meine Mutter ist in einer Palliativstation eines Krankenhauses gestorben und die medizinische Betreuung war dort optimal. Selbst in einem Hospiz kommt der Arzt oft nur einmal am Tag - wenn überhaupt. Es gibt tatsächlich Pflegestationen, die nehmen mehr Rücksicht auf die Angehörigen und sind für deren Komfort eingerichtet - entscheidend ist aber die medizinische Betreuung des Patienten. Deine Mutter hatte schon eine Blutwäsche - die gibt es nur im Krankenhaus auf der Dialysestation. Sauerstoff, Infusionsautomaten (Perfusor) für Morphium, künstliche Ernährung usw. gibt es die dort? Zuhause gibt es die sicher nicht! ich wünsche Dir und Deiner Mutter alle erdenkliche Kraft.